Meinestadt.de - Timmendorfer Strand - 25.05.2012
Lexikon - meinestadt.de
| Wappen | Deutschlandkarte | |
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| Basisdaten | ||
| Bundesland: | Schleswig-Holstein | |
| Kreis: | Ostholstein | |
| Höhe: | 2 m ü. NN | |
| Fläche: | 20,12 km² | |
| Einwohner: | 8991 (30. Dez. 2007) | |
| Bevölkerungsdichte: | 447 Einwohner je km² | |
| Postleitzahl: | 23669 | |
| Vorwahl: | 04503 | |
| Kfz-Kennzeichen: | OH | |
| Gemeindeschlüssel: | 01 0 55 042 | |
| Adresse der Gemeindeverwaltung: | Strandallee 42 23669 Timmendorfer Strand |
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| Webpräsenz: | ||
| Bürgermeister: | Volker Popp | |
| Lage der Gemeinde Timmendorfer Strand im Kreis Ostholstein | ||
| Datei:Timmendorfer Strand in OH.png | ||
Timmendorfer Strand ist eine Gemeinde im Kreis Ostholstein in Schleswig-Holstein.
Inhaltsverzeichnis |
Die Gemeinde Timmendorfer Strand liegt 15 Kilometer nördlich von Lübeck direkt an der Ostseeküste. Nachbargemeinden sind Scharbeutz im Norden und Ratekau. Der Strand an der Lübecker Bucht ist 6,5 km lang. Das Landschaftsbild um Timmendorfer Strand wird durch die Grundmoränen der letzten Eiszeit geprägt. Die Ablagerungen der Weichsel-Eiszeit schufen ein abwechslungsreiches leicht hügeliges Relief mit vielen Seen. Der reizvolle Hemmelsdorfer See ist eigentlich eine von der Ostsee abgeschnittene Förde. Hier findet man mit 43 Metern unter Meereshöhe am Grund des Hemmelsdorfer Sees den tiefsten naturgeschaffenen Punkt Deutschlands. Ein weiteres typisches Merkmal für das Landschaftsbild um Timmendorfer Strand sind die unter Naturschutz stehenden Knicks.
Das Gebiet der Gemeinde Timmendorfer Strand wurde bereits vor mehr als 3000 Jahren bewohnt, was ein inzwischen zerstörter Urnenfriedhof im Gemeindeteil Groß Timmendorf bewies.
Timmendorfer Strand gilt heute als eines der mondänsten Ostseebäder mit großem touristischem Angebot. Der Ort wurde ca. 1260 erstmalig urkundlich erwähnt und entstand aus dem Bauerndorf Klein Timmendorf. Er entwickelte sich seit 1880 zum Seebad. Der Ortskern am Strand ist historisch gewachsen und erinnert noch an die Gründerzeit mit Gästehäusern und Villen. Der östliche Ortsteil Niendorf ist seit dem 14. Jahrhundert als Fischerdorf bekannt und ist ein staatlich anerkanntes Seeheilbad.
Im Gemeindeteil Timmendorf befand sich ab 1944 unter dem Tarnnamen Strandkoppel die Verwaltung der K-Verbände.
Timmendorfer Strand hat eine evangelische Kirche im Wald, gegenüber der Polizeistation. Auf dem Gelände des Waldfriedhofs befindet sich sowohl eine alte Kapelle als auch ein in den 1980er Jahren errichteter Neubau. Eine katholische Kirche befindet sich in zentraler Lage neben der Post, unweit des Kurhauses. In der Wolburgstraße befindet sich die Kirche der Neuapostolischen Gemeinde. Im Gemeindeteil Niendorf ist am Ortsausgang ein Frauenkloster gelegen. Im Ortszentrum selbst befindet sich die Fischerkirche.
Von den 19 Sitzen in der Gemeindevertretung hat die CDU seit der Kommunalwahl 2008 sechs Sitze, die Wählergemeinschaft WUB hat fünf, die Grünen vier, die SPD drei und die FDP einen Sitz.
Neben dem Hauptort gibt es die beiden Dorfschaften Groß Timmendorf mit den Wohnplätzen Groß Timmendorf und Oeverdiek und Hemmelsdorf mit den Wohnplätzen Hemmelsdorf, Hainholz und Nothweg.
Blasonierung: „In Blau ein einmastiges goldenes Segelschiff mit Vor- sowie Hauptsegel und Steuerruder. Im rechten Obereck ein goldenes Seepferdchen.“[1]
Die Wirtschaft in Timmendorfer Strand hing schon immer von auswärtigen Gästen ab. War die Gemeinde seit Ende des 19. Jahrhunderts ein Kurort, so lebt sie seit einigen Jahren hauptsächlich vom Fremdenverkehr. Produzierendes Gewerbe oder Industrie sind bis auf einen großen Lebensmittel produzierenden Betrieb nicht nennenswert vorhanden.
Durchschnittlich reisen 180.000 Gäste jährlich in die Gemeinde Timmendorfer Strand. Im Jahr 2003 zählte man 202.000 Ankünfte, im Jahr 2005 waren es 196.000. Der Anteil ausländischer Gäste liegt zwischen 1 und 2 %, die durchschnittliche Aufenthaltsdauer bei 4,6 Tagen. Timmendorfer Strand gehört mit seinen 1,2 Mio. Übernachtungen jährlich zur Spitze der Region. Die Gäste kommen überwiegend aus Nordrhein-Westfalen (37,4 %) und Niedersachsen (18,23 %).
Hauptartikel: Niendorfer Hafen
Im Gemeindeteil Niendorf befindet sich der kleine Kommunalhafen. In ihm endet die Aalbeck, eine Verbindung zwischen dem Hemmelsdorfer See und der Ostsee. Der Niendorfer Hafen gilt zwar als einer der kleinsten Häfen an der Ostseeküste, aber auch als einer der schönsten. Gebaut 1920, veränderte sich die gewerbliche Nutzung des Hafens mit den Jahrzehnten. Ursprünglich als reiner Fischereihafen geplant, siedelte sich im Laufe der Jahre immer mehr Gewerbe an, so auch die Ewers-Werft. Zwischen 2005 und 2006 wurde er grundsaniert und neu gestaltet.
In den letzten Jahrzehnten hat sich die Nutzung des Hafens stark verändert. Die Werft wurde zur Marina umgebaut und in die leerstehenden Gebäude zogen kleine Betriebe wie ein Spezialist für Bootsmotoren, eine Segelschule, eine auf klassischen Holzbootsbau spezialisierte Bootsbauerei und Restaurants ein. Die meisten Boote heute sind Sportboote. Ein Hauptgewerbezweig sind die Fahrgastschiffe, die noch immer regelmäßig Niendorf anlaufen.
Nach starken Regenschauern 2005 hat Timmendorfer Strand beschlossen, entlang der Küstenlinie einen Deich zu ziehen. Zum Teil liegt die Gemeinde unter dem Wasserspiegel und würde bei einer Sturmhochwasser eventuell voll laufen. Als erster Bauabschnitt wurde der Hafen mit Schutzwänden ausgestattet. Im Laufe der nächsten Jahre soll der gesamte Küstenstreifen umgestaltet werden. Am Ortsausgang von Niendorf ist ein künstliches Riff als Wellenschutz geplant.
Im zweiten Bauabschnitt wird der Bereich von der Timme bis zur Seebrücke umgebaut. In diesem Bauabschnitt soll auch die Promenade angeglichen und verbreitert werden.
Die Mündung der Timme soll verrohrt und durch ein Pumpwerk von der Ostsee getrennt werden. Baubeginn war Anfang 2007, die Maßnahmen werden voraussichtlich bis zum Saisonbeginn abgeschlossen sein.
Der Ort ist an die Bundesautobahn A 1 (Abfahrt Ratekau, Timmendorfer Strand) und die Bundesstraße 76 (Eutin-Lübeck-Travemünde) angebunden.
Mit der Deutschen Bahn ist Timmendorfer Strand über die Strecke Hamburg–Lübeck–Neustadt–Puttgarden erreichbar. Sie ist Teil der berühmten Vogelfluglinie. Bis 1974 war Niendorf Endpunkt einer Zweigstrecke der Bahnstrecke Lübeck–Lübeck-Travemünde Strand.
Mit dem öffentlichen Nahverkehr ist Timmendorfer Strand von Lübeck, Eutin, Neustadt, Travemünde und anderen nahen Orten sehr gut erreichtbar.
Die Gemeinde Timmendorfer Strand verfügte über überdurchschnittlich viele Schulen. Jeder Gemeindeteil hatte eine eigene Grundschule. Auf Grund sinkender Schülerzahlen wurden allerdings die Grundschulen auf die Standorte Timmendorf und Niendorf reduziert. Der Erhalt der Niendorfer Grundschule wird damit gerechtfertigt, dass ein langer Schulweg für Kinder unzumutbar sei.
Der Standort Timmendorfer Strand/Poststraße beherbergt neben der Grundschule auch eine Haupt- und Realschule. Seit einigen Jahren werden diese zu einer Ganztags-Gesamtschule ausgebaut.
Am Ortsende in Richtung Scharbeutz befindet sich das 1946 erbaute Ostsee-Gymnasium Timmendorfer Strand. Dank seines guten Rufs erhält das Gymnasium jährlich mehr Schülerzuwachs.
In der Nähe des Gymnasiums befindet sich das Berufsbildungswerk Bugenhagen. Es bietet geistig und körperlich Behinderten Menschen die Möglichkeit zu einer Berufsfindung und Ausbildungsmöglichkeiten.
Alter Kurpark. Im Gemeindeteil Timmendorfer Strand wurde in den 1930er Jahren ein Kurpark mit einer Freilichtbühne angelegt. Neben einer Minigolfanlage und einem großen Schachbrett entstand 1994 das Kurmittelhaus. 2006 begannen die Arbeiten zur Grundsanierung. Geplant ist, den Park in den Zustand der 1930er Jahre zurückzuversetzen. Derzeit (2007) ruhen die Bauarbeiten allerdings, Streitpunkt ist der geplante Abriss der Freilichtbühne.
Neuer Kurpark. Zwischen Kur- und Strandpromenade liegt der Neue Kurpark im Herzen von Timmendorfer Strand. Der Neue Kurpark beherbergt den Seepferdchenbrunnen und die denkmalgeschützte Trinkkurhalle, die ganzjährig als Veranstaltungsort genutzt wird.
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