Samstag, 26.05.2012



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Windeck

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Windeck (Begriffsklärung) aufgeführt.
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Windeck
Windeck
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Windeck hervorgehoben
50.87.5666666666667143Koordinaten: 50° 48′ N, 7° 34′ O
Basisdaten
Bundesland: Nordrhein-Westfalen
Regierungsbezirk: Köln
Kreis: Rhein-Sieg-Kreis
Höhe: 143 m ü. NN
Fläche: 107,26 km²
Einwohner: 20.863 (30. Dez. 2007)[1]
Bevölkerungsdichte: 195 Einwohner je km²
Postleitzahl: 51570
Vorwahl: 02292
Kfz-Kennzeichen: SU
Gemeindeschlüssel: 05 3 82 076
Gemeindegliederung: 67 Ortschaften
Adresse der Gemeindeverwaltung: Rathausstr. 12
Windeck-Rosbach
Webpräsenz:
Bürgermeister: Jürgen Funke (SPD)
Lage der Gemeinde Windeck im Rhein-Sieg-Kreis

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Windeck ist eine große Landgemeinde im Osten des Rhein-Sieg-Kreises in Nordrhein-Westfalen. Hier leben rund 21.000 Einwohner beiderseits der Sieg. Die Kommune entstand 1969 durch Zusammenlegung der Gemeinden Herchen, Dattenfeld und Rosbach. Sie wurde nach der Burgruine Windeck benannt.

Inhaltsverzeichnis

Geografie

Geografische Lage

Die Gemeinde liegt im Naturpark Bergisches Land im Dreieck KölnBonnSiegen. Nachbargemeinden sind im Westen die Gemeinde Eitorf und im Norden die Gemeinde Ruppichteroth, beide liegen im Rhein-Sieg-Kreis. Im Norden grenzt Windeck an die Gemeinde Morsbach, Oberbergischen Kreis, im Osten an die Verbandsgemeinde Hamm (Sieg), im Süden an die Verbandsgemeinde Altenkirchen im Landkreis Altenkirchen in Rheinland-Pfalz


Gemeindegliederung

Die Gemeinde besteht aus 67 Ortschaften. Die einwohnerstärksten davon sind

Alle Ortschaften (alphabetisch): Alsen, Altenherfen, Altwindeck, Au, Bellingen, Dattenfeld, Distelshausen, Dreisel, Ehrenhausen, Eich, Eulenbruch, Geilhausen, Gerressen, Gierzhagen, Gutmannseichen, Hahnenbach, Halscheid, Hau, Helpenstell, Herchen, Herchen Bahnhof, Himmeroth, Hönrath, Hoppengarten, Hurst, Imhausen, Irsen, Kaltbachmühle, Kocherscheid, Kohlberg, Kuchhausen, Langenberg, Leidhecke, Leuscheid, Locksiefen, Löh, Lüttershausen, Mauel, Mauelermühle, Mittel, Neuenhof, Öttershagen, Ohmbach, Ommeroth, Opperzau, Perseifen, Rieferath, Ringenstellen, Rossel, Röcklingen, Röhrigshof, Rommen, Rosbach, Roth bei Rossel, Saal, Sangerhof, Schabernack, Schladern, Sommerhof, Stromberg, Unkelmühle, Werfen, Werfermühle, Wiedenhof, Wilberhofen, Wilhelmshöhe

Ehemalig selbstständige Ortsteile (alphabetisch): Bach (jetzt Hurst), Bonhof (j. Leuscheid), Dahlhausen und Ehrentalsmühle (bilden zusammen jetzt Ehrenhausen), Gauchel, Hammer (umbenannt in Herchen Bahnhof), Hundhausen (j. Imhausen), Lindenpütz (j. Rosbach), Loch (j. Hurst), Niederleuscheid (j. Leuscheid), Ottofeld, Queckshütte, Richardshohn, Roth bei Rosbach (j. Rosbach), Übersetzig (j. Dattenfeld).

Einwohner

(jeweils zum 31. Dezember)

Jahr Einwohner
1970 16.886
1980 17.549
1990 18.456
1999 20.832
2000 20.855
2001 21.048
2002 21.006
2003 21.100
2004 21.137
2005 21.124
2006 21.012
2007 20.870

Wappen

In blau und silber geteiltes Wappenschild, obere Hälfte mit einem schreitenden blau gekrönten, blau bewehrten roten Löwen mit blauer Zunge, der auf die Zugehörigkeit zum Bergischen Land hinweist, wobei der Löwe im Gegensatz zum stehenden Bergischen Löwen nicht doppelschwänzig ist.

Unteres Wappenschild mit wachsendem Mann im Harnisch, silber, in der rechten eine goldschäftige Streitaxt als Kennzeichnung eines wehrhaften streitbaren Mannes.


Geschichte

Burg Dattenfeld, ein ehemaliges Pfarrhaus
Die Herchener Kanonen
Die katholische Kirche in Herchen

Das Gebiet der Gemeinde Windeck wurde schon in der Altsteinzeit von jagenden Menschengruppen aufgesucht, wie der Fund eines „Retuscheurs“ – eines Steins, der zur Bearbeitung anderer Steine diente – in der Nähe von Windeck-Dreisel zeigt, der auf Grund von Parallelen im Neuwieder Becken in die Zeit um 11.000 v. Chr. datiert werden kann. Der Stein enthält auf beiden Seiten je eine Tiergravur, von denen das Abbild einer Elchkuh noch gut erkennbar ist, während die Gravur auf der anderen Seite beschädigt und nicht mehr klar zu deuten ist.[1] Die spätere Geschichte Windecks ist eng mit der Geschichte der Burg Windeck verbunden. Nach den Grafen von Thüringen und den Erzbischöfen von Köln ging Windeck über die Grafen von Sayn an das Herzogtum Berg und bildete als Amt Windeck eine eigene Amtsverwaltung des Bergischen Landes.

Unter Napoleons Herrschaft wurden die Maire Dattenfeld und Rosbach zu einer Munizipalität im Kanton Waldbröl zusammengelegt. Der Munizipal wirkte von Burg Mauel aus, in Burg Hof stand ein Militärkommando. Nach dem Wiener Kongress kam das Gebiet zum Staate Preußen, wo es als Gemeinde Dattenfeld zum Kreis Waldbröl gehörte. Herchen war damals der Munizipalität Eitorf zugeschlagen worden und kam infolge dessen zum Kreis Uckerath und mit diesem zum Siegkreis. 1932 wurde der Kreis Waldbröl aufgelöst und das Amt Dattenfeld kam als die Gemeinden Dattenfeld und Rosbach ebenfalls zum Siegkreis. 1969 wurden die drei Gemeinden Herchen, Dattenfeld und Rosbach in der Gemeinde Windeck zusammengefasst.

Politik

Gemeinderat

Die 32 Sitze des Gemeinderats verteilen sich wie folgt:

(Stand: Kommunalwahl am 26. September 2004)

Persönlichkeiten

Söhne (und Töchter) der Gemeinde

  • Ernst Wehner (* 1. Dez. 1894 in Rosbach; † 29. Juni 1976 in Waldbröl), Kommunalpolitiker (CDU)
  • Karl Wienand (geb. 1926), ehemaliger Politiker (SPD)

Weitere Persönlichkeiten, die mit der Gemeinde in Verbindung stehen

  • Hubert Bruhs (* 22. September 1922 in Köln; † 3. Juli 2005 in Windeck), Bildhauer
  • Hanns Dieter Hüsch (* 6. Mai 1925 in Moers; † 6. Dezember 2005 in Windeck-Werfen), Kabarettist
  • August Sander, (* 17. November 1876 in Herdorf, † 20. April 1964 in Köln) Fotograf, lebte in Kuchhausen

Historische Persönlichkeiten

  • Johann Wilhelm Pauli geb. Paul von Bettenhagen (1793–1813): Freiheitskämpfer gegen Napoleon im sogenannten Knüppelrussenaufstand, arbeitete zeitweise als Bergarbeiter in den Erzgruben auf der Silberhardt (heute Besucherbergwerk)

Kultur und Sehenswürdigkeiten

„Siegtaldom“ St. Laurentius in Dattenfeld
Die evangelische Kirche Leuscheid am August-Sander-Platz
Basaltsteinbruch Blauer Stein

Theater

  • Förderkreis Windecker Matinéeverein e. V.
  • Theatergruppe Windeck e. V.
  • Hobby Bühne Hurst

Museen

  • Heimatmuseum in Altwindeck
  • Gedenkstätte „Landjuden an der Sieg“ in Rosbach

Naturdenkmäler

  • Stieleiche Burg-Windeck-Str. 25, Windeck-Schladern, ein 500 Jahre alter Baum neben einem Fachwerkbackhaus
  • Stieleiche Alte Brücke 5, Windeck-Herchen, ein 200 Jahre alter Baum mit 25 m Höhe
  • Stieleiche Roth 6, Windeck-Roth
  • 32 Stieleichen An den Eichen und Am Eichenhain, Windeck-Stromberg
  • Sommerlinde Kapellenweg 14, Windeck-Rosbach, ein Baum, der vermutlich beim Bau der danebenliegenden Kapelle um 1743/1744 gepflanzt wurde
  • Basaltkrater Kuchhausen
  • Heilbrunnen Ohmbach
  • Siegfall in Schladern

Naturschutzgebiete


Kulinarische Spezialitäten

  • In Windeck-Mauel gibt es einen Gasthof mit einer eigenen Hausbrauerei. Das Maueler Hofbräu ist untergärig, leicht trüb und hat einen Stammwürzegehalt von 13%. Produziert wird das Bier seit 2003, in der Regel setzt Brauer Willmeroth alle 10 Tage 600 l an.
  • Land’s Apfelkraut wurde früher in Herchen-Bahnhof produziert und später von Grafschafter Apfelkraut übernommen. Der Aufstrich für Brot und Reibekuchen wurde auch zum Anreichern von Soßen verwendet.

Wirtschaft und Infrastruktur

Verkehr

Bahnhofsgebäude Herchen
  • Eine Autobahnanbindung besteht indirekt:
– südlich zur A 3 über die B 256 bis zur Anschlussstelle Neuwied/Altenkirchen,
– westlich zur A 560 durch das Siegtal über die L 333 bis zur Anschlussstelle Hennef-Ost
– nördlich zur A 4 durch den Oberbergischen Kreis.

Ansässige Unternehmen

  • WMV Apparatebau GmbH

Das 1970 in Siegburg-Seligenthal gegründete Unternehmen wechselte erst nach Windeck-Schladern und expandierte dann im Industriegebiet Maueler Feld. Die Produktionsfläche wurde inzwischen auf 5.000 m² erweitert, der Umsatz betrug 2006 23 Millionen Euro. Mit 90 Beschäftigten war WMV zweitgrößter Arbeitgeber in der Gemeinde.

  • Leina Werke GmbH

Einer der weltweit größten Hersteller für Verbandstoffe aller Art. Gegründet wurde das Unternehmen im Jahr 1964. Das Unternehmen ist deutscher Marktführer und seit 1997 europäischer Marktführer in der Herstellung von Warndreiecken. Ansässig ist das Unternehmen mittlerweile im Industriegebiet Maueler Feld, zuvor in Rosbach-Roth.

  • G. Wendt GmbH

Das Unternehmen ist einer der größten Hersteller für Schleifmittel, Trenn- und Schruppscheiben aller Art. Ansässig ebenfalls im Industriegebiet Maueler Feld.


Bildung

Schulen

  • Realschule Herchen
  • Bodelschwingh-Gymnasium Herchen
  • Ganztagshauptschule Rosbach
  • Förderschule mit dem Förderschwerpunkt Geistige Entwicklung Windeck-Rossel
  • sowie 5 Grundschulen in Rosbach, Leuscheid, Dattenfeld, Schladern und Herchen

Sport

Zahlreiche weitere Windecker Vereine spielen in den unteren Ligen.

  • 2008 richtete die Windecker Bogengilde die Deutsche Meisterschaft des Deutschen Bogensport-Verbandes im Feld- und Waldbogen rund um die Burg Windeck aus.

Regelmäßige Veranstaltungen

Karneval

Der rheinische Karneval ist in der Gemeinde in mehreren Orten vertreten. Karnevalsgesellschaften gibt es in Dattenfeld, Herchen und Schladern. Jährlich finden Sitzungen und Umzüge statt.

Siegtal pur

Gemeinsame Veranstaltung der Siegtalgemeinden von Siegburg bis Netphen mit Sperrung für den Kraftfahrzeugverkehr und freier Fahrt für Fahrradfahrer und Skater.

Kirmes

Ein Karussell der kleinen Herchener Dorfkirmes

Kleine Veranstaltungen finden jährlich in Herchen, Dattenfeld (2. Wochenende im August), Leuscheid (1.Wochenende im Oktober) und Rosbach (1. Wochenende im September) statt.

Sonstiges

Vor allem in den Sommermonaten finden zahlreiche örtliche Veranstaltungen wie Dorffeste, Straßenfeste und Sportfeste statt. Sehr beliebt ist auch der Martinsmarkt in Rosbach (1. Sonntag im November).

Quellenangaben

  1. Vgl. „Eine Elchkuh aus der Eiszeit“, in: „Archäologie in Deutschland“ 2/2006, S. 5.

Weblinks

Commons Commons: Windeck – Bilder, Videos und Audiodateien
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