Meinestadt.de - Rheinberg - 25.05.2012
Lexikon - meinestadt.de
| Wappen | Deutschlandkarte | ||||
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| Basisdaten | |||||
| Bundesland: | Nordrhein-Westfalen | ||||
| Regierungsbezirk: | Düsseldorf | ||||
| Kreis: | Wesel | ||||
| Höhe: | 20 m ü. NN | ||||
| Fläche: | 75,15 km² | ||||
| Einwohner: | 31.982 (30. Dez. 2007)[1] | ||||
| Bevölkerungsdichte: | 426 Einwohner je km² | ||||
| Postleitzahl: | 47495 | ||||
| Vorwahlen: | 02843 sowie 02802 (Borth) und 02844 (Orsoy) | ||||
| Kfz-Kennzeichen: | WES | ||||
| Gemeindeschlüssel: | 05 1 70 032
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| Stadtgliederung: | 4 Stadtbezirke | ||||
| Adresse der Stadtverwaltung: | Postfach 10 14 63 47493 Rheinberg |
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| Webpräsenz: | |||||
| Bürgermeister: | Hans-Theo Mennicken (parteilos) | ||||
| Lage der Stadt Rheinberg im Kreis Wesel | |||||
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Die Stadt Rheinberg liegt am unteren Niederrhein im Nordwesten des Ruhrgebiets im Bundesland Nordrhein-Westfalen und ist eine "mittlere kreisangehörige Stadt" des Kreises Wesel im Regierungsbezirk Düsseldorf. Sie ist Mitglied der Euregio Rhein-Waal.
Inhaltsverzeichnis |
Die Stadt Rheinberg liegt in der Niederrheinischen Tiefebene, 15 km südlich der Kreisstadt Wesel und 11 km nördlich von Moers. Im Nordosten wird das Stadtgebiet durch den Rhein begrenzt, der die Grundlage der Naturschutzgebiete Rheinvorland im Orsoyer Rheinbogen, Rheinvorland nördlich der Ossenberger Schleuse und Rheinvorland östlich von Wallach bildet.
Rheinberg gliedert sich in die vier Stadtbezirke Borth, Budberg, Orsoy und Rheinberg, die 15 sogenannte Wohnplätze umfassen:
Hauptartikel Rheinberger Platt
In Rheinberg und den Dörfern der Umgebung wird - natürlich neben dem Hochdeutschen - von älteren Bürgern noch das Rheinberger Platt gesprochen. Dabei handelt es sich um einen niederfränkischen Dialekt.
Das Zentrum des Ortes ist von einem zu über 90 % erhaltenen, ehemaligen Wallgraben umgeben, der in der Zeit zwischen 1290 und 1359 erbaut wurde. Zu jener Zeit hieß der seit 1233 mit Stadtrechten ausgestattete Ort Berka. Der trockengelegte Wallgraben ist in seinem heutigen Aussehen die einzig erhaltene Anlage dieser Art in Nordrhein-Westfalen. Er war Teil des ersten Befestigungsringes, zu welchem Verteidigungsanlagen wie Stadtmauer, Katzen, die kurkölnische Landesburg und der „Pulverturm“ genannte Zollturm gehörten. Nach der Fertigstellung von Anlagen dieser Art wurde eine Stadt als Feste Stadt bezeichnet, wobei die Katzen und der Zollturm Eigenheiten Rheinbergs waren.
Der Bau des zweiten Befestigungsring erfolgte mit dem Ausbau Rheinbergs zur „Festung Berk am Rhein“ ab dem Jahre 1585. Zu diesem Befestigungsring gehörten die Verteidigungsanlagen außerhalb des Stadtgrabens: Hauptwall (Kurtine) mit neun Bollwerken, Hauptgraben mit zehn Außenwerken (im Wasser des Hauptgrabens liegende Anlagen wie Ravelin, (Festungsbau) „Halber Mond“. Demi-lune Der dritte Befestigungsring, auch außerhalb des Hauptgrabens liegend, umfasste als Verteidigungsanlagen einen gedeckten Weg mit Niederwall und Glacis. Mit der Fertigstellung dieser Anlagen war Rheinberg, etwa gegen 1606,(vermutliches Ende der Bauarbeiten) eine Festung nach „altniederländischer Baumanier“, genau: irregulär altniederländisch. Im Klartext heißt das: alles außerhalb der Stadtmauer war aus Erde.
Die größte Leidenszeit mussten die Rheinberger während des 80 Jahre dauernden niederländischen Befreiungskrieges erdulden. Nach Ende des Dreißigjährigen Krieges und des 80-jährigen Krieges im Jahre 1648 gingen die Kämpfe in Rheinberg weiter. Es wechselten sich während der gesamten Zeit spanische, französische, niederländische, englische und zuletzt preußische Truppen ab. Die Stadt galt in dieser Zeit als Spielball der Krieg führenden Mächte: „Rheinberg war eine Hure des Krieges“. Ab 1702 wurden die Festungsanlagen niedergelegt. Unter Niederlegung verstand man im Rheinberger Fall eine „Rasur“, das bedeutete: bis auf die Grundmauern. Gleichwohl sind ihre als Erdwerke errichteten Anlagen als Reste heutzutage noch gut im nördlichen und östlichen Teil der Stadt zu erkennen.
Nach der Kapitulation Deutschlands richteten die Amerikaner nahe Rheinberg ein großes Kriegsgefangenenlager ein. Diese Lager waren auch als Rheinwiesenlager bekannt. In den ersten Nachkriegsmonaten waren im Rheinberger Lager, Schätzungen zufolge, bis zu 200.000 Kriegsgefangene interniert. Da es einige Monate lang im Lager keinerlei Unterkünfte noch sanitäre oder medizinische Einrichtungen gab, gehörte das Rheinberger Lager zu denen mit den höchsten Sterblichkeitsraten. Das Deutsche Rote Kreuz organisierte schon früh Hilfslieferungen für die Gefangenen im Lager. Die Sammelstelle hierfür befand sich damals im Haus Germania am Bahnhof.
Rheinberg gehörte in vorrevolutionärer Zeit (etwa seit dem Jahre 1100) zum kurkölnischen Amt Rheinberg, das unter anderem 1815 auf dem Wiener Kongress dem Königreich Preußen zugeschlagen wurde. Daraufhin kam Rheinberg im Zuge der Preußischen Verwaltungsorganisation am 23. April 1816 zum Landkreis Rheinberg als einem von über 40 Landkreisen der Provinz Jülich-Kleve-Berg, der aber schon 1823 mit dem Landkreis Geldern vereinigt wurde. Diese Vereinigung wurde bereits 1857 rückgängig gemacht. Von da ab gehörte Rheinberg zum Landkreis Moers. Am 1. Januar 1975 wurden im Zuge des 2. Neugliederungsprogramms die bis dahin selbstständige Stadt Orsoy und die ehemals selbstständigen Gemeinden Borth und Budberg in die Stadt Rheinberg eingegliedert. Seit dem 1. Januar 1975 gehört Rheinberg zum Kreis Wesel, in dem der frühere Kreis Moers aufging.
Bürgermeister der Stadt Rheinberg ist Hans-Theo Mennicken (parteilos). Die stellvertretenden Bürgermeister sind Sibylle Kisters (SPD) und Peter Maaß (CDU).
Die 42 Sitze im Stadtrat verteilen sich nach dem Ergebnis der Kommunalwahl 2004 folgendermaßen auf die einzelnen Parteien:
| Partei |
Sitze
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| Christlich Demokratische Union | 19 |
| Sozialdemokratische Partei Deutschlands | 15 |
| Bündnis 90/Die Grünen | 5 |
| Freie Demokratische Partei | 3 |
Rheinberg unterhält partnerschaftliche Beziehungen zur französischen Gemeinde Montreuil, Frankreich und zur sächsischen Stadt Hohenstein-Ernstthal.
Die Sehenswürdigkeiten der Ortsteile sind in den Ortsteilartikeln aufgeführt.
Ungefähr 160 m außerhalb der südlichen Stadtumwallung im heutigen Stadtpark gelegen, erbaut nach 1716 vermutlich durch den Baron von Kleist, sechseckig, zwei Stockwerke, ein barocker Helm, 9 Meter hoch, steht auf einem aufgeschütteten Hügel; schriftliche erste Unterlagen tauchen auf mit der sogenannten „Contereskarpenverpachtung“ nach 1705. Der Hügel, auf dem das Turmgebäude steht, ist der Rest eines ca. 10.000 m² großen Ravelins. Am 24. Juli 1634 begann ein Angriff auf diese Ravelin mit dem Schlachtruf Val aen. Der Graf Jan von Nassau-Siegen kämpfte auf Seiten der Spanier. Die angreifenden Spanier waren Wallonen und Flamen. Daher der Schlachtruf. Im Lauf der folgenden Jahrhunderte entstand hieraus Hispanische Fallahn und ähnliche Begriffe bis eben zum heutigen Spanischen Vallan. Nach dem 2. Weltkrieg wurde das inzwischen verfallene Gebäude umfassend restauriert und bildet einen Blickfang im Stadtpark. Gelegentlich finden im Gebäude und ringsum Kunstausstellungen und Bürgerfeste statt.
Das Gebäude der Alten Kellnerei wurde 1573 als Wirtschaftsgebäude der ehemaligen kurkölnischen Landesburg erbaut, das heißt es war Pferdestall (Marstall) und Getreidelager. Die Kellnerei ist mit einer Länge von 54,88 Meter und einer Breite von 12,18 Meter ein großes Gebäude. Die Bauzeit des Gebäudes fiel in die Amtszeit des Kölner Erzbischofs Salentin (1567 - 1577). Die Amtswalter der Erzbischöfe die „Kellner“ nutzten die Kellnerei nicht nur als Magazin sondern auch als Amtssitz.
Das Ehrenmahnmal symbolisiert zwei betende Hände von ca. 8 Meter Höhe. Bei der Einweihung wurde dem Mahnmal der Name „Tor der Toten“ gegeben. Das Baumaterial sollte aus Rheinbergs Umgebung kommen, deshalb wurde Rheinsand und Rheinkies mit einer groben Körnung verwendet.
Wurde 1449 im gotischen Stil mit spitzer Turmhaube und Zinnenfries erbaut. Umbauten fanden um 1638/42 (Zwiebelturm), 1794 und 1854 (Abbruch des Zinnenfrieses und Umgestaltung der gotischen Fenster, Hinzufügung eines Giebeldreiecks im Stadtwappen) statt.
Die katholische Pfarrkirche St. Peter feiert im Jahre 2006 die 900 Jahrfeier. Die Kirche wurde erbaut als romanische Basilika. Hierzu gehört der ca. 53 m hohe Westturm mit dem dahinter liegenden Langschiff. Die heutige Höhe und Länge des Langschiffs war allerdings nicht der ursprüngliche Bau. Die Länge betrug ca. 26 m, die Höhe war um etwas mehr als die Hälfte kleiner. 1392 wurde der gotische Hallenchor errichtet. 1427 erfolgte die Erhöhung des Langschiffes (4-jochiges Langhaus, Mittelschiff mit basikalem Querschnitt) auf die heutige Höhe mit einer gotischen Gewölbedecke. Ende 1500 kamen die gotischen Seitenschiffe hinzu. Der Chorumgang ist 1633 erbaut worden.
Am Annaberg westlich der Kernstadt steht seit 1983 die moderne Fünfeck-Kirche St. Anna (Architekt Dombaumeister Dr. Heinz Dohmen, Essen). Direkt daneben stehen das Gebäude der ehemaligen Pfarrkirche St. Anna, welche heute als Teil des Pfarrheims als Versammlungs- und Veranstaltungsraum dient, und das vom selben Architekten geplante Pfarrhaus. Die Kirchenglocke der alten Annakirche befindet sich heute in der neuen Kirche neben der zum Innenraum der Kirche führenden Pforte der Sakristei.
Ein wichtiger historischer Aspekt des kulturellen Lebens in Rheinberg sind die historischen Pumpennachbarschaften. Hierbei handelt es sich um nachbarschaftliche Zusammenschlüsse einzelner Straßenzüge, die ihren Ursprung in der Sicherung der gemeinsamen Wasserversorgung haben.
Im Schienenpersonennahverkehr ist die Stadt Rheinberg über zwei Bahnhöfe erreichbar,
Beide Stationen liegen an der Niederrheinstrecke (KBS 498), einer zwischen Xanten und Moers-Rheinkamp eingleisigen Nebenbahn, die ab Rheinberg-Millingen in Richtung Duisburg elektrifiziert ist. In Moers-Rheinkamp wird die Strecke zu einer zweigleisigen Hauptstrecke.
Die Strecke wird im Personenverkehr von der Regionalbahn „Der Niederrheiner“ (RB 31) Xanten–Moers–Duisburg bedient.
Durchgeführt wird der Schienenpersonennahverkehr von der DB Regio NRW, die Dieseltriebwagen der DB-Baureihe 643 in Einzel- und Doppeltraktion einsetzt. Ab dem Fahrplanwechsel im Dezember 2009 übernimmt die NordWestBahn (NWB) mit Dieseltriebwagen vom Typ LINT 41 alle Leistungen auf der Strecke.
Für den gesamten Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) gilt der Tarif der Verkehrsgemeinschaft Niederrhein (VGN) und tarifraumüberschreitend der NRW-Tarif.
Rheinberg ist durch die Bundesautobahnen A 42 und A 57 (E 31) sowie die Bundesstraßen B 57 und B 510 an das Fernstraßennetz angebunden.
Von Rheinberg-Orsoy nach Duisburg-Walsum verkehrt eine Autofähre (Rheinstrom-km 793).
Am Rhein wird im Ortsteil Orsoy der Hafen Orsoy (Rheinkilometer 794) betrieben. Lade- und Löschgut ist hier Kohle und Erz.
Im Ortsteil Ossenberg - bei Rheinkilometer 806 - liegt der Ossenberger Rheinhafen. Dort wird von der Firma ESCO (früher Deutsche Solvay Werke) im großen Umfang Salz verladen, das aus dem Borther Steinsalzbergwerk stammt und auf einer firmeneigenen Gleisverbindung zum Hafen transportiert wird. Der Hafen dient auch zur Anlieferung von Kalksteinen, die die Deutschen Solvay-Werke in Rheinberg zur Sodaherstellung benötigen.
Die örtliche Industrie ist unter anderem von den chemischen Produktionsstätten der Deutsche Solvay-Werke geprägt. Außerdem ist die Umgebung durch den Steinsalzbergbau der esco bekannt. Die früher starke Textilindustrie (Firma Herbert Reichel) ist heute nicht mehr existent. Nach einigen Jahren reiner Verwaltungstätigkeiten produziert die Underberg KG wieder ihren bekannten Magenbitter in Rheinberg; die Abfüllung ist allerdings weiterhin in Berlin-Heiligensee.
Die Messe Niederrhein konnte im Jahr 2003 370.000 Besucher verzeichnen. 2004 wurde ein Logistikzentrum des Discounters Aldi eröffnet.
In die Schlagzeilen kommt die Stadt vermehrt seit April 2003 mit dem sogenannten Future Store des Metro-Konzerns, der durch bei Datenschützern nicht immer willkommene technische Neuerungen auffällt und als Testlabor der Metro gilt.
In Rheinberg gibt es folgende Unternehmen:
Das Amplonius-Gymnasium ist die meistbesuchte Schule der Stadt, deren Geschichte bis in Jahr 1337 zurückreicht.
In Rheinberg gibt es sieben Sportvereine. Die Namen der Vereine sind:
Ortansässige Zeitungsredaktionen sind die Lokalredaktion der NRZ/WAZ (Tageszeitung) und die Lokalredaktion der Rheinischen Post (Tageszeitung).
Alpen | Dinslaken | Hamminkeln | Hünxe | Kamp-Lintfort | Moers | Neukirchen-Vluyn | Rheinberg | Schermbeck | Sonsbeck | Voerde (Niederrhein) | Wesel | Xanten
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