Meinestadt.de - Reichartshausen - 25.05.2012
Lexikon - meinestadt.de
| Wappen | Deutschlandkarte | |
|---|---|---|
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| Basisdaten | ||
| Bundesland: | Baden-Württemberg | |
| Regierungsbezirk: | Karlsruhe | |
| Landkreis: | Rhein-Neckar-Kreis | |
| Höhe: | 228 m ü. NN | |
| Fläche: | 10 km² | |
| Einwohner: | 2015 (30. Dez. 2007)[1] | |
| Bevölkerungsdichte: | 202 Einwohner je km² | |
| Postleitzahl: | 74934 | |
| Vorwahl: | 06262 | |
| Kfz-Kennzeichen: | HD | |
| Gemeindeschlüssel: | 08 2 26 066 | |
| Adresse der Gemeindeverwaltung: | Rathausstraße 3 74934 Reichartshausen |
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| Webpräsenz: | ||
| Bürgermeister: | Otto Eckert | |
| Lage der Gemeinde Reichartshausen im Rhein-Neckar-Kreis | ||
| Datei:Reichartshausen in HD.png | ||
Reichartshausen ist eine Gemeinde mit etwa 2000 Einwohnern im Rhein-Neckar-Kreis in Baden-Württemberg. Sie gehört dem Gemeindeverwaltungsverband Waibstadt und der Tourismusregion Brunnenregion an.
Inhaltsverzeichnis |
Reichartshausen liegt im Übergangsgebiet von Kraichgau und Odenwald, im sogenannten Kleinen Odenwald, im Norden von Baden-Württemberg, etwa 15 km von Sinsheim entfernt. Nachbarorte sind Schönbrunn im Norden, Aglasterhausen im Osten, Helmstadt-Bargen im Südosten, Epfenbach im Südwesten und Lobbach im Westen.
Die Gemarkung erstreckt sich zwischen 196 und 380 Metern Höhe und umfasst 1000 Hektar. Davon sind 12,6 Prozent Siedlungs- und Verkehrsfläche, 47,0 Prozent werden landwirtschaftlich genutzt und 39,7 Prozent sind bewaldet.[2]
Reichartshausen hat Anteil am Landschaftsschutzgebiet Neckartal I - Kleiner Odenwald. Die reliefreiche Mittelgebirgslandschaft wurde 2002 aufgrund ihrer Schönheit, Vielfalt und Eigenart unter Schutz gestellt und gehört zum Naturpark Neckartal-Odenwald.[3]
Zu Reichartshausen gehören die Häuser Reichartshauser Jagdhaus und Reichartshauser Mühle (Hacksmühle).[4]
Reichartshausen wurde im Jahre 1100 als Richardshusen erstmals urkundlich erwähnt, die Gründung des Ortes datiert vermutlich jedoch in alemannische Zeit zurück. Das Dorf war Sitz des Zentgerichts der sogenannten Reichartshauser oder Stüber Zent und kam mit dieser 1367 zur Kurpfalz und wurde dem Unteramt Dilsberg, später dem Oberamt Heidelberg unterstellt. Die Ortsherrschaft wechselte vielfach.
1803 gelangte Reichartshausen zu Baden, wo es 1810 dem Amt Neckarbischofsheim und 1857 dem Bezirksamt Sinsheim angegliedert wurde. 1939 wurden 829 Einwohner gezählt, Ende 1945 waren es 989.[5]
Im Zuge der baden-württembergischen Kreisreform wurde 1973 der Landkreis Sinsheim aufgelöst und die Gemeinde dem neugebildeten Rhein-Neckar-Kreis angegliedert. Reichartshausen schloss sich dem Gemeindeverwaltungsverband Waibstadt an. Das Wachstum der Gemeinde war begleitet von Infrastrukturmaßnahmen wie dem Bau eines Freibades, einer Festhalle und eines Jugendzeltplatzes. Im Jahr 2000 wurde das 900-jährige Jubiläum der ersten urkundlichen Erwähnung gefeiert. 2004 hatte Reichartshausen erstmals mehr als 2000 Einwohner.
| Jahr | 1871 | 1890 | 1910 | 1939 | 1950 | 1961 | 1970 | 1987 | 2000 | 2007 |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Einwohner[6] | 803 | 861 | 888 | 829 | 1221 | 1226 | 1457 | 1611 | 1853 | 2015 |
1522 wurde in Reichartshausen die Reformation eingeführt. Erst durch den Zuzug von Heimatvertriebenen nach dem Zweiten Weltkrieg stieg der katholische Anteil der Bevölkerung, so dass 1966 die Kirche auf dem Hornberg gebaut werden konnte. Die evangelische Gemeinde gehört zum Kirchenbezirk Kraichgau der Evangelischen Landeskirche in Baden und die katholische Gemeinde zum Dekanat Kraichgau des Erzbistums Freiburg.
Dem Gemeinderat gehören neben dem vorsitzenden Bürgermeister zehn Mitglieder an. Seit der Wahl 2004 sind fünf von der Freien Wählervereinigung, drei gehören der CDU an und zwei Gemeinderäte stellt die SPD.
| Gemeinderat 2004 | ||
|---|---|---|
| Partei | Prozent | Sitze |
| FWG | 49,23 % | 5 |
| CDU | 29,98 % | 3 |
| SPD | 20,79 % | 2 |
| Wahlbeteiligung: 67,0 % | ||
Der Bürgermeister wird für acht Jahre direkt gewählt. Otto Eckert wurde 2002 ohne Gegenkandidaten mit 96,7 Prozent wiedergewählt.
Die Blasonierung des Wappens lautet: In Silber auf grünem Schildfuß ein rotes Haus, der Mittelteil turmartig erhöht und mit schwarzem Kreuz auf dem spitzen Dach.
Das Wappen, das 1901 vom Generallandesarchiv vergeben wurde, geht zurück auf ein Gerichtssiegel, das seit 1752 nachweisbar ist. Die Bedeutung ist nicht geklärt. Es könnte als redendes Wappen auf den Ortsnamen hinweisen. Eine andere Deutung wäre eine Symbolisierung für das Rathaus, in dem das Zentgericht tagte.
Die Flagge ist Grün-Weiß und wurde 1956 vom Innenministerium verliehen.[7]
Reichartshausen pflegt seit 3. Oktober 1990 partnerschaftliche Beziehungen zum Ortsteil Neudorf/Spree der Gemeinde Guttau in Sachsen.
Die evangelische Kirche stammt von 1772 und wurde 2000 renoviert. Sehenswert ist die barocke Kanzel der Kirche, der Innenraum ist mit schlichten Gemälden weiterer Kirchen der Umgebung geschmückt.
Die Ortsmitte von Reichartshausen wird geprägt von mehreren, teils historischen Brunnen, die vom barocken Pfarrhaus und weiteren ebenso barocken Gebäuden umgeben sind.
Das Rathaus ist ein außerhalb des historischen Siedlungskerns errichteter moderner Zweckbau, das Schulhaus wurde 1891 errichtet und 1950 erweitert.
Die Karl-Ludwigs-Eiche soll der Überlieferung nach auf Kurfürst Karl Ludwig zurückgehen. Er steckte um 1650 bei einem Jagdausflug eine Eichel in den Boden, nachdem sie ihm auf das Essen gefallen sein soll. In Reichartshausen gibt es neben mehreren Wanderwegen auch einen Waldzeltplatz und ein solarbeheiztes Freibad.
Südöstlich von Reichartshausen verläuft die Bundesstraße 292, die über Sinsheim Anschluss an die A 6 herstellt. In die umliegenden Ortschaften führen Buslinien. Reichartshausen gehört zum Tarifgebiet des Verkehrsverbunds Rhein-Neckar.
Über das lokale Geschehen berichtet die Rhein-Neckar-Zeitung. Das Nachrichtenblatt des Gemeindeverwaltungsverbandes Waibstadt erscheint wöchentlich.
In Reichartshausen gibt es eine Grundschule, eine evangelische öffentliche Bücherei und eine Außenstelle der Volkshochschule Sinsheim. Weiterführende Schulen können in Epfenbach, Waibstadt und Neckarbischofsheim besucht werden.
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