Meinestadt.de - Wangerland - 25.05.2012
Lexikon - meinestadt.de
| Wappen | Deutschlandkarte | ||
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| Basisdaten | |||
| Bundesland: | Niedersachsen | ||
| Landkreis: | Friesland | ||
| Höhe: | 2 m ü. NN | ||
| Fläche: | 176 km² | ||
| Einwohner: | 10.103 (30. Dez. 2007) | ||
| Bevölkerungsdichte: | 57 Einwohner je km² | ||
| Postleitzahl: | 26434 | ||
| Vorwahlen: | 04463, 04461, 04425, 04426 | ||
| Kfz-Kennzeichen: | FRI | ||
| Gemeindeschlüssel: | 03 4 55 020
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| Gemeindegliederung: | 7 Ortsteile | ||
| Adresse der Gemeindeverwaltung: | Helmsteder Straße 1 26434 Wangerland |
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| Webpräsenz: | |||
| Bürgermeister: | Harald Hinrichs (parteilos) | ||
Wangerland ist eine Gemeinde im Landkreis Friesland in Niedersachsen. Die Gemeinde mit ca. 10.000 Einwohnern erstreckt sich auf einer Fläche von 176 Quadratkilometern und ist damit eine der flächenmäßig größten Gemeinden in Deutschland.
Inhaltsverzeichnis |
Die Gemeinde hat überwiegend ländlichen Charakter. Die landwirtschaftliche Nutzfläche beträgt 15.124 ha. Davon sind etwa 1/3 Ackerland und 2/3 Grünland. Die Gemeinde Wangerland besteht aus den Ortsteilen:
Wangerland liegt direkt an der Nordsee. Alle Ortsteile sind Erholungsorte, Horumersiel-Schillig ist ein Nordseeheilbad, Hooksiel und Minsen haben den Status von Küstenbadeorten. In Hohenkirchen befindet sich das Rathaus mit der Gemeindeverwaltung.
Durch die unmittelbare Lage an der Nordsee gibt es einen erheblichen Fremdenverkehr in der Gemeinde. Dessen wirtschaftliche Bedeutung zeigt sich anhand der Übernachtungszahlen, die derzeit (2006) bei fast 2 Millionen liegen. 1992 wurde die kommunale Kurverwaltung in die „Wangerland Touristik Gmbh“ umgewandelt.
Das Wappenbild der Gemeinde Wangerland zeigt auf blauem Grund eine Nixe, das Seewiefken (friesische Koseform von Seewief für Seeweib). Ihr Oberkörper ist unbekleidet und das blonde Haar ist zu einem Zopf geflochten. Die rechte Hand hält sie mit drohendem Zeigefinger hoch. Der silberne, schuppenbedeckte Unterkörper endet als Schwanzflosse.
Die Wappenfigur beruht auf einer alten Sage, die im 16. Jahrhundert aufgeschrieben wurde. Danach haben Fischer aus Minsen, das demnach früher auf der Insel Minsener Oog gelegen haben soll, eine Nixe mit Fischunterleib eingefangen. Sie konnte wieder in die Nordsee entfliehen und habe aus Rache die Dorfsiedlung durch eine Sturmflut vernichtet. Historisch ist allerdings zweifelhaft, dass ein früheres Minsen auf einer Insel lag. Dieser Erzählung ist eine Bronzeskulptur gewidmet, die im Ortsteil Norderaltendeich bei Minsen in Deichnähe aufgestellt ist. Die Bildhauerin und Malerin Karin Mennen aus dem benachbarten Horum schuf 1992 die überlebensgroße Figur der Nixe.
Das Gau "Wanga" wird bereits zu Zeiten Karls des Großen erwähnt, als dieser Willhardus zum Bischof in dem Gau machte. Siedlungsfunde deuten auf kleinere Ansiedlungen aus dem 2. Jahrhundert v. Chr. hin. Das Wangerland war durch das Hooks Tief im Süden von Östringen und durch die Harlebucht im Westen von Harlingen getrennt. Zum Wangerland gehörten die Dörfer bzw. Kirchspiele Hohenkirchen, Oldorf, Pakens, Tettens, Middoge, Minsen, Waddewarden, Westrum, Wiarden, Wiefels, St. Joost, Wüppels und die Insel Wangerooge.
Im 13./14. Jahrhundert kam es zu einem immer engeren Zusammengehen von Wangerland, Östringen und Rüstringen. Aus dem Wangerland und Teilen Östringens und Rüstingens bildete sich schließlich die Herrschaft Jever.
Hooksiel war zu frühen Zeiten (1583-1870) Vorhafen der Stadt Jever. In Schillig waren während des deutsch-französischen Krieges 1870/71 (Napoleonschanze) und der zwei Weltkriege Teile der Marine stationiert. Zu diesen Zeiten gab es sogar eine Bahnlinie nach Schillig, die aber ausschließlich der Marine und ihren Kanonenstellungen diente.
Im 19. Jahrhundert gab es im Wangerland zwei Ämter. Das Amt Tettens war zuständig für die Kirchspiele bzw. Ortschaften Hohenkirchen (bis 1845), Middoge, Tettens, Wangerooge und Wiefels, das Amt Minsen (Sitz Hooksiel) für Minsen, Oldorf, Pakens, Waddewarden, Westrum, Wiarden, Wüppels, St. Joost. Beide Ämter fielen 1858 an das Amt Jever. (siehe auch Herrschaft Jever)
Die Gemeinde Wangerland besteht in ihrer jetzigen Ausdehnung seit dem 1. Juli 1972. Die Großgemeinde wurde im Zuge der Gebietsreform des Landes Niedersachsen aus den bisherigen selbständigen Gemeinden Hohenkirchen, Hooksiel, Minsen, Tettens und Waddewarden als Einheitsgemeinde gebildet. Da diese Region nördlich von Jever seit Jahrhunderten als das Wangerland bezeichnet wurde, erhielt das Gemeindegebilde diesen Namen.
Die Gemeinde Wangerland unterhält das Künstlerhaus Hooksiel, in dem bildende Künstler durch Stipendiatsaufenthalte gefördert werden.
Nahe Hooksiel steht die Burg Fischhausen, ein ehemaliger Häuptlingssitz, mit einigen Teilen aus der Renaissance (Treppenturm, Renaissance-Kamin im Rittersaal).
Im Wangerland gibt es mehrere, teilweise bedeutende mittelalterliche Kirchen, die alle auf Warften errichtet wurden.
Fast alle Kirchen enthalten Kunstwerke aus verschiedenen Jahrhunderten. Die Glockentürme oder Glockenstühle stehen jeweils neben den Kirchen.
Datei:Sitzverteilung Gemeinderat Wangerland 2006.svg Bei den letzten Wahlen zum Gemeinderat kam es zu folgenden Ergebnissen:
| Partei | 10. Sept. 2006 | ||
| SPD | 42,8 % | 4.854 | 11 Sitze |
| CDU | 32,0 % | 3.633 | 8 Sitze |
| FDP | 7,0 % | 799 | 2 Sitze |
| Grüne | 3,8 % | 428 | 1 Sitz |
| UWW | 9,2 % | 1.044 | 2 Sitze |
| BfB | 3,6 % | 409 | 1 Sitz |
| Linke.PDS | 1,5 % | 174 | 1 Sitz |
| Wahlbeteiligung | 3.993 von 8.135 | ||
| 49,1 % | |||
Seit 1996 gibt es auf Acker- und Grünlandflächen zwischen den Ortsteilen Bassens, Funnens und Grimmens den Windpark Bassens. Die Anlage steht etwa 500 m weit vom Nordseedeich entfernt. Zu ihr gehören rund 34 Windkraftanlagen, wobei 21 Anlagen den dort wohnhaften Landwirten und Bürgern gehören. Mit rund 45 Millionen kwh im Jahr entspricht der Ertrag der Anlage etwa der Stromversorgungsmenge für ca. 10.000 Haushalte.
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