Meinestadt.de - Rannungen - 25.05.2012
Lexikon - meinestadt.de
| Wappen | Deutschlandkarte | |
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| Basisdaten | ||
| Bundesland: | Bayern | |
| Regierungsbezirk: | Unterfranken | |
| Landkreis: | Bad Kissingen | |
| Verwaltungs- gemeinschaft: |
Maßbach | |
| Höhe: | 352 m ü. NN | |
| Fläche: | 17,34 km² | |
| Einwohner: | 1199 (30. Dez. 2007) | |
| Bevölkerungsdichte: | 69 Einwohner je km² | |
| Postleitzahl: | 97517 | |
| Vorwahl: | 09738 | |
| Kfz-Kennzeichen: | KG | |
| Gemeindeschlüssel: | 09 6 72 143 | |
| Adresse der Gemeindeverwaltung: | Hauptstraße 12 97517 Rannungen |
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| Webpräsenz: | ||
| Bürgermeister: | Fridolin Zehner (CSU) | |
Rannungen ist eine Gemeinde im unterfränkischen Landkreis Bad Kissingen und Mitglied der Verwaltungsgemeinschaft Maßbach.
Inhaltsverzeichnis |
Der Ort liegt weithin sichtbar auf einer Anhöhe der Wern-Lauer-Platte; die Wern entspringt südwestlich des Dorfes (bei Pfersdorf). Ursprünglich soll Rannungen etwas weiter südlich in einer Senke (heute "Wiesenstraße") gelegen haben. Erst später wurden Kirche, Kirchhof und Adelssitz auf die Anhöhe (Wasserscheide zwischen Lauer und Wern) verlegt. Dort bildeten sie noch bis in die zweite Hälfte des 20. Jahrhunderts den nördlichen Abschluss des Dorfes, während sich die Gehöfte nach Süden hin ausbreiteten.
Das Gemeindegebiet grenzt heute an die Gemarkung folgender (Groß-)Gemeinden an: Nüdlingen, Maßbach, Üchtelhausen, Dittelbrunn, Poppenhausen und Oerlenbach.
Im Jahre 772 erfolgte die erste urkundliche Erwähnung als Hrannunga in einer Schenkungsurkunde an das Kloster Fulda. Rannungen gehört somit zu den ältesten Siedlungen der Gegend.
Im Mittelalter gewann das Hochstift Würzburg immer mehr an Einfluss im Dorf; die Mehrheit der Höfe (die so genannten "Würzburger Nachbarn") lieferte schließlich den Zehnten an das Hochstift. Ein Teil der Bevölkerung (die so genannten "Edelmännischen") stand aber bis zur Gründung des Herzogtums Franken-Toskana bzw. des Königreichs Bayern noch unter adeliger Herrschaft (zuletzt der Herren von Münster), wovon der alte Adelssitz neben der Kirche Zeugnis gibt.
Der Ortsname ist wahrscheinlich auf das germanische Wort hraban (für "Rabe") und das Suffix -ung oder -ing zurückzuführen. Somit könnte Rannungen ein "Rabenort" oder aber eine nach einem gewissen Raban / Hraban benannte Siedlung sein (vgl. den Namen des Fuldaer Gelehrten "Rabanus Maurus"). Frühere Varianten des Ortsnamens sind Ramnungen, Rammungen, Ranning oder Ranningen. Bis heute werden Rannungens Einwohner im fränkischen Dialekt als "Ranninger" bezeichnet.
Gespalten; vorne in Silber ein durchgehendes schwarzes Balkenkreuz, hinten mit vier Spitzen gespalten von Rot und Silber.
Am 20. Januar 772 wird Rannungen in einer Schenkungsurkunde Karls des Großen über Besitz in der Gemeinde erstmals urkundlich genannt. Der Kirchenpatron ist der Klostergründer Bonifatius. Im Wappen erinnert das schwarze „fuldische“ Kreuz an die Beziehung des Orts zum Kloster Fulda. Hinten im Wappen steht das Familienwappen der Herrn von Herbilstadt, einer fränkischen Adelsfamilie, die mit den Besitzungen des Klosters Fulda im Ort belehnt war. Die Familie ist 1608 ausgestorben.
Das Wappen wurde von der Regierung von Unterfranken am 20. Januar 1972 verliehen
Julius-Echter-Turm von 1588, Langhaus von 1716 (durch einen Querbau erweitert 1913); reichhaltige barocke Ausstattung; Altarblatt "Erweckung des Lazarus" (um 1600); Reihe von Deckengemälden von 1913 mit Darstellungen aus der Bonifatiuslegende, in enger Anlehnung an den im Krieg zerstörten Zyklus in der Münchner Abtei Sankt Bonifaz; an der Nordwand des Kirchenschiffs: barockes Altarblatt "Martyrium des hl. Laurentius" als Leihgabe aus dem Dom St. Kilian (Würzburg). Vor der Kirche: eine barocke Ölbergszene aus Sandstein (Jesus mit drei schlafenden Jüngern) aus der Zeit um 1780.
In Dorf und Flur finden sich zahlreiche Bildstöcke, Altäre und Hochkreuze aus grünem und gelbem Sandstein. Besonders hervorzuheben sind:
Die einzigartige Rokokobalustrade in der Dorfmitte, auf der fünf eindrucksvolle Sandsteinplastiken (z. B. Christus an der Geißelsäule) standen, und die den Abschluss des Kirchhofs zum Dorf hin bildete, musste abgetragen werden.
Rannungen lag ursprünglich an einer wichtigen Nord-Süd-Verbindung (Pilgerweg von Norddeutschland nach Rom), wie alte Pilgerwegverzeichnisse bezeugen. Von Münnerstadt kommend, gelangte man durch das Rannunger Tal in den Ort und verließ ihn wieder in Richtung "Maigraben" / Pfändhausen. Dieser uralte Weg fand seine Fortsetzung in der ursprünglichen Poststraße Würzburg-Meiningen, die durch Rannungen führte; für die Reisenden wurde 1665 vom Fürstbischof eigens die stattliche Poststation (ehem. Oberes Wirtshaus bzw. Gasthaus "Zum Raben") errichtet. Bei der Neutrassierung dieser "Chaussee" (ca. 1790) führte man die von Süden (Würzburg bzw. Geldersheim) kommenden Verkehrsströme dann allerdings an Rannungen vorbei über die "Schwarze Pfütze" nach Münnerstadt. Dies wurde auch beim Bau der B19 als der direkten Nachfolgerin beibehalten.
Erst durch den Bau der A71 (Schweinfurt-Erfurt) rückte Rannungen wieder etwas näher an den überregionalen Verkehrsfluss heran. Seit Ende des 19. Jahrhunderts besteht eine direkte Straßenverbindung nach Schweinfurt (heutige Kreisstraße). Öffentlicher Busverkehr mit Anschluss in die nächsten bedeutenderen Städte Schweinfurt, Bad Kissingen und Münnerstadt ist gegeben.
Der nächste Bahnhof befindet sich in Rottershausen (Strecke Schweinfurt-Erfurt) bzw. direkt in Schweinfurt.
Gymnasien, Real-, Berufsschulen und andere weiterführende Schulen sowie Einrichtungen der Erwachsenenbildung finden sich im näheren Umkreis.
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