Freitag, 25.05.2012



Lexikon Suche


Sontra

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie

Wechseln zu: Navigation, Suche
Wikipedia:Hauptseite
Dieser Artikel behandelt die Stadt Sontra in Hessen. Der gleichnamige Nebenfluss der Wehre ist unter Sontra (Fluss) beschreiben.


Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Sontra
Sontra
Deutschlandkarte, Position der Stadt Sontra hervorgehoben
51.0697222222229.9344444444444265Koordinaten: 51° 4′ N, 9° 56′ O
Basisdaten
Bundesland: Hessen
Regierungsbezirk: Kassel
Landkreis: Werra-Meißner-Kreis
Höhe: 265 m ü. NN
Fläche: 111,29 km²
Einwohner: 8349 (30. Dez. 2007)
Bevölkerungsdichte: 75 Einwohner je km²
Postleitzahl: 36205
Vorwahl: 05653
Kfz-Kennzeichen: ESW
Gemeindeschlüssel: 06 6 36 011
Adresse der Stadtverwaltung: Marktplatz 6
36205 Sontra
Webpräsenz:
Bürgermeister: Karl-Heinz Schäfer (SPD)
Lage der Stadt Sontra im Werra-Meißner-Kreis

<imagemap>-Fehler: Bild ist ungültig oder nicht vorhanden

Sontra ist eine Kleinstadt im Werra-Meißner-Kreis im nordöstlichen Teil von Hessen, Deutschland.

Der Luftkurort Sontra ist als „Berg- und Hänselstadt“ bekannt, wobei „Bergstadt“ auf die Zeit der Stadt mit Kupferschiefer-Bergbau und „Hänselstadt“ auf die ehemalige Zugehörigkeit der Hanse verweist. In der Stadt, die sich auf 111,29 km² Fläche erstreckt, leben 8.568 Einwohner.

Inhaltsverzeichnis

Geographie

Ansicht der Altstadt von Sontra

Sontra liegt zwischen Bad Hersfeld (etwa 30 km südwestlich), Kassel (etwa 45 km nordwestlich) und Eisenach (etwa 35 km östlich) östlich des Stölzinger Gebirges, nördlich des Richelsdorfer Gebirges und westlich des Ringgaus. Durchflossen wird es von der Sontra, die bei Wehretal in die Wehre mündet, und Ulfe, die beim Ortsteil Wichmannshausen in die Sontra mündet.

Nachbargemeinden

Sontra grenzt im Norden an die Stadt Waldkappel und die Gemeinde Wehretal, im Osten an die Gemeinden Ringgau und Herleshausen (alle im Werra-Meißner-Kreis), im Südosten an die Gemeinde Gerstungen (im thüringischen Wartburgkreis), im Süden an die Gemeinden Wildeck und Nentershausen, sowie im Südwesten an die Gemeinde Cornberg (alle drei im Landkreis Hersfeld-Rotenburg).

Stadtgliederung

Neben der Kernstadt besteht Sontra aus den 15 Ortsteilen Berneburg, Blankenbach, Breitau, Diemerode, Heyerode, Hornel, Krauthausen, Lindenau, Mitterode, Stadthosbach, Thurnhosbach, Ulfen, Weißenborn, Wichmannshausen und Wölfterode.

Klima

Monatliche Durchschnittstemperaturen und -niederschläge für Sontra-Domäne Metzlar
Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
Max. Temperatur (°C) 2 4 9 13 18 20 23 23 18 13 7 2 Ø 12,7
Min. Temperatur (°C) -1 -1 2 4 8 11 13 13 10 6 2 0 Ø 5,6
Temperatur (°C) -1,1 -0,4 2,8 6,7 11,2 14,4 15,9 15,3 12,3 8,1 3,4 0,3 Ø 7,4
Niederschlag (mm) 52,4 42,1 52,4 52,7 67,5 74,6 66,9 67,3 49,6 49,9 57,1 63,5 Σ 696
Sonnenstunden (h/d) 1,12 2,09 3,31 4,81 5,97 6,30 6,42 5,99 4,61 3,28 1,33 0,85 Ø 3,8
T
e
m
p
e
r
a
t
u
r
2
-1
4
-1
9
2
13
4
18
8
20
11
23
13
23
13
18
10
13
6
7
2
2
0
N
i
e
d
e
r
s
c
h
l
a
g
52,4
42,1
52,4
52,7
67,5
74,6
66,9
67,3
49,6
49,9
57,1
63,5


Quelle: Max.- / Min-Temperaturen [1], Monatsdurchnittstemperaturen, Niederschläge und Sonnenstunden [2]

Geschichte

Sontra - Auszug aus der Topographia Hassiae von Matthäus Merian 1655

Im Jahre 775 wurde der Sontraner Stadtteil Ulfen erstmals erwähnt. Im 8. Jahrhundert wird auch Sontra selbst erstmals erwähnt. Der Ort war damals Mittelpunkt der Gesamtverwaltung und der obersten fränkischen Gerichtsbarkeit für den fränkischen Ringgau (Burg und Thing im Regnumsundern). Von den landgräflichen Vögten von Sontra nennen die vorhandenen Urkunden 1224 Gottfried von Wartburg und 1225 einen Herrn von Boyneburg aber schon als landgräfliche Ministerialen advocatus de Sunthra. Die ersten Gerichtsherren auf der Burg Sontra stammten mit hoher Wahrscheinlichkeit von dem Boyneburgern ab. Nach dem Aussterben dieses Zweiges in Sontra um 1330 und der Veräußerung der Schutzherrschaft nennt sich der älteste Zweig der Boyneburger bis zu seinem Aussterben im 16. Jahrhundert nur noch von Sontra.[3] 1232 wird eine Kunigunde de Suntraha genannt, die beim Besuch des Grabes der Heiligen Elisabeth in Marburg Heilung erfahren habe. Die Stadtrechte erhielt Sontra im Jahre 1368. Mindestens seit 1499 gibt es in Sontra den Kupferschieferbergbau, der bis in die fünfziger Jahre des 20. Jahrhunderts hinein betrieben wurde. In der zu Sontra gehörenden Siedlung Donnershag war in den 1920er Jahren die sogenannte Siedlungsgesellschaft "Freiland-Freigeld" ansässig.

Politik

Stadtverordnetenversammlung

Die Kommunalwahl am 26. März 2006 lieferte folgendes Ergebnis:

Parteien und Wählergemeinschaften %
2006
Sitze
2006
%
2001
Sitze
2001
CDU Christlich Demokratische Union Deutschlands 35,8 11 29,0 9
SPD Sozialdemokratische Partei Deutschlands 45,2 14 54,6 17
GRÜNE Bündnis 90/Die Grünen 2,1 1 2,9 1
FDP Freie Demokratische Partei 6,0 2 4,9 1
FWG Freie Wählergemeinschaft Sontra 10,9 3 8,5 3
Gesamt 100,0 31 100,0 31
Wahlbeteiligung in % 55,4 58,4

Magistrat

Der Magistrat besteht aus neun Stadträten. Davon entfallen vier Sitze auf die SPD, drei Sitze auf die CDU, ein Sitz auf die FWG sowie ein Sitz auf die FDP.

Bürgermeister

Gerhard Büchling (parteilos) wurde am 6. März 1994 mit einem Stimmenanteil von 52,9 % zum Bürgermeister gewählt und am 7. November 1999 mit einem Stimmenanteil von 66,8 % wiedergewählt. Das Amt übernahm anschließend Karl-Heinz Schäfer (SPD), der am 22. September 2002 mit einem Stimmenanteil von 67,5 % gewählt wurde. Bürgermeister Karl-Heinz Schäfer wurde am 1. Juni 2008 mit einem Stimmenanteil von 56,1 % wiedergewählt.

Wappen

Blasonierung: In Gold eine stilisierte blaue Rose. Auf der Rose ein golden bewehrter, neun Mal von Silber und Rot geteilter Löwe (Hessenlöwe).


Es gibt folgenden überlieferten Wappenspruch:

Die Stadt Sontra eine Rose hat,
Darinnen ein bunter Löwe staht'
Dem Fürsten treu sein wohlgebührt
und einer Stadt ihr' Namen ziert.

Städtepartnerschaften

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Bauwerke

Museen

  • Museum im alten Boyneburger Schloss im Stadtteil Wichmannshausen
  • Kleines Bergbau-Museum (Kupferschiefer-Bergbau) von Sontra
  • Steinmühlen-Museum in Sontra

Sport

Breitensport wird in der Stadt vom TV Sontra 1861 e.V. in mehreren Abteilungen betrieben. Der ortsansässige Fußballverein ist die SG Sontra 1919 e.V., der im Jahr 2009 in der Kreisliga A spielt. Weitere Sportarten können im Freizeit- und Erlebnisbad (Freibad) mit Riesenrutsche, einem Minigolfplatz und einem Kegelzentrum betrieben werden.

In der Stadt gibt es zwei Schützenvereine, die Schützengilde Sontra und den Sportschützenverein 1958 Sontra e.V.. Auf dem Dornberg bei Sontra betreibt der Mittelhessischen Verein für Flugsport e.V. Sontra/Bebra das Segelfluggelände Dornberg-Sontra.

Wirtschaft und Infrastruktur

Verkehr

Durch die Stadt führen die B 27 und die B 7. Die A44, die um die Stadtteile herum führen wird, ist in Planung bzw. im Bau. Autobahnanschluss über die A 4 (Abfahrt Wommen/Sontra). Bahnanschluss (Bahnhof Sontra an der Bahnstrecke Bebra–Göttingen).

Durch seine Lage zwischen drei flachen und waldreichen Mittelgebirgen, dem Stölzinger Gebirge, dem Richelsdorfer Gebirge und dem Ringgau, gibt es ein gut ausgebautes Netz von Rad- und Wanderwegen. Hier sind insbesondere der Hessische Radfernweg R5, der Barbarossaweg und der Europäische Fernwanderweg E6 zu nennen. Seit 2007 gibt es den Wetterlehrpfad-Nordhessen, ein regionaler Lehrpfad rund um den Ortsteil Wichmannshausen.

Staatliche Einrichtungen

Im Jahre 1962 wurde die Husarenkaserne errichtet. Hier war das Panzeraufklärungsbataillon 5 und die Panzeraufklärungskompanie 140 stationiert. Die Liegenschaft mit – am Ende – 780 Dienstposten wurde mit Wirkung zum 30. Juni 2008 aufgelöst.

Bildung

In Sontra gibt es die Adam von Trott-Schule (Gesamtschule), zwei Grundschulen und die Barbaraschule (Schule für Lernhilfe).

Persönlichkeiten

Persönlichkeiten, die vor Ort gewirkt haben

  • Kurt Reuber (1906-1944) war im Stadtteil Wichmannshausen von 1933 bis 1938 evangelischer Pfarrer. Von ihm stammt die berühmte Stalingradmadonna, die er zu Weihnachten 1942 anfertigte.
  • Karl Weyrich (1884-196?) war ab 1934 Sontraer Bürgermeister und nach seiner Pensionierung 1945 noch ehrenamtlich um die wirtschaftliche und kulturelle Entwicklung der Stadt bemüht.

Literatur

  • Jürgen Raabe: Zwangsarbeit bei der Kurhessischen Kupferschieferbergbau Sontra 1940 - 1945 : Erkundungen, Studien u. Dokumente, ISBN 3-88122-340-1

Einzelnachweise

  1. Max.- / Min-Temperaturen von MSN Weather – Bad Hersfeld, DEU
  2. Monatsdurchnittstemperaturen, Niederschläge und Sonnenstunden (Normalperiode 1961–1990) Daten vom DWD (Sonnenstunden jeweils durch 30 gemittelt)
  3. Alfred Schulze Der Ringgau und Sontra. In: Das Werraland, Heft3, Eschwege 1967, S.39-41

Weblinks

Commons Commons: Sontra – Bilder, Videos und Audiodateien
en:Sontra

eo:Sontra it:Sontra nl:Sontra pl:Sontra ro:Sontra ru:Зонтра vo:Sontra