Meinestadt.de - Stadtroda - 25.05.2012
Lexikon - meinestadt.de
| Wappen | Deutschlandkarte | |
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| Basisdaten | ||
| Bundesland: | Thüringen | |
| Landkreis: | Saale-Holzland-Kreis | |
| Höhe: | 200 m ü. NN | |
| Fläche: | 16,81 km² | |
| Einwohner: | 6288 (30. Dez. 2007)[1] | |
| Bevölkerungsdichte: | 374 Einwohner je km² | |
| Postleitzahlen: | 07641–07646 | |
| Vorwahl: | 036428 | |
| Kfz-Kennzeichen: | SHK | |
| Gemeindeschlüssel: | 16 0 74 094 | |
| Stadtgliederung: | 2 Ortsteile | |
| Adresse der Stadtverwaltung: | Straße des Friedens 17 07646 Stadtroda |
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| Webpräsenz: | ||
| Bürgermeister: | Harald Kramer (CDU) | |
Stadtroda (bis 1925 Roda) ist eine Kleinstadt im thüringischen Saale-Holzland-Kreis.
Inhaltsverzeichnis |
Stadtroda liegt an der Roda, einem Nebenfluss der Saale.
Angrenzende Gemeinden sind im Uhrzeigersinn Schlöben und Ruttersdorf-Lotschen im Norden, Quirla und Tissa im Osten, Tröbnitz, Geisenhain und Gneus im Süden sowie Großbockedra, Rausdorf und Laasdorf im Westen.
Stadtroda ist die erfüllende Gemeinde für die Gemeinden Bollberg, Möckern, Quirla und Ruttersdorf-Lotschen.
Zu Stadtroda gehören die Ortsteile Hainbücht und Gernewitz/Podelsatz.
Stadtroda geht auf eine Ansiedlung am Fluss Roda aus dem 10. Jahrhundert zurück und wurde 1247 im Zusammenhang mit einem Zisterzienserinnenkloster erstmalig erwähnt. Dieses Kloster diente den zu dieser Zeit in Ostthüringen auftretenden Herren von Lobdeburg als Grablege. Von den Grafen von Schwarzburg erhielt der Ort 1310 das Stadtrecht. Der Rat wurde 1403, der Bürgermeister 1434 genannt. Die Reformation führte 1531 zur Aufhebung des Klosters.
Die Stadt wechselte in ihrer Geschichte mehrmals den Besitzer: 1485 wurde sie ernestinisch, 1603 kam sie zu Sachsen-Altenburg, 1672 an Sachsen-Gotha, 1680 an Sachsen-Eisenberg und 1707 schließlich wieder an Sachsen-Altenburg.
1852 wurde die Gemeinden Roda und Kloster Roda vereinigt. 1876 kam der Bahnanschluss, und ein Jahr später wurde eine Holzwarenfabrik gebaut. Seit 1925 trägt Roda den Namen Stadtroda.
In der Zeit des Nationalsozialismus wurden die Gegner des Naziregimes verfolgt, zu denen neben politischen auch kriegsmüde wie der Dachdecker Max Nützer gehörte, der im April 1945 wegen „Wehrkraftzersetzung“ von einem SS-Kommando in der Sandgrube im Grüntal erschossen wurde. Sein Grab und das Grab zweier KZ-Opfer befinden sich als Gedenkstätte für die Opfer des Faschismus auf dem St.-Jakobs-Friedhof. In der Landesheilanstalt wurden zwischen 1934 und 1943 1.272 Menschen Opfer von Zwangssterilisationen. Aufgrund von „rassenhygienischen Maßnahmen“, also bewusst herbeigeführten Tod durch Krankheit erzeugende Medikamente sowie die Deportation im Rahmen des „Euthanasie“-Tötungsprogramms Aktion T4 starben zwischen 1939 und 1945 mehr als 4.000 Patienten. Auch die KPD-Reichstagsabgeordnete Helene Fleischer zählte zu den Opfern. Im heutigen Landesfachkrankenhaus für Psychiatrie wurde ihnen 1988 ein Denkmal errichtet. Während des Zweiten Weltkrieges wurden Kriegsgefangene und Zwangsarbeiter aus mehreren europäischen Ländern in Stadt und Umland eingesetzt: u.a. in den Möbelwerken Gebr. Glaser und in der Marmeladenfabrik. Insgesamt 1.582 Personen waren in 13 „Ostarbeiterlagern“ untergebracht. Auf dem Sankt-Jakobs-Friedhof befindet sich seit 1999 die Gedenkstätte für zahlreiche Opfer von Kriegsgefangenschaft und Zwangsarbeit. Eine Stele im Park des Landesfachkrankenhauses erinnert seit 1985 an die Opfer eines Todesmarsches von Häftlingen des KZ-Außenkommandos Oberndorf.[2]
Entwicklung der Einwohnerzahl:
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Seit der Kommunalwahl vom 27. Juni 2004 setzt sich der Stadtrat wie folgt zusammen:
Die Wahlbeteiligung lag bei 50,6 %.
Bürgermeisterwahlen 2006
Sehenswerte Bauwerke sind das barocke Schloss aus dem 17. Jahrhundert, die Salvatorkirche aus dem späten 16. Jahrhundert und die romanisch-gotisch-barocke Heilig-Kreuz-Kirche, mit deren Bau um 1040 begonnen wurde.
Mit dem Roten Tor, dem einzigen noch erhaltenen Stadttor, verbindet sich folgende Überlieferung aus dem Jahr 1450:
Zwischen Kloster Roda (damals noch eigenständig) und dem Stadtrat Rodas kam es zu einem Streit über Bierbraurechte. Der Propst des Klosters rief den Grafen Heinrich von Gera zur Hilfe. Roda verschloss die Tore der Stadt vor den anrückenden Truppen. Ein Riegel für das Rote Tor konnte nicht gefunden werden und wurde durch eine Möhre ersetzt. In der folgenden Nacht wurde diese Möhre durch die Ziege eines Schneiders gefressen und der Feind konnte in die Stadt eindringen. So verlor Roda diesen Krieg.
An den Bürgern Rodas blieb der Spottname Rodsche Möhrenschaber haften. Das Wappen der Stadt, das heute drei rote Türme enthält, soll ursprünglich aus drei Möhren bestanden haben.
Fußball wird beim FSV Grün-Weiß Stadtroda gespielt, seit 2000 gibt es in diesem Verein, nach der Einweihung des Rodasstadion auch eine Leichtathletik Abteilung, bekanntestes Ehrenmitglied beim FSV ist DFB-Präsident Dr. Theo Zwanziger, der ihm seit 1993 angehört und 2006 zum Ehrenmitglied ernannt wurde. Der Handball wird vom Stadtrodaer TSV 1890 erfolgreich gepflegt.Wie zahlreiche Nachwuchsmannschaften zeigen, ist der Handball in Stadtroda wieder sehr beliebt
Neben evangelischer und katholischer Kirche finden sich in Stadtroda auch der CVJM und die Adventgemeinde.
Der zweigleisige Bahnhof Stadtroda liegt an der Mitte-Deutschland-Verbindung und ist mit drei Linien der Deutschen Bahn an das überregionale Nahverkehrsnetz angeschlossen. Es steht ein rechnerischer 40-Minuten-Takt Erfurt Hauptbahnhof-Jena West-Göschwitz (Saale)-Stadtroda-Hermsdorf-Klosterlausnitz-Gera Hauptbahnhof zur Verfügung, die Verbindung Göttingen-Erfurt Hauptbahnhof-Göschwitz (Saale)-Stadtroda-Hermsdorf-Klosterlausnitz-Gera Hauptbahnhof-Chemnitz Hauptbahnhof/Zwickau Hauptbahnhof wird zweistündlich bedient.
Stadtroda ist über die Bundesautobahn 4 (Erfurt-Hermsdorfer Kreuz) zu erreichen.
Nach einigen eventuell fragwürdigen Quellen wurde Faust 1480 in Roda geboren. Sein Geburtshaus wurde 1896 abgerissen und nach Chicago verkauft. Dort sollte es in der „Germany“-Halle der Weltausstellung gezeigt werden. Der Verbleib des Hauses ist unbekannt.
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