Meinestadt.de - Wassenberg - 25.05.2012
Lexikon - meinestadt.de
| Wappen | Deutschlandkarte | ||||
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| Basisdaten | |||||
| Bundesland: | Nordrhein-Westfalen | ||||
| Regierungsbezirk: | Köln | ||||
| Kreis: | Heinsberg | ||||
| Höhe: | 30 – 92 m ü. NN | ||||
| Fläche: | 42,41 km² | ||||
| Einwohner: | 16.961 (30. Dez. 2007)[1] | ||||
| Bevölkerungsdichte: | 400 Einwohner je km² | ||||
| Postleitzahl: | 41849 | ||||
| Vorwahl: | 02432 | ||||
| Kfz-Kennzeichen: | HS | ||||
| Gemeindeschlüssel: | 05 3 70 036
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| Stadtgliederung: | 6 Ortsteile | ||||
| Adresse der Stadtverwaltung: | Roermonder Straße 25 - 27 41849 Wassenberg |
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| Webpräsenz: | |||||
| Bürgermeister: | Manfred Winkens (CDU) | ||||
| Lage der Stadt Wassenberg im Kreis Heinsberg | |||||
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Wassenberg ist eine Stadt im Kreis Heinsberg in Nordrhein-Westfalen, direkt an der Grenze zu den Niederlanden, etwa 15 km von Roermond und etwa 25 km von Mönchengladbach entfernt.
Inhaltsverzeichnis |
Die Niederung der Rur liegt in einer Höhe von 32 bis 40 m über NN. Am östlichen Rand steigt die Wassenberger Terrasse mit einem Steilrand von 40 bis 50 m über das Rurtal an, zergliedert von zahlreichen Tälern, dem Wassenberger Riedelland. Ein Abschnitt dieser Landschaft bei dem Ortsteil Myhl wird auch Myhler Schweiz genannt.
Wassenberg liegt im internationalen Naturpark Maas-Schwalm-Nette.
Der Wassenberger Horst liegt am östlichen Rand des Rurgrabens, im Osten begrenzt der Horst die Venloer Scholle. Diese Verwerfungen bildeten sich im Tertiär.
Im Untergrund des Horstes liegen Flöze der Steinkohle aus dem Karbon. Der Steinkohlebergbau der Zeche Sophia-Jacoba, die ihren Sitz in Hückelhoven hatte, ist inzwischen eingestellt. Die Innenstadt von Wassenberg ist aber noch immer von Bergschäden, verursacht durch die ehemaligen Stollen, betroffen.
Im Rurtal existieren quartäre Sand- und Kiesvorkommen, die im Grundwasserbereich in Baggerseen abgebaggert werden.
Die Stadt in ihrer heutigen Form ist durch die kommunale Neugliederung 1972 entstanden aus den ehemaligen Gemeinden
1020 schenkt Kaiser Heinrich II. Burg und Land Wassenberg Gerardus von Antoing, der sich von nun an Gerhard Graf von Wassenberg nennt, und der damit das Grafenhaus begründet, welches nach vier Generationen auf Burg Wassenberg das Grafentum Geldern gründet, aus dem schließlich die Herzogtümer Jülich, Kleve und Berg hervorgehen. Die Burg Wassenberg besteht allerdings schon deutlich länger; der Vorgängerbau war vermutlich eine römische Wehranlage. Burg Wassenberg ist eine von nur drei Höhenburgen am Niederrhein neben Kleve und Liedberg. Schon 1273 erhielt Wassenberg Stadtrechte, die 1972 bei der kommunalen Neugliederung bestätigt wurden. Nach der Teilnahme des Grafen Gerhard III. von Wassenberg an den Kreuzzügen stiftet dieser die St. Georgs Basilika (deren Schiff nach Beschädigung im 2. Weltkrieg abgebrochen und durch einen Neubau ersetzt wird) und ein zugeodnetes Stift. 1118 vollendet Gerhard IV. Graf von Wassenberg den Bau von Stift und Kirche, welche am 30. September 1118 durch Bischof Otbert von Lüttich geweiht wird. 1131 heiratet Jutta von Wassenberg, die Schwester Gerhards, Walram von Limburg und bringt so Wassenberg in Limburg ein. Da die Stammlinie der Grafen von Wassenberg nun das Grafentum Geldern weiterführt, kann sich 1202 der Sohn Herzog Heinrichs von Limburg, der Burg und Land Wassenberg erbt, nur noch "Herr" von Wassenberg nennen.
Im März 1196 verkündete Heinrich VI. den sogenannten „Erbreichsplan“, mit dem er versuchte, das geltende Wahlkönigtum in ein Erbkönigtum umzuwandeln. Sein Plan scheiterte am Widerstand vieler bedeutender Reichsfürsten und führte nach seinem Tode schließlich zur Doppelwahl des Jahres 1198, als deren Folge sowohl der Staufer Philipp von Schwaben als auch der Welfe Otto IV. zum deutschen König ausgerufen wurden - es kam zum Deutschen Thronstreit. Im Jahre 1206 bekämpfen sich die beiden Kontrahenten in einer Schlacht in der Rurniederung bei Wassenberg. Ottos Heer wurde geschlagen und Wassenberg von den Truppen Philipps geplündert und verwüstet.Otto IV flieht nach England und der Erzbischof von Köln, der Otto unterstützt hatte, gerät in Burg Wassenberg in Gefangenschaft.1254 fällt Wassenberg wieder an Limburg zurück.1288 kämpfen die Wassenberger in der Schlacht bei Worringen auf Seiten des Kölner Erzbischofs und verlieren...
Das anlässlich der 800-Jahrfeier komponierte Musical 1206 – Die Kaiserschlacht von Wassenberg erinnert an die Ereignisse.
Im 16. Jahrhundert boten der Anbau von Flachs und Färberwaid eine wichtige Erwerbsquelle. Bis zum frühen 19. Jahrhundert prägte die Dachziegelherstellung sowie noch bis in das 20. Jahrhundert die Webereien das Wirtschaftsleben.
1911 erhielt Wassenberg mit der Eröffnung der Bahnstrecke Jülich–Dalheim einen Eisenbahnanschluss. 1980 wurde der Personenverkehr nach Protesten der Bevölkerung endgültig eingestellt.
Von den Einwohnern der Nachbarorte bekamen die Wassenberger den Ortsnecknamen „Schietschörjer“. Dieser Name bezieht sich darauf, dass die Gärten der Wassenberger vor der Stadtmauer gelegen waren und ihre Besitzer daher gezwungen waren, den "Dünger" mit der Schubkarre hierhin zu befördern.
Am Vormittag des 10. Novembers 1938 wurde die Wassenberger Synagoge in Folge der Reichspogromnacht in Brand gesetzt.
1978 begann die Zeche Sophia-Jacoba die Steinkohlevorkommen unter dem Ort über eine Schachtanlage im Birgelner Wald zu erschließen.
Im Wassenberger Stadtgebiet gibt es folgende kirchlichen Gemeinden:
Im Stadtgebiet liegen auch zwei regional sehr bekannte Wallfahrtsorte:
Zur evangelischen Kirchengemeinde gehören in Wassenberg zwei Kirchengebäude:
Eine evangelische Freikirche im Stadtteil Myhl.
Die jüdische Gemeinde Wassenbergs war eine der vier ältesten Gemeinden am Niederrhein und wurde bereits im Jahre 1500 urkundlich erwähnt. 1933 zählte die jüdische Gemeinde in Wassenberg 27 Mitglieder, 5 weitere wohnten im benachbarten Birgelen. Am Morgen nach der Reichspogromnacht wurde die in "Storms Jätzke" gelegene Wassenberger Synagoge in Brand gesteckt und vernichtet. Auch die Mitglieder der Gemeinde wurden in der Folgezeit deportiert und ermordet. Heute erinnert noch der jüdische Friedhof an der Roermonder Straße mit dem Gedenkstein für Betty Reis an diese Gemeinde. [1]
Über der Stadt steht deutlich sichtbar der Bergfried von 1420, darunter die Burg Wassenberg und die Propsteikirche St. Georg. Von der mittelalterlichen Stadtbefestigung sind das Roßtor, der Verlorenenturm, ein Wehrturm sowie Teile der Stadtmauer erhalten geblieben.
Das Gotische Haus ist ein denkmalgeschütztes Wohnhaus aus dem Zeitalter der Gotik. Das in der Graf-Gerhard-Straße 12 gelegene Gebäude entstammt im Kern nach allgemeiner Auffassung der Lokalforschung noch dem 15. Jahrhundert, wobei die Fassade als gotische Relikte eine unterbrochene Lisenengliederung sowie Reste von Kreuzstockfenstern aufweist.
Im alten Stadtkern befindet sich die evangelische Hofkirche von 1652, die gemäß dem Friedensvertrag von 1648 im Hinterhof eines Hauses an der Roermonder Straße errichtet wurde.
Zwischen Birgelen und Effeld liegt, umgeben von einem alten Baumbestand, das Wasserschloss Elsum. Das Herrenhaus stammt aus dem 15. bis 16. Jahrhundert, die Vorburg aus dem Jahre 1714. Westlich von Effeld liegt das aus dem 15. Jahrhundert stammende Wasserschloss Effeld, das 1606 zur heutigen Gestalt umgebaut wurde. Beide Schloßanlagen befinden sich in Privatbesitz.
Die heutige Pfarr- und Wallfahrtskirche St. Maria Himmelfahrt in Ophoven wurde um 1200 gegründet, und war ursprünglich die Kirche des Zisterzienserklosters.
Das Birgelener Pützchen, im Wald zwischen Birgelen und Wassenberg gelegen, wurde 1795 als steinernes Bethaus über einem Brunnen (Pütz) errichtet. Der achteckige Altarraum wurde 1933 erbaut.
Im Nordwesten von Effeld liegen Hügelgräber.
Aus Anlass des 800-jährigen Jubiläums der „Kaiserschlacht von Wassenberg“ wurde das Musical „1206“ von Michael Bednarek und Torben Berboom komponiert, das am 27. Juli 2006 in der Wassenberger Burg seine Premiere feierte.
Seit 1911 besaß Wassenberg einen eigenen Bahnhof an der Strecke Dalheim - Wassenberg - Ratheim - Hückelhoven - Baal, welche 1980 für den Personenverkehr stillgelegt worden ist.
Insbesondere in Wassenberg wurde seitens des damaligen Bürgermeisters scharfe Kritik am Verhalten der Deutschen Bundesbahn geäußert: Neben einer Unterschriftenaktion der Wassenberger Bevölkerung und einer Demonstration dieser zur Fahrt des letzten Zuges am 27. September 1980, hielt Wassenbergs enttäuschter Bürgermeister Schumann zu diesem Anlass eine Protestrede, in der er bemerkte , "daß mit etwas gutem Willen seitens der Bundesbahn diese Streckenstilllegung nicht nötig gewesen sei.".
Er bemängelte, die Bundesbahn habe "völlig unrentable Züge zu Zeiten eingesetzt, zu denen aus unserem Raum keine Reisenden zu erwarten waren." So habe man "vom grünen Tisch geplant, ohne sich um die tatsächlichen Belange der Bevölkerung zu kümmern."
Als Folge der Stilllegung wurden im Wassenberger Bereich die Gleise entfernt und die Trasse 2006 sogar zugeschüttet; dennoch sah der Aachener Verkehrsverbund ursprünglich in seinem Zielkonzept 2013 eine Reaktivierung der Strecke (Wassenberg) - Ratheim - Baal vor, was einem Neubau der Trasse zwischen dem Ratheimer Gewerbegebiet und dem Wassenberger Ortszentrum gleichkommen würde.
Diesen Plänen steht allerdings die Absicht der Stadt Hückelhoven gegenüber, die Strecke Baal-Ratheim zum Bau einer Ortsumgehung teilweise zu überbauen, was eine spätere Reaktivierung verteuern würde.
siehe auch : Eisenbahn im Kreis Heinsberg
Wassenberg ist über die Landstraße L117 mit der Anschlussstelle „Hückelhoven-West / Wassenberg“ der Bundesautobahn 46 (Heinsberg–Düsseldorf) verbunden. Auch die Bundesstraße 221 durchzieht das Stadtgebiet.
Effelder Waldsee, Rad- und Wanderwege an der Peripherie zu den Niederlanden, u.a. 1,5 km zur Gitstapper Molen (Wassermühle, zwei Ausflugslokale).
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