Freitag, 25.05.2012



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Rodenberg

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Dieser Artikel behandelt die Stadt in Niedersachsen; für weitere Orte dieses Namens siehe Rodenberg (Begriffsklärung).


Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Rodenberg
Rodenberg
Deutschlandkarte, Position der Stadt Rodenberg hervorgehoben
52.3166666666679.3569Koordinaten: 52° 19′ N, 9° 21′ O
Basisdaten
Bundesland: Niedersachsen
Landkreis: Schaumburg
Samtgemeinde: Rodenberg
Höhe: 69 m ü. NN
Fläche: 15,6 km²
Einwohner: 6197 (30. Dez. 2007)
Bevölkerungsdichte: 397 Einwohner je km²
Postleitzahl: 31552
Vorwahl: 05723
Kfz-Kennzeichen: SHG
Gemeindeschlüssel: 03 2 57 032
Stadtgliederung: 2 Ortsteile
Adresse der Stadtverwaltung: Amtsstraße 5
31552 Rodenberg
Bürgermeister: Günter Altenburg (CDU)

Rodenberg ist eine Stadt im Osten des Landkreises Schaumburg in Niedersachsen und gehört zur Samtgemeinde Rodenberg, deren Verwaltungssitz sie ist.

Inhaltsverzeichnis

Geographie

Geographische Lage

Die Stadt liegt im nördlichen Teil des Deister-Sünteltals zwischen Deister, Süntel und Bückeberg. Die B442 im Osten und die B65 im Norden begrenzen das Stadtgebiet. Die Rodenberger Aue und die Steinaue durchfließen das Stadtgebiet. Im Westen des Stadtgebietes erhebt sich der Namen stiftende "Alte Rodenberg".

Stadtgliederung

Zu Rodenberg gehört die vormals selbständige Gemeinde Algesdorf, die 1974 eingemeindet wurde. Bereits 1834 wurde das benachbarte Kirchdorf Grove mit Rodenberg vereinigt.

Geschichte

Der Ratskeller in der Langen Straße

Die Rodenberger Gegend war bereits in vorgeschichtlicher Zeit besiedelt, u.a. von den Kelten und Sachsen. Davon zeugen auch einige Hügelgräber in der Umgebung. Der Name Rodenberg bezieht sich auf einen Hügel im Westen der Stadt, der Name ist jedoch kein Hinweis auf die Rodung, sondern auf die Farbe des Berges - "roter Berg".

Die erste urkundliche Erwähnung (als "Castrum Rodenbergum") stammt aus dem Jahr 930, in dem die Vorgänger der Schaumburger Grafen hier eine Burg oder einen Wehrturm errichteten. Genaueres ist leider nicht bekannt.

Die Wasserburg wurde wohl von Graf Adolf IV. von Schaumburg zwischen 1228 und 1240 angelegt, die "Vorgänger-Burg" von 930 befand sich angeblich auf dem sg. "alten Rodenberg" im Westen des Ortes. Die Rodenberg zugeordnete Heisterburg im Deister stammt aus dem 10./11. Jahrhundert.

Die heutige Schreibweise "Rodenberg" wurde 1632 zum ersten Mal verwendet. Vorher wandelte sich der Ortsname des Öfteren im Laufe der Zeit:

  • 1317 „in castro Rodenberghe“ (WUB IX, 1643, vgl. 1644)
  • 1320 „in Rodenberghe“ (UB KLoster Rinteln, 91)
  • 1376-1379 „to dem Redenberghen“ (Wippermann, 403)
  • 1441 „nostri castri Rodenberge“ (Wippermann, 432)
  • 1471 „dat Slot Rodenbergh“ (Wippermann, 452c)
  • 1518 „Rotenberg“ (Wippermann, 488)
  • 1561 „dath fleck Rodenberghe“ (StABü L 1 Nr. 9717)
  • 1586 „Rodenbergk“ (UB Obernkirchen, 563)

1250 wurde Rodenberg zum "Freien Wickbold" (befestigte u. bevorrechtigte Siedlung) erhoben und 1615 bekam es die Stadtrechte durch den Grafen Ernst zu Holstein und Schaumburg verliehen. 1647 fiel Rodenberg - da das Geschlecht der Schaumburger Grafen mit dem Tod von Graf Otto V. am 15. November 1640 ausgestorben war - an die Landgrafschaft Hessen-Kassel. Dieses wurde 1648 im Westfälischen Frieden niedergeschrieben und festgelegt.

Die 1718 entdeckte Heilquelle war weithin bekannt. Saline und Gesundbrunnen in Rodenberg wurden großzügig gefördert, ehe der Landgraf Wilhelm IX. 1787 in Nenndorf bei den Schwefelquellen ein Badehaus errichtete. 1834 wurde der nördliche Nachbarort Grove mit Rodenberg vereinigt.

Am Abend des 5. November 1859 brach im großen Brauhaus zu Rodenberg ein Brand aus, der sich rasch ausweitete. In der Nacht brannten ab: das große Brauhaus, das Rathaus, das jüdische Gemeindehaus, das große Amts- und Renthaus, das Amtstor, das Gefängnis, die übrigen Gebäude des Amtshofes, der ganze Domänenhof mit seinen zahlreichen Wohn- und Wirtschaftsgebäuden, Scheunen, Speichern und Stallungen, das Schloss mit sämtlichen Gebäuden und Türmen (bis auf die Umfassungsmauern) und 20 Bürgerhäuser in der Stadt. Ein Teil der Burganlage blieb (wenn auch ausgebrannt) erhalten. In den Folgejahren wurden die noch erhaltenen Mauern der Burganlage als "Steinbruch" für den Ratskeller, das Amtsgericht, die Verlegung der Domäne, für Arbeiten an der Saline und für Arbeiten in Bad Nenndorf genutzt. Als die Abbrucharbeiten gestoppt wurden, war nur noch das Ständehaus vorhanden.

Mit dem Anfall Hessens an Preußen wurde 1866 auch der Kreis Rinteln (so benannt 1866-1904) preußisch. Er wurde der Provinz Hessen-Nassau unterstellt, bis er im Zuge der Verwaltungsreform von 1932 der (ebenfalls seit 1866 preußischen) Provinz Hannover einverleibt wurde. Die kirchliche Verwaltung folgte dem nach, so dass dieser Teil Schaumburgs - und somit auch Rodenberg - zur Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Hannover gehört.

1927/28 fanden Heimatspiele am Schloss zur (verspäteten) 300-Jahr-Feier der Stadtrechte statt.

Bis zum 31. Dezember 2004 gehörte Rodenberg zum Regierungsbezirk Hannover, der wie alle anderen niedersächsischen Regierungsbezirke aufgelöst wurde.

Politik

Sitzverteilung im Rodenberger Rat 2006-2011

Am 10. September 2006 wurde ein neuer Stadtrat gewählt:

Das Rodenberger Rathaus, ehem. Amtsgericht

Stadtrat

CDU und WGR als auch SPD und FDP bilden jeweils eine Gruppe. Nach dem Austritt aus Partei und Fraktion von zwei CDU-Ratsherren im Januar 2009 wollen diese nun eine eigene Gruppe bilden.[1] Damit ändert sich auch die Sitzverteilung im Verwaltungsausschuss.

Bürgermeister

Rodenbergs Bürgermeister ist seit September 2001 Günter Altenburg (CDU).

Stadtdirektor

Als Stadtdirektor wurde Uwe Heilmann (SPD) für die laufende Wahlperiode vom Rodenberger Stadtrat ernannt.

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Museen

Windmühle auf dem Rodenberg
Freilichtmuseum, Rondel und Bastei
Ständehaus (Heimatmuseum)
  • Freilichtmuseum
  • Heimatmuseum

Bauwerke

  • Burganlage Schloss Rodenberg mit Ständehaus, Wall- und Grabenanlage, Bastei, Rundturm und angebauten Wehren. Innerhalb der Burganlage befinden sich das Heimatmuseum und das Freilichtmuseum mit restaurierten Burgteilen
  • Windmühle auf dem Alten Rodenberg, erbaut 1861, heute das Wahrzeichen der Stadt. Wurde durch ein Feuer am 28. April 2005 stark beschädigt. Die Bauarbeiten wurden über Winter eingestellt und ein Behelfsdach schützt das Bauwerk die nächsten Monate.
  • Heisterburg mit Teufelsbrücke im Deister.
  • Hotel Stockholm, erbaut 1644 von Olaf Jansen, einem invaliden, schwedischen Wachtmeister
  • Ratskeller, erbaut 1863. Am Standort des Ratskellers befand sich früher das 1800 errichtete Rathaus, das 1859 ein Opfer des Stadtbrandes wurde
  • St. Jacobi-Kirche in Rodenberg, erbaut im 12. Jahrhundert

Parks

  • Bürgerpark auf dem Alten Rodenberg
  • Schlosspark hinter/im Freilichtmuseum

Regelmäßige Veranstaltungen

  • Bürgerschützenfest
  • Martini-Markt
  • Kinkeldey-Fest

Wirtschaft und Infrastruktur

Verkehr

Die Anschlussstellen Lauenau und Bad Nenndorf der A2 liegen nur wenige Autominuten entfernt. Die Bundesstraßen 65 und 442 bieten günstige Verbindungen in alle Richtungen (z. B. Hannover: 30 min). Der nächste Bahnhof liegt im Nachbarort Bad Nenndorf. In 25 Minuten ist der Flughafen Hannover-Langenhagen per Pkw erreichbar.

Öffentliche Einrichtungen

  • Freibad
  • Sportanlage

Bildung

  • Julius-Rodenberg-Schule, Grundschule
  • Haupt- und Realschule Rodenberg

Persönlichkeiten

Einzelnachweise

  1. "Die Spitze ist fertig mit ihrer CDU", Artikel in den Schaumburger Nachrichten vom 16. Januar 2009, Link

Weblinks

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