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Pritzwalk ist eine Kleinstadt im Landkreis Prignitz im Nordwesten des Landes Brandenburg.
Geographie
Durch die Stadt fließt die Dömnitz, ein Nebenfluss der Stepenitz.
Geschichte
Eingemeindungen
- 2002: als Ortsteil Giesensdorf
- 2003: als Ortsteile Alt Krüssow, Beveringen (mit Streckenthin), Buchholz samt Sarnow, Falkenhagen, Kemnitz (mit Bölzke), Mesendorf, Sadenbeck (mit Kuckuck), Schönhagen, Seefeld, Steffenshagen und Wilmersdorf (mit Könkendorf und Neu Krüssow)
bestehende Gemeindeteile
Birkenfelde, Hasenwinkel, Kammermark, Neuhausen und Neuhof
Politik
Stadtverordnetenversammlung
Die Stadtverordnetenversammlung von Pritzwalk besteht aus 22 Stadtverordneten sowie dem jeweiligen Bürgermeister. Die Sitze verteilen sich wie folgt:
- CDU 4 Sitze
- SPD 4 Sitze
- Die Linke 5 Sitze
- FDP 3 Sitze
- Freie Wähler "Pro Prignitz“ 3 Sitz
- KBV 3 Sitze
(Stand: Kommunalwahl 2008)
Städtepartnerschaft
Eine Partnerschaft besteht mit der niedersächsischen Stadt Winsen (Luhe).
Kultur und Sehenswürdigkeiten
In der Liste der Baudenkmäler in Pritzwalk stehen die in der Denkmalliste des Landes Brandenburgs eingetragenen Denkmäler.
Museen
- Das Stadt- und Brauereimuseum ist in dem ehemaligen Gär- und Lagerkeller der Brauerei untergebracht.[1] Es ist aus dem 1954 von Albert Guthke (1900 - 1981) gegründeten Heimatmuseum hervorgegangen [2], das seinerseits aus der Heimatstube mit Sammlungen von Max Petschelt (1866 -1945) und Wilhelm Rühe (1882 - 1951) hervorgegangen ist und Bestände aus dem 1945 zerstörten Heimatmuseum im Kloster Stift zum Heiligengrabe übernommen hat [3].
- Das Mühlenmuseum Kathfelder Mühle präsentiert als technische Denkmal die Technik einer Getreidemühle aus den dreißiger Jahren des 20. Jahrhunderts. Die Ausstellung informiert über die Geschichte der Wassermühlen in und um Pritzwalk.
Geschichtsdenkmale
- Gedenkstein von 1966 im Bürgerpark an den Antifaschisten Ernst Henkel, der an den Folgen der KZ-Haft 1944 starb
- Ehrenmal von 1947 für die Opfer des Faschismus im Bürgerpark nahe der Havelberger Straße
- Gedenkstätten auf dem Friedhof an der Perleberger Straße für umgekommene polnische Zwangsarbeiter und deutsche Soldaten
- Gedenkstätte auf dem Areal des Jüdischen Friedhofs u. a. für Hermann Calmon, der 1938 im KZ Buchenwald ermordet wurde
Bauwerke
- Rathaus (Baujahr 1840)
- St. Nikolaikirche (mittelalterlicher Backstein-Hallenbau mit neugotischem Turm von 1882)
- Reste der Stadtmauer mit halbrundem Turm (Mittelalter)
- Bismarckturm (Baujahr 1905)
- Mausoleum Quandt (Baujahr 1920 ?)
- ehemalige Tuchfabrik Gebr. Draeger (Quandt) (Baujahr 1870–1940)
- Brauhaus Preußen Pils
- Kathfelder Mühle
- Johann-Wolfgang-von-Goethe-Gymnasium Pritzwalk (Baujahr 1905):
- Das Gebäude im Giesensdorfer Weg wurde 1905 als Mädchen- und Knaben-Schule erbaut. Nach einer umfangreichen Rekonstruktion in den 1990er Jahren sowie einer Gestaltung des Schulgeländes erstrahlt es wieder im alten Glanz. Eine Neueindeckung des Daches erfolgte 2006.
- ehemaliges Amtsgericht (Baujahr um 1900)
- ehemalige Landwirtschaftsbank/Poliklinik (Baujahr um 1900)
- Südlich des Ortsteils Buchholz bei 53°6'19" nördlicher Breite und 12°10'48" östlicher Länge befindet sich ein ein 163 Meter hoher, abgespannter Stahlfachwerkmast, den die Deutsche Telekom AG als Antennenträger einer Sendeanlage für UKW-Rundfunk verwendet.
Parks
Die aus dem Mittelalter stammenden Verteidigungsanlagen der Stadt (Stadtmauer mit vorgelagerten Gräben und Wällen) wurden im späten 19. Jahrhundert abgerissen und durch Parkanlagen ersetzt. Diese sind bis heute weitestgehend erhalten und umschließen das Stadtzentrum.
Freizeit
Das Pritzwalker Hainholz am Nordrand von Pritzwalk ist ein Naherholungsgebiet mit Waldschwimmbad, Wald- und Abenteuerlehrgarten, Streichelzoo und Skateranlage. Die Prignitzer Eisenbahn hat vom 1. Juni bis 18. September einen Haltepunkt im Hainholz eingerichtet. Für Rundflüge und sonstige Flugsportaktivitäten stehen insbesondere an den Wochenenden der Flugplatz Pritzwalk-Sommersberg und das Segelfluggelände Pritzwalk-Kammermark zur Verfügung.
Das Kulturprogramm wird im Wesentlichen durch das Kulturhaus der Stadt Pritzwalk geprägt. Dieses wurde am 21. April 1959 seiner Bestimmung übergeben. Seitdem wurden zahlreiche Musik- und Tanzveranstaltungen durchgeführt. Im Zuge der Umbauarbeiten, die 2003 begannen, wurde im oberen Geschoss ein modernes Kino mit 102 Sitzplätzen eingerichtet.
Wirtschaft und Infrastruktur
In der Stadt Pritzwalk gibt es zwei Gewerbegebiete (Gewerbegebiet Süd und Gewerbegebiet Ost). Das Gewerbegebiet Süd ist durch die neue Umgehungsstraße gut angebunden. Dort haben sich neben einigen Autohäusern die örtliche Verkehrsgesellschaft, Großhändler und kleineres Gewerbe angesiedelt. Im Gewerbegebiet Ost sind die Zahnradwerk Pritzwalk GmbH, die PricoGear GmbH, ein Zweiradhändler, ein Reifendienst und weitere Firmen angesiedelt.
Das Gewerbegebiet Falkenhagen gehört seit der Gemeindegebietsreform ebenfalls zur Stadt Pritzwalk. Dort haben sich überwiegend Industriebetriebe wie das Unternehmen Concert und die EOP Biodiesel AG angesiedelt. Trotz der günstigen Lage direkt an der Bundesautobahn 24 ist es jedoch nur wenig ausgelastet.
Verkehr
Pritzwalk ist der Knotenpunkt mehrerer Eisenbahnlinien. Über die Bahnstrecke des Prignitz-Express besteht mit dem RE6 Anschluss nach Wittenberge und Perleberg sowie nach Wittstock, Neuruppin, Hennigsdorf und Berlin, mit der Linie PE74 über die Strecke Meyenburg–Neustadt nach Meyenburg, mit der Linie PE73 über die gleiche Strecke nach Kyritz und Neustadt (Dosse) sowie mit der ausschließlich für Schülerfahrten genutzten Linie PE70 über die Strecke Pritzwalk–Putlitz nach Putlitz. Letztere Linien werden von der Prignitzer Eisenbahn betrieben, die auch Eigentümer bzw. Besitzer der Strecken ist. Der Schülerverkehr erfolgt in Zusammenarbeit mit dem Putlitz-Pritzwalker Eisenbahnförderverein.[4].
Zur Entlastung der Innenstadt ist eine Umgehungsstraße um Pritzwalk Ende 2007 fertiggestellt worden. Sie beginnt hinter Kemnitz, überquert die B 103 und B 189 und führt bis kurz vorm Anschluss an die nördliche B 103 Richtung Rostock.
Bildung
In Pritzwalk gibt es mehrere Schulen und Ausbildungsstätten.
- Die Friedrich-Ludwig-Jahn-Schule Pritzwalk ist eine Grundschule, welche unter anderem eine Flexible Schuleingangsphase (FLEX) bietet. Seit dem Schuljahr 2008/09 befindet sie sich im ehemaligen Gesamtschulgebäude im Osten der Stadt.
- Herbert-Quandt-Grundschule Pritzwalk
- Am Johann Wolfgang von Goethe Gymnasium besteht seit den 50er Jahren des letzten Jahrhunderts eine Abiturausbildung. Das Gymnasium hat seinen Schwerpunkt auf eine mathematisch-naturwissenschaftliche Ausbildung gelegt. Die Zusammenarbeit mit Partnern aus Wirtschaft und Gesellschaft wird intensiviert. Zum Schuljahr 2008/09 wurde ein Ganztagsbetrieb in offener Form eingerichtet. Zum Schuljahr 2009/10 werden sich die Bedingungen durch den Neubau einer Mensa und von zwei Unterrichtsräumen für den Kreativbereich weiter verbessern.
- Die Freiherr-von-Rochow-Oberschule Pritzwalk (ehemalige Realschule) ist eine Ganztagsschule und wurde mit Fördermitteln saniert, um die Lernbedingungen zu verbessern. Ein Schwerpunkt der Ausbildung an der Freiherr-von-Rochow-Schule ist der multimediale Einsatz von Computertechnik in allen Bereichen des Unterrichtes sowie das Praxislernen.
- Die Gesamtschule Pritzwalk wird mit Ablauf des Schuljahres 2008/09 geschlossen.
- Die Schule mit dem sonderpädagogischen Förderschwerpunkt „Lernen“ Pritzwalk (Förderschule) wurde 2008/09 saniert, wodurch sich Lernbedingungen und Umfeld verbesserten.
- Die Abteilung II des Oberstufenzentrums Prignitz bietet diverse Bildungsgänge mit Schwerpunkt Wirtschaft, Verwaltung und Agrarwirtschaft
- Die KMG Bildungsakademie gGmbH betreibt in Pritzwalk eine Schule zur Ausbildung von Kranken- und Altenpflegern. Die praktische Ausbildung findet in KMG-Einrichtungen der gesamten Prignitz statt.
- Die Bildungsgesellschaft mbH Pritzwalk wurde 1991 zur Förderung der beruflichen Ausbildung gegründet. Heute kümmert sie sich neben der Ausbildung schulisch Benachteiligter auch um die berufliche Begabtenförderung in Zusammenarbeit mit der Fachhochschule Brandenburg.
medizinische Versorgung
Die KMG AG betreibt in Pritzwalk ein Klinikum mit Schwerpunkten im chirurgischen, gynäkologischen und gereatrischen Bereich.
Vor Ort finden sich u.a. Fachärzte für Augenerkrankungen, Gynäkologie, Hauterkrankungen, HNO, Kinder sowie Allgemeinmediziner und Zahnärzte.
Persönlichkeiten
Ehrenbürger
- Albert Möllmann, Chefarzt des Krankenhauses in Mitte 20. Jh.
Söhne und Töchter der Stadt
- Paul Buchow (1855–1928), Kommunalpolitiker, Ingenieur
- Johann Christian Corvinus (Corvin), Mediziner
- Johannes Garcaeus der Ältere (1502–1558), Theologe
- Zacharias Garcaeus (1544–1586), Theologe, Historiker
- Heinrich Gätke (1814–1897), Ornithologe
- Hermann von Grauert (1854–1929), Historiker
- Friedrich Griese (1696–1763), Theologe
- Heinrich Hellhoff (1868-1914), Kunstmaler, bedeutender Porträtist
- Nikolaus Molitor (1592–1654), Theologe
- Herbert Quandt (1910–1982), deutscher Industrieller
- Familie Quandt, deutsche Industriellenfamilie
- Inge Wolnewski, Politikerin
- Franz John, deutscher Fußballfunktionär und Fotograf
weitere Persönlichkeiten, die mit der Stadt in Verbindung stehen
- Johannes Garcaeus d. J., Theologe
- Albert Wichgreve (um 1575-1619), Theologe
- Franz John, Gründungsmitglied und erster Präsident des FC. Bayern München
- Ingeborg Arlt,geb. 1949, Schriftstellerin
Quellen
-
↑ http://www.museum-pritzwalk.de/
-
↑ http://www.pritzwalk-info.de/
-
↑ Albert Guthke: Sieben Jahre Kreisheimatmuseum Pritzwalk. In: Pritzwalk und Prignitz. Veröffentlichung des Heimatmuseums zu Pritzwalk 1961. S. 140-156
-
↑ http://www.prignitzer-eisenbahn.de/aktuell/prw_west_schule.html
Weblinks
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