Meinestadt.de - Pößneck - 25.05.2012
Lexikon - meinestadt.de
| Wappen | Deutschlandkarte | |
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| Basisdaten | ||
| Bundesland: | Thüringen | |
| Landkreis: | Saale-Orla-Kreis | |
| Höhe: | 220 m ü. NN | |
| Fläche: | 24,45 km² | |
| Einwohner: | 13.217 (30. Dez. 2007)[1] | |
| Bevölkerungsdichte: | 541 Einwohner je km² | |
| Postleitzahlen: | 07371–07381 | |
| Vorwahl: | 03647 | |
| Kfz-Kennzeichen: | SOK | |
| Gemeindeschlüssel: | 16 0 75 085 | |
| Stadtgliederung: | Kernstadt; 5 Ortsteile | |
| Adresse der Stadtverwaltung: | Neustädter Straße 1 07381 Pößneck |
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| Webpräsenz: | ||
| Bürgermeister: | Michael Modde | |
| Lage der Stadt Pößneck im Saale-Orla-Kreis | ||
| Datei:Pößneck in SOK.png | ||
Pößneck ist die größte Stadt im Saale-Orla-Kreis im östlichen Thüringen.
Inhaltsverzeichnis |
Pößneck befindet sich in der Orlasenke, einem Tal zwischen dem Thüringer Holzland im Norden und dem Oberland mit den Saalestauseen in Süden. Im Osten berührt die Orla von Neustadt kommend das Stadtgebiet, um von dort nach Norden zu fließen und in Orlamünde in die Saale zu münden. Die Stadt liegt an der B 281 zwischen Neustadt an der Orla im Osten und Saalfeld im Westen.
Ortsteile sind Jüdewein, Köstitz, Schlettwein, Öpitz und Schweinitz.
Direkt angrenzende Gemeinden sind Bodelwitz, Döbritz, Krölpa, Langenorla, Oppurg, Ranis und Wernburg.
Die erste Erwähnung fand Pößneck 1252 in einer Saalfelder Klosterurkunde. Als Stadt wurde es zum ersten Mal 1324 bezeichnet. In diesem Jahr wurde Pößneck von Friedrich, dem wettinischen Landgraf von Thüringen und Markgraf von Meißen dem Grafen von Schwarzburg als Lehen übergeben. Vor 1348 wurde ein Karmeliterkloster gegründet. 1424 fiel Pößneck wieder an das Haus Wettin zurück.
1485 wurde Pößneck durch die Leipziger Teilung der wettinischen Lande der ernestinischen Linie zugeschlagen. 1525 beteiligten sich die Bürger am Bauernkrieg. Seit 1572 gehörte die Stadt zu Sachsen-Coburg, seit 1640 zu Sachsen-Altenburg, seit 1672 zu Sachsen-Gotha und seit 1682 zu Sachsen-Saalfeld. 1826 kam Pößneck zum Herzogtum Sachsen-Meiningen, bei dem es bis zur Gründung Thüringens verblieb.
Zwischen 1795 und 1823 hat Goethe auf seinen Reisen in die böhmischen Bäder Karlsbad und Marienbad 18 mal in Pößneck Station gemacht.
Ab 1862 begann in Pößneck durch die Einführung der Gewerbefreiheit der industrielle Aufschwung. Tuchmacher und Gerber gründen Fabriken, und Pößneck entwickelte sich bald zur bedeutendsten Industriestadt im Herzogtum Sachsen-Meiningen. Diese Entwicklung wurde durch den Bau Eisenbahnstrecken durch die Stadt 1871 (Strecke Gera–Saalfeld) und 1889 (Strecke Pößneck–Jena) zusätzlich gefördert. 1924 streikten die Pößnecker Textilarbeiter um den Achtstundentag.
Während des Zweiten Weltkrieges waren ausländische Arbeitskräfte aus den von Deutschland besetzten Ländern in dem Zwangsarbeitslager L bei der Ortschaft Schweinitz am Orlatalhang der REIMAHG untergebracht, die in Kahla und auf dem Kamsdorf-Könitzer Erzfeld für die Rüstungsproduktion Zwangsarbeit verrichten mussten. Außerdem arbeiteten 127 Zwangsarbeitskräfte bei den Firmen Bergner & Weißer, Maihak und Schroth. Auf dem Ehrenfriedhof an der Rudolf-Diesel-Straße (ein NS-Opfer unter den "Zeugen Jehovas") wird an 33 Opfer der Zwangsarbeit aus der Sowjetunion sowie an elf KZ-Häftlinge erinnert, die beim Todesmarsch im April 1945 von SS-Mannschaften ermordet wurden. An der Einmündung der Orlamünder in die Bundesstraße 281 erinnert eine 1985 errichtete Todesmarsch-Stele an alle 67 Opfer aus dem Pößnecker Raum. Ein weiterer Gedenkstein auf dem oberen Friedhof erinnert an fünf umgekommene Militärinternierte aus Italien.[2]
1952 wurde Pößneck Kreisstadt des neu gegründeten Kreises Pößneck und blieb es bis zur Eingliederung in den neu gebildeten Saale-Orla-Kreis im Jahre 1994.
Am 16. September 1979 flogen die Familien Strelzyk und Wetzel aus Pößneck mit einem selbstgenähten Heißluftballon nachts über die innerdeutsche Grenze und landeten nach 28 Flugminuten und 22 Kilometern (Luftlinie) in einem Feld bei Naila. An Bord befanden sich vier Erwachsene und vier Kinder. Der Original-Ballon ist im Nailaer Museum ausgestellt. 1981 wurde die Flucht von der US-amerikanischen Produktionsfirma Disney verfilmt und kam unter dem Titel „Night Crossing“ (deutsch: Mit dem Wind nach Westen) 1982 in die Kinos der Bundesrepublik Deutschland und anderer Länder.
1983 wurden in der Stadt Teile der Außenaufnahmen des bekannten DDR-Kinderfilms Moritz in der Litfaßsäule gedreht.
Im Jahr 2000 war Pößneck Austragungsort der ersten Thüringer Landesgartenschau.
In der jüngeren Vergangenheit machte Pößneck immer wieder Schlagzeilen durch rechtsextremistische Aktivitäten in der Stadt. So kaufte der Rechtsextremist Jürgen Rieger 2003 das Schützenhaus in Pößneck für 360.000 Euro im Namen der "Wilhelm Tietjen Stiftung", um dort eine Tagungsstätte einzurichten. Im April 2005 fand, organisiert von Sascha Wagner, der Landesparteitag der NPD in Pößneck statt. Michael Regener, Sänger der Neonazi-Band Landser, gab dort sein Abschiedskonzert vor dem Verbüßen einer mehrjährigen Haftstrafe. Der Rechtsextremist Sascha Jörg Schüler wohnt seit 2005 in Pößneck. Die rechtsextremen Umtriebe haben zu Protesten in der Bevölkerung geführt. Ein Aktionsbündnis leistet Widerstand und Aufklärung. Das Schützenhaus hat mittlerweile die Betriebserlaubnis verloren, so dass dort keine Veranstaltungen mehr durchgeführt werden können. Hinzukommt, dass die "Wilhelm Tietjen Stiftung" aus formellen Gründen zeitweilig erloschen war.
Entwicklung der Einwohnerzahl (ab 1960 31. Dezember):
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1833 bis 1984
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1994 bis 1999
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2000 bis 2004
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1 29. Oktober
2 31. August
Seit der Kommunalwahl vom 27. Juni 2004 setzt sich der Stadtrat wie folgt zusammen:
Die Wahlbeteiligung lag bei 43,0 %.
Blasonierung: „In Blau ein rotgekrönter goldener Löwe mit roter Zunge und Bewehrung.“
Pößneck führt den schwarzburgischen Löwen in seinem Wappen, seitdem am 13. Juli 1324 Markgraf Friedrich II. der Ernsthafte von Meißen den Grafen Heinrich von Schwarzburg und dessen Sohn Günther mit Peznik, Stat und Hus belehnt hat. [3]
Das Pößnecker Rathaus gehört zu den schönsten spätgotischen Rathäusern Thüringens mit seiner überdachten Freitreppe im Stil der Früh-Renaissance. Bauzeit 1478−1499, endgültige Vollendung 1531 mit dem Bau der Freitreppe. Heute befindet sich im Rathaus auch das Stadtmuseum.
Weitere sehenswerte Bauwerke und Denkmäler sind:
Südlich von Pößneck und westlich der Altenburg befindet sich in einem kleinen Waldstück zwei vom Verschönerungs-Verein Pößneck errichtete Bänke: "Dem Andenken Schillers zum 9.Mai 1905" und "Seinem langjährigen verdienten Vorsitzenden Herrn Rektor Gustav Ortleb in Dankbarkeit gewidmet vom Verschönerungsverein Pössneck 1919"
Erfolgreichster Fußballverein der Stadt ist der VfB Pößneck, der in der Fußball-Oberliga Nordost (Staffel Süd) spielt. Weitere wichtige Sportvereine sind der TSV 1858 Pößneck und der SV Fortuna Pößneck, die jeweils mehrere Abteilungen mit verschiedenen Sportarten besitzen, sowie der Tauchsportverein TC Submarin.
Pößneck ist ein bedeutender Standort der Buchherstellung. Vor der Wende produzierte der Graphische Großbetrieb den Großteil der in der DDR hergestellten Bücher, heute ist die Firma GGP Media, eine Tochter des Bertelsmann-Konzerns, präsent und hat seit den 1990er Jahren immer wieder große Investitionen getätigt. Mit etwa 1100 Mitarbeitern gehört dieses Unternehmen zu den zehn größten in Thüringen.
Weiteres produzierendes Gewerbe: Berggold Heinerle - Pralinen, Süßwaren
Pößneck liegt an den Bahnstrecken Gera Hbf–Weida–Pößneck oberer Bahnhof–Saalfeld (Saale) und Jena–Orlamünde–Pößneck unterer Bahnhof.
Der Ort liegt an der B 281 (Saalfeld–Gera) sowie den Landesstraßen nach Jena, Bad Lobenstein und Ranis. In der Nähe führen die A 4 (bei Jena) und die A 9 (bei Triptis) vorbei.
Bad Lobenstein | Birkenhügel | Blankenberg | Blankenstein | Bodelwitz | Breitenhain | Bucha | Burgk | Chursdorf | Crispendorf | Dittersdorf | Döbritz | Dragensdorf | Dreba | Dreitzsch | Eßbach | Gefell | Geroda | Gertewitz | Görkwitz | Göschitz | Gössitz | Grobengereuth | Harra | Hirschberg | Keila | Kirschkau | Knau | Kospoda | Krölpa | Langenorla | Lausnitz | Lemnitz | Linda b. Neustadt an der Orla | Löhma | Miesitz | Mittelpöllnitz | Moßbach | Moxa | Neundorf (bei Lobenstein) | Neundorf (bei Schleiz) | Neustadt an der Orla | Nimritz | Oberoppurg | Oettersdorf | Oppurg | Paska | Peuschen | Pillingsdorf | Plothen | Pörmitz | Pößneck | Pottiga | Quaschwitz | Ranis | Remptendorf | Rosendorf | Saalburg-Ebersdorf | Schlegel | Schleiz | Schmieritz | Schmorda | Schöndorf | Seisla | Solkwitz | Stanau | Tanna | Tegau | Tömmelsdorf | Triptis | Volkmannsdorf | Weira | Wernburg | Wilhelmsdorf | Wurzbach | Ziegenrück
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