Meinestadt.de - Syke - 25.05.2012
Lexikon - meinestadt.de
| Wappen | Deutschlandkarte | |
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| Basisdaten | ||
| Bundesland: | Niedersachsen | |
| Landkreis: | Diepholz | |
| Höhe: | 22 m ü. NN | |
| Fläche: | 127,89 km² | |
| Einwohner: | 24.527 (30. Dez. 2007) | |
| Bevölkerungsdichte: | 192 Einwohner je km² | |
| Postleitzahlen: | 28857, 28845 bis 28849 | |
| Vorwahlen: | 04242 Syke,
teilweise auch im Ortsnetz von: 0421, 04206, 04240, 04241, 04248, 04249 |
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| Kfz-Kennzeichen: | DH | |
| Gemeindeschlüssel: | 03 2 51 041 | |
| Stadtgliederung: | 13 Stadtteile | |
| Adresse der Stadtverwaltung: | Hinrich-Hanno-Platz 1 28857 Syke |
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| Webpräsenz: | ||
| Bürgermeister: | Dr. Harald Behrens (FDP) | |
Syke (ˈziːkə) ist eine Stadt in Niedersachsen und Mittelzentrum im Norden des Landkreises Diepholz.
Syke (alte Schreibweise „Siek“ = „Ort in der Niederung“) ist abgeleitet von Senke (Bodensenke, Sieke) - wird von den Einheimischen mit langem 'ie' ausgesprochen (ˈziːkə) und nicht wie 'Süke'.
Inhaltsverzeichnis |
Syke ist die größte Stadt und drittgrößte Kommune im niedersächsischen Landkreis Diepholz. Sie liegt im Osten des Naturparks Wildeshauser Geest, etwa 19 Kilometer (Luftlinie) südlich von Bremen. Die Stadt wird von der Hache durchflossen. Als „Stadt im Grünen“ wird Syke von den etwa 900 Hektar großen Staatsforsten Friedeholz und Westermark geprägt, die nicht nur Einheimische bei schönem Wetter besuchen.
Syke liegt in einer Moränenlandschaft mit bewaldeten Höhen und eiszeitlichen Talmulden. Die Stadt lag an einem Heerweg zwischen Verden und Wildeshausen. Inseln im breiten Hachetal ermöglichten hier einen Übergang. Es wurde ein Bohlenweg gebaut. Dort, wo heute die "Hauptstraße" in Syke verläuft, erfolgte die Aufschüttung eines Dammes.
Gemäßigtes Seeklima beeinflusst durch feuchte Nordwestwinde von der Nordsee. Im langjährigen Mittel erreicht die Lufttemperatur in Syke 8,5° - 9,0 °C und es fallen ca. 700 mm Niederschlag. Zwischen Mai und August kann mit durchschnittlich 20-25 Sommertagen (klimatologische Bezeichnung für Tage, an denen die Maximaltemperatur 25 °C übersteigt) gerechnet werden.
Syke hatte am 1. Januar 1979 insgesamt 19.413 Einwohner. Bis zum 1. Januar 1989 war ein leichter Rückgang auf 18.776 Personen zu verzeichnen. Dieser Trend wurde in den Folgejahren nicht nur gestoppt, sondern sogar umgedreht. Am 1. Januar 1999 lebten bereits 24.398 Personen in Syke. Am 1. Januar 2008 sind es inzwischen 25.722 Personen.
(Einwohnerzahlen aller Stadtteile per 31. Dezember 2007)
Die Geest zwischen Hunte und Weser ist ein alter Siedlungsraum. Funde aus der Steinzeit, Bronzezeit und Eisenzeit sind im Kreismuseum in Syke, im Heimatmuseum Nienburg und im Focke-Museum in Bremen ausgestellt. Bereits in vorchristlicher Zeit waren die Höhen beidseits des Hachetals durch germanische Bauern - Angrivarier und Chauken - besiedelt.
Ab 300 n. Chr. wanderten Sachsen in die Region ein. Sie organisierten die Region politisch in Gaue mit Thingverfassungen. Der nördliche Bereich zwischen den Flüssen Hunte und Weser wurde zum Largau und Lerigau. Während der Karolingerzeit wurde der wichtige Hacheübergang in Syke durch eine Fliehburg (ein einfacher Ringwall) gesichert. Um 800 n. Chr. wurde das Sachsenland von den Franken unter Karl dem Großen erobert. Die Bevölkerung wurden zwangschristianisiert. Die weltliche Gewalt der Things ging auf die Grafen über. Der Largau wurde zur Grafschaft Oldenburg-Wildeshausen. Ein Oldenburger Graf aus der Bruchhauser Linie errichtete um 1270 eine Burg im Syker Ringwall, um seine Interessen gegen die Bremer Bischöfe zu sichern. Seitdem war Syke Sitz der gräflichen Vögte und Amtsmänner.
Als Folge des Sturzes des Welfenherzogs Heinrich des Löwen durch den Staufenkaiser Barbarossa entstand um 1200 an der Weser zwischen Bremen und Petershagen die Grafschaft Hoya. Die Hoyaer Grafen verlegten ihre Residenz bald nach Nienburg und erwarben Ländereien westlich der Weser - unter anderem die Ämter Ehrenburg (Sulingen), Freudenberg (Bassum), Altbruchhausen, Neubruchhausen und Syke. Hoyaer Grafen aus der Familie von Stumpenhausen blieben bis 1582 Landesherren.
Bereits in der um 1225 entstandenen Weserbrückenliste, die den Ort erstmalig erwähnt, taucht die heute gültige Version des Namens auf. Allerdings hat sich die Schreibweise mehrfach geändert. So wird der Ort in einer Landkarte, die 1768 bis 1773 von Offizieren des Hannoverschen Ingenieurskorps angefertigt wurde (Kurhannoversche Landesaufnahme), „Sycke“ genannt, während westlich das „Sieksche Feld“ liegt und nördlich die „Syker Riede“.
1350 und 1464 wütete die Pest, die nur wenige Einwohner von Syke überlebten. 1423 wurde Syke durch die Oldenburger Grafen geplündert. 1520 wurde Syke Flecken. Im Jahr 1525 erreichte die Reformation Syke.
1582 fiel die verwaiste Grafschaft an die Welfenherzöge von Celle-Lüneburg. Sie waren später bis 1815 Kurfürsten von Hannover und dann bis 1837 Könige von England und Hannover, dann bis 1866 Könige von Hannover.
Während des Dreißigjährigen Krieges (1618–1648) wurde es 1628 von Wallensteins Truppen unter dem Feldherrn Tilly gebrandschatzt. Ebenso verwüsteten die Dänen und die Katholische Liga den Ort.
1718 erhielt Syke das Marktrecht. Im gleichen Jahr fiel Syke einem durch Blitzeinschlag verursachten Brand zum Opfer. 1740 wurde Syke Poststation mit wichtiger Relaisstation.
Während der Besetzung durch die Franzosen unter Napoleon (1803–1813) gehörte das Territorium beidseits der Weser - und damit auch Syke - zu Frankreich. Für Napoleons Russlandfeldzug wurden Syker Bauernsöhne für die Grande Armée der Franzosen rekrutiert. Während der Einquartierung französischer Soldaten brannten am 2. April 1808 in Syke 83 Gebäude nieder, nur wenige Häuser blieben vom Feuer verschont.[1]
Unter Bismarck wurde Syke 1866 preußisch und Teil der Provinz Hannover. 1885 wurde der Kreis Syke durch Zusammenlegung der Ämter Freudenberg und Syke gebildet und wurde Sitz eines preußischen Landrates.
Ab 1873 bestand Eisenbahnanschluss an der Eisenbahnstrecke Hamburg–Bremen–Osnabrück–Münster. 1900 wurde eine Bahnstrecke nach Münster gebaut.
Der Flecken Syke lag am westlichen Hacheufer, während am östlichen Hacheufer die Kolonie Syke lag, die aus einer 1790 gegründeten bäuerlichen Siedlung hervorgegangen war. 1897 wurde die Kolonie Syke mit dem Flecken Syke vereinigt. 1929 erhielt Syke das Stadtrecht.
1900 hatte Syke 2000 Einwohner. Mit der Flüchtlingswelle nach dem Zweiten Weltkrieg 1945 verdoppelte sich die Einwohnerzahl.
Durch die preußische Verwaltungsreform von 1932 wurde Syke Kreisstadt des neu gebildeten Landkreises Grafschaft Hoya, der aus der Zusammenlegung des Landkreises Hoya und des Landkreises Syke entstand. 1946 wurde Syke Teil des neu gegründeten Landes Niedersachsen.
1974 entstand die heutige Stadt aus der bisherigen Stadt Syke und zwölf bis dahin politisch und verwaltungstechnisch selbstständigen Umlandgemeinden. Bis 1977 hinein war Syke Kreisstadt des Landkreises Grafschaft Hoya. Auch nach der Kreisreform im Jahre 1978 befand sich eine große Außenstelle der Verwaltung des Landkreises Diepholz in Syke. Erst 2004 zentralisierte der Landkreis seine komplette Verwaltung in - teilweise - angemieteten Räumen in Diepholz. Im ehemaligen Syker Kreishaus haben sich zwischenzeitlich andere Behörden und behördenähnliche Einrichtungen angesiedelt. Heute befindet sich dort auch eine Zweigstelle des Syker Gymnasiums.
Das Kfz-Kennzeichen des Landkreises Grafschaft Hoya war SY. Nach der Verwaltungsreform 1978 wurde dieser Landkreis unter den Landkreisen Nienburg, Oldenburg und Diepholz aufgeteilt. - Da der ehemalige Landkreis Grafschaft Hoya überwiegend landwirtschaftlich geprägt ist, kann man vereinzelt auf landwirtschaftlich genutzte Fahrzeuge bzw. Anhänger treffen, die noch das Kennzeichen SY tragen.
Am 10. September 2006 wurden in Niedersachsen neue Kommunalparlamente gewählt, die seit dem 1. November 2006 im Amt sind. Der Syker Stadtrat wurde auf Beschluss des bisherigen Rates von bisher 34 Sitzen auf nun 30 Sitze (zuzüglich Bürgermeister) reduziert. Der neue Stadtrat setzt sich wie folgt zusammen:
Die FDP-Fraktion und der WSB-Vertreter haben sich zu einer Gruppe zusammengeschlossen.
Der amtierende Bürgermeister Dr. Harald Behrens verfehlte am ersten Wahltag die absolute Mehrheit der abgegebenen Stimmen um lediglich 18 Stimmen. In der am 24. September 2006 folgenden Stichwahl siegte er dann deutlich mit über 76 % der abgegebenen Stimmen. Er ist damit für weitere acht Jahre von den Syker Bürgern im Amt bestätigt.
Das Wappen der Stadt Syke zeigt im Schild eine aufrecht stehende schwarze Bärenklaue mit roten Krallen auf goldenem Grund. Das Motiv ist aus dem Wappen des Grafen von Hoya abgeleitet und ist z. B. auch im Wappen des Landkreises Diepholz und der Städte Bassum, Bruchhausen-Vilsen, Hoya und Sulingen zu finden.
Zu den bekannten Gebäuden Sykes zählen vor allem der Syker Amtshof und das Vorwerk.
Der Amtshof ist heute unter anderem Sitz des Amtsgerichts. Er besteht aus den Überresten eines mittelalterlichen Ringwalls und dem Kornzinshaus aus dem Jahre 1592.
Das Syker Vorwerk wurde 1580 aus dem Amtshof ausgegliedert und am Rande des Friedeholzes aufgebaut. Um 1790 wurde das Vorwerk fast vollständig aufgelöst und die meisten Gebäude abgetragen. Relikte des weitläufigen Wirtschaftshofes sind das Brauhaus von 1736 und das Beamtenwohnhaus von 1728. Das heutige Vorwerk war lange Jahre Wohnsitz des jeweiligen Oberkreisdirektors der Landkreise Grafschaft Hoya und später des Landkreises Diepholz. Seit 2007 ist es als Zentrum für zeitgenössische Kunst eingerichtet.
→ Siehe auch Abschnitt Kunst
Daneben ist auch die evangelisch-lutherische Christuskirche stadtbildprägend, die direkt an der Bundesstraße 6 steht.
Wenn man von Westen nach Syke hinein fährt, sieht man auch die stadtbekannte „Finkenburg“ auf dem Finkenberg.
Der Jüdische Friedhof in Syke ist ein Kulturdenkmal. Er ist einer von acht gut erhaltenen jüdischen Friedhöfen im Landkreis Diepholz. Auf dem Friedhof zwischen „Hohe Straße“ und „Lindhofhöhe“ befinden sich 35 Grabsteine aus den Jahren 1836 bis 1935 für jüdische Verstorbene.
Im Syker Kernbereich gibt es zwei Parks: den „Mühlenteichpark“ und den „Europagarten“. Im Syker Ortsteil Barrien existiert das parkähnliche Mühlenteichgelände.
Im Syker Stadtbild finden sich viele sehr unterschiedliche Skulpturen und Objekte von Künstlern aus Syke, aus der Region und aus verschiedenen europäischen Nationen und aus den verschiedensten Materialien gestaltet:
Die Syke-Halbierung ist eine philatelistische Besonderheit aus dem Jahr 1872/73. Sie wird unter Philatelisten mit bis zu 70.000 € gehandelt.
Wichtige Industriezweige umfassen den Maschinenbau und die Lebensmittelherstellung. Zudem ist Syke Sitz regionaler Behörden. In Syke befindet sich das Verlags- und Druckhaus der Kreiszeitung Verlagsgesellschaft.
Syke ist kreisweit der wichtigste Schulstandort. Folgende Schulen befinden sich im Stadtgebiet:
In Syke gibt es, abgesehen von den klassischen Wintersportarten, für alle Sportinteressierten entsprechende Angebote. Von den ansässigen Vereinen werden Breitensportarten wie Fußball, Handball, Badminton, Basketball, Gymnastik, Leichtathletik, Hockey, Reiten, Schwimmen, Tennis, Tischtennis, Volleyball, Wasserball angeboten, aber auch Boxen, asiatische Kampfsportarten wie Aikido, Judo und Karate, Golf auf einem 27-Loch Golfplatz und Tanzsport.[2] Die Lateinformation des TSC Hansa Syke tanzte in der Saison 2005/2006 in der 2. Bundesliga.
Barrien | Gessel | Gödestorf | Heiligenfelde | Henstedt | Jardinghausen | Okel | Osterholz | Ristedt | Schnepke | Steimke | Syke (Zentrum) | Wachendorf
Affinghausen | Asendorf | Bahrenborstel | Barenburg | Barnstorf | Barver | Bassum | Borstel | Brockum | Bruchhausen-Vilsen | Dickel | Diepholz | Drebber | Drentwede | Ehrenburg | Engeln | Eydelstedt | Freistatt | Hemsloh | Hüde | Kirchdorf | Lembruch | Lemförde | Maasen | Marl | Martfeld | Mellinghausen | Neuenkirchen | Quernheim | Rehden | Scholen | Schwaförden | Schwarme | Siedenburg | Staffhorst | Stemshorn | Stuhr | Sudwalde | Sulingen | Süstedt | Syke | Twistringen | Varrel | Wagenfeld | Wehrbleck | Wetschen | Weyhe
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