Freitag, 25.05.2012



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Steinenbronn

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Steinenbronn
Steinenbronn
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Steinenbronn hervorgehoben
48.6647222222229.1225431Koordinaten: 48° 40′ N, 9° 7′ O
Basisdaten
Bundesland: Baden-Württemberg
Regierungsbezirk: Stuttgart
Landkreis: Böblingen
Höhe: 431 m ü. NN
Fläche: 9,72 km²
Einwohner: 6039 (30. Dez. 2007)[1]
Bevölkerungsdichte: 621 Einwohner je km²
Postleitzahl: 71144
Vorwahl: 07157
Kfz-Kennzeichen: BB
Gemeindeschlüssel: 08 1 15 046
Adresse der Gemeindeverwaltung: Stuttgarter Straße 5
71144 Steinenbronn
Webpräsenz:
Bürgermeister: Johann Singer
Sulzbachstausee südwestlich von Steinenbronn

Steinenbronn ist eine Gemeinde im Landkreis Böblingen in Baden-Württemberg. Zur Gemeinde gehören neben dem Dorf Steinenbronn keine weiteren Orte.

Inhaltsverzeichnis

Geographie

Steinenbronn liegt am Rand des Naturparks Schönbuch am alten Handelsweg StuttgartTübingen (frühere Bundesstraße 27, jetzt Landesstraße 1208), 5 km südlich von Leinfelden-Echterdingen, 3 km nördlich von Waldenbuch und 5 km östlich von Schönaich.

Historische Geografie

Auf der Gemarkung Steinenbronn liegt die abgegangene Ortschaft Höfen.

Geschichte

Steinenbronn gehört zu einem alten Siedlungsgebiet im weiteren mittleren Neckarraum. Archäologische Funde weisen auf eine dichte Besiedlung seit der jüngeren Steinzeit (etwa 2.500 v. Chr.) hin. Keltische Ansiedlungen durch den Stamm der Helvetier entstanden ab etwa 450 v. Chr. Als keltisches Kulturdenkmal gilt das in Steinenbronn gefundene Teilstück einer Stele, dessen Nachbildung vor dem Rathaus aufgestellt ist. Das Original steht im Landesmuseum Württemberg in Stuttgart. Nach dem Rückzug der Helvetier auf das Gebiet der heutigen Schweiz folgten römische, alemannische und fränkische Siedler.

Die erste urkundliche Erwähnung Steinenbronns stammt aus dem Jahr 1348. Steinenbronn war seit dem frühen Mittelalter Herrschaftsgebiet der Pfalzgrafen von Tübingen gewesen, wurde aber 1347 wegen der Verarmung der Pfalzgrafen zusammen mit dem gesamten Forst Schönbuch an die Grafen von Württemberg verkauft. Damit gehörte Steinenbronn zum Stammland des Hauses Württemberg. 1434 verschrieb Graf Ludwig I. von Württemberg 13 Gemeinden des Böblinger Amts, darunter Steinenbronn, seiner Gemahlin Mechthild, Pfalzgräfin bei Rhein, als Wittum. 1483 tat ihm sein Sohn, Graf Eberhard im Bart, gleich und vermachte seiner Gemahlin, der Markgräfin Barbara Gonzaga von Mantua, ebenfalls Steinenbronn mit anderen Gemeinden als Wittum.

Der Dreißigjährige Krieg (1618–1648) brachte den Steinenbronnern unbeschreibliche Not und führte zur Entvölkerung der Gemeinde. 1634 hatte die Gemeinde noch 550 Einwohner gezählt, 1639 verblieben nur noch 85. Auch in der Folgezeit setzte sich die Not fort, bedingt durch langandauernde Kriegszeiten wie die Erbfolgekriege, durch Einfälle und Durchmärsche französischer Truppen von 1672 bis 1763 und später durch die Napoleonischen Kriege von 1792 bis 1815. Auch durch Unwetter und Missernten musste die wieder wachsende Bevölkerung oft Hungersnöte durchstehen. 1792 scheiterte in Steinenbronn sogar die Einführung des neuen Kirchengesangbuchs an der Armut der Bevölkerung. Viele Bürger entflohen Not und Hunger durch Auswanderung.

Erst mit der Industrialisierung zu Beginn des 20. Jahrhunderts fanden die Steinenbronner neue Arbeit, zunächst durch die starke Bautätigkeit in Stuttgart, später in der wachsenden Industrie. Die Bevölkerung Steinenbronns wuchs von 935 im Jahr 1900 auf 1833 am Ende des Zweiten Weltkriegs. Durch den Wiederaufbau in der Nachkriegszeit und durch die rasante Entwicklung in Automobilbau und Maschinenbau sowie durch die aufkommende elektronische Datenverarbeitung entstanden zahlreiche neue und gut bezahlte Arbeitsplätze in der Stuttgarter Region. Die Einwohnerzahl Steinenbronns stieg auf ca. 6000 im Jahr 2006.[2]

Verwaltungsrechtlich war Steinenbronn zunächst dem Amt Böblingen und ab 1446 dem Amt Stuttgart zugeordnet. Seit der Auflösung des Amtsoberamts Stuttgart im Jahr 1938 gehört Steinenbronn zum Kreis Böblingen. Wirtschaftlich und kulturell dominiert jedoch die Beziehung über den Filderraum nach Stuttgart. Mit dem Kreis Böblingen gehört Steinenbronn zur Region Stuttgart.

Politik

Wappen

Blasonierung: In Gold unter drei liegenden schwarzen Hirschstangen zwei schräggekreuzte schwarze Doppelhaken.

Bürgermeister

seit Ende des Zweiten Weltkriegs:

  • 1945–1950: Gottlob Krauß
  • 1950–1980: Reinhold Buck
  • 1980–1996: Hermann Walz
  • seit 1996: Johann Singer

Gemeinderat

Nach der Kommunalwahl vom 13. Juni 2004 ergab sich folgende Sitzverteilung:

FWG 38,7 % -1,1 6 Sitze ±0
CDU 29,9 % +1,1 4 Sitze ±0
Offene Grüne Liste 16,2 % +3,4 2 Sitze ±0
SPD 15,2 % -1,8 2 Sitze ±0
Andere 0,0 % -1,5 0 Sitze ±0

Parteien

Die SPD Steinenbronn wurde als älteste Steinenbronner Partei im Jahr 1903 gegründet.

Die Offene Grüne Liste (OGL) ist eine nicht parteigebundene Wählergemeinschaft, die sich besonders dem Umweltschutz verbunden fühlt. Politisch steht sie der Partei Bündnis 90/ Die Grünen nahe. Sie war erstmalig 1984 mit einem Mitglied im Gemeinderat vertreten.

Partnerschaften

Steinenbronn unterhält partnerschaftliche Beziehungen zu

  • Quinsac/Gironde (Frankreich), seit 1966
  • Polla/Kampanien (Italien), seit 1991
  • Le Roeulx/Wallonien (Belgien), seit 1992 – Le Roeulx ist auch Partnerstadt von Quinsac
  • Bernsdorf (Sachsen), seit der Wiedervereinigung Deutschlands – Bernsdorf ist ebenfalls Partnerstadt von Quinsac

Wirtschaft und Infrastruktur

Verkehr

Von 1928 bis 1956 war Steinenbronn durch die Siebenmühlentalbahn (LeinfeldenWaldenbuch) in das überregionale Streckennetz einbezogen. Heute ist der Ort über Buslinien nach Böblingen und Leinfelden/Stuttgart-Vaihingen an die Schienennetze der S-Bahn Stuttgart, Stadtbahn Stuttgart (Leinfelden) und der Deutschen Bahn sowie an den Flughafen Stuttgart in Echterdingen angebunden.

Im Straßenverkehr ist Steinenbronn in rund 15 Minuten über die Autobahnausfahrten Echterdingen (A 8) und Böblingen (A 81) zu erreichen. Steinenbronn liegt an der früheren B 27, jetzt Landesstraße 1208, die über das Siebenmühlental Tübingen und Stuttgart verbindet. Stuttgart ist 20 km, Tübingen 24 km entfernt. Die Entfernung zum Flughafen Stuttgart beträgt 8 km.

Westlich von Steinenbronn befindet sich bei 48° 40′ 9″ N, 9° 6′ 51″ O48.6691666666679.11416666666677 das auf der Frequenz 384 kHz sendende Einflugfunkfeuer „SY“ des Stuttgarter Flughafens. Steinenbronn liegt somit direkt in dessen Einflugschneise.

Buslinien

Durch Steinenbronn verkehrende Buslinien im Verkehrs- und Tarifverbund Stuttgart mit Haltestellen:

  • 86/826 Tübingen–Waldenbuch–Leinfelden–Vaihingen (Kirche/Im alten See/Goldäcker)
  • 760 Waldenbuch–Böblingen (Kirche)
  • 828 Tübingen–Waldenbuch–Flughafen/Messe (Kirche/Im alten See/Goldäcker)

Ansässige Unternehmen

  • Breuning IRCO: Das Familienunternehmen betreibt Technologieberatung, Entwicklung und Fertigung von Automatisierungseinrichtungen für das Be- und Entladen von Drehmaschinen als weltweit tätiger Systempartner für Drehmaschinenhersteller und als Technologiepartner für Endanwender. Es beschäftigt ca. 60 Mitarbeiter.
  • Hutzel-Gruppe: Das Unternehmen produziert an den drei Standorten Steinenbronn, Liebstadt bei Dresden und Klasterec (Tschechien) Drehteile für die Autoindustrie, die Medizintechnik, den Maschinenbau und die Wehrtechnik auf Weltmarktniveau. Die Hutzelgruppe beschäftigt insgesamt ca. 350 Mitarbeiter.[3]
  • Die Telegärtner-Gruppe ist einer der wichtigsten deutschen Hersteller von koaxialen Steckverbindern und Netzwerk-Komponenten sowie konfektionierten Kabeln, Präzisions-Drehteilen, Kunststoff-Spritzgussteilen und Industrie-Elektronik. Das 1945 gegründete und weltweit tätige Unternehmen beschäftigt in sieben Tochtergesellschaften zusammen rund 480 Mitarbeiter.[4]

Bildungseinrichtungen

Steinenbronn ist Sitz einer Grund- und Hauptschule mit Werkrealschule, die von mehr als 400 Schülern besucht wird. Außerdem gibt eine Außenstelle der Volkshochschule Böblingen-Sindelfingen.

Persönlichkeiten

  • Die berühmte Opernsängerin Hetty Plümacher lebte viele Jahre bis zu ihrem Tod in Steinenbronn.
  • Der Politiker Hans Dieter Köder (wohnhaft in Steinenbronn) war von 1975 bis 1996 Gemeinderat und zeitweilig stellvertretender Bürgermeister in Steinenbronn.
  • Christoph Zehendner, christlicher Liedermacher, wohnt in Steinenbronn.

Ehrenbürger

Erster und einziger Ehrenbürger der Gemeinde Steinenbronn ist Paul E. Schwarz (* 19. April 1917 in Steinenbronn), der sich als ehrenamtlicher Heimatforscher verdient gemacht hat. Schwarz ist Regierungsdirektor a. D. beim Landesgewerbeamt Baden-Württemberg und war langjähriger Gemeinderat und stellvertretender Bürgermeister in Steinenbronn. Er veröffentlichte insgesamt 46 Arbeiten zur Steinenbronner Ortsgeschichte.

Einzelnachweise

  1. Statistisches Landesamt Baden-Württemberg: Bevölkerungsstand
  2. http://www.steinenbronn.de/servlet/PB/menu/1179754_l1/index.html
  3. http://www.hutzel.de/
  4. http://www.telegaertner.de/

Literatur

  • Steinenbronn – Vergangenheit und Gegenwart einer Schönbuchgemeinde. Gemeinde Steinenbronn 1979.
  • Ottmar Gugeler: Steinenbronn – Neues von Gestern und Heute. Geiger, Horb 1997, ISBN 3-89570-257-9.
  • Paul E. Schwarz: Steinenbronn – Neues von Gestern und Vorgestern. Geiger, Horb 2002, ISBN 3-89570-801-1.
  • Camisol und Dreieckshuth – Tracht in der Gemeinde Steinenbronn. Gemeinde Steinenbronn 1988.

Weblinks

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