Meinestadt.de - Riedlingen - 25.05.2012
Lexikon - meinestadt.de
| Wappen | Deutschlandkarte | |
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| Basisdaten | ||
| Bundesland: | Baden-Württemberg | |
| Regierungsbezirk: | Tübingen | |
| Landkreis: | Biberach | |
| Höhe: | 540 m ü. NN | |
| Fläche: | 64,97 km² | |
| Einwohner: | 10.308 (30. Dez. 2007)[1] | |
| Bevölkerungsdichte: | 159 Einwohner je km² | |
| Postleitzahl: | 88499 | |
| Vorwahl: | 07371 | |
| Kfz-Kennzeichen: | BC | |
| Gemeindeschlüssel: | 08 4 26 097 | |
| Stadtgliederung: | 7 Teilgemeinden | |
| Adresse der Stadtverwaltung: | Marktplatz 1 88499 Riedlingen |
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| Webpräsenz: | ||
| Bürgermeister: | Hans Petermann | |
| Lage der Stadt Riedlingen im Landkreis Biberach | ||
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Riedlingen ist eine Stadt an der Donau, südlich der Schwäbischen Alb.
Inhaltsverzeichnis |
Riedlingen liegt an der Donau in einem weiten Talgebiet südlich der Schwäbischen Alb. Im Westen und Norden erheben sich die Albausläufer, der ganz bewaldete Teutschbuch (734 m) und der Österberg (652 m). Auf der anderen Seite Riedlingens erhebt sich der Bussen, der Hausberg Oberschwabens, der auch heiliger Berg Oberschwabens genannt wird (767 m).
In die Donau münden auf der linken Seite die Biber bei Altheim, der Zollhauser Bach bei Riedlingen und die Zwiefalter Aach bei Zwiefaltendorf. Auf der rechten Seite fließt die Schwarzach beim Vöhringer Hof in die Donau, bei Daugendorf die Kanzach.
Die Stadt besteht aus der Kernstadt und den im Rahmen der Gemeindereform der 1970er Jahre eingegliederten sieben Gemeinden Bechingen, Daugendorf, Grüningen, Neufra, Pflummern, Zell und Zwiefaltendorf. In jeder Teilgemeinde gibt es eine Ortsverwaltung, deren Leiter der Ortsvorsteher ist.
Riedlingen bildet ein Mittelzentrum innerhalb der Region Donau-Iller, dessen Oberzentrum die Stadt Ulm ist. Zum Mittelbereich Riedlingen gehören neben der Gemeinde selbst die Städte und Gemeinden des westlichen Landkreises Biberach. Im Einzelnen sind dies die Stadt Bad Buchau sowie die Gemeinden Alleshausen, Altheim, Betzenweiler, Dürmentingen, Dürnau, Ertingen, Langenenslingen, Kanzach, Moosburg, Oggelshausen, Seekirch, Tiefenbach, Unlingen und Uttenweiler.
Riedlingen ist vermutlich eine alemannische Gründung. Die erste urkundliche Erwähnung stammt aus dem Jahre 835. Die mittelalterliche Stadt wurde zwischen 1247 und 1255 östlich des Weilers von den Grafen von Veringen angelegt. Es war eine typische Gründerstadt in rechteckiger Form und rechtwinklig geführten Straßen, die Hauptstraße verbreiterte sich zum Marktplatz. Die Lage an der viel genutzten Donaustraße begünstigte den Standort Riedlingens als Marktstadt. Noch im ausgehenden 13. Jahrhundert kam die Stadt in den Besitz der Habsburger, welche sie aber bald wieder verpfändeten. 1314 kam die Stadt an die Grafen von Hohenberg, später an die Herren von Ellerbach und 1384 schließlich an die Truchsessen von Waldburg.[2]</br>
Hauptartikel: Wasserburg Asenheim, Burg Dietenburg, Wasserburg Grüningen, Ranzenburg, Burg Neuveringen, Burg Zwiefaltendorf
Die Reformation im 16. Jahrhundert fand anfangs starken Rückhalt bei der städtischen Bevölkerung, konnte sich gegen die katholische Kirche jedoch nicht durchsetzen. Von 1654-58 wurde in Riedlingen ein Kapuzinerkloster erbaut. Im Jahr 1680 fiel die Stadt Riedlingen an Österreich zurück. Bis zum Pressburger Frieden 1805 gehörte Riedlingen zu Vorderösterreich.
1806 kam Riedlingen zum Königreich Württemberg und wurde Sitz des gleichnamigen Oberamtes.
1938 wurde das Oberamt Riedlingen mit dem Oberamt Saulgau zum Landkreis Saulgau mit Sitz in Saulgau vereinigt. Den Zweiten Weltkrieg überstand die Stadt - zumindest in architektonischer Hinsicht - unbeschadet. Lediglich die Donaubrücke wurde in den letzten Kriegstagen im April 1945, kurz vor dem Einmarsch französischer Truppen, von deutscher Seite aus gesprengt. Große gesellschaftliche Auswirkungen hatte der Zweite Weltkrieg dennoch für Riedlingen: Im Oktober 1949 kamen - nach einem fünfjährigen Zwischenaufenthalt in Niederbayern - Heimatvertriebene nach Riedlingen. Es waren die Nachkommen deutscher Auswanderer, die ihre Heimat in Südwestungarn 1944 aufgeben mussten. Bis Sommer 1951 entstand oberhalb des Vöhringerhofes der neue Stadtteil Eichenau.[3]
Seit 1973 gehören die Stadt Riedlingen und ihr Umland zum Landkreis Biberach. Im Zuge der Gemeindegebietsreform in Baden-Württemberg wurden die bis dahin selbstständigen Gemeinden Daugendorf (am 1. Mai 1972), Neufra (am 1. Juni 1972) sowie Bechingen, Grüningen, Pflummern, Zell und Zwiefaltendorf (alle am 1. Oktober 1974) nach Riedlingen eingemeindet.
| Bechingen Bereits 758 wird Bechingen urkundlich erwähnt. Zwischen 1292 und 1342 kommt nach und nach der gesamte Ort an das Kloster Zwiefalten, dem er bis zur Säkularisation 1803 gehört. Zusammen mit Zell bildet er danach eine eigenständige Gemeinde im Oberamt Riedlingen. Zell bildete zusammen mit Bechingen eine selbständige Gemeinde. |
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Daugendorf in frühen Urkunden häufig Taugendorf geschrieben, wird erstmals 805 erwähnt, als es an das Kloster Sankt Gallen verschenkt wurde. Wie es später an die Grafen von Veringen kam, ist unbekannt. 1415 verkauft Rudolph von Veringen den Ort an Zwiefalten. Nach der Säkularisation wird Daugendorf eine selbständige Gemeinde. siehe auch Burg Daugendorf, Wasserburg Daugendorf |
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Grüningen kam über die Grafen von Veringen Ende des 12. Jahrhunderts an die Grafen von Württemberg, die hier die Linie der Grafen von Grüningen-Landau begründeten. Das "obere Schloss", bei der Kirche, dessen Bergfried und aus romanischer Zeit stammende Grundmauern noch an diese Zeit erinnern, diente den Grafen als Sitz. Das auf einem künstlichen Erdhügel mitten im Dorf errichtete "untere Schloss" diente der grünenbergischen Ministerialität als Sitz. Grüningen kam später an die Freiherrn v. Hornstein, denen es auch zum Zeitpunkt der Mediatisierung 1806 noch gehörte, als es (wieder) unter württembergische Oberherrschaft fiel. Auch Grüningen war danach eine selbständige Gemeinde. |
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Neufra in frühen Urkunden auch Neufrach, Neufern oder Niverun geschrieben (nicht zu verwechseln mit der gleichnamigen Gemeinde Neufra im Landkreis Sigmaringen!) gehörte einst den Herrn von Gundelfingen, 1546 den Herrn von Helfenstein, ab 1627 den Fürsten von Fürstenberg. Im Ort bestanden zwei Schlösser. Der Pfarrer von Neufra, das 1806 zu einer eigenständigen Gemeinde aufstieg, bezog noch 1827 den sogenannten „Springhaber“ in Höhe von drei Simri Hafer, den Bürger für uneheliche Schwängerungen zu entrichten hatten. |
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Pflummern war die einzige evangelische Gemeinde des gesamten Oberamts Riedlingen. Es war einst Sitz eines Adelsgeschlechtes, deren letzte Erbinnen 1605 den Ort an den Herzog Friedrich von Württemberg verkauften. Im dreißigjährigen Krieg wurde Pflummern gebrandschatzt und komplett entvölkert. Es musste danach neu besiedelt werden und wies 1825 bereits wieder rund 500 Einwohner auf. 1829 war Eduard Mörike wenige Monate als Pfarrverweser in Pflummern tätig. In Pflummern hat er am 9. März 1829 mit "Er ist's" eines der meistzitierten deutschsprachigen Gedichte geschaffen.[4][5] |
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Zwiefaltendorf Grundherr dieses gegenüber vom Kloster Zwiefalten gelegenen Ortes war der Freiherr von Spät. Bereits 776 wird die dortige Michaelskirche in einer Urkunde des Klosters Sankt Gallen als Schenkung erwähnt. |
Nähere Informationen zur Geschichte dieser Teilorte sind in der 1827 erschienenen Beschreibung des Oberamts Riedlingen (siehe Literatur) nachzulesen.
siehe auch Ruine Hassenberg
Das Riedlinger Stadtwappen zeigt auf einem in der Mitte senkrecht geteilten Schild links vom Beschauer auf rot-silber-rotem Grund zwei schräg gekreuzte goldene Ruder. Die rechte Seite zeigt einen auf goldenem Grund nach links aufgerichteten roten Löwen. Die Blasonierung lautet: In gespaltenem Schild vorne in Rot ein silberner Balken, überdeckt von zwei schräggekreuzten goldenen Rudern, hinten in Gold ein roter Löwe. Das älteste bekannte Siegel stammt aus dem Jahr 1303. Der rot-weiß-rote Grund wird als österreichische Binde bezeichnet und stellt die Farben Österreichs dar. Sie wurde erst im 16. Jahrhundert hinzugefügt. Der rote Löwe, den auch Bad Saulgau, Mengen und Munderkingen im Stadtwappen tragen, ist das Wappen der Habsburger.
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¹ Volkszählungsergebnis
² Stand 30. Juni 2008[6]
Die letzte Gemeinderatswahl fand am 13. Juni 2004 statt. Es ergab sich folgende Sitzverteilung:
StädtepartnerschaftenSeit 1996 pflegt Riedlingen eine Partnerschaft mit der niederösterreichischen Kleinstadt Pöchlarn. Freundschaftliche Beziehungen bestehen zu Bürgel (Thüringen). Wirtschaft und InfrastrukturVerkehrRiedlingen liegt an der Donautalbahn von Donaueschingen nach Ulm und ist Regionalexpress-Halt. Es besteht ein Stunden-Takt nach Ulm und Sigmaringen, aber nur ein Zwei-Stunden-Takt nach Donaueschingen und Neustadt (Schwarzwald). Es gibt darüber hinaus direkte Busverbindungen in die Kreisstadt Biberach an der Riß und nach Stuttgart. Riedlingen ist in den Donau-Iller-Nahverkehrsverbund eingegliedert. Riedlingen verfügt über ein Segelfluggelände, das mit Segelflugzeugen, Motorseglern und Ultraleichtflugzeugen angeflogen werden kann. 1916 wurde die Federseebahn (Kanzachtalbahn) Schussenried - Riedlingen als letzte Schmalspurstrecke Baden-Württembergs mit dem Reststück von Dürmentingen bis Riedlingen eröffnet. 1960 wurde der Gesamtverkehr auf diesem Streckenteil eingestellt und die Strecke abgebaut. Durch Riedlingen führen die Bundesstraßen B 312 (Stuttgart - Reutlingen - Biberach an der Riß - Memmingen) und B 311 (Donaueschingen - Tuttlingen - Ulm). Ansässige Unternehmen
Gericht, Behörden und EinrichtungenRiedlingen verfügt über ein Amtsgericht, das zum Landgerichtsbezirk Ravensburg und zum Oberlandesgerichtsbezirk Stuttgart gehört. Die Stadt ist auch Sitz des Dekanats Riedlingen des Bistums Rottenburg-Stuttgart, das zum Dekanatsverband Biberach gehört. BildungseinrichtungenDie Stadt ist Sitz der SRH Fernfachhochschule Riedlingen, einer staatlich anerkannten Hochschule für Wirtschaft. Außerdem ist Riedlingen eine Schulstadt von regionaler Bedeutung. In Riedlingen gibt es allgemeinbildende Schulen aller Schularten, eine berufliche Schule und eine Jugend-Musikschule. Das Einziehungsgebiet des Riedlinger Kreisgymnasiums reicht von Bad Buchau bis weit auf die Schwäbische Alb. Neben den staatlichen Schulen wurde 2004 die Freie Schule Riedlingen gegründet, die sich an der Waldorfpädagogik orientierte. Deren Betriebsgenehmigung wurde jedoch 2008 widerrufen, die Schule musste schließen.[7] In der Erwachsenenbildung sind das Kolping-Bildungswerk und die Volkshochschule Donau-Bussen e.V. tätig. SeniorengenossenschaftDie Seniorengenossenschaft ist eine bürgerschaftliche Selbsthilfeeinrichtung, die seit 1991 existiert. Sie war das erste Modellprojekt einer solchen Seniorengenossenschaft in Deutschland. Zweck ist Mitglieder zu unterstützen, wenn diese auf Hilfe angewiesen sind, damit ältere Menschen bis zum Lebensende in ihrem Wohnumfeld verbleiben können oder jüngere zusätzliche eigene Altersvorsorge betreiben können. Der Verein erhielt 2004 den Zukunftspreis vom Institut für Zukunftsstudien und Technologiebewertung. Kultur und SehenswürdigkeitenRiedlingen liegt an der Oberschwäbischen Barockstraße, der Deutschen Fachwerkstraße, am Donauradweg und am Bodensee-Donau-Radweg. Museum
Bauwerke
Jährliche Veranstaltungen
PersönlichkeitenSöhne und Töchter der Stadt
Personen, die mit der Stadt in Verbindung stehen
Literatur
Quellen
WeblinksStädte und Gemeinden im Landkreis Biberach
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