Freitag, 25.05.2012



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Preetz

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Preetz (Begriffsklärung) aufgeführt.
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Preetz
Preetz
Deutschlandkarte, Position der Stadt Preetz hervorgehoben
54.23666666666710.28222222222224Koordinaten: 54° 14′ N, 10° 17′ O
Basisdaten
Bundesland: Schleswig-Holstein
Kreis: Plön
Höhe: 24 m ü. NN
Fläche: 14,4 km²
Einwohner: 15.895 (30. Dez. 2007)
Bevölkerungsdichte: 1104 Einwohner je km²
Postleitzahl: 24211
Vorwahl: 04342
Kfz-Kennzeichen: PLÖ
Gemeindeschlüssel: 01 0 57 062
Adresse der Stadtverwaltung: Bahnhofstraße 24
24211 Preetz
Webpräsenz:
Bürgermeister: Wolfgang Schneider (parteilos)
Lage der Stadt Preetz im Kreis Plön
Datei:Preetz in PLOE.png

Preetz ist eine deutsche Kleinstadt südlich der schleswig-holsteinischen Landeshauptstadt Kiel im Landkreis Plön. Preetz ist auch als die Schusterstadt bekannt und mit seinen rund 15.800 Einwohnern die größte Stadt im Kreis Plön.

Inhaltsverzeichnis

Geografie

Nachbargemeinden

Kühren, Lehmkuhlen, Pohnsdorf, Postfeld, Rastorf, Schellhorn, Schwentinental, Wahlstorf

Seen

Der Postsee, nordwestlich von Preetz gelegen, wird von der Alten Schwentine durchflossen, der Kirchsee im Zentrum und der Lanker See südlich von der Schwentine. Der Kirchsee ist eigentlich nur eine breite Stelle der Schwentine. Die Schwentine fließt vom Lanker See durch den Kirchsee weiter in Richtung Kiel.

Flüsse

Schwentine und Mühlenau (oder Postau oder Alte Schwentine). Die Mühlenau mündet auf Höhe des Harderparks in die Schwentine.

Naturschutzgebiete

Die Naturschutzgebiete "Halbinseln und Buchten im Lanker See", "Kührener Teich und Umgebung" liegen südlich, das Naturschutzgebiet "Altarm der Schwentine" nördlich von Preetz.

Landschaftsschutzgebiet

"Schwentinetal im Kreis Plön im Verlauf vom Stadtgebiet Preetz bis an die Stadtgrenze von Kiel" mit dem Rosensee, dem Weiher Unterprobstenteich und dem Altenarm der Schwentine.

Geschichte

Von der vorgeschichtlichen Besiedlung der Region zeugen die nördlich von Preetz gelegenen Grabhügel bei Preetz.

1185 wird der Ort Poretz erstmals von Ecbrecht Procensis in den Versus de Vicelino erwähnt. Der Name der Stadt entwickelte sich ab 1216 aus dem Wendischen von po rece (am Fluss) über Poretzie (1221) und Pretze (1442) zu dem heutigen Preetz.

Bereits zu der Zeit der Wenden war hier eine Furt über die Schwentine und Verbindung zwischen Wagrien und Holstein.

1210 entstand eine erste Kirche und 1211 gründete Graf Albrecht von Orlamünde ein Benediktinerinnenkloster Kloster Preetz und sorgte damit für den entscheidenden Impuls für die Entwicklung des Ortes im Mittelalter 1226 erneuerte Adolf IV. von Schauenburg und Holstein die Stiftung des Klosters und schenkte es den Nonnen. 1268 entstand die Klosterkirche. Bis 1867 stellte das Kloster die höchste Verwaltungsinstanz dar und übte die Rechtsprechung aus.

Der Flecken Preetz entwickelte sich mehr und mehr zu einem ländlichen Zentrum des Handwerks mit dem Schwerpunkt Schuhherstellung. Um 1850 waren in der Stadt rund 160 selbständige Schuhmachermeister tätig.

1852 erhielt Preetz die erste Straßenbeleuchtung. Nach dem Bau des Bahnhofs 1864 wurde 1871 das Rathaus gebaut, vor dem noch heute die 1871 gepflanzte Eiche steht.

Am 17. Mai 1870 schließlich bekommt Preetz eingeschränkte Stadtrechte, 1901 dann die vollen Stadtrechte.

Politik

Bürgermeister

  • 1946-1959: Max Grothe, SPD
  • 1959-1971: Heinrich Niendorf SPD
  • 1971-1982: Bendix Herrmann CDU
  • 1982-1991: Claus Feddersen (CDU)
  • 1992-1999: Walter Riecken, SPD
  • seit 1999: Wolfgang Schneider, parteilos

Stadtvertretung

Die Stadtvertretung besteht aus 30 Stadtvertreterinnen und Stadtvertretern, die sich nach dem Ergebnis der Gemeindewahl vom 25. Mai 2008 wie folgt zusammensetzt:

Wappen

Blasonierung: „Durch einen goldenen Wellenbalken geteilt von Blau und Rot. Oben ein silberner Fisch, unten das silberne holsteinische Nesselblatt.“[1]

Der im oberen Teil des Wappen befindliche Fisch soll die frühere hauptsächliche Ernährungsgrundlage der Bewohner dieses Gebietes darstellen. Dazu wurde der wehrhafte Barsch gewählt, da er die Verteidigungsbereitschaft der Einwohner bekunden soll. Bei dem in früheren Zeiten wahrscheinlich höheren Wasserspiegel, der die Seen und Flüsse in und um die Stadt Preetz vergrößerte und den Ort mit Sümpfen umgab, dürfte Preetz die Rolle einer Fluchtburg gespielt haben.

Das blaue Feld steht stellvertretend für das die Stadt Preetz umgebende Wasser.

Das Mittelfeld deutet auf die in der Gegend einzige und wichtige Furt in Preetz durch die Schwentine. Die Furt sowie die Eignung als Fluchtburg haben dem Ort die frühere Bedeutung gegeben und ließen ihn geeignet erscheinen, im Jahre 1226 das „Marienfelder Kloster“ an diesen Platz zu verlegen.

Städtepartnerschaften

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Filmtheater

  • Capitol Kino Preetz (Verzehrkino, Nichtraucher)

Museen

Erstes Circus-Museum in Deutschland

Das Erste Circus-Museum in Deutschland eröffnete am 15. Oktober 1974 und zeigt auf einer Fläche von 316 m² eine Sammlung von Bildern, Plakaten, Kostümen, Requisiten und Circus-Modellen. 1990 wurde der Verein der Freunde und Förderer des Circus-Museums Preetz gegründet.

Heimatmuseum Preetz

Die Sammlung des im Januar 1993 eröffneten Heimatmuseums Preetz umfasst die drei Schwerpunkte regionale Archäologie, Stadtgeschichte und örtliches Handwerk.

Holzschuhmuseum Preetz

überdimensionierten Schuh am Rande der Preetzer Innenstadt
Schusterfigur auf dem Markplatz

Das Preetzer Holzschuhmuseum eröffnete am 18. Mai 2008. In der renovierten Werkstatt eines Holzschuhmachers wird der Herstellungsprozess sowie die Historie der Preetzer Holzschuhe präsentiert.

Freizeit, Sehenswürdigkeiten und Tourismus

Regelmäßige Veranstaltungen

  • Verschiedene Veranstaltungen und Ausstellungen vom April bis zum September werden seit 1998 unter der Bezeichnung Preetzer Kultursommer zusammengefasst.
  • Jeweils am 3. Samstag im August findet auf dem Preetzer Markt ein Kunsthandwerkermarkt statt.
  • Seit 1988 findet im September das Preetzer Papiertheatertreffen, die größte internationale Zusammenkunft von Papiertheaterspielern in Europa, statt.
  • Seit 1977 ist das Schusterfest Veranstaltungshöhepunkt der Stadt. Dieses in der Innenstadt durchgeführte Stadtfest findet traditionell im Mai statt, 2007 wurde es erstmalig im Juni veranstaltet. Künstlerische Darbietungen und viel Musik sorgen für Spiel, Spaß und Unterhaltung. Während tagsüber sehr viele Aktionen für und mit Kindern stattfinden, wird abends ein umfangreiches Musikprogramm mit den unterschiedlichsten Gruppen und Bands für Jung und Alt geboten. Es ist das größte Fest für einen Tag in Schleswig-Holstein.
  • Seit 1984 wird im September der 10-Meilen-Schusterlauf rund um den Lanker See veranstaltet.

Wirtschaft und Infrastruktur

Verkehr

Straßen

Bis zum 14. Juni 2004 verlief die Bundesstraße 76 in Nord-Süd-Richtung durch Preetz, heute verläuft die Straße östlich der Stadt. Ausgehend von der alten Bundesstraße 76 an der Schwentine-Brücke verläuft die Landstraße 211, die weiter östlich an die Bundesstraße 202 (Rastorfer Kreuz) anschließt.

Von der Landstraße 211 gelangt man heute zwischen der Stadt und dem Gewerbegebiet Preetz-Wakendorf auf die Bundesstraße 76. Südlich von Preetz ist die alte Trasse der Bundesstraße 76 im Bereich des Sophienhofer Kreuzes ebenfalls an dieselbe angeschlossen.

Bahn

Hauptartikel: Bahnstrecke Kiel–Lübeck

Im Jahre 1866 wurde die Bahnstrecke Kiel–Ascheberg eröffnet. Preetz erhielt so einen Bahnhof für Personen- und Güterverkehr. Letzterer wurde 1990 eingestellt. 1910 wurde die Kleinbahn Kirchbarkau–Preetz–Lütjenburg in Betrieb genommen (Personen- und Güterverkehr). Schon 1931 wurde der Personenverkehr nach Kirchbarkau wieder aufgegeben. 1938 endete dann auch der Personenverkehr nach Lütjenburg, gleichzeitig auch der gesamte Güterverkehr. Die Kleinbahn wurde abgebaut.

Ansässige Unternehmen

Die FRANK Druck GmbH & Co. KG wurde 1957 in Preetz als Buchdruckerei gegründet und ist heute eine der größten Druckereien Norddeutschlands. Frank-Druck gehört zur Evers-Frank-Gruppe aus Meldorf.

Ehemalige Unternehmen

  • Berg-Brauerei Jaeger & Schmidt, Am Schützenplatz, 1892–1952
  • H. Donath Malzfabrik, Kieler Straße, gegründet 1891
  • Zentral-Meierei Preetz, Schellhorner Straße
  • Eiche-Brauerei Verkaufsstelle, Gasstraße
  • Holsteiner Wurst- und Fleischwarenfabrik Detlev Schön, Mühlenstraße
  • Wurst- und Fleischwaren-Fabrik Johannes Schön, erst Wakendorfer Straße, später Hufenweg, gegründet 1846
  • Konservenfabrik Jokisch, Am Schützenplatz
  • Walter Kaiser Bauunternehmung GmbH, Kührener Straße
  • Likörfabrik Krisch & Co. (Kosakenkaffee), erst Am Kleinbahnhof, später Kieler Straße
  • Gerdes Verlag und Druckerei, Wakendorfer Straße
  • Preetzer Zeitung, Druckerei u. Verlag, O. Hansen, Bahnhofstraße
  • Stadtwerke Preetz, Gasstraße
  • Teerproduktenfabrik u. Hartsteinwerke Preetz, Harder, Uebel & Co, Hinter dem Friedhof

Öffentliche Einrichtungen

  • Klinik Preetz, Krankenhaus des Kreises Plön
  • Stadtbücherei

Sportstätten

  • Fichtestadion
  • Jahnplatz
  • Schwimmhalle

Bildung

Die schulische Bildung steht teilweise unter der Trägerschaft des Schulverbands Preetz Stadt und Land. Somit stehen auch einige Einrichtungen des Umlandes zur Verfügung.

  • Friedrich-Ebert-Schule: betreute Grundschule, Kinderhort, Hauptschule
  • Hermann-Ehlers-Schule: Grundschule, betreute Grundschule, Kinderhort
  • Fachgymnasium Kreis Plön: Gymnasium
  • Volkshochschule Preetz e.V.: Volkshochschule
  • Wilhelminenschule und Förderzentrum: betreute Grundschule, Kinderhort, Hauptschule
  • Schule am Kührener Berg: Schule für Geistigbehinderte des Kreises Plön
  • Schule am Postsee: Sprachheilgrundschule des Kreises Plön in Preetz
  • Theodor-Heuss-Realschule: wird ab kommendem Schuljahr (09/10) zur Gemeinschaftschule; Eigentum der Stadt Preetz
  • Friedrich-Schiller-Gymnasium: Eigentum des Kreises Plön; offene Ganztagsschule

Persönlichkeiten

Preetzer Persönlichkeiten

Söhne und Töchter der Stadt

Quellenangaben

  1. Kommunale Wappenrolle Schleswig-Holstein

Literatur

  • Brita Gräfin von Harrach: Preetz im Wandel der Jahrhunderte. Harrach, Kiel 1983.
  • Peter Pauselius: Häuserbuch der Stadt Preetz. Ed. Barkau, Großbarkau 1998. ISBN 3-928326-13-9
  • Peter Pauselius: Preetz unter dem Hakenkreuz. Ed. Barkau, Großbarkau 2001. ISBN 3-928326-29-5.
  • Peter Pauselius: Dokumentation über die Kriegsgefangenen, Fremd- und Ostarbeiter in Preetz 1939-1946. Ed. Barkau, Grossbarkau 1996. ISBN 3-928326-12-0
  • Preetz. Landschaft, Mensch, Kultur. Hrsg. v.d. Stadt Preetz. Ed. Barkau, Großbarkau 2000. ISBN 3-928326-24-4
  • Wilhelm Stölting (Text): Preetz, Lebensbild einer holsteinischen Stadt. Hrsg. v.d. Stadt Preetz. Stadt Preetz, Preetz 1970.
  • Wolfgang Petonke: Unsere kleine Stadt Preetz. Frahm, Kiel um 1963.
  • Marlies Buchholz: Anna selbdritt. Die Blauen Bücher. Königstein i. Ts. 2005, S.4-27. ISBN 3-7845-2113-4 (über das Adelige Kloster Preetz und den dortigen Sippen-Altar)
  • Wally Peters-Leppin: Preetz Kloster und Stadt Westholsteinische Verlagsdruckerei Boyens & Co., Heide/Holst.
  • Karl Kobold: Preetz und seine Stadtkirche Ernst Gerdes Verlag, Preetz i. Holst. 1960

Weblinks

en:Preetz

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