Meinestadt.de - Wolfhagen - 26.05.2012
Lexikon - meinestadt.de
| Wappen | Deutschlandkarte | ||
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| Basisdaten | |||
| Bundesland: | Hessen | ||
| Regierungsbezirk: | Kassel | ||
| Landkreis: | Kassel | ||
| Höhe: | 242 – 385 m ü. NN | ||
| Fläche: | 111,95 km² | ||
| Einwohner: | 13.015 (15. März 2009) | ||
| Bevölkerungsdichte: | 116 Einwohner je km² | ||
| Postleitzahl: | 34466 | ||
| Vorwahl: | 05692 | ||
| Kfz-Kennzeichen: | KS | ||
| Gemeindeschlüssel: | 06 6 33 028
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| Adresse der Stadtverwaltung: | Burgstraße 33-35 34466 Wolfhagen |
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| Webpräsenz: | |||
| Bürgermeister: | Reinhard Schaake | ||
| Lage der Stadt Wolfhagen im Landkreis Kassel | |||
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Wolfhagen ist eine nordhessische Kleinstadt mit historischem Fachwerkkern im Landkreis Kassel, (Deutschland).
Inhaltsverzeichnis |
Wolfhagen liegt in Nordhessen im äußersten Westen des Naturparks Habichtswald östlich des Langen Walds. Östlich der Stadt befindet sich der Ofenberg (372,5 m ü. NN; mit Ofenberg-Turm), jenseits davon ragt der Isthaberg (523 m) empor.
Die Stadt befindet sich am Mühlenwasser, einem kleinen, linken bzw. westlichen Zufluss der Erpe, welche die Stadt im Nordosten passiert. In das Mühlenwasser münden in bzw. bei Wolfhagen Duse- und Liemeckebach.
Wolfhagen grenzt im Nordwesten an die Stadt Volkmarsen (Landkreis Waldeck-Frankenberg), im Norden an die Gemeinde Breuna, im Osten an die Stadt Zierenberg und die Gemeinde Habichtswald, im Südosten an die Gemeinde Schauenburg, im Süden an die Gemeinde Bad Emstal und die Stadt Naumburg (alle im Landkreis Kassel), sowie im Südwesten an die Stadt Waldeck und im Westen an die Stadt Bad Arolsen (beide im Landkreis Waldeck-Frankenberg).
Neben der Kernstadt besteht Wolfhagen aus 12 weiteren Stadtteilen, die sich jeweils als Dorf rund um die Kernstadt erstrecken:
Das Wappen enthält auf gelbem Hintergrund drei grüne Bäume auf grünem Grund. Dazwischen läuft ein schwarzer, rot bezungter Wolf.
Hinter diesem Bild steckt eine Sage die sich um die Stadtgründung rankt. Bauern wollten den Wald „Hagen“ roden. Aus dem Wald kam ein Wolf, der sich friedlich verhielt und die Bauern nicht angriff. Er lief einfach weiter, die Bauern waren daher so dankbar, dass sie den Ort auf der nun gerodeten Fläche Wolfhagen nannten.
Die historische Fachwerkstadt direkt im Naturpark Habichtswald wurde 1231 unter Landgraf Konrad von Thüringen erbaut. Schon 1232 jedoch, als Folge des Friedensschlusses zwischen dem Erzbischof von Mainz Siegfried III. von Eppstein und dem Grafen Konrad von Thüringen, der zuvor Fritzlar verwüstet hatte, musste Konrad die Stadt Wolfhagen von Mainz zu Lehen nehmen, mit dem Recht der Lehensfolge in männlicher und weiblicher Linie seines Bruders Heinrich Raspe und seines Neffen Hermann II. von Thüringen.
Im Jahre 1264 erhielt der Ort das Stadtrecht und ab 1302 hatte die Stadt eine vollständige Befestigungsanlagen. Bis 1821 war Wolfhagen landgräflich bzw. kurfürstlich hessische Amtsstadt.
Im Dreißigjährigen Krieg wurde die Stadt komplett zerstört, lediglich die Kirche und Teile der Burg blieben erhalten.
Von 1945 bis 1972 war sie Kreisstadt im Bundesland Hessen (Kennzeichen: WOH). 1992 fand der Hessentag in Wolfhagen statt.
Wolfhagen war von 1965 bis 2008 Garnisonsstadt und zuletzt bis 30. Juni 2008 Heimatstandort des Panzerbataillon 64 „Die Wölfe“. Das Gelände der ehemaligen Pommern-Kaserne wird 2008/2009 demilitarisiert und zukünftig eine Bildungseinrichtung und mehrere mittelständische Unternehmen beherbergen.
Die Kommunalwahl am 26. März 2006 lieferte folgendes Ergebnis:
| Parteien und Wählergemeinschaften | % 2006 |
Sitze 2006 |
% 2001 |
Sitze 2001 |
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| CDU | Christlich Demokratische Union Deutschlands | 41,8 | 13 | 41,8 | 15 |
| SPD | Sozialdemokratische Partei Deutschlands | 49,3 | 15 | 48,2 | 18 |
| GRÜNE | Bündnis 90/Die Grünen | 3,4 | 1 | 7,2 | 3 |
| WOH-Liste/F.D.P. | Wolfhager Liste/ F.D.P. | 5,6 | 2 | – | – |
| FDP | Freie Demokratische Partei | – | – | 2,9 | 1 |
| Gesamt | 100,0 | 31 | 100,0 | 37 | |
| Wahlbeteiligung in % | 52,0 | 59,7 | |||
Der Bürgermeister Reinhard Schaake (Parteilos) wurde am 31. Januar 1999 mit einem Stimmenanteil von 50,9 % gewählt. Schaake wurde am 6. Februar 2005 mit einem Stimmenanteil von 66,8 % wiedergewählt.
Der von der Stadtverordnetenversammlung gewählte Magistrat setzt sich (Stand 2008) wie folgt zusammen: Bürgermeister Reinhard Schaake (parteilos), Erster Stadtrat Robert Kessler (SPD), Stadtrat Horst Förste (CDU), Stadtrat Josef Gollbach (CDU), Stadtrat Wolfgang Hasper (SPD), Stadtrat Raven Lehmann (CDU) und Stadträtin Gisela Nolte (SPD).
Der Bahnhof Wolfhagen wurde am 1. September 1897 als Personen- und Güterbahnhof eröffnet.
Wolfhagen liegt an der DB-Bahnstrecke Kassel–Korbach mit etwa einstündigen Taktzeiten. Die Bahnstrecke ist Teil des Netzes der nordhessischen RegioTram, die seit dem 10. Dezember 2006 zwischen Wolfhagen und Kassel verkehrt. Des Weiteren verläuft die Autobahn 44 (Dortmund – Kassel) durch das Wolfhager Land. Die Auffahrt Zierenberg ist über die neu ausgebaute Bundesstraße B450 in rund sieben Minuten zu erreichen.
Das historische Rathaus, ein dreigeschossiger mächtiger Fachwerkbau, wurde 1657 – 1659 von den Bürgern der Stadt nach der Zerstörung im 30jährigen Krieg, als dritter Fachwerkbau auf historischem Fundament. Die Einwohner mussten Naturalien liefern und Hand- und Spanndienste leisten. Die mächtigen Eichenbalken stammen aus dem naheliegenden eigenen Stadtwald. Landgraf Wilhelm VI. von Hessen-Kassel steuerte 100 Gulden zum Bau hinzu. Ein besonderer Schmuck sind die 222 Margaritenornamente in den Balkenköpfen. Als Baumeister wird der Zimmermeister Georg Müller aus Helsa erwähnt.[1]
Ist eine dreischiffige gotische Hallenkirche aus aus dem 13. Jahrhundert mit sehenswerten Schlusssteinen, die zusammen einen Weltgerichtszyklus ergeben; Orgel aus dem Jahr 1725; Chorfenster aus dem Jahr 1961 von Hans-Gottfried von Stockhausen: „Fischzug“, „Abendmahl“ und „Pfingsten“. Sie wird im Volksmund auch St. Anna-Kirche genannt, was aber historisch nicht nachgewiesen ist. Sicher ist lediglich, dass in der Gründungszeit einer der vielen Altäre der heiligen Anna geweiht wurde. Daraus zu schließen, dass die gesamte Kirche ihren Namen trägt, ist nicht korrekt. Nach der letzten größeren Renovierung in den Jahren 1957 und 1958 soll die Kirche bis zum Jahr 2013 eine dringend notwendige Innenrenovierung erfahren. Der "Förderkreis Stadtkirche Wolfhagen" arbeitet seit 2005 an der Beschaffung von Finanzmitteln.
Heute dient die ursprüngliche Hospitalkapelle, auch Kapelle zum Heiligen Leichnam genannt als Friedhofskapelle. Bereits im 14. Jahrhundert wurde außerhalb der Stadt mit dem Bau einer neuen Kirche begonnen, die als Wallfahrtskirche geplant war. Nach Fertigstellung des Chorraumes wurde der Bau eingestellt und diente als Kapelle für das schon im 14. Jahrhundert in unmittelbarer Nähe errichtete Hospital. Mit dem Beginn der Reformation wurden keine Gottesdienste mehr in dieser Kapelle gehalten. Seit 1931 – der 700-Jahrfeier der Stadt – dient der Bau als Friedhofskapelle der Stadt. Die Kapelle ist ein einschiffiges, hochgotisches Gebäude aus Sandsteinquadern, ein zweijochiges Schiff mit anschließendem Fünfachtelchorschluss und Kreuzrippengewölben auf Wanddiensten. Die Gleichförmigkeit der Fenstermaßwerke lässt Zisterziensereinfluss vermuten. An der nördlichen Seite des östlichen Jochs ist eine quadratische, kreuzrippengewölbte Sakristei angefügt. Die Schlusssteine sind von beachtlichem handwerklichen Niveau und tragen zur geistlichen und künstlerischen Qualität des hochgotischen Raumes bei.
Die Katholische Kirche St. Maria wurde 1966 erbaut und ersetzte die Notkirche am Koppenberg, die in den Jahren nach dem Zweiten Weltkrieg für die Katholiken der Stadt Wolfhagen Mittelpunkt des Gemeindelebens war. Mit Hilfe des Bonifatiusvereins, des Bistums Fulda und des Militärbischofsamtes Bonn konnte die Kirche mit über 300 Sitzplätzen erstellt werden. Bei der Grundsteinlegung wurde auch ein Stein eingemauert, der mit größter Wahrscheinlichkeit von der dem Apostel Petrus geweihten Erzpriesterkirche am Schützeberg stammt. Die in Waschbeton erbaute Kirche hat vier Glocken, die in der Glockengießerei Schilling Heidelberg gegossen wurden. Die Glocken sind mit denen der Evangelischen Stadtkirche abgestimmt. Der Hauptaltar hat die Form eines Abendmahlstisches, der über dem Reliquiengrab steht, wie es in den ersten Zeiten des Christentums in Rom üblich war. Hauptaltar und der Altar in der Seitenkapelle sind aus Muschelkalk-Blaubank gearbeitet. In einer Konche hinter dem Hauptaltar steht der Tabernakel, eine Marmorstele aus Muschelkalk-Blaubank mit eingebautem Tresor für das Allerheiligste. Die Stele hat die Form einer Monstranz. Die Bronzetür stellt das Lamm und das Buch mit den siebel Siegeln dar. Die hellen Vertiefungen im Tabernakel symbolisieren die zwölf Tore des himmlischen Jerusalem. Tabernakel, Priestersitz, Leuchter, Ambo und die Madonna im Südteil der Kirche sind aus Bronze gearbeitet nach Entwürfen von Bildhauer Reinhold Schröder (Altlünen). Die farbigen Fenster der Kirche sollen das Heilsgeschehen im Strom der Zeit sichtbar machen. Die Bildinhalte sind stark abstrahiert und treten weitgehend hinter den Fluss der Linien und Farben zurück. Aus dem Licht, Gott verkörpernd, entwickeln sich die Farmen und Formen, um sich auch am Ende wieder in ihm aufzulösen. Von 1988 bis 1992 musste die Kirche vollkommen renoviert werden.
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