Freitag, 25.05.2012



Lexikon Suche


Stedesdorf

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie

Wechseln zu: Navigation, Suche
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Stedesdorf
Stedesdorf
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Stedesdorf hervorgehoben
53.6247222222227.66777777777780Koordinaten: 53° 37′ N, 7° 40′ O
Basisdaten
Bundesland: Niedersachsen
Landkreis: Wittmund
Samtgemeinde: Esens
Höhe: 0 m ü. NN
Fläche: 27,95 km²
Einwohner: 1669 (30. Dez. 2007)
Bevölkerungsdichte: 60 Einwohner je km²
Postleitzahl: 26427
Vorwahlen: 0 49 71
Kfz-Kennzeichen: WTM
Gemeindeschlüssel: 03 4 62 015
Gemeindegliederung: 4 Ortsteile
Adresse der Gemeindeverwaltung: Neufolstenhausener Straße 44
26427 Stedesdorf
Bürgermeisterin: Anne Meemken

Stedesdorf ist eine Gemeinde in Ostfriesland in der Samtgemeinde Esens im Landkreis Wittmund in Niedersachsen.

Inhaltsverzeichnis

Geografie

Geografische Lage

Stedesdorf ist eine Geestrandsiedlung und liegt an der Verbindungsstraße zwischen Esens (etwa 4 km nordwestlich von Stedesdorf) und Wittmund (etwa 9 km südöstlich).

Gemeindegliederung

Zur Gemeinde gehört neben der Ortschaft Stedesdorf noch die Ortsteile Mamburg, Osteraccum und Thunum.

Geschichte

Die erste Erwähnung der Ortschaft Stedesdorf findet sich in einer Schenkungsurkunde des Erzbischofs Adalbero von Bremen. In dieser Urkunde, die im Jahr 1137 abgefasst worden ist, wird dem neugegründeten Prämonstratenserkloster Stade der Betrag von vier Mark aus unserer Kuria Stedesdorpe (quatuor marce den curia nostra Stedesdorpe) zugeeignet. Ob es sich bei Stedesdorpe um Stedesdorf handelt, ist allerdings umstritten. Auch Steddorp im Landkreis Rotenburg (Wümme) könnte in dieser Urkunde gemeint sein [1]

In der Ortschaft Thunum fand sich vermutlich in früheren Zeiten eine Burg. Die Burg in Thunum ist bis zum Jahr 1344 nachgewiesen. Mamburg wurde 1473 urkundlich erwähnt. Die jüngste Ortschaft Osteraccum datiert auf das Jahr 1497.

Sehenswürdigkeiten

St. Aegidien-Kirche Stedesdorf

Datei:St. Ägidien-Kirche Stedesdorf.JPG
St.-Ägidien-Kirche, von Süden aus gesehen

In Stedesdorf befindet sich die wohl älteste Kirche des Harlingerlandes. Die St.-Aegidien-Kirche wurde als Sendkirche des ehemaligen Erzbistums Bremen zwischen 1100 und 1150 errichtet. Ihr Grundrisstyp ist in Ostfriesland einzigartig. Das gedrungene Kirchenschiff wird durch einen eingezogenen und fast quadratischen Chorbereich abgeschlossen. Eine Ostapsis, die diesem Chor angefügt war, existiert heute nicht mehr. Die Außenwände der Tuffsteinkirche sind durch eng aneinander gerückte Lisenen gegliedert. Ursprünglich befand sich sowohl in der Süd- als auch in der Nordmauer ein Rundbogenportal. Das Südportal war als Haupteingang in eine besondere Rahmung gesetzt und mit einem Rundbogenfries gekrönt. Eine nachträglich eingebrochenen und später wieder vermauerte Pforte befand sich in der Westmauer. Der heutige Chorbau sowie andere Teile des Ostgemäuers wurden im 15. Jahrhundert auf den alten Fundamenten errichtet und in Backstein aufgeführt. Später fügte man an der Westseite einen Vorbau an, der bis heute das Hauptportal der Kirche bildet. Zur Ausstattung der Kirche gehören ein Taufstein von 1260/1270. Er ist mit kleinen Arkaden verziert, unter denen biblische Szenen zu sehen sind. Zwei Holzplastiken datieren aus der ersten Hälfte des 15. Jahrhunderts: eine sogenannte Marienklage sowie ein Bildnis Joahnnes des Täufers. Der im Renaissancestil gehaltene Altar entstammt den Anfängen des 17. Jahrhunderts, die frühbarocke Kanzel trägt das Datum 1635[2]. Die Barockorgel wurde 1696 von Valentin Ulrich Grotian gebaut und 1847-49 von Arnold Rohlfs umgebaut. Sie verfügt über neun Register. Der aus Backsteinen gemauerte Glockenturm der St.-Ägidien-Kirche steht frei und stammt von 1695[3].

Religion

Der weitaus überwiegende Teil der Einwohner Stedesdorfs gehören zur Evangelisch-lutherischen Kirchengemeinde Stedesdorf - Thunum. Die römisch-katholischen und evangelisch-freikirchlichen Christen werden von ihren Kirchen in Esens aus seelsorgerlich betreut.

Politik

Wappen

Das Wappen der Gemeinde zeigt einen nach nichtheraldisch links gewendeten, goldenen Löwen auf blauem Grund mit einer roten Zunge, der in seinen Tatzen ein Büschel mit vier Ähren trägt. Die Ähren stehen für die vier Ortsteile Mamburg, Osteraccum, Thunum und Stedesdorf.

Anmerkungen

  1. Ev.-luth. Kirchengemeinde Stedesdorf (Hrsg.): 1137 - 1987. Die St. Aegidien-Kirche zu Stedesdorf. Geschichte einer Kirchengemeinde, Stedesdorf 1987, S. 31
  2. Robert Noah: Ostfriesische Kirchen, Aurich, 1980 (2. Auflage), S. 34ff
  3. Robert Noah, a.a.O., S.35

Literatur

  • Evangelisch-lutherische Kirchengemeinde Stedesdorf (Hrsg.): 1137 - 1987. Die St. Aegidien-Kirche zu Stedesdorf. Geschichte einer Kirchengemeinde, Stedesdorf 1987

Weblinks

en:Stedesdorf

eo:Stedesdorf nl:Stedesdorf pl:Stedesdorf ro:Stedesdorf ru:Штедесдорф vo:Stedesdorf