Meinestadt.de - Röbel/Müritz - 25.05.2012
Lexikon - meinestadt.de
| Wappen | Deutschlandkarte | |
|---|---|---|
| |
|
|
| Basisdaten | ||
| Bundesland: | Mecklenburg-Vorpommern | |
| Landkreis: | Müritz | |
| Amt: | Röbel-Müritz | |
| Höhe: | 65 m ü. NN | |
| Fläche: | 30,17 km² | |
| Einwohner: | 5313 (30. Dez. 2007) | |
| Bevölkerungsdichte: | 176 Einwohner je km² | |
| Postleitzahl: | 17207 | |
| Vorwahl: | 039931 | |
| Kfz-Kennzeichen: | MÜR | |
| Gemeindeschlüssel: | 13 0 56 057 | |
| Adresse der Stadtverwaltung: | Marktplatz 1 17207 Röbel/Müritz |
|
| Webpräsenz: | ||
| Bürgermeister: | Heiner Müller (SPD) | |
| Lage der Stadt Röbel/Müritz im Landkreis Müritz | ||
| Datei:Röbel-Müritz in MÜR.png | ||
Röbel/Müritz ist eine Stadt im Landkreis Müritz in Mecklenburg-Vorpommern am Westufer der Müritz. Sie ist Verwaltungssitz des Amtes Röbel-Müritz, dem weitere 24 Gemeinden angehören.
Inhaltsverzeichnis |
Die Stadt Röbel liegt in der Mecklenburgischen Seenplatte, direkt südwestlich der Müritz, auf einer Höhe von 65 m ü. NN. Um Röbel liegen im Uhrzeigersinn die Orte Gneve, Ludorf, Vipperow, Priborn, Melz, Bollewick, Nätebow, Karchow, Bütow, Minzow, Groß Kelle, Sietow, Gotthun.
Im 11. Jahrhundert wird die Stadt als Robole benannt (1014, 1027 etc.) und daneben auch Robole (1237 bis 1347). Der altpolabische Personenname Robola könnte von Arbeit oder Knecht abgeleitet sein.[1]
Am 10. März 1995 erfolgte die Änderung der Schreibweise von vormals Röbel (Müritz) in Röbel/Müritz.
(Alt-)Röbel entstand bereits im 10. Jahrhundert als suburbane Siedlung vor einer der Hauptburgen des slawischen Stammes der Murizaner und neben einem Tempelberg, den seit dem frühen 13. Jahrhundert eine der beiden Kirchen (Marienkirche) der Stadt krönt. Die Stadt wurde 1226 von Heinrich Borwin II., einem Urenkel Niklots, des Stammvaters der mecklenburgischen Fürsten und Herzöge, gegründet. Erstmals urkundlich erwähnt wird die Burg Röbel im Jahre 1227. 1250 wird Röbel zur Stadt erhoben. Neben dieser Gründung entstand durch Heinrich Borwins Sohn Nicolaus von Werle im Jahre 1261 die deutsche Kaufmannstadt Nova Civitas de Robole – also Neuröbel – in Zusammenlegung der deutschen Villa Nova und der ehemals slawischen Villa Antiqua. Im selben Jahr findet auch die Wüstung Cernowe Erwähnung.
Nun entwickelte sich ein Phänomen, das selten anzutreffen ist. Während anderenorts die deutschen und slawischen Siedlungen verschmolzen, trennte sich die Neustadt im späten Mittelalter wieder durch Mauer, Graben und Tor von der ehemals slawischen Altstadt. In Neuröbel hatten sich vor allem Kaufleute und Handwerker angesiedelt, die vom Landesherrn mit Hausäckern belehnt wurden, woraus die Bezeichnung „Ackerbürger“ resultierte. In Altröbel verblieb die slawische Bevölkerung – Pachtbauern und Fischersleute. Ein etwa 400 Jahre anhaltender Rechtsstreit beider Ortsteile, der durch die bistümliche Trennung von 1252 (den Südteil und damit die Neustadt erhielt das Bistum Havelberg, den Nordteil erhielt das Bistum Schwerin) noch begünstigt wurde, ließ die Bürger und die Verwaltung kaum zur Ruhe kommen. Prozessakten („Röbel./.Röbel“) von 1585 bis 1886 (im Stadtarchiv vorhanden) belegen den durch soziale und wirtschaftliche Diskriminierung der Altstädter hervorgerufenen Streit, der bereits vor 1500 mit der Ausgrenzung der Altstadt seinen Anfang nahm.
Im 13. Jahrhundert wurde die Pfarrkirche St. Marien (um 1240) in der Altstadt, die Pfarrkirche St. Nikolai (1275) in der Neustadt und ein Büßerinnenkloster erbaut, letzteres wurde bald nach Malchow verlegt. In deren Klostergebäude rückten im Jahre 1256 Dominikaner nach. Auch die Stadtbefestigungsanlagen wurden im 13. Jahrhundert errichtet.
Die mittelalterliche Stadtsiedlung dieser „Doppelstadt“ blieb trotz der vielen Stadtbrände fast unverändert in der Struktur erhalten. Die zweigeschossigen, traufständigen, zumeist zweigeschossigen Fachwerkhäuser aus dem 18. und 19. Jahrhundert beherrschen das Stadtbild.
Erst ab 1811 übte nur noch ein Bürgermeister das Amt für beide Teile aus. Das Übergewicht im Stadtrat stellten allerdings die Neustädter. Mit der Kommunalreform 1919 wurden auch hier erstmals allgemeine Einwohnerwahlen abgehalten. Das Rathaus entstand 1804 im klassistischen Stil. 1912 wurde der Wasserturm erbaut.
Ab 1920 bis 1934 gehörte Röbel zum Amt Waren im Land Mecklenburg-Schwerin, dann von 1934 bis 1952 zum Kreis Waren im Land Mecklenburg. Nach der Bildung der Bezirke in der DDR war Röbel von 1952 bis 1994 Teil des Kreises Röbel (Müritz) im Bezirk Neubrandenburg. Ab 1994 ist Röbel im Landkreis Müritz des Bundeslandes Mecklenburg-Vorpommern.
Nach der politischen Wende wurde ab 1991 der historische Stadtkern mit dem Rathaus im Rahmen der Städtebauförderung gründlich saniert; das Stadtbild dieser farbigen Fachwerkstadt hat sich stark verbessert.
Von etwa 6700 Einwohnern im Jahre 1989 leben heute noch knapp 5400 in der Stadt, die Tendenz ist abnehmend.
Nach der Reformation war Röbel streng lutherisch. Juden waren bereits seit dem 13. Jahrhundert in Röbel ansässig. Nach dem Sternberger Judenpogrom 1492 verließen sie das Land. Erst um 1700 lebte wieder jüdische Bevölkerung in Röbel. Die Zahl der Juden stieg bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts auf 110 Gemeindemitglieder an und nahm danach wieder kontinuierlich ab. Im Jahr 1831 wurde die Röbeler Synagoge in einer Seitenstraße errichtet. Der jüdische Friedhof lag seit Mitte des 18. Jahrhunderts im Scheunenviertel südlich der Neustadt. Die letzte Bestattung erfolgte dort 1938. In der NS-Zeit wurde er geschändet. In den fünfziger Jahren wurden Teile des Friedhofs abgebaggert und überbaut.
Der nach der Reformation über Jahrhunderte äußerst geringe katholische Bevölkerungsanteil veränderte sich erst in Folge des Zweiten Weltkrieges mit Aufnahme der Flüchtlinge und Vertriebenen aus den vormals deutschen Ostgebieten. Um 1946 lebten in Röbel und Umgebung etwa 1500 Katholiken. Die katholische Gemeinde hatte seit dem 1. April 1946 in Röbel eine eigene Seelsorgestelle. Mutterpfarrei blieb allerdings die katholische Pfarrgemeinde in Waren (Müritz). Zunächst wurde für Gottesdienste und als Wohnung für den Pfarrer ein Wohnhaus angemietet, das allerdings auf die Dauer zu klein war. Am 29. Juni 1947 zog die katholische Gemeinde in das ehemalige Bürgermeisterhaus um. Der dortige große Empfangsraum wurde zur Kapelle umgestaltet. In den angrenzenden Räumen war die Wohnung des Pfarrers. Am 17. Juni 1994 wurde der Grundstein für das neue Gemeindehaus gelegt. Auf einer geringen Grundfläche sind die Kirche mit etwa 85 Sitzplätzen sowie der Gemeinderaum entstanden. Aus der alten Kapelle wurden die beiden Buntglasfenster (Verkündigungsszene, Maria als Königin des Friedens) und der Tabernakel übernommen. Die feierliche Einweihung der Kirche erfolgte am 17. Juni 1995 durch Weihbischof Norbert Werbs. Das neue Gotteshaus wurde unter das Patronat „Maria, Königin des Friedens“ gestellt. Seit 2004 erfolgt die Seelsorge durch den Franziskanerorden, der auch die Mutterpfarrgemeinde „Heilig Kreuz“ in Waren betreut.
2005 erfolgte der Zusammenschluss mit den Gemeinden der Ämter Röbel-Land und Rechlin zum Amt Röbel-Müritz.
Bürgermeister ist seit 2006 Heinz-Fritz Müller (SPD).
Das Wappen wurde am 10. April 1858 von Friedrich Franz II., Großherzog von Mecklenburg-Schwerin festgelegt und unter der Nr. 71 der Wappenrolle von Mecklenburg-Vorpommern registriert.
Blasonierung: „Gespalten; vorn in Gold ein halber hersehender, gold gekrönter schwarzer Stierkopf am Spalt mit geschlossenem Maul, ausgeschlagener roter Zunge und silbernen Hörnern; im Obereck ein blauer Stern; hinten in Blau ein goldener Schlüssel mit rückgewendetem Bart.“
Das Wappen wurde 1995 neu gezeichnet.
Das Stadtwappen zeigt in der heraldisch rechten Hälfte unter einer Sonne den Stierkopf des Herrenhauses Werle mit der herausgestreckten Schmähzuge, die Nicolaus von Werle nach einem Sieg gegen die Brandenburger 1276 in sein Wappen aufnahm. Linkshälftig befindet sich der Petrischlüssel als Symbol für die starke kirchliche Präsenz in der Stadt (zwei Bistümer, Kloster). Dieses Wappen geht auf das Stadtsiegel aus der Zeit der Stadtgründung zurück, einem der ältesten Siegel Mecklenburgs.
Eine Partnerschaft besteht zu Wardenburg in Niedersachsen, dazu Freundschaften mit Löhne in Nordrhein-Westfalen und Spittal an der Drau in Kärnten (Österreich).
Röbel/Müritz liegt an der stillgelegten Bahnstrecke Ganzlin–Röbel. Die nächsten Bahnhöfe mit Personenverkehr befinden sich in Mirow (etwa 21 Kilometer entfernt an der Bahnstrecke nach Neustrelitz) und in Waren (circa 22 Kilometer entfernt, Strecke Berlin–Rostock).
Röbel ist über die Müritz mit allen Bundeswasserstraßen verbunden. Ein ausgebauter Stadthafen ist vorhanden, der von verschiedenen Personenschifffahrtsunternehmen angesteuert wird.
Ursprünglich eine Handels- und Handwerkerstadt, waren Fischerei, Landwirtschaft und Viehzucht bis ins 20. Jahrhundert die Einnahmequellen des Großteils der Röbeler Bevölkerung. Fast jeder Bürger hielt bis 1925 noch Feder- und Häutevieh, von dem die Kühe und Schweine entgeltlich in den Wäldern bei Groß-Kelle gemästet wurden. Hühner, Gänse und Enten liefen frei durch den Ort. 1860 gab es einer Zählung zufolge mehrere hundert Schweine, 450 Kühe, 1300 Schafe, 237 Ziegen und 1100 Gänse (Quelle: Stadtgeschichtliche Ausstellung in der Heimatstube im Haus des Gastes in Röbel, Straße der Deutschen Einheit). Zu DDR-Zeiten wurde die Stadt zu einem touristischen Zentrum mit Ferienheimen und Zeltplätzen ausgebaut. Wichtigster Arbeitgeber ist heute die optimal media production GmbH, ein Dienstleistungsunternehmen der Medienbranche, mit mehr als 500 Beschäftigten. Daneben dominieren Landwirtschaft und Nahrungsgüterwirtschaft.
Gymnasium, Haupt- und Realschule, Grundschule, Volkshochschule, Musikschule, Förderschule.
Ältester Verein Röbels ist die 1994 wiedergegründete Schützenzunft von 1548. 1845 wurde der Ackerbürgerverein als Reiterverein gegründet, der bis heute noch das traditionelle „Speckreiten“, ein Wettrennen um eine Speckseite, veranstaltet. Zweitältester Verein ist der Männerchor von 1855. Der Sportverein TSV 90 gehört zu den zahlenmäßig größten Vereinen des Landkreises. Internationale Bekanntheit hat sich der Seglerverein durch die regelmäßige Veranstaltung von namhaften Segelregatten erworben.
Alt Schwerin | Altenhof | Ankershagen | Bollewick | Buchholz | Bütow | Fincken | Fünfseen | Göhren-Lebbin | Gotthun | Grabow-Below | Grabowhöfe | Groß Dratow | Groß Flotow | Groß Gievitz | Groß Kelle | Groß Plasten | Groß Vielen | Hinrichshagen | Hohen Wangelin | Jabel | Jaebetz | Kambs | Kargow | Kieve | Klein Lukow | Klink | Klocksin | Krukow | Lansen-Schönau | Lapitz | Lärz | Leizen | Ludorf | Malchow | Mallin | Marihn | Massow | Melz | Möllenhagen | Mollenstorf | Moltzow | Neu Gaarz | Nossentiner Hütte | Penkow | Penzlin | Priborn | Puchow | Rechlin | Röbel/Müritz | Schloen | Schwarz | Schwinkendorf | Sietow | Silz | Stuer | Torgelow am See | Varchentin | Vielist | Vipperow | Vollrathsruhe | Walow | Waren (Müritz) | Wredenhagen | Zepkow | Zislow
eo:Röbel (Müritz) nl:Röbel/Müritz ro:Röbel/Müritz ru:Рёбель (Мюриц) sv:Röbel/Müritz vo:Röbel/Müritz