Freitag, 25.05.2012



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Podelzig

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Podelzig
Podelzig
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Podelzig hervorgehoben
52.47166666666714.53444444444448Koordinaten: 52° 28′ N, 14° 32′ O
Basisdaten
Bundesland: Brandenburg
Landkreis: Märkisch-Oderland
Amt: Lebus
Höhe: 48 m ü. NN
Fläche: 25,14 km²
Einwohner: 1016 (30. Dez. 2007)
Bevölkerungsdichte: 40 Einwohner je km²
Postleitzahl: 15326
Vorwahl: 033601
Kfz-Kennzeichen: MOL
Gemeindeschlüssel: 12 0 64 388
Adresse der Amtsverwaltung: Breite Straße 1
15326 Lebus
Webpräsenz:
Kirche Podelzig[1]
Bürgermeister: Alfred Nowak (Wählergruppe Kirche)
Lage der Gemeinde Podelzig im Landkreis Märkisch-Oderland
Datei:Podelzig in MOL.png

Podelzig ist eine Gemeinde im Landkreis Märkisch-Oderland in Brandenburg (Deutschland). Sie gehört dem Amt Lebus an.

Inhaltsverzeichnis

Geografie

Podelzig liegt am südlichen Ende des Reitweiner Sporns und wird von der Bundesstraße 112 durchquert.

Gliederung des Gemeindegebiets

Podelzig besteht aus mehreren Ortsteilen: Podelzig (mit Kolonie und Siedlung), Klessin und Wuhden. Während Wuhden bereits im Juni 2002 seine 750-Jahr-Feier beging, feierte Podelzig im August 2004 die urkundliche Erwähnung vor 650 Jahren. Archäologisch nachgewiesen ist eine Besiedlung seit dem 11. Jahrhundert (Ausgrabungen in der alten Kirche 2004). Der slawische Name „Podolzk“ deutet auf eine vorherige slawische Besiedlung, vermutlich mindestens seit dem 8. Jahrhundert.

Der Hauptort Podelzig ist aus mehreren Teilen zusammengewachsen, die aber keinen eigenen Ortsteilcharakter haben: Altpodelzig (auf der Höhe), Neupodelzig (Kolonie) unterhalb des Berghanges und Podelzig-Siedlung (ehemals: Zuckerfabrik).

Geschichte

Das Dorf Podelzig wurde zuerst 1354 urkundlich erwähnt; zugleich mit dem Städtchen Lebus wurde „Podoltzgk“ von Markgraf Ludwig an Bischof Heinrich II. übergeben. Um 1400 waren Hans und Peter von Borghaßdorf (von Burgsdorff) die Lehnsbesitzer des Dorfes, ferner Hans und Heinrich Weynschutze und Heinrich List, die aber keine Anteile an Podelzig erwarben. Der 1439 verstorbene Lebuser Bischof Peter II. von Burgsdorff ist vermutlich im Erbbegräbnis derer von Burgsdorff in Podelzig beerdigt worden.

Am 4. April 1563 wurde der 1515 geborene Hans von Burgsdorff Rittergutsbesitzer; er erwarb später einen zweiten Rittersitz, zwei Schäfereien und eine Windmühle in Podelzig sowie etliche Dörfer in der Umgebung. 1594 kaufte er für 13.000 Taler ein Drittel des ganzen Ortes Podelzig von seinem entfernten Verwandten Levin Burgsdorff. Nachdem 1539 die Reformation in der Mark Brandenburg eingeführt wurde, erhielt Mitte des 16. Jahrhunderts auch Podelzig einen evangelischen Prediger. In der Folge wurden auch Umbau- und Instandsetzungsarbeiten an der Kirche durchgeführt.

Im Dreißigjährigen Krieg kam es mehrfach zu schweren Verwüstungen und Plünderungen in Podelzig. Im Jahre 1636 wurde Podelzig von den kaiserlichen Truppen unter dem Oberst von Manteuffel geplündert, die Kirche beschädigt, das Pfarrhaus angezündet und der Pfarrer Crupsacius ermordet. Im August 1639 wurde Podelzig durch schwedische Truppen unter den Obersten Drewitz und Stenbock in Brand gesteckt; fast das ganze Dorf wurde vernichtet. Nach dem Ende des Dreißigjährigen Krieges forderte der Rittergutsbesitzer Arnim von Burgsdorff 1652 kurfürstliche Hilfe für den Neubau des Pfarrhauses ein, da Podelzig vollständig verarmt war.

Um 1674 kaufte Kurfürst Friedrich Wilhelm etwa die Hälfte des Ortes und richtete in Podelzig ein Vorwerk zum Domänenamt Lebus ein, zu dem bereits das damals selbständige Dorf Wuhden gehörte. Nach der Trockenlegung des Oderbruches durch Friedrich den Großen wurde 1775 Neu Podelzig als Kolonistendorf gegründet und trug lange die Bezeichnung „Kolonie“. Podelzig hatte am wirtschaftlichen Aufschwung teil, 1829 wurde die Chaussee von Frankfurt (Oder) nach Manschnow durch Podelzig gebaut, 1856 wurde die Eisenbahnlinie Frankfurt–Küstrin über Podelzig eingerichtet, allerdings bekam Podelzig erst 1879 einen Haltepunkt. 1928 wurden die Landgemeinden Alt Podelzig und Neu Podelzig sowie die Gutsbezirke Adlig Podelzig und Königlich Podelzig zur Gemeinde Podelzig zusammengeschlossen. Die Ortsteile Klessin und Wuhden wurden 1946 und 1950 nach Podelzig eingemeindet.

Zum Ende des Zweiten Weltkrieges wurde Podelzig durch die Kriegshandlungen zu 85 Prozent zerstört. In der Hauptkampfzone liegend, war der Ort ständigen Angriffen und Gegenangriffen ausgesetzt. Bahnhof und Versorgungsleitungen waren zerstört. Von den vorher etwa 1.000 Einwohnern kehrten nur 180 nach Podelzig zurück; von ihnen starben 52 an Typhus. In den nachfolgenden Jahren verunglückten 20 Menschen durch Minen. Auch das Pfarrhaus war völlig zerstört; die darin enthaltenen alten Unterlagen und Kirchenbücher sind vollständig verbrannt.

Einwohnerentwicklung

Jahr 1933 1946 1993 1995 2000 2005
Einwohnerzahl[1] 964 836 877 899 1000 992


Politik

Partnergemeinde

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Baudenkmäler

Die Ruine der Podelziger Dorfkirche, zwei Grabsteine als auch die Kirchhofsmauer stehen unter Denkmalschutz.[2]

Wirtschaft und Infrastruktur

Medien

Im Jahre 2003 wurde der von der Prokon Nord betriebene Windpark Podelzig/Lebus mit 14 Windkraftanlagen (WKA) eingeweiht. Die direkt an der B 112 am Ortsausgang Richtung Lebus stehenden WKA haben eine Nennleistung von ca. 19,5 MW.[3]

Öffentliche Einrichtungen

Bildung

Die ehemalige Polytechnische Oberschule in Podelzig mit dem Namenszusatz G.K.Schukow war für die Orte Podelzig, Reitwein, Rathstock und Hathenow für mehr als 30 Jahre ein wichtiger Schulstandort.

Weblinks

Einzelnachweise

  1. [http://wiki-de.genealogy.net/Podelzig GenWiki: Podelzig ]
  2. Brandenburgische Landesdenkmalliste; Stand: 31. Dezember 2007
  3. http://www.stic-wfgmol.de/downloads/EnergieMOLInternet.pdf
en:Podelzig

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