Freitag, 25.05.2012



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Priepert

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Wappen Deutschlandkarte
Die Gemeinde Priepert führt kein Wappen
Priepert
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Priepert hervorgehoben
53.21833333333313.03888888888966Koordinaten: 53° 13′ N, 13° 2′ O
Basisdaten
Bundesland: Mecklenburg-Vorpommern
Landkreis: Mecklenburg-Strelitz
Amt: Mecklenburgische Kleinseenplatte
Höhe: 66 m ü. NN
Fläche: 22,56 km²
Einwohner: 322 (30. Dez. 2007)
Bevölkerungsdichte: 14 Einwohner je km²
Postleitzahl: 17255
Vorwahl: 039828
Kfz-Kennzeichen: MST
Gemeindeschlüssel: 13 0 55 055
Adresse der Amtsverwaltung: Rudolf-Breitscheid-
Straße 24 in 17252 Mirow
Webpräsenz:
Bürgermeister: Manfred Giesenberg
Lage der Gemeinde Priepert im Landkreis Mecklenburg-Strelitz
Datei:Priepert in MST.PNG
Visualisierung der Dorfkirche aus dem Jahre 1351, einer Fachwerkkirche mit der charakteristischen "wilder Mann" Rune

Priepert ist eine Gemeinde im Landkreis Mecklenburg-Strelitz im Süden Mecklenburg-Vorpommerns. Die Gemeinde wird vom Amt Mecklenburgische Kleinseenplatte, mit Sitz in Mirow, verwaltet.

Die Gemeinde Priepert wurde am 7. Mai 1990 aus der damaligen Gemeinde Strasen-Priepert herausgelöst (Strasen ist inzwischen ein Ortsteil der Stadt Wesenberg).

Inhaltsverzeichnis

Geografie

Priepert liegt ca. 17 km südlich von Neustrelitz. Die Gemeinde wird vom Ellbogensee im Süden und dem Großen Priepertsee im Norden eingerahmt. Durch beide Seen und den Ort fließt die Havel. Im Norden des Gemeindegebietes liegt der Große Wangnitzsee mit mehreren Inseln. Die Hälfte des Gemeindegebietes ist von Wald bedeckt. Zur Gemeinde Priepert gehören 585 Hektar Wasserfläche.

In der Nähe des Ortsteils Radensee liegt der Ziernsee.

Geschichte

1351 wurde Priepert erstmals in einer Urkunde erwähnt. Eigentümer waren die Vettern Otto und Ulrich von Dewitz, Grafen von Fürstenberg, Herren zu Wesenberg und Strelitz. 1501 erhoben die mecklenburgischen Herzöge Anspruch auf Teile von Priepert. 1589 wurde das erste Gutshaus als großes, eingeschossiges Wohnhaus aus Steinen erwähnt. Nach der Landesteilung Mecklenburgs in Mecklenburg-Schwerin und Mecklenburg-Güstrow gehörte Priepert 1621 zum Güstrowschen Landesteil und wurde von Güstrow aus regiert.

Nach dem Dreißigjährigen Krieg wurde im Jahr 1649 nur noch ein Bauer gezählt. 1702 erwarb Herzog Adolf Friedrich II. den Ort durch Kauf. 1712 vernichtete ein Brand das Residenzschloss in Strelitz, das Herzogenpaar hielt sich deshalb mehrfach in Priepert auf. 1716 wurde das Gutshaus als zweigeschossiger Fachwerkbau neu errichtet und 1719 das Kirchenschiff ebenfalls als Fachwerk neu aufgebaut. 1752 ordnete man das Gut der Herzoglichen Kammer (= Oberbehörde) zu. Von 1850 bis 1905 bestand an der Nordseite des großen Priepertsees eine Ziegelei. 1885 gab es in Priepert keine Bauern mehr, nur noch Büdner und Landarbeiter im Tagelohn.

Die Gutsbesitzerfamilie Karl Hübner übernahm 1921 das Gut. Im Jahr 1924 ließ sie eine Begräbnisstätte anlegen und weihen. Nach Ende des Zweiten Weltkrieges verließ die letzte Gutsbesitzerin, Hildegard Sack, geb. Hübner, das enteignete Gut. Im Zuge der Bodenreform wurden Land und Güter aufgeteilt. 1954 übernahm die Gemeinde Priepert das Gutshaus, das 1985 vollständig renoviert wurde, wobei das Bild des Hauses durch Verzicht auf die Seitenflügel völlig verändert wurde. Es entstanden sechs Wohnungen.

Nach der Wiedervereinigung 1990 wurde Priepert wieder selbständige Gemeinde. 2001 feierte die Gemeinde das 650-jährige Jubiläum der Ersterwähnung. Im Bundeswettbewerb "Unser Dorf hat Zukunft" vom Bundeslandwirtschaftsministerium wurde die Gemeinde 2007 mit einer Silbermedaille als zweitschönstes Dorf in Mecklenburg-Vorpommern geehrt.

Sehenswürdigkeiten und Kultur

Die Dorfkirche Priepert ist ein Fachwerkbau aus dem Jahr 1719. Anlage und Konstruktion zeigen mitteldeutsche Einflüsse. Der Grundriss ist ein angenähertes Quadrat mit angefügtem halben Zwölfecks-Chor. Der Glockenturm befindet sich mittlerweile nicht mehr auf der Kirche, da er in den 1960er Jahren wegen Einsturzgefahr entfernt wurde. Die Visualisierung rechts zeigt also die Kirche wie sie ursprünglich mal ausgesehen hat.

In jedem Sommer findet auf der Festwiese am Badestrand das Havelfest statt, das jährlich mehrere tausend Besucher anlockt. Das Höhenfeuerwerk über dem Priepertsee, abgefeuert von einem Ponton, stellt dabei die Hauptattraktion dar.

Tourismus

Es gibt in Priepert eine Reihe an Wassersportmöglichkeiten, einen Wasserwander-Rastplatz, zwei Wohnmobilparks, einen Campingplatz (C46), einen Yachthafen, zwei Kanu- und Bootsverleihstationen und einen Kanushop. Von Priepert aus ist die Schwanhavel schnell und leicht zu erreichen. Am Ostufer des Großen Priepertsees befindet sich an der Festwiese, die jedes Jahr auch Veranstaltungsort für das im Juli stattfindende Havelfest ist, der Badestrand mit Sprungturm und im Norden des Großen Priepertsees liegt eine der wenigen Wasserskistrecken der Mecklenburgischen Seenplatte.

Verkehrsanbindung

Von der 7 km entfernten Bundesstraße 96 verläuft eine Landstraße über Priepert nach Rheinsberg bzw. Wesenberg. Der nächste Bahnhof befindet sich in der brandenburgischen Stadt Fürstenberg/Havel.

Priepert liegt an der Verbindung von Oberer Havel-Wasserstraße (OHW) und Müritz-Havel-Wasserstraße (MHW).

Weblink

Commons Commons: Priepert – Bilder, Videos und Audiodateien

http://www.priepert.de

Literatur

en:Priepert

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