Freitag, 25.05.2012



Lexikon Suche


Schmiedeberg (Erzgebirge)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie

Wechseln zu: Navigation, Suche
Wappen Deutschlandkarte
Wappen fehlt
Hilfe zu Wappen
Schmiedeberg (Erzgebirge)
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Schmiedeberg hervorgehoben
50.837513.675277777778Höhenangabe falsch oder mehr als zwei NachkommastellenKoordinaten: 50° 50′ N, 13° 41′ O
Basisdaten
Bundesland: Sachsen
Direktionsbezirk: Dresden
Landkreis: Sächsische Schweiz-Osterzgebirge
Höhe: 420–560 m ü. NN
Fläche: 40,76 km²
Einwohner: 4679 (30. Dez. 2007)[1]
Bevölkerungsdichte: 115 Einwohner je km²
Postleitzahl: 01762
Vorwahl: 035052
Kfz-Kennzeichen: PIR (alt: DW)
Gemeindeschlüssel: 14 6 28 350
Gemeindegliederung: 8 Ortsteile
Adresse der Gemeindeverwaltung: Pöbeltalstraße 1
01762 Schmiedeberg
Webpräsenz:
Bürgermeister: Volkmar Kaupert (CDU)

Schmiedeberg ist eine Gemeinde im Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge in Sachsen.

Inhaltsverzeichnis

Geographie

Die Gemeinde befindet etwa 23 km südlich der Landeshauptstadt Dresden und ca. 6 km südlich der Stadt Dippoldiswalde, im Tal der Roten Weißeritz am Nordhang des Osterzgebirges. In Schmiedeberg mündet der Pöbelbach.

Gemeindegliederung

Die Ortsteile sind Ammelsdorf, Dönschten, Hennersdorf, Naundorf, Niederpöbel, Obercarsdorf, Oberpöbel, Sadisdorf, Schmiedeberg und Schönfeld.

Geschichte

Die Ortsteile Naundorf als Nuwindorf und Sadisdorf Saidesdorf werden im Jahr 1404 erstmals urkundlich erwähnt. Am 29. September 1412 wird Schmiedeberg als Smedewerg erstmals erwähnt. 1492 erscheint ein Hammer zu Neuschmiedeberg in dem die Eisenerze aus Schellerhau und Berggießhübel verarbeitet wurden und welcher als eines der ältesten Hammerwerke des Erzgebirges gilt. Den Namen verdankt der Ort seinen Ort zahlreichen Hütten des ansässigen Bergbaues. 1521 wird auf der Weißeritz das Flößen erstmals erwähnt. Ursprünglich gehörte der Ort zur Herrschaft Weesenstein, im 16. Jahrhundert wurde es der Herrschaft Bärenstein, unter der Familie Kölbel, belehnt. Aus dem Vorwerk mit Zinnabbaurechten wurde dann das Rittergut Schmiedeberg. 1644 wird noch vom Bergflecken Schmiedeberg gesprochen, 1752 vom Bergstädtlein. 1675 erhielt der Ort das Stadtrecht, erlangte jedoch nie eine städtische Verfassung. Im 18. Jahrhundert wurde der Eisenhammer und der Eisenhüttenbetrieb von der Altenberger Zwitterstockgesellschaft übernommen.

Schmiedeberg wird seit 1833 nur noch Dorf genannt. 1880 wurde das Hammerwerk stillgelegt, das Eisenwerk überdauerte bis zur Wende.1897 wütet ein schweres Hochwasser im Tal der Roten Weißeritz (Hochwasser und Naturkatastrophen in Sachsen) . 1898 erhält Schmiedeberg den Fernsprechanschluß. 1912 wurde die Graugießerei gebaut. Am 21. März 1933 wird am Gemeindeamt die Hakenkreuzfahne aufgezogen, Hitler, Hindenburg, Mutschmann wurden Ehrenbürger von Schmiedeberg. 1946 wurden die „Vereinigten Werkstätten Schmiedeberg“ mit 150 Arbeitsplätzen gegründet (1949 aufgelöst bzw. in VEB überführt). Die VEB Gießerei- und Maschinenbau Ferdinand Kunert beschäftigte bis zur Wende Hunderte Arbeiter, wodurch sich auch der Ort stark vergrößerte.

Gedenkstätten

  • Grabstätte und Gedenktafel auf dem Friedhof des Ortsteiles Hennersdorf für drei unbekannte KZ-Häftlinge, die bei einem Todesmarsch aus einem der Außenlager der KZ Flossenbürg oder KZ Buchenwald von SS-Männern ermordet wurden
  • Grabstätte und Gedenkstein auf dem Friedhof des Ortsteiles Sadisdorf erinnern an 26 KZ-Häftlinge, die bei einem Todesmarsch aus einem der KZ-Außenlager am Herrenweg von SS-Männern durch Genickschuss ermordet wurden
  • Ein Gedenkstein an der B 170 im Park neben der Gemeindeverwaltung erinnert an sieben KZ-Häftlinge eines Todesmarsches zum Außenlager Dresden SS-Pionierkaserne des KZ Flossenbürg, die im April 1945 von SS-Männern ermordet wurden

Geschichte der Ortsteile

1935 wurde Niederpöbel eingemeindet.
1994 wurde Dönschten, das bereits von 1. August 1945 bis 1948 Teil von Schmiedeberg war, eingemeindet. Oscar von Kohorn bzw. die „Freiherr-Kohorn-Stiftung zur Chemnitzer Kindererholungsfürsorge gründete in den 1920er Jahren das erste städtische Kindererholungsheim in Dönschten. Dank Kohorns Engagement wurden in den ersten fünf Jahren seines Bestehens fast 1700 bedürftige Knaben und Mädchen beherbergt.
Nach 2000 wurden Obercarsdorf, Ammelsdorf, Naundorf, Sadisdorf und Hennersdorf eingemeindet.

Einwohnerentwicklung

Datei:Einwohner-schmiedeberg.png
Einwohnerentwicklung des Ortes

Entwicklung der Einwohnerzahl (Datenstand ab 1998: 31. Dezember)[2]:

  • 1548/52 – 25 besessene Mann und 25 Inwohner (ca. 150 Einwohner)
  • 1748/64 – 21 besessene Mann und 19 Häusler (ca. 200 Einwohner)
  • 1834 –   439 Einwohner
  • 1871 –   513 Einwohner
  • 1890 –   749 Einwohner
  • 1910 – 2.402 Einwohner
  • 1925 – 2.432 Einwohner
  • 1939 – 2.518 Einwohner
  • 1946 – 3.184 Einwohner
  • 1960 – 8.832 Einwohner
  • 1990 – 5.649 Einwohner [3]
  • 1998 – 3.462 Einwohner
  • 2004 – 5.006 Einwohner
  • 2007 – 4.679 Einwohner

Politik

Gemeinderat

Die 18 Sitze des Gemeinderates verteilen sich seit der Gemeinderatswahl am 13. Juni 2004 auf die einzelnen Parteien und Gruppierungen wie folgt:

CDU SPD FWG PDS
8 Sitze 3 Sitze 5 Sitze 2 Sitze

Partnerstädte

Wirtschaft und Infrastruktur

Ansässige Unternehmen

  • Schmiedeberger Gießerei GmbH
  • Sachsenküchen (1908 gegründet)
  • Ausbau + Technik
Kirche "Zur Heiligen Dreifaltigkeit"

Verkehr

Die B 170 führt durch das Gemeindegebiet. Hier zweigt auch die B 171 Richtung Marienberg ab. Etwa 20 km südlich liegt die Grenze zur Tschechischen Republik.

Im Jahr 1882 erhielt der Ort eine Eisenbahnverbindung mit Freital und Dippoldiswalde über die schmalspurige Weißeritztalbahn. Seit dem Hochwasser 2002 ist die Strecke nicht mehr in Betrieb, ein Wiederaufbau ab Dippoldiswalde ist ab 2009 geplant.

Sehenswürdigkeiten

Die Schmiedeberger Kirche Zur Heiligen Dreifaltigkeit wurde nach Plänen von George Bähr zwischen 1713 und 1718 erbaut. In ihr befindet sich eine Orgel und ein Kanzelaltar. Der aus Sandstein gefertigte Taufstein stammt vom Dresdner Hofbildhauer Johann Benjamin Thomae.

Im Stadtgebiet liegt der 200 Meter lange Eisenbahnviadukt der Weißeritztalbahn sowie Spuren der geplanten Pöbeltalbahn. Das Stadtgebiet gehört zum Naturraum Osterzgebirge. Im Vereinshaus befindet sich ein Schulmuseum.

Söhne und Töchter

Weblinks

Commons Commons: Schmiedeberg – Bilder, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Statistisches Landesamt des Freistaates Sachsen: Bevölkerungsentwicklung
  2. Gerhardt Müller: Zwischen Müglitz und Weißeritz. Werte der deutschen Heimat Bd. 8. Berlin 1964. / Statistisches Landesamt Sachsen
  3. Datenstand zum 3. Oktober 1990
en:Schmiedeberg, Saxony

eo:Schmiedeberg (Ercmontaro) it:Schmiedeberg nl:Schmiedeberg (Erzgebirge) ro:Schmiedeberg (Erzgebirge) ru:Шмидеберг (Рудные горы) sv:Schmiedeberg vo:Schmiedeberg