Meinestadt.de - Rheinbreitbach - 20.03.2010
Lexikon - meinestadt.de
| Wappen | Deutschlandkarte | ||
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| Basisdaten | |||
| Bundesland: | Rheinland-Pfalz | ||
| Landkreis: | Neuwied | ||
| Verbandsgemeinde: | Unkel | ||
| Höhe: | 75 m ü. NN | ||
| Fläche: | 6,58 km² | ||
| Einwohner: | 4547 (30. Dez. 2007) | ||
| Bevölkerungsdichte: | 691 Einwohner je km² | ||
| Postleitzahl: | 53619 | ||
| Vorwahl: | 02224 | ||
| Kfz-Kennzeichen: | NR | ||
| Gemeindeschlüssel: | 07 1 38 062
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| Adresse der Verbandsverwaltung: | Linzer Straße 4 53572 Unkel |
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| Webpräsenz: | |||
| Ortsbürgermeisterin: | Ulrike Jossen (CDU) | ||
Rheinbreitbach ist eine Ortsgemeinde im Landkreis Neuwied im Norden von Rheinland-Pfalz (Deutschland). Sie grenzt mit Bad Honnef im Rhein-Sieg-Kreis direkt an Nordrhein-Westfalen. Die Gemeinde gehört der Verbandsgemeinde Unkel an, die ihren Verwaltungssitz in der Stadt Unkel hat. Rheinbreitbach ist ein staatlich anerkannter Fremdenverkehrsort.
Inhaltsverzeichnis |
Die Ortsgemeinde liegt am nördlichen Mittelrhein und am südlichen Rand des Siebengebirges. Die größte Nord-Süd-Ausdehnung des Gemeindegebietes beträgt etwa 2 km, die größte Ost-West-Ausdehnung etwa 7 km. Es umfasst ein von Westen (Rheinufer) nach Osten hin ansteigendes Gelände. Der Ortsteil Breite Heide liegt etwa in der Mitte zwischen Osten und Westen auf etwa 190 m ü. NN. Das östlich der Breiten Heide liegende Gemeindegebiet ist etwa 200–300 m breit und unbewohnt.
Mit 8,7 % wird ein geringer Anteil des 6,58 km² großen Gemeindegebietes landwirtschaftlich genutzt, 56,8 % sind von Wald bestanden.
Nachbargemeinden sind Bad Honnef im Norden, Windhagen im Osten, Unkel im Süden sowie Remagen im Westen, zu dem die Grenze in der Mitte des Rheins verläuft.
Da mehrfach römische Münzen aus dem Zeitraum 150 bis 350 n. Chr. im Bereich des späteren Bergwerks Virneberg (damals noch Tagebau) gefunden wurden, kann davon ausgegangen werden, dass schon in römischer Zeit in Rheinbreitbach Bergbau (Kupfer) stattgefunden hat. Andere Bergbautätigkeiten der Römer nördlich des Limes sind durch den Felsabbau (Trachitsteinbruch) am Drachenfels belegt.
Rheinbreitbach wurde vermutlich in fränkischer Zeit gegründet, aber erst 966 erstmals als „Breitenbach“ urkundlich erwähnt. „Rheinbreitbach“ heißt der Ort seit 1604. Im Mittelalter war er durch einen Wallgraben und vier befestigte Tore geschützt. Von der Unteren Burg ist nur ein Torbogen erhalten, zurzeit werden die Grundmauern und das Gelände der Burg aufwendig saniert. Die Obere Burg aus dem 15. Jahrhundert existiert noch vollständig. Ebenfalls aus dem 15. Jahrhundert stammt die Pfarrkirche und aus dem 17. Jahrhundert die Leonhardskapelle.
Der Rheinbreitbacher Weinbau ist fast so alt wie der Ort selbst. Im Jahr 1143 wird das Kloster Rolandswerth (heute Nonnenwerth) als Besitzer großer Weingärten in Rheinbreitbach genannt. Auch das im Westerwald liegende Zisterzienserkloster Marienstatt, das im Jahr 1222 gegründet wurde, war in Rheinbreitbach begütert. Weitere Weinberge besaßen das Kloster Schwarz-Rheindorf, sowie die Kölner Kirchen St. Aposteln, St. Severin, St. Maria ad Gradus, St. Gereon und St. Martin. Neben dem Freiherrn von Breidbach hatte selbst der Herzog von Berg hier Weinberge. Die meisten der Rheinbreitbacher Winzer waren als Halfen oder Drittelhalfen auf den Gütern der Adeligen und der Geistlichkeit eingesetzt, sie mussten die Hälfte oder ein Drittel der Ernte an den Grundherren abführen. Um die ausgedehnten Weingärten, die sich bis zum Rhein erstreckten, vor Traubendieben zu schützen wurden von der Gemeinde „Traubenhüter“ eingesetzt.
Im Kirchenbuch von Rheinbreitbach wird 1661 von 110 Weingärten in Rheinbreitbach berichtet. Aus dem 17. Jahrhundert wird von häufigen Missernten aufgrund kalter Winter oder Unwetter berichtet. Im Jahr 1889 wurde eine besonders gute Ernte erzielt, die Einnahmen der Winzer wurden auf über 100.000 Mark geschätzt. Anfang des 20. Jahrhunderts ging der Rheinbreitbacher Weinbau ständig weiter zurück, einer der Gründe war das Auftreten der Reblaus.
Der erste urkundlich belegbare Bergbau in Rheinbreitbach begann 1604 mit einem Bartholomäus Brück (Brüggen), der das kurfürstliche Bergwerk wieder in Betrieb gesetzt hatte. Aufgrund verschiedener Dokumente und Funde wurde am Virneberg (heute Ortsteil Breite Heide) bereits im Mittelalter Kupfer im Untertagebau gewonnen und vor Ort verhüttet. Brück erwähnt in einem Protokoll eine damals aufgefundene, über 200 Jahre alte Schlackenhalde und im 18. Jahrhundert fand man einen bis dahin unbekannten alten Hauptstollen in ca. 40 Meter Tiefe. 1629 wurden bereits fast 500 Zentner Kupfer produziert. Im Dreißigjährigen Krieg wurden von den durchziehenden Schweden wichtige Teile der Bergwerksanlagen zerstört.
Etwa 1720 waren die Stollen bereits über 1.000 Meter lang. 1744 bestand die Belegschaft aus 80 Mann. In dieser Zeit muss die Grube auch in St. Josephsberg umbenannt worden sein. Am Eingangsbogen der Martinskapelle im benachbarten Selhof befindet sich ein Schlussstein mit der Inschrift S(t.) Josepsbergh und der Jahreszahl 1735 sowie der Abbildung der Bergmannszeichen Eisen und Bohrer. 1756 wurden für einen Glockenguss an der Bonner Münsterkirche 8.000 Pfund Breitbacher Kupfer verwendet. 1789 besuchte der junge Alexander von Humboldt auf einer seiner ersten Studienreisen die Rheinbreitbacher Bergwerke, 1791 kam der Kölner Kurfürst.
Im Jahr 1794 kam der Bergbau vorübergehend zum Erliegen. Wenig später, im Jahr 1800, wurde ein neuer Schacht bis in 85 Meter Tiefe angelegt. In der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts setzte eine rege Tätigkeitsperiode ein. 1840 förderte die 51-köpfige Knappschaft 8.500 Tonnen Erz aus dem Bergwerk. Nach einigen guten Jahren erfolgte 1867 eine Einstellung des Tiefbaus, einer der Schächte hatte bereits eine Tiefe von 138 m erreicht, 1870 wurde ein weiterer Schacht neu angelegt. Die Belegschaft stieg auf 164 Personen an und 1880 wurde eine Tiefe von 255 m erreicht (etwa 115 m unter dem Rheinniveau). 1886 erfolgte die endgültige Stilllegung des „Virnebergs“. In den 1960er Jahren wurde ein Teil des ehemaligen Bergwerksgebietes erschlossen und der neue Ortsteil von Rheinbreitbach, die Breite Heide gebaut.
Im Heimatmuseum von Rheinbreibach sind Zeunisse aus der Bergbauzeit ausgestellt.
In einer Übersichtskarte des Oberbergamtes Bonn von 1912 sind in der Umgebung von Rheinbreitbach und Bruchhausen 38 verschiedene Grubenfelder eingetragen. Neben der hier beschriebenen Grube St. Josephsberg war in Bruchhausen die Grube St. Marienberg und die östlich von Bruchhausen im Kasbachtal liegenden Gruben Phinchen und Clemenslust die bedeutendsten.
Entwicklung der Einwohnerzahl (31. Dezember):
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Der Gemeinderat besteht aus 20 Ratsmitgliedern sowie dem ehrenamtlichen und vorsitzenden Ortsbürgermeister.
Sitzverteilung im gewählten Gemeinderat:
| CDU | SPD | FDP | Grüne | Gesamt | |
| 2004 | 10 | 5 | 3 | 2 | 20 Sitze |
(Stand: Kommunalwahl am 13. Juni 2004)
Die Blasonierung lautet: „Geteilt von Grün und Rot; oben ein silberner Schrägwellenbalken; unten ein stehender , goldbewehrter silberner Drache (Basilisk) mit ausgebreiteten Flügeln, darin vorn ein kleiner roter Schild mit drei, 2:1 gestellten silbernen Schildchen, hinten ebenfalls ein kleiner roter Schild mit zwei gekreuzten silbernen Berghämmerchen.“
Erläuterung: Der Wellenbalken weist auf die Ortslage im Rheintal hin. Der Drache in Form eines Baslisken ist das Wappenbild der Herren von Breitbach. Die drei silbernen Schildchen in Rot sollen an die Dichter und Schriftsteller, die hier gewohnt und gewirkt haben, erinnern: Brüder Grimm, Freiligrath, Simrock. Die Berghämmer symbolisieren die alten Kupfererzgruben, die in der Gemarkung von Rheinbreitbach betrieben wurden. Rechtsgültig ist das Wappen seit dem 25. Mai 1927.
Rheinbreitbachs mittelalterliches Ortsbild wird geprägt von Fachwerkhäusern im Ortskern und einigen herrschaftlichen Villen. Die Untere Burg, früher Sitz der Herren von Breitbach, ist nur noch als Ruine erhalten, während die Obere Burg, Anfang des 20. Jahrhunderts Wohnsitz des Schriftstellers Rudolf Herzog, heute als Bürgermeisteramt und für Veranstaltungen, insbesondere des Förderkreises Obere Burg, genutzt wird.
Die spätgotische katholische Pfarrkirche St. Maria Magdalena ist ein verputzter, korallfarbig gestrichener Bau aus dem 15./16. Jahrhundert mit vorgelagertem Westturm und einem modernen Erweiterungsbau. Die Ausstattung des Kircheninneren stammt zum großen Teil aus der Zeit des Barock. Die drei Altäre sind aus Holz, deren Bemalung Marmor imitiert. Der Hochaltar, der in einem Visitationsbericht von 1620 als „neu errichtet“ bezeichnet wird, stammt in Teilen aus dem 18. Jahrhundert.
Die ältere Leonarduskapelle an der Hauptstraße stammt ursprünglich aus dem 16. Jahrhundert und wurde nach der Zerstörung im Truchsessischen Krieg ab 1655 neu erbaut. Das Armreliquiar des heiligen Leonhard von Limoges machte den Ort zu einer bekannten Wallfahrtskirche. Zu der Reliquienausstattung zählen u.a. auch Teile der Gebeine von Gefährtinnen der heiligen Ursula. Erwähnenswert ist der schöne Flügelaltar in der Kapelle.
Ebenfalls in der Hauptstraße befindet sich das Museum für Alltagsgeschichte des Rheinbreitbacher Heimatvereins, das am zweiten und vierten Sonntag im Monat geöffnet ist. Vom Koppel, einer Erhebung östlich des Ortskerns, kann man bei gutem Wetter den Kölner Dom und bis weit in die Eifel hinein sehen.
Pfarrkirche St. Maria Magdalena |
Rheinbreitbach besitzt eine als Brücke ausgeführte Anschlussstelle an die Bundesstraße 42, die es mit allen am Rhein gelegenen Nachbarstädten (darunter Unkel, Bad Honnef, Königswinter und Bonn) sowie über die sich anschließende Flughafenautobahn Bundesautobahn 59 mit dem Flughafen Köln/Bonn verbindet.
Durch Rheinbreitbacher Gebiet führt die Rechte Rheinstrecke, die nächstgelegenen Bahnhöfe befinden sich je nach Lage in den angrenzenden Städten Bad Honnef und Unkel, über die man mit dem Regionalexpress 8 und der Regionalbahn 27 Richtung Köln und Koblenz gelangt. Beide Bahnhöfe können schnell über die Buslinie 565 erreicht werden.
Die Buslinie 565 verkehrt vom Linzer Bahnhof zur Bad Honnefer Stadtbahn-Endhaltestelle der Linie 66 und verbindet Rheinbreitbach mit dem Netz der Bonner Stadtbahn. Die Busse verkehren täglich, an Wochenenden jeweils stündlich und an Wochentagen innerhalb von Verkehrsstoßzeiten auch bis zu 2 Mal stündlich.
In Rheinbreitbach war der 1987 gegründete Bund der Energieverbraucher ansässig, der sich die Aufgabe gestellt hat, die Interessen der privaten Verbraucher bei der Energieversorgung zu schützen. 2007 verlegte der Verband seine Bundesgeschäftsstelle und damit seinen Sitz in die Nachbargemeinde Unkel.
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