Meinestadt.de - Raunheim - 25.05.2012
Lexikon - meinestadt.de
| Wappen | Deutschlandkarte | |
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| Basisdaten | ||
| Bundesland: | Hessen | |
| Regierungsbezirk: | Darmstadt | |
| Landkreis: | Kreis Groß-Gerau | |
| Höhe: | 90 m ü. NN | |
| Fläche: | 13,01 km² | |
| Einwohner: | 14.569 (30. Dez. 2007) | |
| Bevölkerungsdichte: | 1120 Einwohner je km² | |
| Postleitzahl: | 65479 | |
| Vorwahl: | 06142 | |
| Kfz-Kennzeichen: | GG | |
| Gemeindeschlüssel: | 06 4 33 010 | |
| Adresse der Stadtverwaltung: | Schulstraße 2 65479 Raunheim |
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| Webpräsenz: | ||
| Bürgermeister: | Thomas Jühe (SPD) | |
Raunheim ist eine Stadt im Landkreis Groß-Gerau in Hessen und Teil der Stadtregion Frankfurt sowie des Rhein-Main-Gebiets.
Inhaltsverzeichnis |
Raunheim liegt im Rhein-Main-Gebiet zwischen Frankfurt am Main und Mainz am Südufer des Mains.
Raunheim grenzt im Nordosten an die Stadt Kelsterbach, im Osten an den Flughafen der kreisfreien Stadt Frankfurt am Main, im Süden an die Stadt Rüsselsheim sowie im Nordwesten an die Städte Flörsheim am Main und Hattersheim am Main.
Raunheim besteht aus einem einzigen Stadtteil.
Seit 7000 Jahren war das heutige Raunheim am Main nachweislich besiedelt, wohl weil das Gelände so günstig liegt. Mehrere parallele Mainläufe, die Inseln bildeten, der große Wald, das ebene Terrain und das günstige Klima dürften die Gründe dafür gewesen sein, dass die Gemarkung Raunheim ebenso wie das restliche Rhein-Main-Gebiet von der Urzeit bis heute als Heimstatt bevorzugt wurden.
Aus der Jungsteinzeit ist belegt, dass in der Maingewann des heutigen Raunheims ein Langhaus errichtet wurde. Später hatten die Römer hier bis etwa 250 nach Christus eine Ansiedlung nebst „villa rustica“ - ein kleiner Gutshof mit Pferdewechselstation für Reisende.
Am 6. April 910 wird der Ort erstmals in einer Urkunde des Mainzer Erzbischofs Hatto erwähnt. Auch wenn diese nur noch als Abschrift vorhanden ist, kann Raunheim im Jahre 2010 seine erste urkundliche Erwähnung vor 1100 Jahren feiern. Das erste Original stammt aus dem Jahr 1211 - und hier, wie bei Hatto, heißt Raunheim „Ruwenheim“. 1635 kamen die Schweden durch Raunheim und brannten den halben Ort nieder. Die bäuerlichen Bewohner flüchteten in die Festung Rüsselsheim. 1641 hatte Raunheim nur noch „sieben Seelen“.
Im Zweiten Weltkrieg wurde der Ort durch Luftminen stark zerstört. Die halbe Bahnhofstraße wurde umgepflügt, der frühe Industriebetrieb Hessenland, wo auch russische Fremdarbeiter tätig waren, brannte tagelang. Unter der Bevölkerung gab es viele Tote, noch mehr Raunheimer starben an der Front oder blieben vermisst. Am Ende der Hitler-Diktatur hatte Raunheim nur noch knapp 4000 Einwohner. Nach dem Zweiten Weltkrieg kamen Flüchtlinge und Heimatvertriebene, und die Bevölkerungszahl wuchs schneller als je zuvor. Die Arbeiterwohngemeinde siedelte neue Industriebetriebe an. Bis dahin waren Opel und die schon überalterten Fabriken Hessenland und Ihm die größten Arbeitsstätten. Nun wurden auch Kanäle verlegt und Straßen geteert. Hatten doch die Frankfurter Straße, die Mainzer Straße sowie die Bahnhofstraße als einzige eine feste Fahrbahn. Der große Rest bestand aus Schotterwegen und war bei Regen kaum passierbar. Die Raffinerie Caltex verdrängte das Hofgut Mönchhof. Raunheim wurde Erdölstadt. Es waren finanziell goldene Jahre, die schnell wieder zu Ende gingen. Jetzt ist das leere Areal ein wirtschaftlicher Hoffnungsträger für Raunheim für neue Unternehmensansiedlungen. Am 27. Oktober 1966 wurde Raunheim zur Stadt ernannt. Aufgrund seiner Verschwisterungen – am 27. Oktober 1973 mit Le Teil im Departement Ardèche in Südfrankreich und am 25. Oktober 1986 mit Trofarello in Norditalien – bekam Raunheim am 24. Oktober 1992 die Europafahne durch den Europarat verliehen. Damit wurde die Stadt Raunheim aufgrund ihrer Arbeit im Sinne des Europagedankens gewürdigt.
Wie Raunheim zu seinem Namen kam, ist nicht eindeutig geklärt. Der Heimatkundler Willi Wirth hat in einem Beitrag für die Stadt drei mögliche Erklärungen zusammengefasst. 1. Theorie: Raunheim entstand aus „Ruhenheim“, so die Schreibweise in den ersten urkundlichen Belegen von 910 und 1211: Das frühe Raunheim auf dem Hügel hinter der evangelischen Kirche soll Ausruheplatz der Schiffer und der Zugpferde gewesen sein. In diese Richtung wird auch das Raunheimer Wappen mit dem Ring und dem „Mauerhaken“ gedeutet: An dem Ring, der am Ufer verankert ist, hätte man dermaleinst die Boote festgemacht. 2. Theorie: Die Franken gaben ihre Siedlungen Namen mit der Endsilbe „heim“, wie auch die Nachbarstädte Rüsselsheim, Bischofsheim, Flörsheim, Ginsheim belegen. Der Wortteil „Raun“ könnte sich im Laufe der Zeit von einem Namen eines fränkischen Herren abgeleitet haben, ähnlich wie sich Rüsselsheim nach Ruzilo ableitet. In der Frankenzeit hieß Raunheim Riuwunheim. 3. Theorie: Nach Auffassung des Rüsselsheimer Sprachwissenschaftlers und Historikers Ernst Erich Metzner geht der Name Raunheim auf ein Kloster zurück, das genau so wie der Mönchhof den Benediktinern des Klosters Hornbach in der Westpfalz gehörte. Die frühen Schreibweisen – „Riuwunheim“ beziehungsweise „Ruwunheim“ - übersetzt Metzner mit „Heimstatt der tätigen Reue“. Es soll ein überaus strenges Kloster gewesen sein, dort unten am Ende der Mainstraße, dem deshalb später auch die Mönche ausgingen, das aber von den Dörflern weiter benutzt wurde.
Raunheim ist nach Darstellung des Statistischen Landesamtes die jüngste Stadt Hessens. Im Durchschnitt ist ein Einwohner 38,5 Jahre alt (Stand 2007), der Landesdurchschnitt liegt bei 42,7 Jahren.
Thomas Jühe (*1963) (SPD), seit 2000. Gewählt am 17. Oktober 1999 in der Stichwahl mit 50,1 Prozent der Stimmen gegen Wolfgang Becker (CDU). Wiedergewählt am 6. November 2005 mit 74,2 Prozent (ohne Gegenkandidat). Jühe ist zudem seit 2001 Vorsitzender der Kommission zur Abwehr des Fluglärms am Frankfurter Flughafen; solche Kommissionen sind laut Gesetz an allen deutschen Flughafen einzusetzen.
Die Kommunalwahl am 26. März 2006 lieferte folgendes Ergebnis:
| Parteien und Wählergemeinschaften | % 2006 |
Sitze 2006 |
% 2001 |
Sitze 2001 |
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| CDU | Christlich Demokratische Union Deutschlands | 31,4 | 10* | 29,3 | 9 |
| SPD | Sozialdemokratische Partei Deutschlands | 50,1 | 16 | 50,1 | 16 |
| GRÜNE | Bündnis 90/Die Grünen | 7,9 | 2* | 9,1 | 3 |
| FDP | Freie Demokratische Partei | 10,7 | 3 | 11,5 | 3 |
| gesamt | 100,0 | 31 | 100,0 | 31 | |
| Wahlbeteiligung in % | 36,1 | 51,6 | |||
Stadtverordnetenvorsteher ist Werner Milschewsky (SPD), seine Stellvertreter sind Heike Blaum (SPD) und Wolfgang Becker.
Neben dem hauptamtlichen Bürgermeister Thomas Jühe (SPD) gehören dem achtköpfigen Gremium ehrenamtlich an: Erster Stadtrat Rudi Müller (SPD), die Stadträtinnen Dorothee Herberich (SPD) und Renate Kohl (CDU) sowie die Stadträte Ulrich Belser, Kurt Jenal (beide SPD), Hans Werner Gattung (parteilos) und Otto Müller (CDU).
1945 Wlhelm Schnell (eingesetzt von den amerikanischen Besatzungskräften) 1945 Georg Kuschmirz (eingesetzt von den amerikanischen Besatzungskräften) 1945 Philipp Jakob Renneisen (SPD; eingesetzt von den amerikanischen Besatzungskräften) 1947 Heinrich Schneiker (SPD) 1949 Adam Wildmeister (CDU) 1955 Dr.Erwin Lang (SPD), 1969/70 hessischer Finanzminister 1969 Günther Diehl (SPD), seit 1988 Ehrenbürgermeister 1988 Herbert Haas (SPD) 2000 Thomas Jühe (SPD)
Raunheim unterhält seit dem 27. Oktober 1973 eine Städtepartnerschaft zum französischen Le Teil im Département Ardèche, seit 25. Oktober 1986 zum italienischen Trofarello in der Nähe von Turinin. Raunheim bekam am 24. Oktober 1992 die Europafahne durch den Europarat verliehen. Damit wurde die Stadt Raunheim aufgrund ihrer Arbeit im Sinne des Europagedankens gewürdigt. Mit Shiramine in Japan wurde am 14. Mai 1997 ein Freundschaftsvertrag geschlossen. Die Anne-Frank-Schule pflegt eine Schulpartnerschaft mit der Malbank-School im englischen Nantwich (Grafschaft Cheshire).
Außerhalb im Wald gelegen ist der großflächige (und gleichsam abgeschottete und kostenpflichtige) Badesee. Gegenüber der alten Kirche in der Mainstrasse befindet sich das Heimatmuseum. Dieses ist jeden ersten Sonntag im Monat geöffnet. Der Eintritt ist frei.
In Raunheim gibt es eine Grundschule, die Pestalozzi-Schule, mit 700 Schüler und Schülerinnen. Die siebenzügige Grundschule ist Hessens größte Grundschule. Sie bietet Ganztagsbetreuung und zahlreiche Arbeitsgemeinschaften.
Die Anne-Frank-Schule ist eine sechszügige Integrierte Gesamtschule, die ebenfalls Ganztagsbetreuung und zahlreiche Arbeitsgruppen anbietet.
Die Stadt unterstützt die Schulen bei der Betreuung. Die Ziele sind im Bildungskonzept Raunheim festgelegt.
Weiterführende und berufsbildende Schulen gibt es zudem in der direkt angrenzenden Nachbarstadt Rüsselsheim sowie in der Kreisstadt Groß-Gerau.
Raunheim verfügt über sechs kommunale Kindergärten, darunter einen Waldkindergarten, sowie je einen Kindergarten in evangelischer und in katholischer Trägerschaft. Die Stadt unterstützt die Tagesmütterbetreuung und einen Verein, der Kleinkinderbetreuung anbietet.
Die Stadtbücherei befindet sich im Stadtzentrum, Ringstraße 107. Der Bestand der Bibliothek umfasst rund 19 000 Medien. Knapp 3700 Leserinnen und Leser haben einen Leihausweis. Die Bücherei bietet regelmäßig Veranstaltungen an.
Im Wald sind der Schützenverein Tell und der Gebrauchshundeschutzverein beheimatet. Weitere Sportvereine in Raunheim sind der Turn- und Sportverein (TSV) Raunheim, die SV 07 Raunheim und die SSV Raunheim.Der Kanu-Club-Wanderfahrer 1955 e.v. Raunheim wurde im Dezember 1955 gegründet und bezitzt ein Bootshaus in der Anton-Flettner-Str.20.
Raunheim war ursprünglich überwiegend von evangelischen Christen bewohnt. Nach dem 2.Weltkrieg kamen katholische Flüchtlinge z.B aus dem Sudetenland nach Raunheim.Heute gibt es ungefähr gleichviele katholische wie evangelische Christen in Raunheim. Es gibt zwei katholische und zwei evangelische Kirchengemeinden in Raunheim.Für die katholischen Gemeinden ist Pfarrer Thomas Hoffäller zuständig.In der Odenwaldstraße gibt es ein von thailändischen Mönchen betriebenes buddhistisches Kloster. Für die Muslime existiert in einer ehemaligen Spedition ein Gebetshaus in der Frankfurter Straße, das neben der Feuerwehr zu finden ist. Die [Ahmadiyya Muslim Gemeinde Deutschland] e.V.Ahmadiyya hat ein Gebetszentrum (ehemalige Sparkassenfiliale) in der Stadt. In der Frankfurter Straße 34 im Hotel ,,Attaché" steht außerdem eine russisch-orthodoxe Kapelle zur Verfügung, die von der dortigen Hotelbetreiberin unterhalten wird.
Die verkehrsgünstige Lage am Main und die Nähe von Flughafen und Autobahn hat die Stadt nach dem 2. Weltkrieg schnell wachsen (1945: 3600 Einwohner) und zu einem bedeutenden Industriestandort werden lassen. Mehrere tausend Arbeitsplätze sollen bald auf dem Gelände der ehemaligen Caltex-Raffinerie entstehen, das nun Mönchhof-Gelände heißt. Die Stadt unterhält einen Eigenbetrieb, die Stadtwerke Raunheim .
Vom Stadtzentrum sind es etwa 2 Kilometer zur Anschlussstelle der A 3, etwa 8 Kilometer zum Flughafen Frankfurt am Main. Im öffentlichen Personennahverkehr besteht ein S-Bahn-Anschluss nach Frankfurt, Mainz und Wiesbaden. Es fahren die S-Bahn-Linien 8 und 9 des Rhein-Main-Verkehrsverbundes (RMV). Zudem gibt es eine innerstädtische Buslinie Nummer 79. Raunheim ist eingebunden in die Busverbindung Linie 72 zwischen Ginsheim und dem Frankfurter Flughafen. Beide Linien werden von der Regionalverkehr Kurhessen GmbH (RKH) im Auftrag der Lokalen Nahverkehrsgesellschaft des Kreises Groß-Gerau (LNVG) bedient.
Die Nähe zum Flughafen ist nicht nur von Vorteil, da Raunheim im Einfluggebiet liegt. Bei entsprechenden Windverhältnissen (offiziell: Betriebsrichtung 07) fliegen die Flugzeuge in ca. 300 Metern Höhe über die Stadt, wobei in der Regel ein Lärmpegel von 70 dB(A), in der Spitze über 90 dB(A), erreicht werden. Damit ist Raunheim die am stärksten durch Fluglärm belastete Kommune im Flughafenbereich. Die Stadt hat deshalb ein Fluglärmentlastungskonzept entwickelt. Gegen den weiteren Flughafenausbau kämpft eine Bürgerinitiative.
Die Tageszeitungen Main-Spitze und Rüsselsheimer Echo berichten mit einem eigenen Lokalteil über das Geschehen in der Stadt. Die Main-Spitze ist ein Tochterblatt der Mainzer Allgemeinen Zeitung, siehe Verlagsgruppe Rhein Main, das Rüsselsheimer Echo gehört zum Darmstädter Echo Zudem gibt es kostenfreie Anzeigenblätter, die in Raunheim verteilt werden und auch über das Geschehen in der Stadt berichten: Rüsselsheimer Wochenblatt, Untermain Heute, Blitz-Tipp, Äppler.
Der Brand- und Notfallschutz wird durch die Freiwillige Feuerwehr gewährleistet. Die Wehr zählte zum 31. Dezember 2008 50 männliche und sechs weibliche Einsatzkräfte sowie 15 Mitglieder in der Jugendfeuerwehr. Der umfangreiche Fuhrpark umfasst acht Fahrzeuge, ein Boot und drei Anhänger. Um die gesetzlich vorgegebene personelle Leistungsstärke der Feuerwehr zu erhalten, hat die Stadtverordnetenversammlung im Februar 2009 ein in dieser Art in Hessen einmaliges Förderprogramm verabschiedet: Feuerwehrleute erhalten nach 25 Dienstjahren eine zusätzliche monatliche Rente, freien Eintritt in Schwimmbäder und bei Bedarf einen Zuschuss zur Kindergartenbetreuung. Die Stadt übernimmt die Kosten für den Erwerb des LKW-Führerscheins und ermöglicht zinsvergünstigte Darlehen bei der Bildung von Wohneigentum. Wer zudem städtischer Bediensteter ist, hat Anspruch auf zwei Tage Sonderurlaub im Jahr.
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