Meinestadt.de - Sandhausen - 25.05.2012
Lexikon - meinestadt.de
| Wappen | Deutschlandkarte | ||
|---|---|---|---|
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| Basisdaten | |||
| Bundesland: | Baden-Württemberg | ||
| Regierungsbezirk: | Karlsruhe | ||
| Landkreis: | Rhein-Neckar-Kreis | ||
| Höhe: | 107 m ü. NN | ||
| Fläche: | 14,55 km² | ||
| Einwohner: | 14.336 (30. Dez. 2007)[1] | ||
| Bevölkerungsdichte: | 985 Einwohner je km² | ||
| Postleitzahl: | 69207 | ||
| Vorwahl: | 06224 | ||
| Kfz-Kennzeichen: | HD | ||
| Gemeindeschlüssel: | 08 2 26 076
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| Adresse der Gemeindeverwaltung: | Bahnhofstraße 10 69207 Sandhausen |
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| Webpräsenz: | |||
| Bürgermeister: | Georg Kletti (CDU) | ||
| Lage der Gemeinde Sandhausen im Rhein-Neckar-Kreis | |||
| Datei:Sandhausen in HD.png | |||
Sandhausen ist eine Gemeinde im nordwestlichen Baden-Württemberg. Sie gehört zum Rhein-Neckar-Kreis und liegt etwa acht Kilometer südlich von Heidelberg.
Inhaltsverzeichnis |
Sandhausen gehört zur Metropolregion Rhein-Neckar und liegt in der Oberrheinischen Tiefebene zwischen dem Hardtwald und dem Kraichgau. Der Hardtbach, der Leimbach sowie der Landgraben durchfließen die Gemarkung, die zu 47 Prozent bewaldet ist. Im Süden der Gemeinde befindet sich eine unter Naturschutz stehende Dünenlandschaft, die Sandhäuser Dünen.
Im Norden grenzt die Gemeinde an den Heidelberger Stadtteil Kirchheim, im Osten an den Leimener Stadtteil St. Ilgen, im Süden an Walldorf, im Südwesten an eine zu Leimen gehörende unbewohnte Exklave und im Westen an die Gemeinde Oftersheim.
Zur Gemeinde Sandhausen gehören der Ort Sandhausen, der Weiler Bruchhausen Nordwesten, das Försterhaus und das Wohngebiet „Industrie“. Im Gemeindegebiet liegt die Wüstung Lochheim.[2]
Sandhausen wurde 1262 unter dem Namen „Santhusen“ erstmals urkundlich erwähnt. Der Name kommt von den eiszeitlichen Sanddünen, die an den Ort angrenzen. Schon zu Zeiten des Römischen Reiches existierte auf dem Gebiet der Gemeinde eine Siedlung namens Lochheim. Westlich von Sandhausen befand sich eine Tiefburg, deren Herren die Edelfreien von Bruch waren. Später wurde die Ortsherrschaft von den Edelfreien von Bruchsal ausgeübt. Otto von Bruchsal übertrag das Lehen 1262 an Pfalzgraf Ludwig.
1351 kaufte die Kurpfalz die Herrschaft über Sandhausen und gliederte den Ort zur Kirchheimer Zent und später an das Oberamt Heidelberg. Während der Mainzer Stiftsfehde 1462, im Dreißigjährigen Krieg und 1689 im Pfälzischen Erbfolgekrieg wurde Sandhausen zerstört. Nach der Französischen Revolution wurde die Kurpfalz im Rahmen der Koalitionskriege besetzt und Sandhausen wurde badisch, was 1803 im Reichsdeputationshauptschluss bestätigt wurde.
Bruchhausen wurde 1928 nach Sandhausen eingemeindet.
| Einwohnerentwicklung | 1727 | 1777 | 1818 | 1852 | 1905 | 1939 | 1965 |
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Sandhausen | 293 | 620 | 1075 | 1693 | 3556 | 4820 | 8925 |
Der Gemeinderat der Gemeinde Sandhausen hat seit der letzten Kommunalwahl vom 13. Juni 2004 insgesamt 22 Mitglieder. Sie gehören folgenden Parteien an:
Der derzeit amtierende Bürgermeister heißt Georg Kletti (CDU).
Das Wappen von Sandhausen zeigt einen gespaltenen Schild, dessen rechte Hälfte blaue und weiße Rauten aufweist, die an die Herrschaft der Kurfürsten von der Pfalz erinnern. Die linke Hälfte zeigt auf silbernem Hintergrund drei Laubbäume, Symbol für Sandhausen als Hardtgemeinde. Das Wappen geht zurück auf ein Siegel von 1698 und wurde 1900 vom badischen Generallandesarchiv genehmigt. Die Flagge ist Weiß-Blau.[3]
Die Gemeinde Sandhausen unterhält seit 1980 eine Städtepartnerschaft zu Lège-Cap-Ferret an der französischen Atlantik-Küste sowie seit 2000 eine freundschaftliche Beziehung zu Königswartha in der Oberlausitz in Sachsen.
Der Fußballverein SV Sandhausen spielt in der Saison 2008/2009 in der 3. Liga. Der Basketballverein TG 1889 Sandhausen spielt seit der Saison 2000 in der DBBL 2. Bundesliga Süd.
Im Ortskern befindet sich der Lège-Cap-Ferret-Platz mit der 1909 im Jugendstil errichteten Schule. Das alte Rathaus von 1742 beherbergt ein Heimatmuseum.
Im Jahre 1757 wurde eine Kirche für die Reformierten errichtet. Nachdem sie zu klein geworden war, wurde sie an die Jüdische Gemeinde verkauft und als Synagoge genutzt. Nach 1875 verlor die Jüdische Gemeinde durch Abwanderung in die Städte viele Mitglieder, so dass sie seither nur als Abstellraum genutzt wurde. Dadurch entging sie der Zerstörung durch die NS-Machthaber. Das Gebäude wird heute als "Alte Kirche/Synagoge" für kulturelle Veranstaltungen genutzt. Ein Gedenkstein aus dem Jahre 1961 am Haus Hauptstraße 115 erinnert an diese Geschichte.[4]
Die evangelische Christuskirche wurde auf der höchsten Erhebung in Sandhausen gebaut und 1866 geweiht.
Das Langhaus der katholischen St. Bartholomäus-Kirche stammt von 1767. Das Querschiff und der Glockenturm wurden bei der Erweiterung 1896 gebaut. Die Dreifaltigkeitskirche, die katholische Hauptkirche, wurde 1968 in modernem Stil errichtet.
Früher war Sandhausen eine bekannte Hopfengemeinde. Heute existiert jedoch nur noch eine Hopfendemonstrationsanlage, aus deren Hopfen jedes Jahr zusammen mit der Welde-Brauerei Plankstadt das Sandhäuser Spezialbier gebraut wird. Ebenso ist vom einst bedeutenden Tabak produzierenden und verarbeitenden Gewerbe nur der Tabakanbau rund um den dörflichen Ortsteil Bruchhausen geblieben.
Fast 89 Prozent der Einwohner Sandhausens arbeiten heute außerhalb der Gemeinde und pendeln täglich an ihren Arbeitsplatz.[1]
Westlich von Sandhausen verläuft die Bundesautobahn 5, östlich die Bundesstraße 3. In St. Ilgen befindet sich der Bahnhof St. Ilgen/Sandhausen, ein Haltepunkt der S-Bahn RheinNeckar. Buslinien verkehren nach Heidelberg, Leimen und Walldorf. Sandhausen gehört zum Tarifgebiet des Verkehrsverbunds Rhein-Neckar.
In Sandhausen befindet sich die 1909 erbaute Theodor-Heuss-Grundschule, die Friedrich-Ebert-Hauptschule mit Werkrealschule, das Friedrich-Ebert-Gymnasium, die Pestalozzi-Förderschule sowie die Musikschule „Südliche Bergstraße“.
Als Tageszeitung erscheint die Rhein-Neckar-Zeitung. Außerdem gibt es lokale Berichte im RheinNeckarWeb, in der Badischen Anzeigen Zeitung (BAZ) sowie im Wochen-Kurier.
Edmund Kaufmann, *13. Februar 1893, † 12. November 1953 in Stuttgart, deutscher Politiker (CDU bzw. FDP, ehem. Staatssekretär in Baden-Württemberg).
Markus Friedrich Wendelin wurde 1584 als Sohn des reformierten Pfarrers geboren, studierte an der Universität Heidelberg. Privatlehrer der anhaltischen Fürstensöhne, wurde 1612 zum Rektor des „Gymnasium illustre“ in Zerbst bestellt, der anhaltischen Landesuniversität. Vielbeachteter Schriftsteller der Theologie und der Philosophie. Sein Werk „Systema majus“ wurde in mehrere Sprachen übersetzt. Er starb 1652 in Zerbst in Anhalt.
Der amerikanische Bauerngeneral Nikolaus Herchheimer ist der Sohn des um 1720 ausgewanderten Bürgers Hans Jost Herchheimer. Zu Beginn des Krieges wurde das Haus des Hans Jost Herchheimer zum Fort Herkimer ausgebaut. Nikolaus Herchheimer wurde 1777 im Gefecht mit den Indianern und den englischen Söldnertruppen bei Oriskany tödlich verletzt. Bereits im Oktober ehrte ihn der Kongress der Vereinigten Staaten mit dem Beschluss, ihm ein Denkmal zu errichten, obwohl sich der Nordamerikanische Unabhängigkeitskrieg bis ins Jahr 1783 hinzog.
In Sandhausen vollendete der deutsch-russische Komponist Georg von Albrecht (1891–1976) zahlreiche Werke, u. a. ein Streichtrio, seine vierte Klaviersonate und große geistliche Kompositionen: Requiem (opus 84), Te Deum (opus 85) und der Sonnengesang des Hl. Franziskus (opus 86). Er wurde mit dem Glinka-Preis und dem Johann-Wenzel-Stamitz-Preis geehrt. Über Leben und Werk erschien 1984 seine Schrift: „Vom Volkslied zur Zwölftontechnik - Schriften und Erinnerungen eines Musikers zwischen Ost und West“.
1891 wurde hier der jüdische Lehrer und Lyriker Ludwig Marx geboren, der die deutsche Sprache - selbst in der Verfolgung - über alles schätzte und sie nie verlor. In vielen Gedichten hat er sein Leben, seine geistige Not geschildert. Für ihn war Deutschland immer seine Heimat.
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