Meinestadt.de - Zella-Mehlis - 26.05.2012
Lexikon - meinestadt.de
| Wappen | Deutschlandkarte | |
|---|---|---|
| |
|
|
| Basisdaten | ||
| Bundesland: | Thüringen | |
| Landkreis: | Schmalkalden-Meiningen | |
| Höhe: | 450–700 m ü. NN | |
| Fläche: | 28,09 km² | |
| Einwohner: | 11.951 (30. Dez. 2007)[1] | |
| Bevölkerungsdichte: | 425 Einwohner je km² | |
| Postleitzahl: | 98544 | |
| Vorwahl: | 03682 | |
| Kfz-Kennzeichen: | SM | |
| Gemeindeschlüssel: | 16 0 66 092 | |
| Adresse der Stadtverwaltung: | Rathausstraße 4 98544 Zella-Mehlis |
|
| Webpräsenz: | ||
| Bürgermeister: | Karl-Uwe Panse (parteilos) | |
| Lage der Stadt Zella-Mehlis im Landkreis Schmalkalden-Meiningen | ||
| Datei:Zella-Mehlis in SM.png | ||
Zella-Mehlis ist eine Kleinstadt im Landkreis Schmalkalden-Meiningen, Deutschland.
Inhaltsverzeichnis |
Zella-Mehlis liegt etwa sechs Kilometer vom Rennsteig entfernt am Südhang des Thüringer Waldes auf einer Höhe von 450-580 m.ü.NN. (Stadtgebiet). Der Sommerbachskopf, der höchste Berg von Zella-Mehlis hat eine Höhe von 941 m. Die nächstgelegenen Großstädte sind Erfurt (62 km), Jena (106 km), Würzburg (134 km), Gera (137 km), Erlangen (147 km) und Nürnberg (171 km).
Angrenzende Gemeinden sind Benshausen, Bermbach, Oberhof, Steinbach-Hallenberg und die kreisfreie Stadt Suhl.
In Zella-Mehlis wird Hennebergisch, eine mainfränkische Mundart, gesprochen. Der nahegelegene Rennsteig fungiert als Sprachgrenze zwischen dem Thüringischen und dem Fränkischen und stellt in der Sprachgeographie die natürliche Grenze zwischen Mittel- und Süddeutschland dar. Das in Mehlis gesprochene „Mehl`ser Platt“ unterscheidet sich dabei nur unwesentlich vom „Zeller Platt“, beispielsweise gehen Zellaer „inn Waald“ um spazieren zu gehen, die Mehliser dahingegen „inn Bahrch (Berg)“.
Zella-Mehlis wurde am 1. April 1919 durch den Zusammenschluss der seit 1640 zu Sachsen-Gotha (Amt Schwarzwald bzw. später Ohrdruf) gehörenden Gemeinden Zella St. Blasii und Mehlis gebildet. Von 1920 bis 1952 gehörte Zella-Mehlis zu Thüringen, wo es bis 1936 einen eigenen Stadtkreis bildete, anschließend gehörte es zum Landkreis Meiningen. Dies lag einerseits daran, dass die Stadt direkt an der preußischen sowie der kurhessischen Grenze lag und andererseits daran, dass die Stadt zu den ökonomisch bedeutendsten und reichsten Gemeinden Thüringens zählte.
Zu Beginn des Nationalsozialismus und der damit einsetzenden Verfolgung von Bürgern anderer Überzeugung und anderen Glaubens formierte sich sofort Widerstand, speziell von Arbeitern in der Mercedes-Bureau-Maschinengesellschaft mbH, wobei die Eheleute Hans und Else Raßmann sowie Fritz Wolf, die Verbindung zur Widerstandsgruppe Neubauer-Poser in Jena hatten, eine besondere Rolle spielten. Deren Namen tragen zwei Straßen der Stadt. Eine weitere Straße erinnert an den 1940 in Berlin-Plötzensee hingerichteten Karl Zink. An den französischen katholischen Widerstandskämpfer erinnert der Marcel-Callo-Platz und eine zu seinen Ehren errichtete Statue in der Christ-König-Kirche. Von den zahlreichen jüdischen Bürgern, die in die Vernichtungslager deportiert wurden, überlebte nur eine Frau. Etwa 20 Personen aus Zella-Mehlis wurden Opfer der Zwangssterilisation im Landeskrankenhaus Meiningen. Während des Zweiten Weltkrieges mussten 4500 Kriegsgefangene sowie Frauen und Männer aus zahlreichen Ländern Zwangsarbeit verrichten. 34 Opfer der Zwangsarbeit (dazu sowjetische Opfer aus Benshausen) ruhen auf dem Alten Friedhof, der heute Stadtpark ist.[2]
Nach Bildung der Bezirke in der DDR lag Zella-Mehlis im Bezirk Suhl. Zella-Mehlis war von 1967 bis zur Reform der Landkreise 1994 der Verwaltungssitz des Kreises Suhl-Land.
Die erste urkundliche Erwähnung datiert von 841. Am 27. März 1894 erhielt Mehlis das Stadtrecht.
Zella St. Blasii (lat. für: Klosterzelle dem hl. Blasius geweiht) wurde im Jahre 1111 von Timo von Nordeck gegründet und dem Kloster Reinhardsbrunn unterstellt. Zwar gehören die Ersterwähnungsurkunden von 1111 und 1112 zu den Reinhardsbrunner Fälschungen, doch gilt der Inhalt als wissenschaftlich anerkannt. 1645 wurde es zum Marktflecken erhoben. Seit dem 16. Jahrhundert entwickelte sich die Stadt zu einem der größten Zentren des waffenproduzierenden Gewerbes in der mitteldeutschen Region. Dies war bis 1945 der Haupterwerbszweig der Mehrzahl der Einwohner.
Die Bevölkerung Zellas und Mehlis´ vollzog während der Reformationszeit frühzeitig die Abkehr vom Katholizismus zum lutherischen Bekenntnis. Die historischen Barockkirchen mitsamt ihren Gemeinden gehören zur Evangelische Kirche in Mitteldeutschland mit Verwaltungssitz in Erfurt und Bischofssitz in Magdeburg, wobei diese bei Zella-Mehlis aufgrund der Neugliederung Europas durch den Wiener Kongress 1815, gleichzeitig sowohl an die Kirchenprovinz Sachsen (Magdeburg - Suhl, einst preußische Provinz Sachsen) als auch an die Kirche Kurhessen-Waldeck (Kassel-Schmalkalden / Steinbach-Hallenberg / Bermbach) grenzt. In Zella-Mehlis gibt es weiterhin ein Gotteshaus der römisch-katholischen Christen, die dem Bistum Erfurt angehören.
Entwicklung der Einwohnerzahl (ab 1960 31. Dezember):
|
1946 bis 1984
|
1994 bis 1998
|
1999 bis 2003
|
ab 2004
|
1 29. Oktober
2 31. August
Bei den Kommunalwahlen am 27. Juni 2004 ergab sich folgendes Ergebnis:
Der Stadtrat besteht aktuell aus 24 Ratsherren und -frauen (sowie dem Bürgermeister) und setzt sich wie folgt zusammen:
Der hauptamtliche Bürgermeister Karl-Uwe Panse wurde am 7. Mai 2006 mit 71,3 % der Stimmen wiedergewählt.
Blasonierung: „Geviert von Rot und Blau; in 1 ein wachsender nimbierter goldhaariger Bischof in rotem Messgewand mit silbernem Pallium, darauf ein schwarzes Kreuz, und rotem Mantel mit rot-silberner Mitra, in der rechten Hand einen goldenen Bischofsstab und in der linken zwei gekreuzte brennende goldene Kerzen, in 2 eine schräg rechts gelegte gespannte silberne Armbrust, in 3 ein gekreuztes silbernes Paar Schlägel und Eisen, in 4 eine wachsende nimbierte goldhaarige rotgekleidete Heilige mit weißem Gürtel, vor der Brust in beiden nach oben gerichteten Händen einen goldenen Deckelkelch haltend.“
Das Wappen symbolisiert im oberen rechten Teil den Schutzheiligen von Zella St. Blasii, den Hl. Blasius sowie die Armbrust als Sinnbild für die Jahrhunderte lange Waffenherstellung. Im unteren rechten Teil des Wappens stehen die gekreuzten Bergeisen für die lange Tradition des Bergbaus, das vierte Feld zeigt die Hl. Magdalena, die Schutzheilige von Mehlis.
Zella-Mehlis pflegt seit 1990 eine Städtepartnerschaft zum rheinland-pfälzischen Andernach und eine Städtefreundschaft zu Gemünden am Main in Bayern. Bereits seit 1967 verbindet ein Freundschaftsvertrag Zella-Mehlis mit Saint-Martin-d'Hères im französischen Département Isère.
Die wichtigsten der jährlich stattfindenden Feste sind die Walpurgisnacht am 30. April, welche die größte ihrer Art im südthüringischen Raum ist, und das Stadtfest am zweiten Septemberwochenende, das jedes Jahr über 15.000 Besucher anzieht.
Der Hausberg von Mehlis ist der als Wanderziel und beliebter Aussichtspunkt bekannte 866 m hohe Ruppberg, der über die Kreisstraße nach Oberschönau erreicht werden kann. Der 882 m hohe Spitz`ge Berg gilt als der Hausberg von Zella. Der höchste Punkt auf dem Gebiet der Stadt ist der 941 m hoch gelegene Sommerbachskopf, ein Nebengipfel des Großen Beerbergs.
Traditionell spielt der Wintersport in Zella-Mehlis, wie im gesamten Thüringer Wald, eine herausragende Rolle. Von der vorteilhaften Nähe zum Wintersportzentrum Oberhof profitieren auch die Vereine aus Zella-Mehlis. Berühmtheit über die Grenzen der Stadt und des Landes hinaus erlangen v. a. die Sportler des SC Motor Zella-Mehlis, welche besonders in den Disziplinen Langlauf, Biathlon und Nordische Kombination erfolgreich sind.
Eine große Tradition hat in der Stadt auch das Ringen. Die erste Mannschaft des AV Jugendkraft/Concordia ringt aktuell in der Regionalliga Mitteldeutschland. Für den Breitensport in der Stadt ist der TSV Zella-Mehlis mit seinen 22 Unterabteilungen zuständig. Der Verein ist der fünftgrößte Sportverein Thüringens und der größte seiner Art im Süden des Freistaats. Aktuell spielen die Fußballer des TSV in der Bezirksliga (Staffel 1).
Nur für den Fußball existiert die WSG „Thüringer Wald“ Zella-Mehlis, deren erste Mannschaft aktuell in der Kreisliga Werra/Rennsteig spielt.
Nach der politischen Wende 1989/1990 und dem Wegfall großer Industriebetriebe war die Zella-Mehliser Wirtschaft einem enormen Strukturwandel unterworfen. Heute ist das wirtschaftliche Bild der Stadt durch eine große Anzahl an kleinen und mittelständischen Betrieben gekennzeichnet. Eine besondere Rolle spielen dabei die Metallverarbeitung, die Kfz- Zulieferbranche und traditionelle Handwerksbetriebe. Insgesamt sind heute ca. 1000 Gewerbe in der Stadt angemeldet.
Aufgrund der ehemaligen Funktion als Kreisstadt des Landkreises Suhl-Land ist die öffentliche Infrastruktur der Stadt Zella-Mehlis besser ausgebaut als in anderen Gemeinden mit vergleichbarer Größe. Das Städtische Krankenhaus wurde zwar zum 30. Juni 2006 geschlossen, allerdings fungieren die Gebäude heute als überregionales Ärztezentrum und Seniorenpflegeheim. Es gibt in Zella-Mehlis weiterhin eine Außenstelle des Landratsamts Schmalkalden- Meiningen und alle Elemente eines dreigliedrigen Schulsystems. Die Freiwillige Feuerwehr Zella-Mehlis besitzt den Status einer Stützpunktfeuerwehr und nimmt u. a. auf dem Gebiet der ABC- Abwehr führende Aufgaben im Landkreis wahr. Im Bereich des Industriegebietes "Ost" befindet sich das Gefahrenabwehrzentrum von Feuerwehr und Katastrophenschutz für die Tunnelkette der A 71 sowie eine Dienststelle der Verkehrspolizeiinspektion Suhl. Außerdem hat das Straßenbauamt Südwestthüringen seinen Sitz in Zella-Mehlis.
Zella-Mehlis verfügt über fünf ausgewiesene Gewerbegebiete. Das mit Abstand größte ist das Industrie- und Gewerbegebiet „Zella-Mehlis Ost“, direkt an der A 71. Mit einer Fläche von ca. 120 ha gehört es zu den größten im Landkreis.
Am Stadtrand, im Bereich des Industriegebietes „Ost“ entstand Mitte der 90er Jahre ein Einkaufszentrum, das heute den Namen „A 71- Center“ trägt. Unter dem Neubau hatte der innerstädtische Handel schwer zu leiden.
Der Bahnhof Zella-Mehlis ist ein Eisenbahnknotenpunkt. Dort zweigt von der Bahnstrecke Erfurt–Schweinfurt die Nebenbahn nach Wernshausen (dort Anschluss zur Werrabahn) ab. An dieser existiert noch der Bahnhof „Zella-Mehlis West“ für den Stadtteil Mehlis. Auf der Hauptstrecke verkehren jeweils im Zweistundentakt abwechselnd der Regionalexpress Erfurt – Würzburg (Mainfranken-Thüringen-Express) der DB Regio AG und die Nahverkehrszüge Erfurt – Meiningen der Südthüringenbahn (STB), so dass sich zwischen Erfurt und Grimmenthal insgesamt in etwa ein Stundentakt ergibt. Auf der Nebenstrecke verkehren wochentags stündlich, sonst nur alle zwei Stunden Züge der STB nach Schmalkalden.
Darüber hinaus fahren in Zella-Mehlis mehrere Überlandbuslinien der Meininger Busbetriebe sowie die Linien B,H und I (Stadtlinie Zella-Mehlis) der Städtischen Nahverkehrsgesellschaft Suhl/Zella-Mehlis.
Die nächstgelegenen Verkehrsflughäfen sind Erfurt (60 km) und Nürnberg (160 km).
Zella-Mehlis ist mit den Anschlussstellen Suhl/Zella-Mehlis und Oberhof direkt an die A 71 Erfurt – Schweinfurt angebunden. Außerdem verläuft die zwar zur Landstraße 3247 abgestufte, aber noch immer überregional wichtige ehemalige B 247 Gotha – Suhl – Schleusingen durch die Stadt. Die B 280 Zella-Mehlis – Meiningen hat wegen der parallelen Autobahn ihre Bedeutung für den überregionalen Verkehr verloren und wurde aufgehoben. In Planung befindet sich eine Verlängerung der Bundesstraße 62 von Bad Salzungen/Barchfeld über Wernshausen nach Schmalkalden, dann über Steinbach-Hallenberg, Benshausen und Zella-Mehlis weiter zur A 71. Das Teilstück zwischen Benshausen und der Anschlussstelle A 71 Suhl/Zella-Mehlis ist bereits als B 62 ausgeschildert.
In Zella-Mehlis existieren alle Elemente des dreigliedrigen Schulsystems. Die beiden Grundschulen „Martin Luther“ und „Friedrich Schiller“ bereiten die Schüler auf weiterführende Schulen vor. Es existieren weiterhin die Regelschule „Martin Luther“ und das Gymnasium „Heinrich Ehrhardt“. Außerdem gibt es in Zella-Mehlis eine Berufsschule im Gewerbegebiet "Ost" und das Bildungscenter Südthüringen, ein Kompetenzzentrum für die Ausbildung und Förderung behinderter und benachteiligter Jugendlicher.
Altersbach | Aschenhausen | Bauerbach | Belrieth | Benshausen | Bermbach | Birx | Breitungen/Werra | Brotterode | Christes | Dillstädt | Einhausen | Ellingshausen | Erbenhausen | Fambach | Floh-Seligenthal | Frankenheim/Rhön | Friedelshausen | Grabfeld | Henneberg | Herpf | Hümpfershausen | Kaltensundheim | Kaltenwestheim | Kühndorf | Leutersdorf | Mehmels | Meiningen | Melpers | Metzels | Neubrunn | Oberhof | Oberkatz | Obermaßfeld-Grimmenthal | Oberschönau | Oberweid | Oepfershausen | Rhönblick | Rippershausen | Ritschenhausen | Rohr | Rosa | Roßdorf | Rotterode | Schmalkalden | Schwallungen | Schwarza | Springstille | Steinbach-Hallenberg | Stepfershausen | Sülzfeld | Trusetal | Unterkatz | Untermaßfeld | Unterschönau | Unterweid | Utendorf | Vachdorf | Viernau | Wahns | Wallbach | Walldorf | Wasungen | Wölfershausen | Zella-Mehlis
eo:Zella-Mehlis fr:Zella-Mehlis it:Zella-Mehlis nl:Zella-Mehlis no:Zella-Mehlis pt:Zella-Mehlis ro:Zella-Mehlis ru:Целла-Мелис simple:Zella-Mehlis vo:Zella-Mehlis