Meinestadt.de - Zirndorf - 26.05.2012
Lexikon - meinestadt.de
| Wappen | Deutschlandkarte | ||
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| Basisdaten | |||
| Bundesland: | Bayern | ||
| Regierungsbezirk: | Mittelfranken | ||
| Landkreis: | Fürth | ||
| Höhe: | 306 m ü. NN | ||
| Fläche: | 28,78 km² | ||
| Einwohner: | 25.509 (30. Dez. 2007) | ||
| Bevölkerungsdichte: | 886 Einwohner je km² | ||
| Postleitzahl: | 90513 | ||
| Vorwahlen: | 0911, 09127 (Wintersdorf, Weinzierlein) | ||
| Kfz-Kennzeichen: | FÜ | ||
| Gemeindeschlüssel: | 09 5 73 134
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| Stadtgliederung: | 12 Stadtteile | ||
| Adresse der Stadtverwaltung: | Fürther Str. 8 90513 Zirndorf |
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| Webpräsenz: | |||
| Bürgermeister: | Thomas Zwingel (SPD) | ||
| Lage der Stadt Zirndorf im Landkreis Fürth | |||
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Zirndorf ist die Kreisstadt des mittelfränkischen Landkreises Fürth.
Inhaltsverzeichnis |
Die Stadt liegt südlich von Fürth und westlich von Nürnberg am Fluss Bibert, der im Stadtgebiet naturnah kanalisiert ist.
Die Nachbargemeinden sind:
(Aufzählung: Im Norden beginnend im Uhrzeigersinn.)
Die Stadt gliedert sich in zwölf Stadtteile. Dazu gehören neben dem Hauptort die folgenden eingemeindeten Orte:[1]
Archäologische Funde (Steinwerkzeuge, Steinbohrer, Tonkrüge usw.) wie im heutigen Stadtteil Hirtenacker und die Hügelgräber im heutigen Ortsteil Weinzierlein belegen, dass das Gebiet bereits ca. 4000–1000 v. Chr., also schon in der Jungsteinzeit, mit Zirndorfer Ureinwohnern besiedelt war. Nachweislich betrieben sie schon Ackerbau und Viehzucht. In dieser germanischen bzw. keltischen Vorzeit fand auch die Namensgebung für den Heimatfluss Zirndorfs, der Bibert, statt. Im Jahr 260 n. Chr. durchbrachen die Alemannen in Südmittelfranken den Limes (Grenzwall) bei Weißenburg und vertrieben durch anhaltende Kämpfe ca. 300 bis 450 n. Chr. die ostgermanischen Stämme aus diesen Raum. Besonders durch die Vandalen gibt es zu dieser Zeit starke Völkerwanderungen.
496 besiegte der Frankenkönig Chlodwig I. die Alemannen und setzte die Grundvoraussetzungen für die Bildung des Frankenreiches. Sein Enkel Theuderich I. (534–548) sorgte durch den Anschluss Ostfrankens und mit staatlichen Siedlungen für erste planmäßige Besiedlungen. Es ist aber wahrscheinlich, dass im 5. und 6. Jahrhundert aufgrund der dichten Wälder nur Streusiedlungen (z. B. Leichendorf) im Zirndorfer Raum bestanden.
Durch diese erste fränkische Siedlungswelle kommen auch die ersten Ortsnamen auf, die sich aus einem Personennamen und -heim oder -dorf zusammensetzen. Allerdings ist bis heute ungeklärt und fachkundlich bestritten, auf welcher Namensherkunft sich Zirndorf herleiten lässt. Vermutlich ist es aber slawischer Herkunft (zirrow ‚schwarz‘).
Frankenkönig Dagobert I. bewirkte im 7. Jahrhundert durch die zweite fränkische Siedlungswelle, dass vom Main her die Flusstäler von Regnitz und Rednitz stärker besiedelt wurden. Dass sich zu dieser Zeit der Königshof Fürth und die Stützpunkte Langenzenn und Roßtal gebildet haben, ist fast sicher.
Durch den Beitritt des Frankenkönigs Chlodwig I. zum Christentum im Jahr 496, war bereits eine entscheidende geschichtliche Entwicklung zum Tragen gekommen, aber erst der Angelsachse Winfried, der durch Papst Gregor II. mit der Germanenmission beauftragt wurde, schuf die Bistümer Würzburg und Eichstätt für diesem Raum.
Im Jahr 741 zählt der Zirndorfer Raum zum Eigenbesitz des Bistums Eichstätt. Das Biberttal war weiterhin durch die starke Bewaldung und Versumpfung siedlungsfeindlich, weshalb es für das Bistum Eichstätt nur eine Nebenrolle einnahm. Daher gilt eine wirkliche Besiedlung erst in der spätkarolinger Zeit (Ende 9. Jahrhundert) als wahrscheinlich. Ob Zirndorf als Sprengel von Roßtal entstanden ist nicht anzunehmen; eine eigenständige Entwicklung wird daher eher für möglich gehalten.
1040 wird drei Zirndorfer Bauern das Recht zuerkannt, im Reichswald rechts der Rednitz Holz und Streu zu holen. Mitte des 10. Jahrhunderts erbaut das Bistum Eichstätt in Zirndorf eine Kirche, die dem Hl. Clemens geweiht wird. Eichstätts Bischof Gundekar II. (1057-1075) weiht in seiner Amtszeit 126 Kirchen eine davon die St. Matthäuskirche in Vach, welche als Tochterkirche von Zirndorf gilt. Dies wurde aber erst im 15. Jahrhundert urkundlich bestätigt. Der Zirndorfer Kirchensprengel dehnt sich aufgrund der zahlreichen Siedlungsaktivitäten um die Orte Altenberg, Anwanden, Kreutles, Lind, Oberasbach, Rehdorf und Unterasbach aus. Im Jahre 1216 wird von Bischof Sigebodo die zur Mutterkirche Zirndorf gehörende Kirche St. Lorenz in Oberasbach als Filialkirche geweiht. In der ersten Hälfte der 13. Jahrhunderts befindet sich Zirndorf im Besitz der Reichsministerialen von Berg, welche eine Vorläuferin von Alte Veste, die Burg Berch auf einem Höhenrücken nördlich von Zirndorf erbauen.
Erste wirkliche urkundliche Erwähnung am 12. September 1288, sie bekundet die Überschreibung dreier Güter in Dambach und eines Hofes in Oberasbach an das Klarissenkloster St. Klara Nürnberg durch Heinrich von Berg. Weitere Urkunde von 1297 wobei es sich ebenfalls um das Kloster und um von Berg geht.
Am 29. April 1306 gehen die Burg und der Ort, als Verkauf in den Besitz des Burggrafen von Nürnberg über, weil die Familie von Berg in wirtschaftliche Schwierigkeiten geraten ist. Der Ort besteht damals aus einer Kirche, neun Höfen, einer Schmiede, einer Mühle und dem Badehaus. Der Verkauf an die Burggrafschaft Nürnberg war für Zirndorf von großer Bedeutung, die neuen Besitzer entwickelten sich in Franken zu einer relevanten Macht. Ab diesem Zeitpunkt gehörte Zirndorf zum Oberamt Cadolzburg. 1316 der Ort taucht in den Büchern des Klosters Klara als „Cyerndorf“ auf. Die Burggrafen schenken 1321 zwei Schutzheilige St. Clemens und St. Blasius an das Zirndorfer Gotteshaus. Gegen Ende des 13. Jahrhunderts gibt es in Zirndorf drei Nürnberger Grundbesitzer (Rindsmaul, Grundherr und Strohmayer). Die damalige reiche Handels- und Kulturstadt Nürnberg entwickelte sich zur Reichsstadt, dies führte immer wieder zu Spannungen zwischen den Fürstentümern. Diese entluden sich in einem ersten Städtekrieg: Die Alte Veste wird 1388 von den mächtigen Nürnbergern im Städtekrieg geschleift. Ob Zirndorf Schaden entstanden ist, wurde nicht dokumentiert.
Ab dem Jahre 1412 Errichtung des massiven Wehr- und Glockenturms und einer Wehrmauer der frühgotischen Kirche, die um das Jahr 1450 durch ein Seitenschiff erweitert wird. Im ersten Markgrafenkrieg 1449–1450 wird Zirndorf von den Nürnbergern bei einem Überfall niedergebrannt, aber schnell erfolgte der Wiederaufbau. Außerdem Einführung einer ersten Gemeindeordnung, der so genannte „Gemein-Brieff“ von 1457 (unter anderem mit einer Weideordnung, Nutzungsrechten und feldpolizeilichen Regelungen), welche das friedliche Miteinander aus markgräflichen und nürnbergerischen Herren bzw. Untertanen herstellen helfen sollte. Außerdem wurden Dorfmeister gewählt und eingesetzt. In einem Lehensbrief von Kaiser Maximilian I. aus dem Jahre 1495 ist von einem „Zyrndorff“ die Rede. Vor Beginn der Reformation wird Zirndorf 1504, wie folgt in einer Nürnberger Aufzeichnung beschrieben: „Zirndorf, ein dorf, ein kirch, ist Nurmbergisch und margrevisch, fraisch Zenn“. Durch die Reformation: Vergrößerung des Langhauses der Kirche und Wechsel des Schutzpatrons St. Clemens und St. Blasius hin zu St. Rochus (der Pestheilige) im Jahre 1510.
Zerstörung des halben Ortes und der Kirche durch eine Feuersbrunst 1532, wichtige Pfarreiakten gehen verloren. Zirndorf erhält 1580 mit dem Gemeinderecht seine endgültige Fassung und dies wird durch den Markgrafen von Brandenburg und die Reichsstadt Nürnberg bestätigt. Damit beginnt die weitgehende Selbstverwaltung Zirndorfs. Der Ort Zirndorf kommt 1604 bei einer Erbteilung zur Linie Brandenburg-Ansbach. 1632 Zirndorf ist während des Dreißigjährigen Krieges vom 18. Juli bis 22. September 1632 Mittelpunkt des Heereslagers des kaiserlichen Feldherrn Albrecht von Wallenstein, das am 3. September vom Schwedenkönig Gustav Adolf in der Schlacht an der Alten Veste bestürmt wird. Etwa zwei Drittel der Zirndorfer Bevölkerung fallen dem Krieg zum Opfer. Erst ca. 75 Jahre später wird die Bevölkerungszahl wieder den Stand vor dem Krieg erreichen und dadurch schnelleres Bevölkerungswachstum im Verhältnis zu den umliegenden Gemeinden verhindern. Nach 1648 entsteht durch den Wiederaufbau das heutige Ortsbild mit Fachwerkhäusern und Sandsteinbauten.
1674 errichtet der Markgraf von Ansbach das hochfürstliche Brauhaus. Dadurch siedeln sich weitere Gewerbetreibende wie Drahtwarenfertiger, Weber, Drechsler und Schuhmacher an.
Am 5. Januar 1792 tritt der letzte Markgraf von Brandenburg-Ansbach sein Land an Preußen ab; Zirndorf wird daher preußisch, der Ort zählt zu diesem Zeitpunkt 121 Anwesen. Von Langenzenn wird 1801 der Dekanatssitz nach Zirndorf verlegt, dadurch erlangt der Ort eine außerordentliche kirchliche Stellung in der Umgebung. Erst 1885 wird dieser nach Fürth verlegt.
1806 erfolgt mit dem Besitzergreifungspatent von König Maximilian I. der Anschluss Zirndorfs an Bayern. Der Ort zählt mittlerweile 135 Gebäude mit 1494 Einwohnern. Mitte des 19. Jahrhunderts entwickelt sich auch Zirndorf zur kleinen Industriestadt: Sitz eines Forstwartes, eines Chirurgen, ein praktischer Arzt, 9 Bäcker, 2 Schmiede, 5 Büttner, 9 Drechsler, 2 Gürtler, 2 Kammmacher, 2 Maurer, 6 Melbereien, 2 Seiler, 2 Schlosser, 11 Schneider, 4 Schreiner, 22 Schuster, 2 Wagner, 2 Zimmermeister und 14 Weber. Weiterhin Einrichtung einer Postexpedition (1860) zweimal tägliche Postkutschenanfahrten aus Fürth, 1877 Eröffnung einer Telegraphenstation und der erste öffentliche Fernsprecher (Telefon) wird 1895 gestellt. Die Freiwillige Feuerwehr Zirndorf wird 1862 gegründet. Sie ist die älteste Dorffeuerwehr Bayerns.
1877 die ersten wirklichen Manufakturen, die für Zirndorf weltbekannten Spielzeugfabriken lassen sich nieder (Kreisel, Trompeten, Musikdosen, Kinderbaukästen, Blechspielwaren usw.). In dieser Epoche werden schon 17 Spiegel- und Spielwarenfabriken gezählt. Der Gürtlermeister Konrad Frauenschläger ist der eigentliche Gründer der Spielzeugmanufaktur in Zirndorf, er produzierte mit einigen Gesellen und Heimarbeitern erstes Kinderspielzeug wie z.B. runde Klappspiegelchen. 1890, eine erste gedruckte Zeitung Allgemeine Rundschau durch Leonard Zech wird aufgelegt, 1891 übernimmt diese die Druckerei Johannes Bollmann, welche heute noch existiert.
Im Jahr 1877 König Ludwig II. von Bayern verleiht Zirndorf das Marktrecht. Ab dem 30. November 1890 endet in Zirndorf die Rangaubahn von Fürth, bis zur Eröffnung der Erweiterung nach Cadolzburg am 14. Oktober 1892 bleibt Zirndorf Endstation. Um die Sicherheit der industriellen Marktgemeinde zu garantieren wird am 15. Januar 1899 der unterfränkische Gendarm Fritz Rockenmaier zu dieser hoheitlichen Aufgabe verpflichtet. Errichtung eines kleines Elektrizitätswerkes (37 KW/50 PS) ist 1899. Alle Zirndorfer Bewohner sind bis zu Beginn der Industrialisierung evangelischen Glaubens, mit dem Zuzug von vielen katholischen Familien wurde es notwendig für diese am 2. November 1904 eine eigene Kapelle St. Josef einzuweihen. Es erfolgen Anfang des 20. Jahrhunderts mehrere Eingaben (1889, 1904 und 1905) an das bayer. königl. Staatsministerium des Innern, die Marktgemeinde zur Stadt zu erheben. Diese werden aber mit der Begründung zurückgewiesen, dass es im Rahmen des Wasserleitungsbaues, der Kanalisierung, des Strassenbaues (Pflasterung), eines Schlachthofbaus und anderen wichtigen öffentlichen, sozialen Institutionen noch mangeln würde. Erstaunlich sind die Anstrengungen, welche die Marktgemeinde innerhalb kurzer Zeit unternahm um dieses Ziel zu erreichen: Ausbau der Ver- und Entsorgung, Befestigung der Straßen, Straßenbeleuchtung, Sparkassenneubau, Neubau eines Gaswerkes, Bau eines Zentralschulhauses und einer Berufsschule. Am 15. Oktober 1911 werden Zirndorf schließlich die Stadtrechte durch Prinzregent Luitpold von Bayern verliehen. Gründung einer eigenen Stadtpolizei im Jahr 1912.
Im Jahre 1925 werden in Zirndorf inzwischen 60 Metallspiegel- Metallwarenfabriken, 24 Kolonialwarenhandlungen, 28 Gaststätten, 20 Bäckereien, 16 Schuhmacher, 16 Viehhandlungen, 14 Schneidereien usw. gezählt. Deshalb treffen der 1. Weltkrieg und die Weltwirtschaftskrise von 1929–1933 die exportorientierte Wirtschaft der jungen Stadt besonders hart. Die Gründung der gemeinnützigen Wohnungsbaugesellschaft Zirndorf erfolgt 1935 und 1936 des Kneippbades.
Der Neubau einer Luftwaffenkaserne der Wehrmacht erfolgt 1938 außerhalb von Zirndorf, welche nach der Besetzung durch die US Army im April 1945 zu Ehren John J. Pinder junior in Pinder Barracks umbenannt wurde. Ebenfalls in den 30er Jahren entsteht am Hirtenacker eine Gendarmeriekaserne, welche nach dem Krieg in Adams Barracks umbenannt wird. Im April 1945 wird das Wahrzeichen der Stadt, die Alte Veste, von der Wehrmacht gesprengt und dadurch völlig zerstört, da die wehrtechnischen Einrichtungen nicht der vorrückenden US-Army in die Hände fallen sollen. 17.April Sprengung der Bibertbrücke. Am 18. April 1945 um neun Uhr lässt der amtierende Bürgermeister Konrad Krönmeyer am Rathaus die weiße Fahne hissen und bewahrt damit Zirndorf vor einer Zerstörung durch amerikanische Truppen. Dennoch kam es zu Plünderung vor allem durch Polen und Ukrainer, die entwaffnete Zirndorfer Stadtpolizei konnte dies kaum verhindern. Weiterhin mussten 120 Anwesen für die Besatzungstruppen geräumt werden (u.a. Jahnturnhalle und verschiedene Säle).
Von der Stadtverwaltung wurden große Anstrengungen unternommen um den vielen Kriegsvertriebenen (Ostsudeten, Schlesier und Egerländer) in Zirndorf eine neue Heimat zu geben. Die Einwohnerzahl stieg von 7852 (1939) auf 9881 (1946) an. In der ehemaligen Gendarmeriekaserne an der Rothenburger Straße wird 1955 die Zentrale Aufnahmeeinrichtung für Asylbewerber und später das Bundesamt für die Anerkennung ausländischer Flüchtlinge eröffnet. Im Jahr 1957 wird mit dem Neubau einer ersten Fabrikationshalle der Metz-Werke an der Ohmstraße der Grundstein für die bis zum Ende des Jahrhunderts dann vollständig vollzogene Verlagerung des Elektrogeräteherstellers von Fürth nach Zirndorf gelegt.
Die alte katholische Kapelle wird 1963 abgerissen, drei Jahre später der Neubau der kath. Stadtpfarrkirche St. Josef geweiht. Die Stadtpolizei Zirndorf wird 1969 zur Landespolizei eingegliedert, im gleichen Jahr wird ein großes Schulhausbauprojekt verwirklicht. Eröffnung des Freibades 1965 und des Hallenbades und des Schulsportplatzes im Jahr 1971. In den Jahren 1976–1978 vergrößert sich aufgrund der Gebietsreform das Zirndorfer Stadtgebiet von 8 auf 28 km² und die Einwohnerzahl von 13.661 auf 20.364. Das Wahrzeichen der Stadt, die Alte Veste wird am 17. September 1980 nach ihrem Wiederaufbau eingeweiht.
Der bisher teils offene, teils in einer Verrohrung durch Zirndorf fließende Banderbach bereitete der Zirndorfer Altstadt in der Vergangenheit oft alljährlich Hochwasserprobleme. Daher wird im Jahr 1979 für 5,4 Mio. DM der Höhenzug des heutigen Pinder-Parkes durchpresst, um nach dem Bau der über 700 m langen unterirdischen Kanalverbindung das Wasser des Banderbaches bereits vor dem Ort in die Bibert abzuleiten. Die Zirndorfer Innenstadt wird nach dem Bau des so genannten Banderbach-Überleiters praktisch hochwasserfrei.
Einweihung der Mehrzweckhalle Paul-Metz-Halle am 5. Oktober 1984, nach dem Namen des Ehrenbürgers (Rundfunkgerätefabrikant). In den Jahren 2005 bis 2009, Neu- und Umgestaltung der Innenstadt.
1551 wird erstmals eine jüdische Gemeinde erwähnt. Diese errichtete zwischen 1683–1685 eine Synagoge. An die durch die NS-Gewaltherrschaft umgebrachten jüdischen Einwohner sowie die im Ersten Weltkrieg umgekommenen jüdischen Soldaten erinnert eine Gedenkinschrift an der Außenmauer des Gebäudes Kleinstraße 2.[2]
Die Gemeinde Leichendorf wird 1976 mit den Orten Anwanden, Lind, Leichendorf, Leichendorfermühle und Wintersdorf eingemeindet. 1978 folgt die Gemeinde Bronnamberg mit den Orten Banderbach, Bronnamberg und Weiherhof sowie Weinzierlein aus der Gemeinde Weinzierlein.
Der Stadtrat setzt sich seit den Kommunalwahlen 2002 aus jeweils 14 Mitgliedern der CSU und der SPD sowie zwei Vertretern der Grünen zusammen.
In der Kommunalwahl 2008 wurden die 30 Sitze wie folgt verteilt: 12 CSU, 12 SPD, 3 Grünen sowie 3 Sitze FW/PWG/FDP/ ÖDP
In der aktuellen Wahlperiode (2006–2012) stellt die SPD mit Thomas Zwingel den Ersten Bürgermeister. Die Amtsperiode des Ersten Bürgermeisters ist in Zirndorf nicht mehr übereinstimmend mit der Wahlperiode des Stadtrates, seit im Jahr 1994 der bis dato amtierende Erste Bürgermeister Virgilio Röschlein (SPD) mit Erreichen der Altersgrenze innerhalb der Wahlperiode sein Amt niederlegte.
Gemeindevorsteher:
Bürgermeister:
Das Zirndorfer Stadtwappen hat folgende Beschreibung: „Ein silberner Schild, in welchem auf grünem Boden ein von einer roten Zinnenmauer flankierter, roter Turm mit offenem Tor und mit Fenstern erscheint. Das Spitzdach des Turmes ist mit einer goldenen Wetterfahne besteckt.“
Anlässlich eines Jubiläums sollte dem regierenden Landesoberhaupt Prinzregent Luitpold von Bayern ein Geschenk mit der Einprägung aller Wappen der damaligen bayerischen Städte überreicht werden. Da Zirndorf im Folgejahr 1912 zur Stadt erhoben werden sollte, bis dahin aber kein Wappen oder andere Siegelsymbole führte, wurde bezugnehmend auf die Alte Veste das Wappen durch Prinzregent Luitpold mit Signat vom 30. Januar 1911 verliehen.
Zirndorf ist Mitglied der Deutschen Spielzeugstraße.
Das Städtisches Museum Zirndorf (Spitalstraße 2) befindet sich in einem Mitte des 17. Jahrhunderts erbauten Fachwerkhaus im Zentrum der Stadt. Thematischer Schwerpunkt im Erdgeschoss bildet die Geschichte und Entwicklung der Zirndorfer Spielzeugindustrie. In unmittelbarer Nachbarschaft zu den bekannten Spielzeugstädten Nürnberg und Fürth wurde seit Mitte des 19. Jahrhunderts auch in Zirndorf einfaches Blechspielzeug produziert. Das Obergeschoss des Museums ist der Geschichte Zirndorfs während des Dreißigjährigen Krieges gewidmet. 1632 kam es nahe der Alte Veste, wo Oberbefehlshaber Albrecht von Wallenstein ein Lager errichtet hatte, zu einer kriegerischen Begegnung mit Gustav II. Adolf von Schweden. Dioramen und Modelle sowie zeitgenössische Schilderungen über das Lagerleben, das Schicksal der Soldaten und der Zivilbevölkerung veranschaulichen dieses Kapitel fränkischer Kriegsgeschichte. Im Dachsaal des Museums finden regelmäßig Sonderausstellungen zu kulturhistorischen Themen und zeitgenössischer Kunst statt. Ein vielfältiges Führungsangebot für Erwachsene und Kinder vertieft auf interessante Weise die Einblicke in die beiden Sammlungsbereiche und Sonderausstellungen.
In Zirndorf tragen zwei Musikvereine, die „Stadtkapelle Zirndorf“ und die „Stadtjugendkapelle Zirndorf“ einen wertvollen Beitrag zum kulturellen Leben und der Ausbildung junger Musikerinnen und Musiker bei. Gegründet wurde die Stadtkapelle Zirndorf und die Stadtjugendkapelle Zirndorf von Herrn Leopold Jubl in den Jahren 1955 und 1968.
Der Kern des Ortes ist reich an historischer Bausubstanz: Neben dem Kirchenhof mit Kirche, Pfarr- und Kantorenhaus sind vor allen Dingen die Brauerei und die Fachwerkhäuser des 17. sowie die giebelständigen Steinhäuser des 18. Jahrhunderts zu nennen.
Die in der Substanz mittelalterliche Pfarrkirche St. Rochus (ursprünglich St. Clemens) wurde im frühen 18. Jahrhundert zu einem protestantischen Kirchenraum umgestaltet. Der in der Substanz und in den Formen spätgotische vierseitige Westturm entwickelt sich markant in die Höhe. Die Fensterlaibungen des barocken Langhauses sind mit Hilfe von bemaltem Schmuck architektonisch gegliedert (Fassadenmalerei). Das angenehme Innere der Kirche wird von einer umlaufenden Emporenanlage mit vielen Bildern an den Brüstungen bestimmt.
Das Alte Schlößchen (Rote Straße 3) ist ein traufseitiges Fachwerkhaus mit massivem Untergeschoss und Zwerchhaus; es wurde 1674 errichtet.
Die Alte Veste, nördlich im Wald gelegen, spielte im Dreißigjährigen Krieg eine bedeutende Rolle; einige Mauerreste aus jener Zeit sind erhalten. Von dem 1980 errichteten Aussichtsturm hat man eine gute Sicht auf Zirndorf, Nürnberg, Fürth und weitere Orte in Mittelfranken.
Im Stadtteil Banderbach existiert die so genannte „Banderbacher Verwerfung“, eine Grabenverwerfung welche in Geologenkreisen auf der ganzen Welt bekannt ist.
Die Stadt Zirndorf liegt nicht unmittelbar an einer Bundesstraße oder Autobahn. Im Süden durchquert die Rothenburger Straße das Stadtgebiet von Zirndorf in Ost-West Richtung und stellt eine direkte Verbindung nach Nürnberg her. Die Nachbarstadt Fürth kann über die Fürther Straße bzw. die Verbindungsstraße West erreicht werden. Zum Kraftfahrstraßen- bzw. Autobahnnetz bestehen Verbindungen über die Anschlussstellen Nürnberg-Kleinreuth bzw. Fürth-Zirndorf auf die Südwesttangente.
Das nördliche Stadtgebiet wird von der sogenannten Rangaubahn (KBS 808) in Nordost-West Richtung durchquert. Innerhalb Zirndorfs befinden sich die drei Haltepunkte Zirndorf, Kneippallee und Weiherhof. Die Strecke wird von der VGN-Regionalbahnlinie R11 (Fürth Hauptbahnhof–Zirndorf–Cadolzburg) im 30-Minutentakt bedient. Es gab Planungen die Rangaubahn zu elektrifizieren und S-Bahn-ähnlich auszubauen, diese werden momentan nicht weiter verfolgt.
Im Zirndorfer Stadtteil Anwanden liegt der gleichnamige Haltepunkt an der Bahnstrecke Nürnberg–Crailsheim. Die Strecke wird von der VGN-Regionalbahnlinie R7 mindestens im Stundentakt bedient. Bis voraussichtlich 2010 soll zwischen Nürnberg und Ansbach eine S-Bahnlinie eingerichtet werden.
Bis zum 25. September 1986 verkehrte im Süden Zirndorfs, weitgehend parallel zur Rothenburger Straße, die Bibertbahn. Der Bahnhof Zirndorf-Altenberg befand sich an der Stadtgrenze im Oberasbacher Stadtteil Altenberg an der Zirndorfer Straße.
Zirndorf ist in das Tarifgebiet des Verkehrsverbund Großraum Nürnberg integriert und mit zahlreichen Omnibuslinien gut erschlossen. Die Stadtbuslinien 70 und 72 der VAG stellen eine direkte Verbindung zum U-Bahnhof Gustav-Adolf-Straße in Nürnberg her. Nach Fürth gelangt man neben der Rangaubahn mit den OVF-Omnibuslinien 111, 112 und 113, wobei die Linie 111 nur außerhalb der Betriebszeiten der Rangaubahn verkehrt. Zusätzlich betreibt die Stadt Zirndorf zusammen mit der Nachbarstadt Oberasbach ein Stadtbusnetz mit den drei Linien 150, 151 und 155, die die meisten Stadtteile mit mindestens einer der beiden Regionalbahnlinien R7 und R11 verknüpfen. Die private Regionalbuslinie 152 hat nur eine untergeordnete Bedeutung mit einigen wenigen Fahrten am Tag.
Es ist für die ferne Zukunft geplant, die künftige Nürnberger U-Bahnlinie U3 mit einem Abzweig bis zum Zirndorfer Bahnhof zu verlängern. Da die Strecke bis Nürnberg-Gebersdorf jedoch erst noch gebaut werden muss und auch die Finanzierung weitgehend ungeklärt ist, dürfte eine Realisierung in absehbarer Zeit kaum erfolgen.
In der Stadt arbeiten 2003 5697 sozialversicherungspflichtige Beschäftigte. Davon entfallen auf die Landwirtschaft 21 Beschäftigte, im produzierenden Gewerbe sind 2644 Personen beschäftigt, im Bereich Handel, Gastgewerbe und Verkehr weitere 986 Personen und schließlich im Bereich der sonstigen Dienstleistungen 2046. Weitere 3071 Zirndorfer pendeln zu ihren Arbeitsorten. Damit haben insgesamt 8768 Einwohner Zirndorfs eine sozialversicherungspflichtige Beschäftigung.
Die Stadt ist bekannt durch die Spielzeugindustrie. Bereits 1840 wurde Kinderspielzeug hergestellt. So entstand durch die seit 1880 bestehende Firma Lorenz Bolz in Zirndorf im Jahr 1913 der Brummkreisel.
Heute ist die Stadt z. B. Hauptsitz der Firma geobra Brandstätter, international bekannt durch die Produkte der Marke Playmobil. Seit dem Jahr 2000 betreibt die Firma den Freizeitpark Playmobil FunPark.
Zu den international bekannten ortsansässigen Unternehmen gehören auch die Metz-Werke GmbH & Co. KG, die Fernsehgeräte in LCD- und 100 Hertz Technologie herstellen. Darüber hinaus produziert und exportiert das Unternehmen eine Vielzahl von Blitzgeräten innerhalb unterschiedlichster Leitzahlkategorien.
Seit 2003 ist Zirndorf auch Hauptsitz der Verwaltung des Landkreises Fürth, welche in dem neu entstehenden Stadtteil Pinder-Park (vormals Pinder-Kaserne) ein neugebautes Landratsamt bezogen hat. Bis dato war die Landkreisverwaltung (außerhalb des Landkreises Fürth) in der kreisfreien Stadt Fürth in Räumlichkeiten am dortigen Stresemannplatz untergebracht. Dort befinden sich auch heute noch ein Dienstsitz mit Teilen der Verwaltung.
Bundes- wenn nicht weltweit bekannt war Zirndorf als Sitz des „Bundesamtes für die Anerkennung ausländischer Flüchtlinge“. Die Behörde wurde 1955 gegründet, als Behördensitz wurde die ehemalige Zirndorfer Gendarmeriekaserne gewählt. 1993 verlegte die Zentrale ihren Sitz ins benachbarte Nürnberg, 1996 folgte das gesamte Amt. Im Januar 2005 erfolgte eine Namensänderung der Behörde in Bundesamt für Migration und Flüchtlinge. Eine Außenstelle blieb am Standort.
Nach wie vor befindet sich in Zirndorf (in der Rothenburger Straße 31) die Zentrale Aufnahmeeinrichtung für Asylbewerber (ZAE) in Bayern, ein Übergangswohnheim für Flüchtlinge mit 500 Plätzen. Hierher kommen alle Ausländer, die als Asylbewerber nach Bayern gelangen, bevor sie dann nach einigen Monaten in verschiedene Asylantenheime (Gemeinschaftsunterkünfte) in ganz Bayern überführt werden.
Außerdem werden in Zirndorf seit 1995 die Schnipsel der sogenannten Stasiakten von Hand zusammengesetzt. Im Mai 2007 haben sich die Mitarbeiter der Einrichtung durch mehr als 300 Säcke hindurchgearbeitet. Im Rahmen eines Pilotprojekts werden vom Fraunhofer-Institut für Produktionsanlagen und Konstruktionstechnik (IPK) in den Jahren 2007 bis 2009 die Inhalte von 400 Säcken computergestützt wieder zusammengesetzt.
Angebotene Sportarten in Zirndorf sind:
Der Ortsteil Weinzierlein ist Standort einer der fiktiven „Schafkopf-Akademien“, siehe auch Schafkopf.
Auf dem Wolfgangshof bei Anwanden findet seit 2002 jährlich die Grüne Lust statt, ein dreitägiger Markt für grüne Produkte und Ideen.
Zirndorf ist auch für sein Bier in Franken und wohl auch ein Stück darüber hinaus wohlbekannt, auch wenn die Zirndorfer Brauerei von Tucher aufgekauft wurde.
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