Samstag, 26.05.2012



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Winklarn (Oberpfalz)

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen des Marktes Winklarn
Winklarn (Oberpfalz)
Deutschlandkarte, Position des Marktes Winklarn hervorgehoben
49.42722222222212.483888888889516Koordinaten: 49° 26′ N, 12° 29′ O
Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Oberpfalz
Landkreis: Schwandorf
Verwaltungs-
gemeinschaft:
Oberviechtach
Höhe: 516 m ü. NN
Fläche: 33,71 km²
Einwohner: 1441 (30. Dez. 2007)
Bevölkerungsdichte: 43 Einwohner je km²
Postleitzahl: 92559
Vorwahlen: 0 96 76
Kfz-Kennzeichen: SAD
Gemeindeschlüssel: 09 3 76 178
Adresse der Marktverwaltung: Bezirksamtsstr. 5
92526 Oberviechtach
Webpräsenz:
Bürgermeister: Johann Sailer (CSU/ Parteilose Wählergem.)

Winklarn ist ein Markt im Oberpfälzer Landkreis Schwandorf und Mitglied der Verwaltungsgemeinschaft Oberviechtach.

Inhaltsverzeichnis

Geografie

Winklarn liegt in der Region Oberpfalz-Nord.

Es existieren folgende Gemarkungen: Muschenried, Haag, Pondorf, Zengeröd, Schneeberg, Ober- und Untereppenried, und Winklarn.

Im Norden des Marktes Winklarn liegt ein großes Waldgebiet, das Teil des weithin sichtbaren Frauensteins ist. Dessen höchste Erhebung ist der Signalberg (887 m). Auf dem Frauenstein befindet sich auch die Burgruine der Burg Frauenstein (in 835 m Höhe). Ein Großteil der Waldfläche des Frauensteins gehört der gräflichen Familie Du Moulin-Eckart.

Geschichte

Die erste urkundliche Erwähnung als "Winchlorn" stammt aus dem Jahr 1270. Der Markt Winklarn war Sitz einer geschlossenen Hofmark, die sich bis zu ihrem Verkauf 1803 im Besitz der Grafen von Schönreuth befand. 1818 entstand die heutige politische Gemeinde. 1822 wurde der gesamte Ortskern von Winklarn durch einen Großbrand zerstört. Beim Wiederaufbau wurde der große rechteckige, 134 m lange und 26 m breite Marktplatz angelegt. 1972 wurden die vormaligen Gemeinden Muschenried, Haag, Schneeberg und Pondorf eingemeindet.

Religionen

Zwischen 1500 und 1625 erfolgte ein mehrmaliger Religionswechsel (lutherisch - calvinistisch - katholisch). Im Jahre 1635 forderte die Pest in Winklarn innerhalb weniger Tage 229 Menschenleben. Damals flehte die Bevölkerung den heiligen Sebastian um Hilfe an. Da daraufhin die Pestepidemie zu Ende ging, wird seitdem der Festtag des heiligen Sebastian besonders würdevoll begangen. Mittlerweile wird das Sebastiansfest häufig am nächstliegenden Sonntag gefeiert. Es wird eine besonders geschmückte Sebastiansstatue nach einem festlichen Gottesdienst in einer Prozession über den Marktplatz getragen.

Winklarn ist heute fast ausschließlich katholisch geprägt. 2002 entstand aus den bisherigen Pfarreien Winklarn und Thanstein die Seelsorgeeinheit Winklarn-Thanstein.

Einwohnerentwicklung

Auf dem Gebiet der Gemeinde wurden 1970 1.530, 1987 dann 1.417 und im Jahr 2000 1.454 Einwohner gezählt.

Politik

Von 1954 bis 1990 lenkte Bürgermeister Hans Thammer die Geschicke des Marktes. Unter der Amtszeit seines Nachfolgers Johann (Hans) Sailer wurden die Wasserversorgungsanlagen im Marktgebiet saniert und teilweise neu erbaut sowie die Kläranlagen in Muschenried und Schneeberg errichtet.

Die Gemeindesteuereinnahmen betrugen im Jahr 1999 umgerechnet 1028 T€, davon betrugen die Gewerbesteuereinnahmen (netto) umgerechnet 583 T€.

Wappen

"Gespalten von Rot und Silber; vorne ein silberner Zickzackbalken, hinten ein aus dem Spalt hervorbrechender roter Fuchs, der in den Tatzen ein aufrechtes schwarzes Winkelmaß hält; darunter schwebt ein grünes Kleeblatt." Wappen seit 1577.

Städtepartnerschaften

Seit dem Jahre 1974 besteht eine Partnerschaft mit der gleichnamigen Gemeinde Winklarn in Niederösterreich (Bezirk Amstetten), welche sich in gegenseitigen Besuchen, mit der Teilnahme an Festen und auch in vielen persönlichen Kontakten ausdrückt.

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Im fünfjährigen Turnus finden in Winklarn die Heimatfeste statt. Beim Heimatfest 2006 wurden das 85-jährige Gründungsfest der Landsmannschaft Winklarn/München, das 70-jährige Gründungsfest der Landsmannschaft Winklarn/Nürnberg und das 75-jährige Jubiläum der Blaskapelle Kunschir Winklarn gefeiert.

Im Rahmen eines Unterrichtsprojekts an der Volksschule Winklarn wurde 2004 das Buch "Flur- und Kleindenkmale im Bereich der Marktgemeinde Winklarn - Eine Bestandsaufnahme mit Wanderführer" herausgegeben.

Am Ortsende von Muschenried in Richtung Kulz befindet sich ein Denkmal, das an die 333 KZ-Opfer erinnert, die dort im April 1945 begraben und 1958 auf den KZ-Ehrenfriedhof Flossenbürg umgebettet wurden.[1]

Wirtschaft und Infrastruktur

Wirtschaft sowie Land- und Forstwirtschaft

Es gab 1998 nach der amtlichen Statistik im Bereich der Land- und Forstwirtschaft 6, im produzierenden Gewerbe 161 und im Bereich Handel und Verkehr 27 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Arbeitsort. In sonstigen Wirtschaftsbereichen waren am Arbeitsort 45 Personen sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Wohnort gab es insgesamt 450. Im verarbeitenden Gewerbe gab es keine, im Bauhauptgewerbe 4 Betriebe. Zudem bestanden im Jahr 1999 104 landwirtschaftliche Betriebe mit einer landwirtschaftlich genutzten Fläche von 1671 ha, davon waren 914 ha Ackerfläche und 754 ha Dauergrünfläche.

Eines der bedeutendsten Unternehmen in Winklarn ist der Steinbruch der Firma Huber/Rappl, der direkt am südwestlichen Ortsrand von Winklarn liegt.

Verkehr

Winklarn liegt direkt an der B 22 (Ostmarkstraße) und ist über diese an das Fernstraßennetz angebunden. Die Entfernung zu den nächsten Autobahnanschlussstellen der A 6 (Leuchtenberg) und A 93 (Nabburg) beträgt jeweils ca. 30 km.

Bis 1974 wurde der Bahnhof Winklarn, der am südlichen Ortsrand Schneebergs an der Bahntrasse Nabburg - Schönsee war, vom Personennahverkehr bedient. Nach dem Rückbau der einstigen Bahntrasse Ende der 80er Jahre befindet sich dort heute ein Rad- und Wanderweg. Heute befinden sich die nächsten Bahnhöfe in den jeweils ca. 30 km entfernten Cham und Nabburg.

Bildung

Bis 1968 war die Volksschule Winklarn im heutigen Rathaus untergebracht. Im Zuge einer Schulrechtsreform wurden ab dem Schuljahr danach die bisherigen Volksschulen in Schneeberg und Muschenried, Haag, Irlach und Pondorf in die Volksschule Winklarn eingegliedert. Der Unterricht fand fortan im neu errichteten Gebäude in der Schulstraße statt. Dort wurden fortan auch die Kinder der Klassen 5 mit 9 aus den Gemeinden Heinrichskirchen, Kulz und Thanstein unterrichtet.

1976 wurde der Kindergarten Winklarn errichtet. Er wird heute von den Kindern der jetzigen Gemeinden Winklarn und Thanstein besucht.

Es gibt folgende Einrichtungen (Stand: 1999):

  • Kindergärten: 50 Kindergartenplätze mit 72 Kindern
  • Volksschulen: 1 mit 11 Lehrern und 174 Schülern.

2005 fusionierte die Grundschule Winklarn mit der Grundschule Thanstein. Es wurden jedoch beide Schulstandorte beibehalten. Nachdem bereits seit Anfang der 90er Jahre aufgrund geringer Schülerzahlen einzelne Hauptschulklassen nach Oberviechtach ausgelagert wurden, wurden im Zuge einer weiteren Schulrechtsreform ab dem Schuljahr 2006/07 die Hauptschule in Winklarn aufgelöst. Im Schuljahr 2006/07 wird jedoch noch eine sechste Klasse in Winklarn unterrichtet. Die Hauptschulkinder des Marktes Winklarn werden zukünftig die Hauptschule in Oberviechtach besuchen.

Persönlichkeiten

Ehrenbürger des Marktes sind:

  • BGR Josef Preßl (seit 1. September 1995), der von 1970 bis 2002 Pfarrer von Winklarn und Muschenried war.
  • Altbürgermeister Hans Thammer (seit 15. September 1997), verstorben am 3. November 2003.
  • Josef Spichtinger (ehemalige Gemeinde Muschenried), verstorben am 8. Januar 1996.

Sonstiges

In Winklarn befindet sich neben der Kirche ein gräfliches Schloss der Familie Du Moulin-Eckart, das von einem kleinen Wald, der die östliche Ortsansicht von Winklarn prägt, umgeben ist. Als 1810 Franzosen auf dem Marsch nach Russland in Winklarn einquartiert waren, heiratete Katharina Eugenie, einzige Tochter des damaligen Grafen Eckart den französischen General Du Moulin. Zu diesem Zeitpunkt ist der Name Du Moulin-Eckart entstanden. Die Familie Du Moulin-Eckart hat auch heute noch ein Mitbestimmungsrecht bei der Auswahl des Pfarrers von Winklarn.

Literatur

Winderl, Binder, Mösbauer, Sorgenfrei: Flur- und Kleindenkmale im Bereich der Marktgemeinde Winklarn - Eine Bestandsaufnahme mit Wanderführer. Herausgegeben von der Marktgemeinde und der Volksschule Winklarn, Winklarn 2004.

Einzelnachweise

  1. Gedenkstätten für die Opfer des Nationalsozialismus. Eine Dokumentation, Band 1. Bundeszentrale für politische Bildung, Bonn 1995, ISBN 3-89331-208-0, S. 198

Weblinks

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