Meinestadt.de - Schönau/Odenwald - 25.05.2012
Lexikon - meinestadt.de
| Wappen | Deutschlandkarte | |
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| Basisdaten | ||
| Bundesland: | Baden-Württemberg | |
| Regierungsbezirk: | Karlsruhe | |
| Landkreis: | Rhein-Neckar-Kreis | |
| Höhe: | 180 m ü. NN | |
| Fläche: | 22,49 km² | |
| Einwohner: | 4696 (30. Dez. 2007)[1] | |
| Bevölkerungsdichte: | 209 Einwohner je km² | |
| Postleitzahl: | 69250 | |
| Vorwahl: | 06228 | |
| Kfz-Kennzeichen: | HD | |
| Gemeindeschlüssel: | 08 2 26 080 | |
| Adresse der Stadtverwaltung: | Rathausstraße 28 69250 Schönau |
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| Webpräsenz: | ||
| Bürgermeister: | Marcus Zeitler | |
| Lage der Stadt Schönau im Rhein-Neckar-Kreis | ||
| Datei:Schoenau in HD.png | ||
Schönau ist eine Stadt mit rund 4700 Einwohnern im Rhein-Neckar-Kreis in Baden-Württemberg. Die Siedlung entstand um das Kloster Schönau und gehörte wie das eingemeindete Altneudorf jahrhundertelang zur Kurpfalz.
Inhaltsverzeichnis |
Die Stadt Schönau liegt am Südhang des Odenwalds im Tal des Flüsschens Steinach, einem rechten Zufluss des Neckars.
Das Stadtgebiet grenzt im Norden an Heiligkreuzsteinach, im Nordosten an Heddesbach, im Osten an die Stadt Hirschhorn und im Südosten an die Stadt Neckarsteinach, beide im hessischen Landkreis Bergstraße, im Süden an die Stadt Neckargemünd und im Westen an die Gemeinde Wilhelmsfeld sowie an die Stadt Heidelberg.
Zur Stadt Schönau gehört die ehemalige Gemeinde Altneudorf.
Zur ehemaligen Gemeinde Altneudorf gehörten die Dörfer Oberdorf und Unterdorf. Zur Stadt Schönau in den Grenzen vom 8. Mai 1975 gehörten die Stadt Schönau, die Orte Bei Altneudorf, Landheim Lessingschule (Lochmühle) und Lindenbach und die Häuser Hasselbacherhof. Im Gebiet der Stadt Schönau liegt außerdem die Wüstung Bauerländerhof.[2]
Die dokumentierte Geschichte Schönaus beginnt mit der Gründung des Klosters Schönau durch das Bistum Worms im Jahre 1142. Das Kloster gelangte noch im 12. Jahrhundert unter die Schirmherrschaft der Kurpfalz und wurde zum Hauskloster, Aufenthaltsort und Grablege der Pfalzgrafen bei Rhein. In der Reformationszeit wurde die Kurpfalz protestantisch und das Kloster wurde 1558 durch Kurfürst Ottheinrich einem weltlichen Pfleger unterstellt und die Mönche vertrieben. Die herrschaftlichen Rechte gingen an die Pflege Schönau über. 1562 wurden 35 hugenottische Flüchtlingsfamilien aus Wallonien auf dem Klostergelände angesiedelt, die die Klosteranlagen zu Wohnzwecken umbauten. Die Immigranten brachten ihr Handwerk, hauptsächlich Weberei und Färberei, in die bäuerlich geprägte Umgebung ein. Um 1600 wurde Schönau erstmals als Stadt bezeichnet. Nach der Zerstörung der Burg Waldeck im Dreißigjährigen Krieg wurde der Verwaltungssitz der sogenannten Kellerei Waldeck nach Schönau verlegt, wo er bis 1803 blieb.
Zu Beginn des 19. Jahrhunderts gelangte Schönau zu Baden. Um 1900 hatte Schönau rund 2000 Einwohner. 1935 wurde Schönau das Stadtrecht entzogen, das es 1956 zurückerhielt. Nach dem Zweiten Weltkrieg nahm Schönau 553 Flüchtlinge auf, so dass die Einwohnerzahl bis 1947 auf 3.035 anstieg.
Altneudorf wurde 1316 als „Nuendorf“ erstmals urkundlich erwähnt. Die Siedlung wurde von den Strahlenbergern von der Burg Waldeck aus vermutlich im 13. Jahrhundert angelegt. Mit der Burg gelangte sie 1357 zur Kurpfalz und nach deren Auflösung 1803 zu Baden. Erst zu Beginn des 18. Jahrhunderts setzte sich zur Unterscheidung von Wilhelmsfeld der Name Altneudorf durch. Der Ort hatte zwar eine eigene Gemarkung und eigenes Vermögen, gehörte aber politisch zu Heiligkreuzsteinach bis er 1844 selbständig wurde.
Die Stadt in ihrer heutigen Form entstand im Zuge der Gemeindereform in Baden-Württemberg durch Vereinigung der Stadt Schönau und der Gemeinde Altneudorf am 9. Mai 1975.
| Jahr | 1727 | 1818 | 1852 | 1905 | 1939 | 1950 | 1975 | 2000 |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Altneudorf | 116 | 302 | 501 | 487 | 581 | 765 | ||
| Schönau | 470 | 1163 | 1974 | 2056 | 2104 | 3031 | ||
| Gesamt[3] | 586 | 1465 | 2475 | 2543 | 2685 | 3796 | 4381 | 4786 |
Die Stadt ist Sitz des Gemeindeverwaltungsverbands Schönau (Mitgliedsgemeinden: Heddesbach, Heiligkreuzsteinach, Wilhelmsfeld, Stadt Schönau) und des Abwasserzweckverbandes Steinachtal (Mitgliedsgemeinden Heiligkreuzsteinach, Wilhelmsfeld, Stadt Schönau).
Dem Gemeinderat gehören neben dem Vorsitzenden und Bürgermeister 14 Mitglieder an. Seit der Wahl 2004 sind acht von der SPD und sechs von der CDU dort vertreten.
In Schönau und Altneudorf gibt es zwei politische Ortsgruppen und eine politische Jugendorganisation. Die Parteien sind SPD und CDU. Die politische Jugendorganisation ist die Junge Union als Bestandteil der Junge Union Neckar- und Steinachtal.
Seit dem 8. Oktober 2007 ist Marcus Zeitler (CDU) Bürgermeister von Schönau. Zeitler hatte die Bürgermeisterwahlen in einem zweiten Wahlgang am 29. Juli 2007 mit knappem Vorsprung vor dem langjährigen Amtsinhaber Philipp Krämer (SPD) für sich entschieden. In der lokalen Presse war dieser Wechsel in der sogenannten „roten Hochburg“ Schönau als „Sensation“ und „Erdrutsch“ gewertet worden.
Die Blasonierung des Wappens lautet: In Silber ein mit der Krümme nach hinten (links) gekehrter, aus dem Unterrand hervorgehender blauer Bischofsstab, um dessen Schaft der blaue lateinische Großbuchstabe S geschlungen ist. Es lässt sich seit 1862 nachweisen und entspricht dem Wappen des Klosters.
Die Stadtflagge ist untypisch nicht vom Wappen hergeleitet, sondern ist von Violett und Weiß geviert und enthält in jedem Feld einen grünen Wellenbalken. Sie ist bereits 1604 in einem Wappenbuch Friedrichs IV. abgebildet.[4]
Die evangelische Kirche wurde um 1230 als Herrenrefektorium des Klosters „in der schönen Au“ im spätromanischen Stil erbaut mit frühgotischen Elementen von Baumeistern aus Burgund. Der Dreisitz aus dem Chorgestühl entstammt der ehemaligen Klosterkirche.
Das Klostertor ist aus der Zeit um 1200. Links vom Tor befindet sich das sogenannte Torhaus in Fachwerkbauweise auf den Fundamenten der ehemaligen „Georgskapelle an der Pforten“, erbaut um 1600, von der auch der frühgotische Torbogen zum Torhaus stammt.
Die sogenannte Hühnerfautei ist ein um 1250 im romanischen Stil errichtetes ehemaliges Klostergebäude, in dem das stadtgeschichtliche Museum eingerichtet wird und das als Kulturzentrum für Ausstellungen, Konzerte usw. dient. Der Name „Hühnerfautei“ bringt offenkundig die Tätigkeit des Zinsmeisters mit dem Gebäude in Verbindung. Bei dem auch unter dem Namen Hühnerfaut (Vogt) tätigen Beamten mussten früher Steuerleistungen in Geld oder Naturalien abgegolten werden.
Das Rathaus steht auf den Fundamenten des Kapitelsaales des ehemaligen Zisterzienserklosters. Vom Kapitelsaal aus wurde das Kloster regiert. In ihm tagte der Konvent und wurden Verträge geschlossen. Im Kapitelsaal waren nach den Ordensvorschriften die Äbte, teilweise auch hohe weltliche Persönlichkeiten beigesetzt, wie z. B. auch Konrad von Hohenstaufen, Pfalzgraf bei Rhein, gest. 1195, der ein Bruder von Kaiser Barbarossa war.
Das Wallonenhaus, ein Fachwerkhaus von 1588, steht auf den Fundamenten der ehemaligen Klosterschmiede. 1357 wurde hier die Klosterglocke gegossen. Sie ist die älteste Glocke des Odenwaldes und befindet sich heute auf dem Turm der evangelischen Stadtkirche Erbach im Odenwald. Sie wurde von den Schenken von Erbach, nach Aufhebung des Klosters, im Jahre 1563 nach dort geholt.
Schönau verfügt über mehr als sechzig Vereine, die sich dem Sport, der Kultur oder einfach nur der Lebensfreude widmen.
Das Schönauer-Sportzentrum (SSFZ – Schul-, Sport- und Freizeitzentrum) besteht aus einem Fußballplatz mit Leichtathletikanlage einschließlich eines Werferplatzes, einer Sporthalle, einer Tennisanlage mit drei Plätzen und einem Bolzplatz. Des Weiteren gibt es im Stadtteil Altneudorf einen weiteren Fußballplatz und eine Sporthalle. Diese Sportanlagen werden vom TGM (Tauchgemeinschaft Marlin e.V.), VfB Schönau (Fußball und anderes), TSV Schönau (Basketball, Leichtathletik, Turnen (inkl. Tanz), Ski und Tennis) und dem SV Altneudorf (Fußball) genutzt.
Es existieren einige Gasthäuser und Restaurants mit langer Tradition.
Die bekanntesten Unternehmen sind die Schönauer Schulmöbelfabrik (Firma Mannschott), die Firmen Beckenbach GmbH und Odenwald-Chemie sowie im Stadtteil Altneudorf die Firma Schwarzbeck Mess-Elektronik.
Zwischen 1928 und 1981 war Schönau über eine Nebenbahn nach Neckarsteinach an das Eisenbahnnetz angeschlossen, der Personenverkehr wurde bereits 1969 eingestellt. Heute führen in die umliegenden Gemeinden Buslinien. Im nahegelegenen Neckarsteinach befindet sich ein Bahnhof mit Anschluss an die S-Bahn Rhein-Neckar. Schönau gehört zum Tarifgebiet des Verkehrsverbunds Rhein-Neckar.
Durch Schönau verläuft die Landesstraße 535, die im Süden zur Bundesstraße 37 (Heidelberg–Mosbach) führt.
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