Meinestadt.de - Scheßlitz - 25.05.2012
Lexikon - meinestadt.de
| Wappen | Deutschlandkarte | |
|---|---|---|
| |
|
|
| Basisdaten | ||
| Bundesland: | Bayern | |
| Regierungsbezirk: | Oberfranken | |
| Landkreis: | Bamberg | |
| Höhe: | 310 m ü. NN | |
| Fläche: | 94,88 km² | |
| Einwohner: | 7160 (30. Dez. 2007) | |
| Bevölkerungsdichte: | 75 Einwohner je km² | |
| Postleitzahl: | 96110 | |
| Vorwahl: | 09542 | |
| Kfz-Kennzeichen: | BA | |
| Gemeindeschlüssel: | 09 4 71 185 | |
| Stadtgliederung: | 30 Stadtteile | |
| Adresse der Stadtverwaltung: | Hauptstraße 34 96110 Scheßlitz |
|
| Webpräsenz: | ||
| Bürgermeister: | Franz Zenk (CSU) | |
| Lage der Stadt Scheßlitz im Landkreis Bamberg | ||
| Datei:Schesslitz im Landkreis Bamberg.png | ||
Scheßlitz (mundartlich: Schäätz) ist eine Stadt im oberfränkischen Landkreis Bamberg und liegt am Aufstieg zur Fränkischen Schweiz an der A 70 zwischen Bamberg und Bayreuth.
Inhaltsverzeichnis |
Die Stadt ist umgeben von folgenden Hügeln:
Nachbargemeinden sind (von Norden beginnend im Uhrzeigersinn): Bad Staffelstein, Wattendorf, Stadelhofen, Königsfeld, Litzendorf, Memmelsdorf, Breitengüßbach, Zapfendorf und Ebensfeld.
Die geschützte Lage dieses Talkessels mit den hier zusammenlaufenden Straßen von Heiligenstadt, Hollfeld, Weismain, Bad Staffelstein, Zapfendorf begünstigte Siedlungen in vorgeschichtlicher Zeit.
Im Zuge der Gebietsreform in Bayern wurden zahlreiche umliegende Gemeinden in die Stadt eingemeindet (1. Mai 1972 und 1. Mai 1978), wodurch sie zur flächengrößten Gemeinde des Landkreises wurde.
| Burgellern | 378 Einwohner | 1972 eingemeindet |
| Burglesau | 203 Einwohner | 1978 eingemeindet |
| Demmelsdorf | 312 Einwohner | |
| Dörnwasserlos | 82 Einwohner | 1972 eingemeindet |
| Doschendorf | 24 Einwohner | |
| Ehrl | 119 Einwohner | |
| Giechburg | 2 Einwohner | |
| Gügel | 0 Einwohner | |
| Köttensdorf | 125 Einwohner | |
| Kübelstein | 126 Einwohner | 1978 eingemeindet |
| Ludwag | 145 Einwohner | 1978 eingemeindet |
| Neudorf (Scheßlitz) | 115 Einwohner | 1978 eingemeindet |
| Pausdorf | 102 Einwohner | 1972 eingemeindet |
| Peulendorf | 191 Einwohner | |
| Pünzendorf | 72 Einwohner | |
| Roschlaub | 73 Einwohner | 1972 eingemeindet |
| Roßdach | 97 Einwohner | |
| Scheßlitz | 2.548 Einwohner | |
| Schlappenreuth | 86 Einwohner | |
| Schrautershof | 6 Einwohner | |
| Schweisdorf | 187 Einwohner | |
| Starkenschwind | 199 Einwohner | |
| Straßgiech | 555 Einwohner | |
| Stübig | 215 Einwohner | 1978 eingemeindet |
| Weichenwasserlos | 73 Einwohner | 1978 eingemeindet |
| Weingarten (Scheßlitz) | 21 Einwohner | |
| Wiesengiech | 571 Einwohner | |
| Windischletten | 224 Einwohner | |
| Würgau | 329 Einwohner | |
| Zeckendorf | 231 Einwohner |
(Einwohnerzahlen vom 31. März 2005 bzw. 4. April 2005)
Eine erste urkundliche Erwähnung von Scheßlitz im sogenannten Diedenhofener Kapitular Karls des Großen von 805 ist unwahrscheinlich. Scheßlitz gehört aber dennoch zu den ältesten Siedlungen des weiten Umkreises und besitzt seit dem Jahr 1230 Stadtrechte.
Bandkeramische Relikte in der Kohlstatt weisen auf Siedlungen um 2500 v. Chr. hin.
Konkrete Hinweise auf die Geschichte der Stadt lassen sich aus dem Codex Eberhardi entnehmen, in dem verzeichnet ist, dass ein Graf Bernhard und dessen Frau Ratbirg um das Jahr 800 ihre Besitzungen auf der Gemarkung der heutigen Stadt Scheßlitz an das Kloster Fulda vermachten. Diesen Hinweis griff die Stadt auf und beging im Jahr 2005 ihr 1200. Stadtjubiläum.
Als gesicherter Nachweis für das Bestehen einer Pfarrei Scheßlitz gilt die Unterzeichnung eines Protokolls über die Bamberger Synode 1059 durch Arnold de Sieslice.
Bedeutung gewann der Ort durch die Aktivitäten der Andechs-Meranier, die im Jahr 1178 zu Herzögen aufgestiegen waren. 1230 wurde eine befestigte Burg Herzog Ottos VIII. von Andechs-Meranien in der civitas Scheßlitz erwähnt. Scheßlitz ist damit die älteste Stadt im Landkreis Bamberg.
Die Stadt Scheßlitz war Obervogtamt des Hochstifts Bamberg und kam mit dem Reichsdeputationshauptschluss von 1803 zu Bayern.
Vor allem in den heutigen Stadtteilen Scheßlitz, Demmelsdorf und Zeckendorf waren seit alters jüdische Familien ansässig, die zeitweilig mit 60% die Mehrheit der Bevölkerung bildeten. Sie alle wurden durch die antisemitische NS-Gewaltherrschaft in die Emigration getrieben oder der Vernichtung in der Shoa überantwortet. Seit 1991 erinnert ein Gedenkstein an der Staatsstraße zwischen Demmelsdorf und Zeckendorf an 44 namentlich genannte jüdische Opfer.[1]
In seinem Reiseführer über Bamberg und Umgebung aus der Zeit um das Jahr 1912 beschreibt der Verfasser Dietrich Amende auch die Stadt Scheßlitz:
Jeweils zum 31. Dezember hatte Scheßlitz folgende Einwohnerzahlen.
| 1993 | 1997 | 2004 |
| 6.916 | 7.034 | 7.174 |
Der erste Bürgermeister der Stadt Scheßlitz ist Franz Zenk (CSU), der 2008 mit 83,57 % der Stimmen wiedergewählt wurde. Der zweite Bürgermeister ist Roland Kauper (CSU).
Die Stadtratswahlen der Jahre 2002 und 2008 hatten folgendes Ergebnis:
| Partei | 2002 | 2008 | Anteil [3] |
|---|---|---|---|
| CSU | 9 Sitze | 8 Sitze | 37,4 % |
| SPD | 3 Sitze | 2 Sitze | 12,5 % |
| Freie Liste | 3 Sitze | 2 Sitze | 12,8 % |
| Christliche Wählergemeinschaft Scheßlitz-Umland | 2 Sitze | 5 Sitze | 21,2 % |
| Vereinigte Junge Wähler | 2 Sitze | 2 Sitze | 9,4 % |
| Interessengemeinschaft Giech | 1 Sitz | 1 Sitz | 6,7 % |
Das Wappen der Stadt Scheßlitz zeigt über einer durchgehenden silbernen Zinnenmauer gespalten von Gold und Silber; vorne ein mit einer silbernen Schrägleiste überdeckter, rot bewehrter schwarzen Löwen, hinten eine aufrechte rote Fischangel.
| |
Die Giechburg liegt in einiger Entfernung auf dem westlichen Ende einer felsigen Jurakuppe in Spornlage weithin sichtbar über dem Tal. |
| Datei:Gesamtansicht Guegel 02.jpg | Die Wallfahrtskirche Gügel erhebt sich in der Nähe der Giechburg auf einem weiteren Berg über waldreiches Gebiet. |
| |
Das historische Ortsbild mit seinen zahlreichen Bürgerhäusern an der Hauptstraße vermittelt den Eindruck einer Straße des 18. oder 19. Jahrhunderts. |
| Datei:Hauptstr Schesslitz 01.jpg | Das ehemalige Zunfthaus der Brauer zeichnet sich durch reiche Fachwerkschnitzereien und einen großen Erker aus. Es beherbergt heute unter dem Namen Dillighaus ein Café. Gebaut wurde das Haus 1692 von Jörg Hofmann aus Zeil am Main und kam 1847 in den Besitz der Familie Dillig. Diese war nicht sehr begütert und besaß ursprünglich ein Grundstück, das gerade zwei Ziegen ernährte. |
| |
Das barocke Elisabethen-Hospital ist ein Bau von Johann Jakob Michael Küchel aus den Jahren 1766/1767 mit plastischen Arbeiten an der Fassade von F. M. Mutschelle. Es wurde im Jahr 1395 vom Bamberger Bischof Lamprecht von Brunn gegründet, um den Unterhalt Armer, Kranker und Gebrechlicher zu sichern. Ferner lag dem Bischof wohl daran, die kurz zuvor erworbene Stadt ans Hochstift Bamberg zu binden. |
| |
Die katholische Pfarrkirche St. Kilian besitzt einen Chor mit einer durch Streben gegliederten Staffelhalle. Sie wurde um das Jahr 1400 begonnen und im 15. Jahrhundert um das Langhaus erweitert, wobei eine Friedhofskapelle als Beichtkapelle einbezogen wurde. 1571 wurde der spitzhelmige Turm aufgesetzt. An der Nordseite der Kirche befindet sich eine Ölbergszene aus dem 17. Jahrhundert. Die Ausstattung im Inneren stammt aus dem 18. Jahrhundert, unter anderem der Hochaltar aus dem Jahr 1787, der bereits klassizistische Anklänge zeigt. Prunkstück der Kirche ist die im Stil des Rokoko dekorierte Kanzel. |
Nach dem Zweiten Weltkrieg siedelten sich in Scheßlitz verschiedene Firmen an:
Im gesamten Stadtgebiet von Scheßlitz gibt es 2009 fünf Brauereien, davon in Scheßlitz zwei. Diese sind die Brauereien Senger und Drei Kronen. In Köttensdorf gibt es außerdem die Brauerei Hoh und in Würgau die Brauerei Hartmann. Die älteste Drei Kronen-Brauerei der Welt von 1308 in Straßgiech lässt ihr Bier im Lohnbrauverfahren brauen. Bis in die 1990er-Jahre produzierte auch noch die Brauerei Ellertal in Stübig selbst Bier.
Insgesamt bietet Scheßlitz Arbeitsplätze für etwa 2000 Personen.
Folgende Ortschaften haben eine eigene Freiwillige Feuerwehr: Burgellern-Schlappenreuth, Burglesau, Demmelsdorf, Dörnwasserlos, Ehrl, Kübelstein, Ludwag, Neudorf, Peulendorf, Roschlaub, Scheßlitz, Schweisdorf, Straßgiech, Stübig, Weichenwasserlos/Roßdach, Wiesengiech/Starkenschwind, Windischletten, Würgau, Zeckendorf
Scheßlitz liegt direkt an der Bundesstraße 22, der ehemaligen Reichsstraße Rottendorf–Weiden, die von Rottendorf bei Würzburg nach Cham in der Oberpfalz führt.
Außerdem hat die Stadt in unmittelbarer Nähe eine Anbindung an die Autobahn A 70, die von Bamberg nach Bayreuth führt.
Die einstige Bahnstrecke nach Bamberg, das sogenannte Schääzer Bockerla (schriftdeutsch: Scheßlitzer Böcklein) wurde am 31. Mai 1985 stillgelegt. Heute wird der Bahndamm meist als Radweg genutzt oder ist durch das Autobahnkreuz Bamberg der A 70/A 73 überbaut.
Eine geplante Zugverbindung zwischen Scheßlitz und Hollfeld wurde im Jahr 1906 nach umfangreichen Vorarbeiten wieder eingestellt, da beide Orte aus politischen Gründen das Projekt scheitern ließen. Der Grund waren aber nicht die hohen Baukosten (2 Millionen Mark), sondern dass beide Städte den lukrativen Status von Endstationen bevorzugten.
Vier der diskutierten Varianten, eine Bahnlinie auf den Fränkischen Jura zu führen waren:
Die von den Planern bevorzugte Linie wäre von Scheßlitz in Richtung Würgau verlaufen, hätte dann nach links am Schlappenreuther Berg in den Jura hochgeführt. Durch das Burglesauer Tal wäre die Bahn dann über Gräfenhäusling nach Steinfeld gelangt, um schließlich durch die Täler von Wiesent und Aufseß über Königsfeld die Stadt Hollfeld zu erreichen.
Bei Demmelsdorf wurde bereits eine Schneise durch das Würgauer Herrnholz geschlagen und ein neuer Kanalhafen wurde diskutiert, um Erze aus dem Juragebirge umschlagen zu können.
Nach 1918 wurden die Bemühungen zum Bau der Jurabahn zwar wieder aufgenommen. Doch 1920 gab das Reichsverkehrsministerium bekannt, dass angesichts der schlechten Wirtschaftslage von der Ausführung neuer Bahnstrecken zunächst abgesehen werden müsse. Im Jahr 1930 wurde schließlich eine Postbus-Linie von Bamberg über Scheßlitz und Hollfeld nach Bayreuth eröffnet.
Burgellern | Burglesau | Demmelsdorf | Dörrnwasserlos | Doschendorf | Ehrl | Giechburg | Gügel | Köttensdorf | Kübelstein | Ludwag | Neudorf | Pausdorf | Peulendorf | Pünzendorf | Roschlaub | Roßdach | Scheßlitz | Schlappenreuth | Schrautershof | Schweisdorf | Starkenschwind | Straßgiech | Stübig | Weichenwasserlos | Weingarten | Wiesengiech | Windischletten | Würgau | Zeckendorf
Altendorf | Baunach | Bischberg | Breitengüßbach | Burgebrach | Burgwindheim | Buttenheim | Ebrach | Frensdorf | Gerach | Gundelsheim | Hallstadt | Heiligenstadt i.OFr. | Hirschaid | Kemmern | Königsfeld | Lauter | Lisberg | Litzendorf | Memmelsdorf | Oberhaid | Pettstadt | Pommersfelden | Priesendorf | Rattelsdorf | Reckendorf | Scheßlitz | Schlüsselfeld | Schönbrunn i.Steigerwald | Stadelhofen | Stegaurach | Strullendorf | Viereth-Trunstadt | Walsdorf | Wattendorf | Zapfendorf
eo:Scheßlitz it:Scheßlitz ja:シェスリッツ nl:Scheßlitz pl:Scheßlitz ru:Шеслиц vo:Scheßlitz