Freitag, 25.05.2012



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Selfkant

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Dieser Artikel behandelt die Gemeinde Selfkant, zur gleichnamigen Landschaft siehe Selfkant (Landschaft).


Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Selfkant
Selfkant
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Selfkant hervorgehoben
51.0166666666675.916666666666769Koordinaten: 51° 1′ N, 5° 55′ O
Basisdaten
Bundesland: Nordrhein-Westfalen
Regierungsbezirk: Köln
Kreis: Heinsberg
Höhe: 69 m ü. NN
Fläche: 42,08 km²
Einwohner: 10.273 (30. Dez. 2007)[1]
Bevölkerungsdichte: 244 Einwohner je km²
Postleitzahl: 52538
Vorwahlen: 02456, Saeffelen 02455
Kfz-Kennzeichen: HS
Gemeindeschlüssel: 05 3 70 024
Gemeindegliederung: 16 Ortsteile
Adresse der Gemeindeverwaltung: Am Rathaus 13
52538 Selfkant
Webpräsenz:
Bürgermeister: Herbert Corsten (parteilos)
Lage der Gemeinde Selfkant im Kreis Heinsberg

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Der Selfkant (niederländisch Zelfkant) ist die westlichste Gemeinde in Deutschland. Sie liegt bei 5° 55' östlicher Länge im Kreis Heinsberg in Nordrhein-Westfalen und ist Mitglied im Zipfelbund.

Inhaltsverzeichnis

Geografie

Geografische Lage

Die Gemeinde Selfkant liegt zwischen den Flüssen Wurm im Osten und Maas im Westen. Dort befindet sie sich in der ländlichen Umgebung der Landschaft Selfkant rund 42 km südwestlich von Mönchengladbach und nur etwas östlich der niederländischen Stadt Sittard. Nur etwas nordwestlich des Ortsteils Isenbruch befindet sich der westlichste Punkt Deutschlands.

Ihre Grenze zu den Niederlanden ist rund 27 km lang, während die Verbindung mit anderen deutschen Gemeinden dagegen nur 6 km breit ist. Die Westspitze der Gemeinde Selfkant reicht bis auf 6,5 km an die Maas heran.

Naturschutzgebiete

  • Teverener Heide
  • Eiländchen
  • Hohbruch
  • Höngener und Saeffeler Bruch


Nachbargemeinden

Die nächsten größeren Städte sind Aachen, Köln, Heerlen (NL), Sittard (NL), Maastricht (NL) und Maaseik (B).

Orte

Großwehrhagen, Havert, Heilder, Hillensberg, Höngen, Isenbruch, Kleinwehrhagen, Millen (nl:), Saeffelen, Schalbruch, Stein, Süsterseel, Tüddern, Wehr, Millen-Bruch, Dieck

Geschichte

Die wichtigste Herrschaft des Selfkants im Mittelalter war zunächst Millen, der Sitz des Geschlechts der Herren von Millen, das im Jahre 1282 in die Herrschaft Heinsberg eingegliedert wurde. Schließlich erwarb im Jahre 1499 der Herzog von Jülich die Herrschaft Heinsberg und Millen wurde zum Sitz eines herzoglich-jülichschen Amtmannes. Die Orte Tüddern, Wehr, Süsterseel und Hillensberg gehörten zum Amt Born und ab 1709 zum Amt Sittard.

Von 1794 bis 1815 gehörte der Selfkant zum französischen Kanton Sittard. Nach dem Wiener Kongress 1815 kam der Selfkant an die preußische Rheinprovinz. Zu dieser Zeit wurde die Grenze zum benachbarten Königreich der Niederlande festgelegt und blieb bis kurz nach dem Zweiten Weltkrieg bestehen.

Die Niederlande forderten nach Beendigung des Zweiten Weltkrieges eine Entschädigung für die erlittenen Kriegsschäden in Form einer Gebietsabtretung. Hierzu wurde der Selfkant seit dem 23. April 1949 entsprechend der Schlusserklärung der Londoner Deutschland-Konferenz vom 23. Dezember 1948 unter niederländische Auftragsverwaltung gestellt.

In der folgenden Zeit wurde in den jetzt niederländischen Selfkant viel investiert, z. B. in den Bau von Wohnungen und Straßen. Im März 1957 begannen die offiziellen Verhandlungen zwischen dem Königreich der Niederlande und der Bundesrepublik Deutschland über die Rückgabe des Gebietes. Daraufhin wurde die den Selfkant durchquerende Straße N 274 mit Über- und Unterführungen kreuzungsfrei angelegt, um nach der Gebietsrückgabe eine schnelle Transitverbindung ohne Grenzabfertigung zwischen den niederländischen Städten Heerlen und Roermond zu ermöglichen.

Seit dem 1. August 1963 gehört das Gebiet nach Zahlung von 280 Mio. DM an das Königreich der Niederlande wieder uneingeschränkt zur Bundesrepublik Deutschland. Aus dem bestehenden Amt Selfkant wurden die alten Gemeinden Havert, Hillensberg, Höngen, Millen, Süsterseel, Tüddern und Wehr gebildet. Zwei Monate später, am 21. Oktober 1963, wurden die ersten Wahlen der Gemeinderäte unter deutscher Verwaltung abgehalten.

Die einzelnen Gemeinden sowie die Gemeinde Saeffelen aus dem Amt Waldfeucht wurden am 1. Juli 1969 zur Gemeinde Selfkant zusammengeschlossen.

1971 fand im Selfkant das jährliche Intercamp der Pfadfinder statt.

Der im Selfkant liegende Abschnitt der Straße zwischen Heerlen und Roermond wurde 2002 in deutsche Verwaltung übergeben, da die Transitregelung durch das Schengener Abkommen gegenstandslos geworden war. Die Straße wurde daraufhin, nach Herstellung einiger Kreuzungsanschlüsse, als L 410 in das deutsche Straßennetz einbezogen.

Politik

Bürgermeister

  • 1969–1984: Paul Heynen, CDU
  • 1984–2004: Willi Otten, CDU (ab 1. Januar 1996 hauptamtlich)
  • 2004–heute Herbert Corsten, WGR 2

Gemeinderat

  • CDU 14 Sitze
  • SPD 6 Sitze
  • FDP 5 Sitze
  • FW (PRO Selfkant) 3 Sitze

Städtepartnerschaften

Partnergemeinden der Gemeinde Selfkant sind die anderen Zipfelgemeinden der Bundesrepublik Deutschland, also die Gemeinden, die am weitesten nördlich, östlich und südlich liegen. Dabei handelt es sich um das schleswig-holsteinische List auf der Insel Sylt, um das sächsische Görlitz und um das bayerische Oberstdorf.

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Museen

  • Kleinbahnmuseum Selfkantbahn in Gangelt-Schierwaldenrath, bietet Fahrten mit der Dampfeisenbahn nach Geilenkirchen-Gillrath an
  • Musealer Bahnverkehr auf der Selfkantbahn. siehe auch : Eisenbahn im Kreis Heinsberg
  • Bauernmuseum Selfkant in Tüddern

Musik

Der Selfkant ist geprägt durch seine Musikkultur, die sich insbesondere in der jährlichen Ausspielung der Selfkantplakette unter den Spielmannszügen zeigt.

  • Instrumentalverein St. Cäcilia Tüddern 1912 e.V.
  • Instrumentalverein Süsterseel e.V.
  • Musikverein „St. Gregorius“ Saeffelen e.V.
  • Musikverein „St. Martinus“ Schalbruch e.V.
  • Spielmannszug 1920 „Edelweiß“ Havert e.V.
  • Spielmannszug Saeffelen 1921 e.V.
  • Spielmannszug Wehr e.V.
  • Trommler-, Pfeifer- und Fanfarenkorps Höngen e.V.
  • Trommler- und Pfeiferkorps „St. Martini“ Isenbruch e.V.
  • Trommler- und Pfeiferkorps Selfkant-Schalbruch e.V.
  • Trommler- und Pfeiferkorps Hillensberg e.V.
  • Trommler- und Pfeiferkorps „Selfkantia“ Süsterseel e.V.
  • Trommler- und Pfeiferkorps Millen e.V.
  • Jagdhornbläser St. Bavo Grenzland e.V.

Bildung

  • Realschule des Schulverbandes Selfkant in Gangelt
  • Mercator-Schule Selfkant-Gangelt-Geilenkirchen
  • Ganztagshauptschule Höngen
  • Astrid-Lindgren-Grundschule
  • Kath. Grundschule Selfkant II

Einzelnachweise


Literatur

  • Jakob Cals: Geschichte des Kirchenspiels von Havert. Hrsg.: Schützenbruderschaft St. Johannes Havert. Geilenkirchen 1989.
  • Albert Baeumer und Alfred Bekker: Mercator, Mord und Möhren – Hetzjagd durch den Selfkant. Kriminalroman über den Selfkant als erster deutscher Tourismuskrimi. Hrsg: Selfkant-Verlag, 2007.
  • Albert Baeumer und Alfred Bekker: Kaffee, Kunst und Kaviar – Letzte Ausfahrt Selfkant. Kriminalroman über den Selfkant als erster deutscher Kunst-Tourismuskrimi. Hrsg: Selfkant-Verlag, 2008.

Persönlichkeiten

Söhne und Töchter des Selfkants

Siehe auch


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