Meinestadt.de - Thüngen - 25.05.2012
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| Wappen | Deutschlandkarte | |
|---|---|---|
| Datei:Wappen thuengen.png |
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| Basisdaten | ||
| Bundesland: | Bayern | |
| Regierungsbezirk: | Unterfranken | |
| Landkreis: | Main-Spessart | |
| Verwaltungs- gemeinschaft: |
Zellingen | |
| Höhe: | 199 m ü. NN | |
| Fläche: | 13,61 km² | |
| Einwohner: | 1319 (30. Dez. 2007) | |
| Bevölkerungsdichte: | 97 Einwohner je km² | |
| Postleitzahl: | 97289 | |
| Vorwahl: | 09360 | |
| Kfz-Kennzeichen: | MSP | |
| Gemeindeschlüssel: | 09 6 77 189 | |
| Adresse der Marktverwaltung: | Markt Thüngen Würzburger Str. 26 97225 Zellingen |
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| Webpräsenz: | ||
| Bürgermeister: | Klaus Enzmann (Freie Wähler) | |
Thüngen ist ein Markt im unterfränkischen Landkreis Main-Spessart und Mitglied der Verwaltungsgemeinschaft Zellingen.
Inhaltsverzeichnis |
Thüngen liegt in der Region Würzburg, 25 km nördlich von Würzburg und 30 km westlich von Schweinfurt, im nördlichen Maindreieck an der Wern.
Es existiert nur die Gemarkung Thüngen.
Am 19. April 788 wird der Ort Thüngen erstmals urkundlich erwähnt. Im Codex Eberhardi heißt es:
„... Manto comes et frater eius Megingoz tradiderunt sancto Bonifacio bona sua in his locis: Isinhusen, Wanchei, Heselere, Tungede, Binizfelt, Hoholtesheim, Steti, Bucheled ..“
Der Namen des Ortes Thüngen leitet sich von Thing ab. Als Ding, historisierend Thing (germanisch, altnordisch und neuisländisch: Þing, interskandinavisch: Ting, oder Thie bzw. Tie) wurden Volks- und Gerichtsversammlungen nach dem alten germanischen Recht bezeichnet. Die Ursprünge Thüngens deuten also auf einen Ort hin, an dem solche Versammlungen durchgeführt wurden. (Diese Deutung ist allerdings sehr strittig! Der Name Thungidi bzw. Tungede ist möglicherweise auch keltischen Ursprungs oder könnte auf einer ursprünglich römischen Ortsbezeichnung beruhen.)
Bis circa 1200 befand sich der Ort unter der Herrschaft der Grafen von Henneberg. Nach deren Aussterben wurde die Herrschaft von einem Rittergeschlecht übernommen, das sich später nach dem Ort "von Thüngen" nannte. Die Geschichte Thüngens ist stark mit der Geschichte dieses Adelsgeschlechts verknüpft.
1366 wurde erstmals ein Thüngener Bürger urkundlich genannt und 1419 die erste Dorfordnung erlassen. 1465 wurde Thüngen zur Stadt erhoben, was die Befestigung mit Mauern und Türmen sowie eine Stadtverfassung erlaubte. Zünfte durften eingeführt und Wochenmärkte abgehalten werden. Ab 1551 wurde mit Genehmigung der Herrschaft endgültig die Reformation eingeführt, was in den nächsten Jahrhunderten zu erheblichen Streitigkeiten zwischen den Konfessionen führte - vor allem, seit im dreißigjährigen Krieg ein Teil des Dorfes unter die Herrschaft des Fürstbischofs in Würzburg kam (verwaltet vom Juliusspital). Eine jüdische Landgemeinde entstand im 16. Jahrhundert.
Am 28. Juni 1814 wurde Thüngen im Zusammenhang mit den Napoleonischen Kriegen dem Königreich Bayern zugesprochen. 1825 musste das Zunftwesen eingestellt werden. Offiziell wurde das Stadtrecht niemals aberkannt. 1846 wurde die heute noch bestehende Schlossbrauerei Thüngen durch Wilhelm, Wolfgang und Hanskarl von Thüngen gegründet. Nach der Fertigstellung der Werntalbahn 1879 fuhr am 16. April der erste Zug durch Thüngen.
In Gegenwart des Prinzen Ludwig von Bayern wurde am 18. Mai 1892 die Ludwigslinde auf dem Planplatz gepflanzt.
1923 veranstaltete der Bund „Bayern und Reich“ in Thüngen eine Veranstaltung, bei der bei Auseinandersetzungen mit Einwohnern ein Arbeiter ums Leben kam. Von den 1933 noch 152 jüdischen Einwohnern wanderten bis 1940 viele aus, mindestens 50 Einwohner wurden aber deportiert und ermordet.[1]
Seit 1978 bilden der Markt Thüngen, der Markt Zellingen und die Gemeinden Himmelstadt und Retzstadt die Verwaltungsgemeinschaft Zellingen.
Auf dem Gebiet des Marktes wurden 1970 1.336, 1987 dann 1.341 und im Jahr 2006 1.375 Einwohner gezählt.
Bürgermeister ist Klaus Enzmann (Freie Wähler). Er wurde im Jahr 2002 Nachfolger von Armin Weber (Bürgerliche Mitte). Im Jahr 2008 wurde er im Amt bestätigt.
Dem Marktgemeinderat gehören seit Mai 2008 an:
Freie Wähler:
Klaus Enzmann (1. BGM), Anja Morgenstern (3. BGM), Dieter Beutel, Thomas Ammersbach, Wolfgang Heß, Walter Lippert, Günter Morgenstern, Simone Hohmann
SPD:
Richard Steigerwald (2. BGM), Lorenz Strifsky, Gerd Kunitzky
CSU:
Hubert Schömig, Christiane von Thüngen
Die Gemeindesteuereinnahmen betrugen im Jahr 1999 umgerechnet 619.000 €, davon betrugen die Gewerbesteuereinnahmen (netto) umgerechnet 54.000 €.
„Das Wappen ist geteilt von Silber und Rot, und zwar hier nicht durch eine Zinnenteilung wie in den ersten Entwürfen, sondern durch eine so genannte Scharte (zwischen zwei Zinnen), womit das Schloss als örtliches Wahrzeichen symbolisiert sein soll. Oben (in Silber) das Stammwappen der Freiherren von Thüngen Lutz’scher Linie, unten in Rot ein silbernes, sechsspeichiges Zahnrad als Sinnbild für die ortsansässige Industrie (und damit auch für das Gewerbe) zwischen zwei goldenen Ähren als Hinweis auf die Landwirtschaft in der Gemeinde.“
– Heraldiker Karl Haas
Östlich der Hauptstraße befindet sich in einem etwas verwilderten Park das "Burgschloss" (49° 56′ 32″ N, 9° 51′ 26″ O49.942219.85726) aus dem 16.Jahrhundert, daran angebaut das „Spitalschloss“ (ebenfalls aus dem 16. Jahrhundert, aber im 19. Jahrhundert im neugotischen Stil umgebaut und erweitert), die beide von Familien der Freiherren von Thüngen bewohnt werden. Südlich davon befindet sich der "Alte Stock", ein Rest der frühmittelalterlichen Burganlage. Das "Burgsinner Schloss" westlich der Hauptstraße (ebenfalls aus dem 16. Jh.) dient vorwiegend wirtschaftlichen Zwecken (Gutsverwaltung, Schlossbrauerei).
Die evangelische St.Georgskirche in der Ortsmitte wurde im Dreißigjährigen Krieg zerstört und konnte wegen Besitzansprüchen des kath. Juliusspitals erst im 19. Jahrhundert wieder aufgebaut werden. Am "Planplatz" liegt auch das Rathaus aus der Gründerzeit.
An der Wern befindet sich ein historisches Wehr sowie das „Waaghäuschen“ (ehem. Viehwaage).
Die ehemalige Synagoge wurde 1938 beschädigt. Sie ist heute zu einem Wohnhaus umgebaut, im November 2007 wurde eine Gedenktafel angebracht.
Es gab 1998 nach der amtlichen Statistik im produzierenden Gewerbe 363 und im Bereich Handel und Verkehr keine sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Arbeitsort. In sonstigen Wirtschaftsbereichen waren am Arbeitsort 37 Personen sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Wohnort gab es insgesamt 541. Im verarbeitenden Gewerbe gab es keine, im Bauhauptgewerbe zwei Betriebe.
Zudem bestanden im Jahr 1999 16 landwirtschaftliche Betriebe mit einer landwirtschaftlich genutzten Fläche von 911 ha (davon bewirtschaftet das "Hofgut" der Freiherren von Thüngen allein über 300 ha).
unter anderem noch einige Klein- und Einzelunternehmen
Thüngen wird durchquert von der B 26. Auf Höhe des Gasthofes Schwarzer Adler trifft die Staatsstraße St 2437 mit Anschluss an die B 27 Richtung Würzburg auf die B 26. Die elektrifizierte Werntalbahn wird mittlerweile nur noch für den Güterverkehr verwendet. Das Bahnhofsgebäude wird privat bewohnt. Öffentlicher Nahverkehr: Busse der OVF Richtung Karlstadt/Gemünden bzw Schweinfurt und nach Würzburg
Im Jahr 1999 existierten folgende Einrichtungen:
2007 wurde der CSU-Ortsverband in einem „Stern-Artikel“ als Beispiel genommen, in dem es um den Rücktritt Edmund Stoibers von seinem Ämtern als Ministerpräsident und Parteivorsitzender ging.
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