Freitag, 25.05.2012



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Triptis

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Triptis
Triptis
Deutschlandkarte, Position der Stadt Triptis hervorgehoben
50.73527777777811.863333333333358Koordinaten: 50° 44′ N, 11° 52′ O
Basisdaten
Bundesland: Thüringen
Landkreis: Saale-Orla-Kreis
Verwaltungs-
gemeinschaft:
Triptis
Höhe: 358 m ü. NN
Fläche: 25,9 km²
Einwohner: 3878 (30. Dez. 2007)[1]
Bevölkerungsdichte: 150 Einwohner je km²
Postleitzahl: 07819
Vorwahl: 036482
Kfz-Kennzeichen: SOK
Gemeindeschlüssel: 16 0 75 116
Stadtgliederung: 6 Stadtteile
Adresse der Stadtverwaltung: Markt 1
07819 Triptis
Webpräsenz:
Bürgermeister: Berthold Steffen (FWG Triptis)
Lage der Stadt Triptis im Saale-Orla-Kreis
Datei:Triptis in SOK.png

Triptis ist eine Kleinstadt im thüringischen Saale-Orla-Kreis. Sie gehört zur gleichnamigen Verwaltungsgemeinschaft Triptis und liegt an der Bundesautobahn 9 und an der Eisenbahnstrecke von Gera nach Saalfeld/Saale.

Inhaltsverzeichnis

Geografie

Geografische Lage

Die Stadt Triptis liegt unweit der Wasserscheide zwischen Saale und Weißer Elster in einem flachen, nach Westen offenen Talkessel. Im östlichen Teil dieses Gebietes liegt das Quellgebiet der Orla, die südöstlich der Stadt zur Talsperre Triptis aufgestaut wird. Der Ortsteil Oberpöllnitz liegt am Ursprung des Pöllnitzbaches, die Ortsteile Schönborn, Ottmannsdorf und Hasla nahe dem Quellgebiet der Roda und der Ortsteil Döblitz liegt direkt im Orlatal.

Nachbargemeinden

Angrenzende Gemeinden sind Dreitzsch, Geroda, Lemnitz, Miesitz, Mittelpöllnitz, Pillingsdorf, Rosendorf und Tömmelsdorf im Saale-Orla-Kreis, Renthendorf im Saale-Holzland-Kreis sowie die Stadt Auma, Braunsdorf und Schwarzbach im Landkreis Greiz.

Stadtgliederung

Die Gemeinde Triptis besteht aus den Orten Triptis, sowie den Ortsteilen Oberpöllnitz, Döblitz, Hasla, Schönborn und Ottmannsdorf.

Geschichte

Die Stadt Triptis wurde erstmals 1212 erwähnt, als ein Benediktinerinnenkloster nach Zwickau verlegt wurde. Am 13. Oktober 1328 wurde Triptis erstmals als Stadt urkundlich erwähnt. 1367 erfolgte dann die Verleihung des Marktrechtes durch Landgraf Balthasar und dessen Bruder Wilhelm. 1373 folgte die Verleihung des Meilen-, Malz- und Braurechtes durch den Landgrafen. 1527 wurde die Reformation eingeführt. Die Stadt, deren Rat seit dem 16. Jahrhundert nachweisbar ist, gehörte zum Amt Arnshaugk, danach zum Neustädter Kreis und zwischen 1816 und 1920 zu Sachsen-Weimar-Eisenach. 1871 wurde die Bahnlinie zwischen Gera und Saalfeld/Saale eröffnet, 1894 folgte eine Strecke nach Ziegenrück (Oberlandbahn). Über die Stadtgrenzen hinaus bekannt sind die Porzellanfabrik Triptis (heute an der Thüringer Porzellanstraße gelegen) und Deutschlands erste Autobahnraststätte Rodaborn, welche von 1934 bis 20. Dezember 1936 an der A9 gebaut wurde.

Während des Zweiten Weltkrieges mussten 128 Kriegsgefangene sowie Frauen und Männer aus den von Deutschland besetzten Ländern in den Orten Pillingsdorf, Rosendorf, Schmieritz und Weltwitz in der Landwirtschaft Zwangsarbeit verrichten.[2]

Eingemeindungen

  • 1. Juli 1950
    • Oberpöllnitz
    • Döblitz
  • 1956
    • Hasla
  • 1. Mai 1965
    • Schönborn
    • Ottmannsdorf

Einwohnerentwicklung

Entwicklung der Einwohnerzahl (ab 1994 31. Dezember):

  • 1830 - 1.224
  • 1994 - 4.636
  • 1995 - 4.619
  • 1996 - 4.548
  • 1997 - 4.542
  • 1998 - 4.441
  • 1999 - 4.396
  • 2000 - 4.340
  • 2001 - 4.285
  • 2002 - 4.231
  • 2003 - 4.164
  • 2004 - 4.117
  • 2005 - 4.040
Datenquelle ab 1994: Thüringer Landesamt für Statistik

Politik

Stadtrat

Seit der Kommunalwahl vom 27. Juni 2004 setzt sich der Stadtrat wie folgt zusammen:

  • FWG Tri - 10 Sitze (61,8 %)
  • Die Linke - 2 Sitze (12,6 %)
  • CDU - 2 Sitze (11,0 %)
  • SPD - 1 Sitz (6,4 %)
  • FWV Tri - 1 Sitz (8,2 %)

Die Wahlbeteiligung lag bei 51,7 %.

Wappen

Blasonierung: „In Gold auf grünem Rasen eine Eiche mit grünen Blättern und Früchten, unter dieser ein Edelmann, der einer Dame mit Schleier und Krone einen Pokal reicht.“

Das älteste, um 1360 datierte Stadtsiegel zeigt einen Baum und zwei Figuren in langen Gewändern, deren Geschlecht jedoch nicht zu bestimmen ist. Es könnte sich um eine Darstellung von Mariae Heimsuchung handeln. Erst später erfolgte die Wandlung der Figuren im Sinne nachstehender Episode: Dietrich der Bedrängte (1162-1221), später Markgraf von Meißen, stand während der Machtkämpfe um den deutschen Königsthron Anfang des 13.Jh. auf Seiten Philipps von Schwaben, während Ottokar I. von Böhmen, der Gemahl von Dietrichs Schwester Adela, 1198 zur welfischen Gegenpartei übertrat. Als nunmehriger Gegner seines Schwagers verstieß Ottokar im Jahre 1200 seine Gemahlin und schickte sie ihrem Bruder Dietrich zurück, der ihr unweit des Untertores von Triptis unter der alten Eiche des Eichenberges den Willkommenstrunk reichte und ihr im Schloss Aufenthalt gewährte.[3]

Ludwig Bechstein hielt die Sage Das Wappen von Triptis fest, in der sich die Verheirateten Bertha und Graf Debo an einer Quelle ihrer Liebe versichern. Debo, der wieder auf Reisen muss, wird von Bertha bis zu ebenjener Quelle, an der sie Abschied nehmen, begleitet. Als Debo schließlich heimkehrt bricht er an der Quelle tot zusammen, obwohl Bertha ihm frisches Wasser aus der Quelle schöpfte und reichte. Er hatte nicht mehr die Kraft es zu trinken.[4]

Städtepartnerschaften

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Museen

  • Museum "Haus Schwandke"
  • Museumsscheune Leubsdorf
  • Dorf- und Heimatmuseum in Dreitzsch
Der Bergfried vom Stadtzentrum aus gesehen

Sehenswürdigkeiten

Von der Burg ist heute noch der Bergfried erhalten. Er ist das Wahrzeichen der Stadt und weithin sichtbar.
Das Rundschloss im nordöstlich von Triptis gelegenen Ortsteil Oberpöllnitz verdankt seinen Namen seinem unikaten, nahezu runden Grundriss. Das Schloss besitzt einen kleinen Innenhof. An der Nordseite des Innenhofes befindet sich ein ein achteckiger Treppenturm, der den Zugang zu verschiedenen Geschossen des Schlosses ermöglicht. Der Turmhelm überragt den Schlossbau. Das Schloss ist Teil eines ehemaligen Rittergutensembles verschiedener Wohn- und Wirtschaftsgebäude im Dorfkern, die heute zu einem großen Teil nicht mehr existieren. Erstmals urkundlich erwähnt wurde das Schloss 1341 als "Rundbau mit kleinem Innenhof". Im 16. Jahrhundert baute Georg Bernhard von Pölnitz das Schloss zu einem schlichten Renaissance-Schloss um. Aus dieser Zeit stammen die Volutengiebel, Obelisken, Grisaillemalereien und Dekore im Inneren des Schlosses. Auch diese sind heute überwiegend zerstört oder in einem bedauerlichen Zustand. Der Schlussstein im Toreingang kündet davon, dass das Rundschloss Oberpöllnitz 1848 erneuert wurde; errichtet sei es 1414. Weitere Umbauten im 19. und 20. Jahrhundert hinterließen ihre Spuren. Pächter des Rittergutes mit Schloss war ab 1928 der Reichstagsabgeordnete Albert Abicht. 1977 konnte eine Sprengung des Schlossgebäudes wegen der starken baulichen Mängel gerade noch verhindert werden.[5] Seitdem war das Schloss dem Verfall preisgegeben und bereits in 1980er-Jahren stark einsturzgefährdet; schließlich brachen sogar Teile der Außenmauern und des Daches ein. Die Deutsche Stiftung Denkmalschutz half ab 1992 mit erheblichen Mitteln, das mächtige Schieferdach, die Mauern und die Innendecken wieder instand zu setzen.[6] Das Schloss in Oberpöllnitz zählte zu den Stammsitzen derer von Pölnitz.[7]
Nordöstlich von Triptis gelegen ist die Raststätte gut per Fuß zu erreichen. Unterhalb des Gebäudes kann auch die Rodaquelle besichtigt werden. Eine 2006 neu errichtete Fußgängerbrücke über die A9 ermöglicht einen Rundweg durch waldreiches Gebiet zwischen Triptis und Oberpöllnitz.
Freibad Triptis

Sport

Triptis besitzt ein Freibad, welches erstmal am 24. Juni 1934 eröffnet wurde. Von 1998 bis 2003 wurde es aufwendig umgebaut und saniert. Bereits am 21. Mai 2002 konnte es neu eröffnet werden.

Wirtschaft und Infrastruktur

Verkehr

Triptis hat einen Bahnhof an der Bahnstrecke Leipzig–Gera–Saalfeld. Der Verkehr auf der hier abzweigenden Oberlandbahn, im Volksmund die „Aum'sche Lydscha“ genannt, wurde 1998 eingestellt. Die Abschnitt zwischen Triptis und Ebersdorf-Friesau wurde von der Deutsche Regionaleisenbahn mit dem Ziel der Trassensicherung gepachtet.

Am Westrand der Stadt verläuft die Bundesautobahn 9 mit einer Anschlussstelle an der Bundesstraße 281.

Industrie

In Triptis hat sich eine mittelständische Industrie herausgebildet. Neben dem alteingesessenen Unternehmen Triptiser Porzellan (technische Keramik, Haushaltporzellan) haben sich Unternehmen der Hochtechnologie (Jenoptik AG mit der Jenoptik Polymer Systems GmbH) und der Kunststoffverarbeitung angesiedelt. Darüber hinaus existieren Unternehmen im Bereich Maschinen- und Fahrzeugbau und der Telekommunikationsbranche.

Persönlichkeiten

  • Albert Abicht (1893-1973), Landwirt und Politiker, besuchte in Triptis die Schule
  • Alfred Ehrhardt (1901–1984),Fotograf und Dokumentarfilmer
  • Herbert Dassler (1902-1957), geboren in Oberpöllnitz, Politiker (NSDAP), Reichstagsabgeordneter
  • Hans Kreher (* 1943), Politiker
  • Marlies Göhr (* 1958), Leichtathletin und Olympiasiegerin, wuchs in Triptis auf

Quellen

  1. Thüringer Landesamt für Statistik: Bevölkerung nach Gemeinden
  2. Thüringer Verband der Verfolgten des Naziregimes - Bund der Antifaschisten und Studienkreis deutscher Widerstand 1933-1945 (Hrsg.): Heimatgeschichtlicher Wegweiser zu Stätten des Widerstandes und der Verfolgung 1933-1945, Reihe: Heimatgeschichtliche Wegweiser Band 8 Thüringen, Erfurt 2003, S. 229, ISBN 3-88864-343-0
  3. Ulle, Hartmut: Neues Thüringer Wappenbuch. hrsg. v.: Arbeitsgemeinschaft Genealogie Thüringen e.V., Bd.2 [Ilmkreis, Jena, Kyffhäuserkreis, Saale-Orla-Kreis, Saalfeld-Rudolstadt (Landkreis), Schmalkalden-Meiningen (Landkreis), Suhl], Erfurt 1997, S. 46 ISBN 3-9804487-2-X
  4. Bechstein, Ludwig: Gesammelte Werke. hrsg. v. Wolfgang Möhring-Marothi und Heinz Rölleke, Bd.10 [Thüringer Sagenbuch, Zweiter Band], Zürich/New York 2006, S. 117-118. ISBN 9783487131740
  5. http://www.denkmalschutz.de/index.php?id=1601 (Stand: 18.12.2008)
  6. Erste Ansätze zur Rettung des Renaissance-Schlosses Oberpöllnitz. In: Monumente, 1992. ISSN: 0941-7125
  7. Genealog. Taschenbuch der Adeligen Häuser, Teil A. 40 (1941), S. 406.

Weblinks

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