Meinestadt.de - Tornesch - 25.05.2012
Lexikon - meinestadt.de
| Wappen | Deutschlandkarte | ||||
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| Basisdaten | |||||
| Bundesland: | Schleswig-Holstein | ||||
| Kreis: | Pinneberg | ||||
| Höhe: | 13 m ü. NN | ||||
| Fläche: | 20,62 km² | ||||
| Einwohner: | 13.063 (30. Dez. 2007) | ||||
| Bevölkerungsdichte: | 634 Einwohner je km² | ||||
| Postleitzahl: | 25436 | ||||
| Vorwahlen: | 04122. 04120 | ||||
| Kfz-Kennzeichen: | PI | ||||
| Gemeindeschlüssel: | 01 0 56 048
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| Adresse der Stadtverwaltung: | Wittstocker Str. 7 25436 Tornesch |
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| Webpräsenz: | |||||
Tornesch ist eine Stadt im Kreis Pinneberg in Schleswig-Holstein. Sie grenzt direkt an die Stadt Uetersen und die Gemeinden Klein Nordende, Ellerhoop, Prisdorf und Heidgraben.
Inhaltsverzeichnis |
Tornesch liegt 16 Kilometer nordwestlich von Hamburg am Rande der Marschgebiete auf den in die Marsch hineinragenden Geestgebieten. Es wird südlich begrenzt durch die Pinnau und die Bilsbek, westlich durch den Orthbrookgraben und östlich durch die ehemalige Bundesstraße und die Autobahn 23.
Zu Tornesch gehören die Ortsteile Ahrenlohe und Esingen.
Das Dorf Esingen ist der älteste Teil der Stadt Tornesch. Es ist ein sogenanntes Urdorf und gehört zur Gruppe von Dörfern, deren Entstehung von Fachleuten auf das 6. und 7. Jahrhundert nach Christus zurückgeführt wird. Urkundlich wird es seit 1285 genannt, als Heinrich von Barmstede dem 1235 gegründeten Kloster Uetersen weitere Einkünfte und Gerechtsamen schenkte.
Ahrenlohe wird in der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts erwähnt. Zunächst dienen einige Katen Arbeitern in dem Moor- und Waldgebiet als Wohnsitz. Anfang des 18. Jahrhunderts folgen dann Bauernhöfe und weitere Bauten.
Die Gründung verdankt Tornesch dem Bau der Eisenbahnstrecke zwischen Altona und Kiel (Altona-Kieler Eisenbahn-Gesellschaft). Diese wurde durch den dänischen König Christian VIII. (Dänemark) veranlasst. Die Dörfer Uetersen (hier insbesondere die ansässigen Fuhrunternehmer) und Esingen (mit dem Ortsteil Ahrenlohe) und deren Bürger sprachen sich gegen den Bau einer Eisenbahn aus, konnten den Bau aber nicht verhindern. Den Bau eines eigenen Bahnhofes konnten sie aber ablehnen.
Dieses nutzte der Bauer Jürgen Siemsen aus. Er überließ dem König den Grund zum Bau eines Bahnhofes. Als Gegenleistung wurde ihm das Schankrecht in der Bahnhofsgastwirtschaft übertragen. Dieses gilt als Geburtsstunde eines neuen Ortsteils: Tornesch. Hier war auch über Jahre ein Kino angesiedelt und in den Räumen fanden die Gemeinderatssitzungen statt, in welchen auch die Umbenennung des Ortes (siehe unten) beschlossen wurde.
Nach dem Bau von Eisenbahn und Bahnhof siedelten sich Fabriken an, die eine große Zahl von Arbeitern anzogen. Diese ließen sich im Ortsteil Tornesch nieder, der sich zu entwickeln begann. Bald war Tornesch größer als Esingen und vor allem bekannter, da die Fabriken und Geschäfte als Adresse Tornesch anstatt Esingen verwendeten. Initiiert durch den Grundeigentümerverein, beschloss der Gemeinderat im Jahre 1930, die Gemeinde Tornesch und nicht mehr Esingen zu nennen. Ahrenlohe und Esingen erhielten aber den Status von Ortsteilen. Während des dritten Reiches wurden in der Brennerei unter Anderem wichtige Zusatzstoffe für Flugbenzin hergestellt (um die Klopffestigkeit zu erhöhen) und es ist verwunderlich, dass Tornesch nicht häufiger das Ziel von Bombenangriffen war. Schließlich gab es nur fünf Hersteller und die Brennerei war einer der leistungsfähigsten. Dies geschah nach der Enteignung der ehemals jüdischen Besitzer. Ob es weitere, den Krieg unterstützende Produktionen gab, ist derzeit nicht bekannt, zumal die Grundwasser- und Bodendaten bisher trotz UIG nicht einsehbar sind.
Der Erdaushub im Bereich des Tornescher Hofs (1. Phase) wurde nach Baustop auf die Sondermülldeponie Ecklak im Kreis Segeberg verbracht. Im Bereich des zweiten Bauabschnitts liefen über Jahre Grundwassersanierungen. Heute steht nur noch ein Rudiment des alten Labors in Teilen, in dem die Geschäftsstelle der Stadtwerke Tornesch (SWT) und weitere Gewerbetreibende, wie auch ein italienisches Restaurant untergebracht sind. Die prägenden Teile der ehemaligen Brennerei wurde für Ansiedlung von Einkaufsmöglichkeiten und die Neugestaltung des Ortskerns abgerissen.
Das Stadtrecht wurde Tornesch erst zum 1. Januar 2005 verliehen. Die Bedingungen für die Verleihung waren bereits Jahre vorher gegeben, jedoch wurde der Antrag erst nach der Änderung der Kommunalgesetze gestellt. Heute sind mit dem Stadtrecht keine bedeutenden Privilegien mehr verbunden, dennoch erhofften sich der Bürgermeister und einige Tornescher Kommunalpolitiker ein höheres, überregionales Ansehen der Kommune und dadurch auch neue Impulse für Investoren.
Seit der Kommunalwahl 2008 haben die CDU und die SPD je sieben, Bündnis 90/Die Grünen fünf und die FDP vier Sitze in der Ratsversammlung. Öffentliche Ratsversammlungen finden im vierteljährlichen Turnus in der Altentagesstätte statt, die Termine hierfür als auch für Sitzungen der Ausschüsse sind auf der Internetseite der Stadt Tornesch ersichtlich.
Blasonierung: „In Blau ein freistehender goldener Zinnenturm aus Ziegeln mit offenem Tor, beiderseits begleitet von je einem goldenen Eschenblatt.“[1]
Das Wappen wurde am 3. September 1965 genehmigt. Es ist ein sogenanntes „sprechendes“ Wappen: Es zeigt nur das, was der Name sagt - Turm (die niederdeutsche Sprachform des Bauwerks lautet „Torn“) und Esche, obwohl es im Umkreis von Tornesch keinen solchen Turm gibt. Auch Eschen haben keine große Bedeutung in der Region.
Tornesch unterhält eine Städtepartnerschaft mit dem polnischen Strzelce Krajeńskie und der Stadt Gmunden in Österreich. Eine Partnerschaft mit der dänischen Kommune Jammerbugt wurde im Jahre 2008 geschlossen.
In den älteren Ortsteilen Ahrenlohe und Esingen stehen neben bäuerlichen Wohnbauten der frühen Neuzeit auch Bauten vom Anfang des 20. Jahrhunderts:
In der Umgebung des Bahnhofs steht noch das Altenteilerhaus des ehemaligen Tornescher Hofs von 1810 (siehe Geschichte). Außerdem befinden sich dort zahlreiche Gebäude aus der Gründerzeit (bis zum ersten Weltkrieg):
Tornescher Kirche |
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Die bekanntesten Vereine sind der gemischte Chor „Esinger Liedertafel von 1876“, der älteste Verein Torneschs und der Turn- und Spielverein TuS Esingen. Tornesch verfügt außerdem über einen Tierschutzverein. Dieser hat auch eine Hundegruppe und einen Asylzwinger. Der Tierschutzverein Tornesch e.V. arbeitet eng mit dem Tierheim in Elmshorn zusammen.
In der Stadt alljährlich vielbeachtete Feste sind dabei das von den Feuerwehren organisierte Osterfeuer und der auf dem Bahnhofsplatz stattfindende Weihnachtsmarkt, auf dem viele Vereine präsent sind.
Die größte Kirchengemeinde ist die evangelisch-lutherische Kirchengemeinde an der Jürgen-Siemsen-Straße. Neben dem an der Kirche liegenden Kirchenzentrum, in dem eine Kinderspielstube angesiedelt ist, betreibt die Gemeinde außerdem das Bonhoefferhaus im Esinger Moor am Wachsbleicher Weg.
Der in den 60er Jahren heiß diskutierte Wetterhahn auf dem Kirchendach, wurde von dem Klempner Huckfeld gebaut.
Der Ursprung eines eigenen Kirchengebäudes in Tornesch war der Kirchensaal in der Esinger Schule. Er wurde 2006 annähernd in den Urzustand versetzt.
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Die neuapostolische Kirchengemeinde wurde im Oktober 2008 aufgelöst.
Einen Neubau der Zeugen Jehovas gibt es an der Gabelung Koppeldamm/Pastorendamm. In ihrem ehemaligen Gebäude in der Norderstraße waren bis 2005 Teile der VHS untergebracht.
Seit Mai 2007 hat Tornesch ein Museum. Das Volkskundliche Museum Mölln Hof zeigt in den Sommermonaten eine volkskundliche Sammlung im ehemaligen Wirtschaftsgebäude des Mölln-Hofes in Tornesch-Esingen.
Seit 1991 versucht der ToAll (Tornescher Allerlei) die Kulturszene in Tornesch zu beleben. Die Veranstaltungen finden in der Regel nun in der Altentagesstätte "Pomm 91" statt. Seltener wird das Heimathaus genutzt, wegen der Besucherbegrenzung. Der privat zur Verfügung gestellte Raum der IEN an der Ahrenloher Strasse steht nicht mehr zur Verfügung.
1997 und 1998 gab es ein Open Air (Schwerpunkt Blues (Tom Shaka), Irish Folk (Garifin) sowie Lokalgrößen wie Schmitz Katze. Im Jahr 1999 fand es in Anbetracht der vorherigen Wetterverhältnisse in einem Zelt bei großer Hitze statt (die Teilnehmer waren The Rattles, die Beatles Revival Band und Blues Brother Revival Band).
Um Neubürgern die Möglichkeit einer spielerischen Erkundung ihrer neuen Heimat, nebst Umgebung zu geben, finden regelmäßig Fahrradrallyes statt.
Außerdem gibt es regelmäßige jährliche Veranstaltungen der Kulturgemeinschaft.
In Tornesch sind mehrere Industriebetriebe angesiedelt. Das in Tornesch ansässige Unternehmen Panther Packaging ist aus der Altonaer Wellpappenfabrik und der Meldorfer Papierfabrik hervorgegangen.
Weitere wichtige Unternehmen sind das Hanseatische Wein- und Sektkontor Hawesko Holding AG und HellermannTyton, die mit der Befestigungen und Kennzeichnung von Kabeln befasst sind. Außerdem ist Tornesch traditionell ein Baumschulgebiet.
Am Bahnhof ist ein großzügiges Einkaufszentrum entstanden, teilweise auf dem Gelände der ehemaligen Brennerei.
Die Arbeitslosenquote beträgt etwa 7,2 Prozent.
In Tornesch befindet sich die Anschlussstelle Nr. 15 der Autobahn A 23 von Hamburg nach Heide (Holstein).
Tornesch hat seit dem 18. September 1844 einen Bahnhof im Abschnitt Hamburg-Altona–Elmshorn der Altona-Kieler Eisenbahn, der heute als Regionalbahnstrecke R60/R70 Teil des Hamburger Verkehrsverbundes ist. Am Bahnhof zweigt davon die eingleisige Strecke der Uetersener Eisenbahn in das benachbarte Uetersen ab, deren Personenverkehr 1965 eingestellt wurde.
Tornesch ist über den Hamburger Verkehrsverbund (HVV) direkt mit der Hansestadt Hamburg und der Kreisstadt Pinneberg verbunden. Zusätzlich garantiert die Anbindung an die A 23 eine gute Infrastruktur, welche mehr und mehr Privatleute und Unternehmungen in die Stadt zieht. Siehe auch: Suburbanisierung.
Auf der Gemarkung von Tornesch liegt der Flugplatz Ahrenlohe.
In der Stadt Tornesch befinden sich die Kooperative Gesamtschule Klaus-Groth-Schule, die Fritz-Reuter-Schule (zurzeit noch Grund- und Hauptschule) und die Johannes-Schwennesen-Schule, die Grundschule Esingen. Außerdem gibt es die Wilhelm-Busch-Förderschule. Die Realschule Tornesch und der Hauptschulzweig der Fritz-Reuter-Schule sind im Juli 2007 ausgelaufen. Die zuständigen Schulen sind darum für die Hauptschulgänger die Grund- und Hauptschule Am Roggenfeld, die Grund- und Hauptschule Birkenallee und für die Realschüler die Gustav-Heinemann-Realschule, die sämtlich in Uetersen liegen. Das zuständige Gymnasium ist die Ludwig-Meyn-Schule, ebenfalls in Uetersen gelegen. Die Stadtbücherei Tornesch befindet sich heutzutage im Gebäude der Gesamtschule. Des Weiteren gibt es eine Volkshochschule.
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