Freitag, 25.05.2012



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Tamm

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Dieser Artikel befasst sich mit dem Ort in Baden-Württemberg. Für andere Bedeutungen siehe Tamm (Begriffsklärung).


Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Tamm
Tamm
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Tamm hervorgehoben
48.9216666666679.1205555555555259Koordinaten: 48° 55′ N, 9° 7′ O
Basisdaten
Bundesland: Baden-Württemberg
Regierungsbezirk: Stuttgart
Landkreis: Ludwigsburg
Höhe: 259 m ü. NN
Fläche: 8,78 km²
Einwohner: 12.026 (30. Dez. 2007)[1]
Bevölkerungsdichte: 1370 Einwohner je km²
Postleitzahlen: 71730–71732
Vorwahl: 07141
Kfz-Kennzeichen: LB
Gemeindeschlüssel: 08 1 18 071
Adresse der Gemeindeverwaltung: Hauptstraße 100
71732 Tamm
Webpräsenz:
Bürgermeister: Roland Zeller
Lage der Gemeinde Tamm im Landkreis Ludwigsburg

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Tamm ist eine Gemeinde im Landkreis Ludwigsburg in Baden-Württemberg mit etwa 12.000 Einwohnern. Damit ist Tamm die größte nichtstädtische Gemeinde im Landkreis Ludwigsburg. Sie ist direkter Nachbarort von Ludwigsburg und gehört zur Metropolregion Stuttgart.

Inhaltsverzeichnis

Geographie

Tamm liegt etwa 10 km nördlich der Landeshauptstadt Stuttgart in 240 bis 300 Meter Höhe am Fuße des Hohenasperg. Seine Fläche beträgt 8,78 km². Das wirtschaftlich bedeutende Ludwigsburger Industriegebiet Tammerfeld bindet Tamm geographisch wie infrastrukturell direkt an die Kreisstadt Ludwigsburg an.

Gemeindegliederung

Zu Tamm gehören das Dorf Tamm und die Weiler Fißlerhof und Hohenstange sowie die abgegangene Ortschaft Brache (Brachheim).[1]

Innerhalb der Orte werden teilweise auch noch verschiedene Wohngebiete unterschieden, so z. B. Länderrain, Egelsee und Brächter. In Bau befindet sich derzeit ein neues Wohngebiet names Kernäcker Süd I.

Geschichte

Tamm verdankt seine erste (1287, 1291 & 1293) urkundliche Erwähnung dem Ortsadel in Person von Anselm und Eberhard von Damme. Graf Eberhard der Scheerer verkaufte 1298 seine Vogteirechte an das Zisterzienser-kloster Bebenhausen. Ab 1300 gehörte der Ort zur Reichsstadt Markgröningen. 1351 kam Tamm durch Schenkung an die Grafen von Württemberg. In Württemberg gehörte Tamm zunächst zum Amt Markgröningen, bevor es im 18. Jahrhundert dem Oberamt Ludwigsburg zugeordnet wurde, aus dem 1934 der Landkreis Ludwigsburg wurde.

Nach der Niederlage der protestantischen Truppen in der Schlacht bei Nördlingen 1634 wurde Tamm von den kaiserlichen Truppen zerstört und war lange Zeit nahezu unbewohnt.

Religionen

Tamm wurde ursprünglich von Markgröningen aus geistlich betreut, besaß aber seit 1331 eine eigene Pfarrstelle. Mit Einführung der Reformation 1534 in Württemberg wurde auch Tamm evangelisch. Auch heute noch ist der Ort überwiegend durch den Protestantismus geprägt. Erst durch den Zuzug von Heimatvertriebenen nach dem Zweiten Weltkrieg kam es wieder zu einer nennenswerten Anzahl römisch-katholischer Einwohner, die seit 1974 eine eigene Pfarrgemeinde besitzen. Daneben ist auch die Neuapostolische Kirche mit zwei Gemeinden vertreten, wobei die Gottesdienste in einer der Gemeinden in italienisch durchgeführt werden. Weiterhin gibt es auch die Zeugen Jehovas.

Bevölkerungsentwicklung

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Politik

Rathaus mit Rathausplatz

Bürgermeister

  • 1907–1935: Karl Mammele (bis 1930 Schultheiß, danach Änderung der Bezeichnung in Bürgermeister)
  • 1935–1945: Ernst Schmid
  • 1945–1946: Wilhelm Schüler (nur Ortsvorsteher)
  • 1946–1948: Hans Zimmermann
  • 1948–1966: Gustav Sieber
  • 1966–1994: Dieter Lehmann
  • 1994–2006: Gerd Maisch
  • seit 2006: Roland Zeller

Gemeinderat

Gemeinderatswahl am 13. Juni 2004
36,0 % /
7 Sitze (=)
(-2,2 %)
29,4 % /
5 Sitze (-1)
(-2,1 %)
22,9 % /
4 Sitze (=)
(+2,3 %)
11,6 % /
2 Sitze (+1)
(+2,0 %)
CDU AWV¹ SPD Bü90/
Grüne

¹ Allgemeine Wählervereinigung Tamm, entspricht andernorts der FWV

Wappen und Flagge

Das Gemeindewappen zeigt in Rot einen goldenen Schräglinksbalken, darüber einen goldenen Pflug, darunter ein vierspeichiges goldenes Zahnrad. Das Wappen wurde 1924 festgelegt. Der Schräglinksbalken soll einen „Damm“ und damit den Ortsnamen symbolisieren. Die gelb-rote Gemeindeflagge wurde vom Landratsamt Ludwigsburg am 8. April 1980 verliehen.

Partnerschaften

Seit 1984 bestehen eine Partnerschaft mit der Kärntner Stadtgemeinde Althofen in Österreich.


Wirtschaft und Infrastruktur

Panoramablick auf die B27 Richtung Einfahrt Ludwigsburg-Nord, das Industriegebiet Tammerfeld mit dem Hohenasperg im Hintergrund sowie Tamm Hohenstange (von links nach rechts)

Seit dem Spätmittelalter wird in Tamm Weinbau betrieben.


Verkehr

Die Bundesautobahn 81 ist über die Anschlussstelle Ludwigsburg-Nord (15) in kurzer Zeit erreichbar. Über die Landesstraße 1133 angebunden ist die Bundesstraße 27 Ludwigsburg-Heilbronn. Die Landesstraße 1110 verbindet Tamm mit den Nachbarorten Bissingen und Asperg. Über die Kreisstraße 1671 sind Markgröningen und Bietigheim-Bissingen erreichbar.
S-Bahn in Tamm


Durch Tamm führt die Frankenbahn (Stuttgart–Würzburg). Am Bahnhof selbst hält halbstündlich (im Berufsverkehr viertelstündlich) die auf der Frankenbahn verkehrende Linie S5 (Bietigheim–Stuttgart) der S-Bahn Stuttgart. Im Nahverkehr gelten Fahrscheine des VVS.

Ansässige Unternehmen

Seit 1918 produziert in Tamm die Firma Marabu Zeichengeräte und Künstlerfarben. Sie zählt zu den weltweit führenden Herstellern von Siebdruck- und Tampondruckfarben.

Bildung

Bereits seit dem 16. Jahrhundert verfügt Tamm über eine Schule, in der seit 1648 auch Mädchen unterrichtet wurden. Heute gibt es neben der Gustav-Sieber-Schule, einer Grund- und Hauptschule mit Werkrealschule, auch eine Realschule und die Grundschule Hohenstange.

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Das Zentrum des kulturellen Lebens bildet die ehemalige Kelter, die 1985 zum Bürgerhaus umgebaut wurde. 2007 wurde der neue Tammer Bürgersaal eingeweiht, der als neues Kulturzentrum dient.

Bauwerke

Historische Bauwerke

In unmittelbarer Nähe der Kelter im alten Ortskern befinden sich die historischen Bauwerke, darunter das alte Rathaus, die um 1450 erbaute spätgotische Bartholomäuskirche [2] und das historische Gasthaus Ochsen.

Neue Bauwerke

Neuere Wahrzeichen des Orts sind der in Glas gefasste Bahnhofsvorplatz mit dem denkmalgeschützten Bahnhof sowie der Bürgersaal.


Wassertürme

Die Wassertürme auf dem Gebiet Hohenstange sind die am weitesten sichtbaren Wahrzeichen. Der kleine Wasserturm mit 22m Höhe wurde 1963, der große mit 61m Höhe 1974 fertiggestellt. Das Wasser in den Türmen stammt aus dem Bodensee.


Naturerholungsgebiete

Die „Grüne Lunge“ Tamms ist der Egelsee. Das natürliche stadtparkähnliche Gelände mit Gärten und Streuobstwiesen bietet ein Refugium für Feldhasen, Igel und die in Deutschland besonders geschützten Teichmolche.

Der am Rande der Gemarkung liegende Rotenackerwald mit einem gut begehbaren und strukturiertem Wegenetz lädt ebenfalls zum Wandern und Spazieren ein.

Durch die 1995 gegründete Grüne Nachberschaft mit den Kommunen Tamm, Bietigheim-Bissingen, Freiberg am Neckar, Ingersheim, Ludwigsburg, Remseck am Neckar und Kornwestheim wurden in Tamm mehrere Projekte verwirklicht. So ist im Jahre 1997 auf einer Fläche von ca. 7.500 m² eine Freizeitwiese mit Aussichtshügel und Grillstellen entstanden. An der östlich angrenzenden Fläche wurde dazu ein sogenanntes Nachbarschaftswäldchen gepflanzt, dass aus unterschiedlichen Baum- und Straucharten besteht. 2005 wurde auf rund 15 ha ein Obstsortengarten erstellt. Dabei wurden auch regionaltypische und seltene Obstsorten gepflanzt. Jährlich im Frühjahr finden dort Schnittkurse für die Öffentlichkeit statt.

Sport und Freizeit

Durch die ca. 30 örtlichen Vereine werden vielfältige Möglichkeiten für die Freizeitgestaltung geboten. Sport- und Tennisanlagen sowie eine vereinseigene Turnhalle können das ganze Jahr genutzt werden.

Die größten Vereine sind der VfB Tamm, dessen Basketballabteilung in der Oberliga spielt, und der TV Tamm.

Die erfolgreichste Abteilung des TV ist die Karateabteilung. Sie stellt deutsche Meister in verschiedenen Altersstufen und Disziplinen und süddeutsche Meister. 2009 kämpfen vier Karateka in der Nationalmannschaft des Deutschen JKA-Karate Bundes (DJKB); zwei bei den Senioren & zwei bei den Junioren. 2007 war der TV Ausrichter von Deutschlands größten Karatelehrgang (Gasshuku) und wird 2010 diesen wieder ausrichten.

Fotos

Einzelnachweise


Weblinks

Commons Commons: Tamm – Bilder, Videos und Audiodateien
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