Meinestadt.de - Speicher - 25.05.2012
Lexikon - meinestadt.de
| Wappen | Deutschlandkarte | ||
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| Basisdaten | |||
| Bundesland: | Rheinland-Pfalz | ||
| Landkreis: | Eifelkreis Bitburg-Prüm | ||
| Verbandsgemeinde: | Speicher | ||
| Höhe: | 330 m ü. NN | ||
| Fläche: | 15,37 km² | ||
| Einwohner: | 3121 (30. Dez. 2007) | ||
| Bevölkerungsdichte: | 203 Einwohner je km² | ||
| Postleitzahl: | 54662 | ||
| Vorwahl: | 06562 | ||
| Kfz-Kennzeichen: | BIT | ||
| Gemeindeschlüssel: | 07 2 32 123
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| Adresse der Verbandsverwaltung: | Bahnhofstr. 36 54662 Speicher |
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| Webpräsenz: | |||
| Ortsbürgermeister: | Erhard Hirschberg | ||
Speicher ist eine Ortsgemeinde nahe der Kyll im Eifelkreis Bitburg-Prüm und Sitz der gleichnamigen Verbandsgemeinde.
| Datei:Eifelkreis speicher.png |
Inhaltsverzeichnis |
Die Eifelgemeinde liegt in der Natur- und Kulturlandschaft der Südeifel unweit von Bitburg. Speicher befindet sich 20 Kilometer nördlich von Trier und 19 Kilometer westlich der Kreisstadt Wittlich (jeweils Luftlinie).
Erstmals genannt wird Speicher 834 in einer Urkunde als madabodi spicarium (spicarium von lat. spica = Ähre), 1136 taucht der Name Spichera in einer Urkunde auf. Altertumsfunde im Speicherer Wald, die römischen Ursprungs sind, lassen jedoch darauf schließen, dass Speicher noch älter ist. Speicher stand seit 1354 unter luxemburgischer Landeshoheit und zählte zur „Herrschaft Bruch“. 1815 wurde Speicher dem Königreich Preußen zugeschlagen. Den Römern ist die Entwicklung einer gegen Ende des ersten und zu Beginn des zweiten Jahrhunderts n. Chr. blühenden Töpferindustrie zu verdanken, die bis in die Gegenwart als heimische Industrie fortlebt. Zahlreiche im Speicherer Wald ausgegrabene Öfen und Tonwarenfunde zeugen von einer umfangreichen Fertigung von Tonwaren und Ziegeln bis ins 5 Jh. hinein. Die Tonwaren wurden durch reiche Speicherer Kaufleute im Wandergewerbe über ganz Deutschland hin und darüber hinaus in den Nachbarländern zum Kauf angeboten.
In schwarz eine eingeschweifte rote Spitze, darin eine wachsende goldene Ähre; vorne ein goldener Krug, hinten ein goldenes Töpferrad. Durch die Symbole Krug und Töpferrad weist das Gemeindewappen hin auf die außergewöhnliche große Bedeutung der Keramikindustrie im Gebiet von Speicher, die bis in die römische Zeit zurückreicht. Zu neuer Blüte gelangt die Tonwarenfabrikation im 14. Jahrhundert. Um 1485 wird eine Bruderschaft der Krugbäcker gegründet. Die Ähre ist Hinweis auf die Urform des Ortsnamens „Spicarium“ der auf (lat.) spica = die Ähre zurückgeht.
Der Gemeinderat in Speicher besteht aus 20 gewählten Mitgliedern und dem Ortsbürgermeister als Vorsitzenden.
Sitzverteilung im gewählten Gemeinderat:
| SPD | CDU | FDP | Gesamt | |
| 2004 | 5 | 12 | 3 | 20 Sitze |
(Stand: Kommunalwahl am 13. Juni 2004)
Die Ortsgemeinde beherbergt ein Heimatmuseum.
Speicherer Wahlspruch: Wat mir geen, dat geema gär, äwa ma geen neist.
Die Heimatsprache der Speicherer ist Moselfränkisch in seiner lokal gefärbten Art. Zum Moselfränkisch der Nachbargemeinden gibt es kleine aber feine Unterschiede. Das typische Beispiel hierfür ist das „eecht“ für die Zahl acht, die von den Nachbargemeinden mit „aacht“ übersetzt wird. Während man bspw. in Herforst „oabichten“ (arbeiten) geht, gehen die Speicherer „schaffen“.
So wie das luxemburgische Moselfränkisch mit einer Vielzahl französischer Begriffe gespickt ist, so ist das Speicherer mit jenischen Ausdrücken durchsetzt, was auf die Tradition der ambulanten Händler zurückzuführen ist. Beispiel: Den Houtz beknäst miaz. (Der Mann versteht nichts.)
Historisch ist Speicher wie nahezu die gesamte Eifel katholisch geprägt; so sind ca. 76,8 % der Einwohner katholisch, 9,9 % evangelisch, die restlichen knapp 13,3% anderer oder ohne Religion. Über viele Jahrhunderte hinweg war die Stadt zum Erzstift und Kurfürstentum Trier gehörig, einem bedeutenden geistlichen Territorium im Heiligen Römischen Reich, dessen Erzbischof traditionell zu den sieben Kurfürsten zählte. Insbesondere wegen des Heiligkeitsanspruchs des Reichs war es nicht hinnehmbar, dass sich einzelne Regionen von der alten römischen Kirche abwandten. Erneuerungsbewegungen wie die Reformation konnten in der Region Trier und damit auch innerhalb Speichers niemals Fuß fassen. Zentrales Gotteshaus der Pfarrei St. Philippus u. Jakobus (Bistum Trier) ist die 1896, im neugotischen Stil erbaute, gleichnamige Pfarrkirche, welche mit ihrem hohen Turm auch heute noch das Ortsbild dominiert.
Der Bahnhof Speicher liegt an der Eifelbahn (KBS 474, siehe auch Eifelstrecke), auf der im Schienenpersonennahverkehr
verkehren.
Durchgeführt wird der Schienenpersonennahverkehr von der DB Regio Südwest, die für den Rhein-Mosel-Express Wendezüge aus fünf n-Wagen mit Vorspann Diesel-Lok der DB-Baureihe 218 für Geschwindigkeiten bis zu 140 km/h einsetzt und von der DB Regio NRW, die für den Eifel-Express und die Eifel-Bahn Diesel-Triebwagen der DB-Baureihe 644 in Ein- bis Dreifachtraktion für Geschwindigkeiten bis zu 120 km/h einsetzt. Für den gesamten Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) gilt der Tarif des Verkehrsverbunds Region Trier (VRT).
Einige Sprachbeispiele zum Speicherer Platt:
Auw an der Kyll | Beilingen | Herforst | Hosten | Orenhofen | Philippsheim | Preist | Spangdahlem | Speicher
eo:Speicher (Eifel) nl:Speicher (Eifel) ro:Speicher (Eifel) ru:Шпайхер (Айфель) vo:Speicher (Rheinland-Pfalz)