Meinestadt.de - Radeburg - 25.05.2012
Lexikon - meinestadt.de
| Wappen | Deutschlandkarte | |
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| Basisdaten | ||
| Bundesland: | Sachsen | |
| Direktionsbezirk: | Dresden | |
| Landkreis: | Meißen | |
| Höhe: | 149 m ü. NN | |
| Fläche: | 54 km² | |
| Einwohner: | 7858 (30. Dez. 2007)[1] | |
| Bevölkerungsdichte: | 146 Einwohner je km² | |
| Postleitzahlen: | 01471–01468 | |
| Vorwahl: | 035208 | |
| Kfz-Kennzeichen: | MEI | |
| Gemeindeschlüssel: | 14 6 27 220 | |
| Stadtgliederung: | 6(9) Ortsteile | |
| Adresse der Stadtverwaltung: | Heinrich-Zille-Straße 6 01471 Radeburg |
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| Webpräsenz: | ||
| Bürgermeister: | Dieter Jesse (parteilos) | |
Radeburg ist eine Stadt im sächsischen Landkreis Meißen. Sie liegt etwa 12 Kilometer nördlich der sächsischen Landeshauptstadt Dresden an der Bundesautobahn 13 von Dresden nach Berlin.
Inhaltsverzeichnis |
Angrenzende Gemeinden sind Moritzburg, Laußnitz, Ottendorf-Okrilla, Ebersbach und Tauscha.
Die Landschaft wird im Süden – zwischen Volkersdorf und der Röder – durch die offene Kleinkuppenlandschaft geprägt, westlich vom Friedewald und nördlich von der Großenhainer Pflege. Östlich schließen mit der Radeburger Heide die Königsbrück-Ruhlander Heiden an.
Radeburg wurde nach 1150 an einer Furt über die Röder planmäßig angelegt und erstmals 1248 urkundlich erwähnt. Im Jahr 1288 wurde Radeburg erstmals als oppidum erwähnt, weshalb Radeburg zu diesem Zeitpunkt bereits Stadtrecht (Magdeburger Recht) besessen haben muss. Im Dreißigjährigen Krieg verlor Radeburg mehr als die Hälfte seiner Bevölkerung, während des Nordischen Krieges lagerten die Schweden bei Radeburg („Schwedenstein“), im Siebenjährigen Krieg die Preußen, 1813 Napoleon I.. Am 16. September 1884 erhielt die Stadt mit der Lößnitzgrundbahn nach Radebeul einen Schmalspurbahnanschluss, der noch heute besteht. Von der Industriellen Revolution blieb Radeburg weitgehend verschont. Bedeutend waren lediglich die Schamotte- und die Glasindustrie. In den 1970er Jahren wurde die industrielle Geflügelhaltung (KIM) zu einem bedeutenden Wirtschaftsfaktor in der Stadt. Diese ist jedoch seit der Wende 1989/90 nur noch von geringer Bedeutung. Seit 1993 besitzt Radeburg ein Industrie- und Gewerbegebiet, das unmittelbar an der 1935 in Betrieb genommenen A 13 liegt. 1970 wurde Bärwalde als Ortsteil nach Radeburg eingemeindet. Am 1. Januar 1999 wurde Radeburg durch Gemeindezusammenschluss mit Promnitztal und Großdittmannsdorf vereinigt. Die neu gebildete Kommune trägt weiterhin den Namen Radeburg. Die am 1. März 1994 durch Gemeindezusammenschluss in Promnitztal aufgegangenen Kommunen Berbisdorf, Bärnsdorf und Kurort Volkersdorf blieben eigenständige Ortsteile.
1539 wurde die Reformation eingeführt. Die Mehrheit der konfessionell gebundenen Einwohner gehört der evangelisch-lutherischen Kirchgemeinde an, die ein eigenes Pfarramt und ein Kirchengebäude besitzt. Kirchen stehen auch in den Ortsteilen Bärwalde, Berbisdorf, Großdittmannsdorf sowie Bärnsdorf, das auch ein eigenes Pfarramt hat. Für eine katholische Minderheit steht eine katholische Kapelle zur Verfügung.
1970: Bärwalde; 1999: Promnitztal; 1999: Großdittmannsdorf mit Ortsteil Boden
Entwicklung der Einwohnerzahl (ab 1998 zum 31. Dezember):
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Im Stadtrat (22 Stadträte) sind folgende Parteien bzw. Vereinigungen vertreten:
Dieter Jesse (parteilos)
Bürgermeister Dieter Jesse wurde am 12. März 2006 mit 79 Prozent der Stimmen wiedergewählt. Sein Gegenkandidat Andreas Hübler erreichte 21 Prozent der Wählerstimmen.
Eine Gedenkanlage für alle Opfer des Faschismus befindet sich in der Mitte des Heinrich-Zille-Hains an der Promnitzbrücke. Eine Gedenktafel mit den Namen der Widerstandskämpfer wurde nach 1990 beseitigt.
Der Kultur- und Heimatverein in Radeburg hat einen eigenen Chor. Zudem existiert auch ein Kirchenchor der evangelisch-lutherischen Kirchgemeinde.
In Radeburg findet jährlich am Faschingssonntag der größte Karnevalsumzug Sachsens statt. Weiterhin gibt es zahlreiche Veranstaltungen zu Ehren Heinrich Zilles. Das sind der Heinrich-Zille-Weihnachtsmarkt, der Heinrich-Zille-Lauf sowie die Heinrich-Zille-Kneipennacht.[2]
Radeburg hat eine Grundschule auf dem Meißner Berg sowie eine Mittelschule (Heinrich-Zille-Mittelschule).
Radeburg unterscheidet sich von den touristischen Hochburgen in der Nachbarschaft - Dresden, Moritzburg und Meißen - durch eher sanften Tourismus. In der touristisch eher wenig erschlossenen Region liegt der Reiz in der Stille und Beschaulichkeit der Natur.
In Radeburgs Kernstadt ist das für das Mittelalter typische Gassensystem noch weitgehend erhalten, was seinen besonderen Reiz hat. Touristische Attraktionen sind die Lößnitzgrundbahn und das Heimatmuseum mit ständiger Heinrich-Zille-Ausstellung sowie der alljährlich stattfindende Radeburger Volkskarneval. Radeburg gilt als Sachsens Karnevalshochburg.
Am 10. Januar 1858 wurde hier der Maler Heinrich Zille als Sohn des Uhrmachers Johann Traugott Zille und dessen Ehefrau Ernestine Louise geboren. Sein Geburtshaus ist 1859 abgebrannt. Das an dessen Stelle (heutige Adresse: Markt 11) errichtete neue Gebäude trägt seit 1958 (100. Geburtstag) eine Gedenktafel. 1865 musste Zilles Vater in Dresden im Schuldgefängnis einsitzen und die Familie zog zunächst zum Großvater mütterlicherseits, einem alten Bergmann, nach Potschappel (Freital). Nach der Haftentlassung zog die Familie 1867 nach Berlin. Im Heimatmuseum Radeburg gibt es eine ständige Ausstellung zu Leben und Werk des Malers. Eine Straße, die Mittelschule und der Stadtpark sind nach ihm benannt. Im Stadtpark (Heinrich-Zille-Hain) befindet sich außerdem ein Gedenkstein. Eine Skulptur, der Vorentwurf des in Berlin stehenden Zille-Denkmals des Berliner Bildhauers Heinrich Drake steht vor der Heinrich-Zille-Schule. In Radeburg findet außerdem alljährlich ein Heinrich-Zille-Weihnachtsmarkt statt.
Der erfolgreiche Handball-Spieler und Trainer Paul Tiedemann wurde hier am 29. Juni 1935 geboren. Er bestritt für die DDR über 100 Länderspiele und krönte seine Trainerlaufbahn mit dem Olympiasieg 1980 in Moskau.
Der Präsident der Landesdirektion Dresden, Henry Hasenpflug wurde am 3. September 1948 hier geboren und war Präsident des Radeburger Carnevals-Clubs (RCC).
In Radeburg wird eine spezielle Form des Sächsischen Dialektes gesprochen: das Südostmeißnische, welches einen der fünf meißnischen Dialekte darstellt.
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