Meinestadt.de - Plauen - 21.03.2010
Lexikon - meinestadt.de
| Wappen | Deutschlandkarte | |
|---|---|---|
| Datei:Wappen plauen.PNG |
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| Basisdaten | ||
| Bundesland: | Sachsen | |
| Direktionsbezirk: | Chemnitz | |
| Landkreis: | Vogtlandkreis | |
| Höhe: | 412 m ü. NN | |
| Fläche: | 102,11 km² | |
| Einwohner: | 67.613 (30. Dez. 2007)[1] | |
| Bevölkerungsdichte: | 662 Einwohner je km² | |
| Postleitzahlen: | 08523;-5;-7;-9 | |
| Vorwahl: | 03741 | |
| Kfz-Kennzeichen: | V (bis 2008: PL) | |
| Gemeindeschlüssel: | 14 5 23 320 | |
| Stadtgliederung: | 5 Stadtgebiete mit 38 Stadtteilen | |
| Adresse der Stadtverwaltung: | Unterer Graben 1 08523 Plauen |
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| Webpräsenz: | ||
| Oberbürgermeister: | Ralf Oberdorfer (FDP, aber als unabhängiger Kandidat gewählt) | |
| Lage der Stadt Plauen im Vogtlandkreis | ||
| Datei:Plauen Lage im Vogtlandkreis.png | ||
Die Große Kreisstadt Plauen ist ein Oberzentrum im Südwesten des Freistaates Sachsen und mit knapp 68.000 Einwohnern die größte Stadt des Vogtlandes und die fünftgrößte Stadt Sachsens. Seit 1996 ist sie Kreisstadt des Vogtlandkreises, in den die bis dahin kreisfreie Stadt am 1. August 2008 eingegliedert wurde. Weltweit bekannt wurde die Stadt durch die Plauener Spitze.
Inhaltsverzeichnis |
Plauen liegt im Tal und an den Uferhängen der Weißen Elster. Im Bereich der Einmündung der Syra weitet sich das Tal zu einem Becken mit dem Stadtzentrum.
Die Höhe ü. NN reicht von 330 bis über 500 Meter. Höchster Berg ist mit 525 Meter der bewaldete Culmberg im südlichen Stadtteil Oberlosa. „Hausberg“ von Plauen ist allerdings der 507 Meter hohe Kemmler, den ein Bismarckturm krönt.[2] Einen Überblick über die Stadt bekommt man ebenso vom Bärensteinturm (432 m) in der Nähe des Oberen Bahnhofs sowie vom Turm des Rathauses, der zu besonderen Anlässen geöffnet wird.
Das hügelige Umland von Plauen wird von Feldern, Wiesen und Wäldern in etwa gleichem Verhältnis bedeckt. In kurzer Entfernung zur Stadt befinden sich die auch als Naherholungsgebiete genutzten beiden großen Talsperren Pöhl (nordöstlich) und Pirk (südlich).
Siehe auch: Liste der Landschaften in Sachsen, Liste der Gewässer in Sachsen
Die folgenden Gemeinden grenzen an die Stadt Plauen (im Uhrzeigersinn, im Nordosten beginnend):
Pöhl, Neuensalz (Verwaltungsgemeinschaft Treuen), Theuma (Verwaltungsverband Jägerswald Bergen), Oelsnitz (Vogtland) (Verwaltungsgemeinschaft Oelsnitz), Weischlitz (Verwaltungsgemeinschaft Weischlitz), Leubnitz, Mehltheuer und Syrau (alle Verwaltungsverband Rosenbach) im Vogtlandkreis sowie die zum thüringischen Landkreis Greiz gehörende Gemeinde Vogtländisches Oberland (Schönbach und Cossengrün).
Das Stadtgebiet Plauens ist in die fünf Stadtgebiete Zentrum, Nord, Ost, Süd und West eingeteilt. Jedes Stadtgebiet besteht aus bis zu zehn Stadtteilen. Die 1996 und 1999 nach Plauen eingemeindeten Stadtteile sind zugleich Ortschaften nach der Sächsischen Gemeindeordnung. Die Ortschaften wurden durch die Hauptsatzung der Stadt Plauen eingeführt und haben einen von der Bevölkerung gewählten Ortschaftsrat, der je nach Einwohnerzahl zwischen fünf und neun Mitglieder hat. Vorsitzender des Ortschaftsrats ist der Ortsvorsteher. In den Ortschaften wurde zum Teil auch eine eigene Ortschaftsverwaltung eingesetzt.
Die fünf Stadtgebiete mit ihren zugehörigen amtlichen Stadtteilen und deren Nummern:
¹ Ortschaft
² Ortschaft zusammen mit Jößnitz
In Plauen und im Vogtland herrscht das Klima der warmgemäßigten feuchten Westwindzone Mitteleuropas mit wechselhafter Witterung. Im Vergleich zu weiter westlich gelegenen Regionen Deutschlands sind deutlich kontinentale Einflüsse (wärmere Sommer, kältere Winter) zu beobachten. Aufgrund des Einflusses der umgebenden Mittelgebirge ist das Wetter im Vogtland wind- und niederschlagsärmer als in anderen Regionen Deutschlands mit vergleichbarer Höhenlage. In Plauen beträgt die durchschnittliche Lufttemperatur 7,5 °C, wobei die wärmsten Monate der Juli und der August mit durchschnittlichen Temperaturen von ca. 16 °C sind. Im Plauener Raum gibt es im Jahr durchschnittlich 26 bis 30 Sommertage (≥ 25 °C) bei einer mittleren Sonnenscheindauer von 1450 bis 1500 Stunden im Jahr. Der durchschnittliche jährliche Niederschlag beträgt in Plauen 582 Millimeter. Dies stellt ein Minimum im Vogtland dar, bedingt dadurch, dass die Stadt im Lee der vorgelagerten Mittelgebiete liegt, sich die Luft am Westerzgebirge staut und die Wolken sich dort abregnen. Schneefälle sind von November bis April normal, wobei sich nicht immer eine Schneedecke ausbildet. Selten schneit es schon im Oktober oder noch im Mai. In Plauen sind südwestliche bis südliche Windrichtungen vorherrschend, wobei es in der kalten Jahreszeit zu so genannten „böhmischen Winden“, also Kaltluftausflüssen aus dem böhmischen Becken kommen kann. Die durchschnittliche Windgeschwindigkeit beträgt etwa 3 bis 4 m/s.[3]
Archäologische Funde weisen darauf hin, dass sich bereits in der Bronzezeit Siedlungen auf dem heutigen Plauener Territorium befanden.[4] Von einer Bevölkerung, die ihre Verstorbenen in Grabhügeln bestattete zeugen die Hügelgräber von Plauen-Chrieschwitz, im Reißiger Wald und auf dem Gebiet von Reinsdorf. Diese Funde bilden eine Lokalgruppe der Lausitzischen Kultur und zeigen enge Verbindungen nach Böhmen, dem Maingebiet und nach Thüringen. Die Besiedelung lässt sich bis in die Mitte des letzten Jahrtausends vor Christus nachweisen. Mit dem Fund eines Latènehügelgrabes (um 420 vor Christus) auf dem Gebiet von Ruppertsgrün-Liebau bricht der Nachweis von Besiedelung im Raum Plauen-Oelsnitz plötzlich ab. Einen Nachweis von germanischer Besiedelung im Vogtland ist bisher nicht zu finden. Funde von römischen Münzen aus dem zweiten Jahrhundert nach Christus zeigen, dass das Plauener Gebiet Bedeutung als Durchzugsgebiet hatte. Eine slawische Besiedelung lässt sich erst für die Zeit kurz vor 1000 durch einige Funde nachweisen, obwohl die Ansiedelung der Slawen schon für die Zeit um 800 vermutet wird. In Plauen-Kleinfriesen wurden spätslawische Scherben entdeckt, die auf Grund von Verkrustungen darauf schließen lassen, dass sich dort eine Pechsiederei befand. Als weitere Beweise für eine slawische Besiedelung werden die slawischen Orts-, Flur und Gewässernamen in der Region angesehen. Auch die Fluraufteilung nach dem Prinzip der Blockflur ist typisch für slawische Siedlungsgebiete. Der Name der Stadt Plauen hat ebenfalls einen slawischen Ursprung. „Plauen“ kommt vom slawischen „plavna“, was soviel wie „Schwemmplatz“, „Flößplatz“ bedeutet und sich wohl von der Lage im Überschwemmungsgebiet der Elsteraue ableitet.
Die Stadt wird 1122 erstmals als „Vicus Plawe“ in der Weiheurkunde der Johanniskirche urkundlich erwähnt. In der Urkunde bestätigt Bischof Dietrich I. von Naumburg die Kirche, die von Graf Adalbert von Everstein (in anderen Quellen auch Eberstein) erbaut und mit einer Hufe Land im Dorf Chrieschwitz, einem Stück Wald und dem halben Ertrag der Elstermühle ausgestattet wurde. Der Bischof setzt den Priester Thomas als Pfarrer ein und überträgt der Kirche den, bis dahin ihm zustehenden Zehnt des etwa 20 Quadratmeilen großen Dobnagaus. Im Jahr 1214 wurde das Deutsche Haus erbaut, dem im Jahr 1224 Vogt Heinrich der Mittlere von Weida die Johanniskirche schenkt. In dieser Schenkungsurkunde wird als ein Zeuge genannt: „de Plawe: Conradus urbanus“ (urbanus = Stadtbewohner), dies ist der früheste Hinweis, dass Plauen inzwischen das Stadtrecht erhalten hatte. Eine separate Urkunde über die Verleihung des Stadtrechtes ist nicht mehr erhalten. Am 29. Mai 1244 wird erstmals ein eigener Vogt für Plauen bezeugt: Heinrich II. von Plauen. In dieser Urkunde werden sowohl die „steinerne Brücke“ als auch einige Höfe auf dem linken Ufer der Syra (Anfänge der Neustadt) erwähnt. 1263 folgt die erste urkundliche Erwähnung der Neustadt als solche. Die älteste im Stadtarchiv verwahrte Originalurkunde trägt das Datum vom 25. Mai 1278. Mit ihr übereignete Conrad von Everstein Kunigunde, der Gattin des Vogtes Heinrich von Plauen, das Dorf und die Hälfte des Forstes zu Straßberg als Eigenbesitz und gab ihr das Recht, nach dem Tode ihres Gatten beliebig darüber zu verfügen. Am 25. Juni 1279 wird die Münze der Vögte errichtet, die Vogt Heinrich der Ältere am 11. März 1306 an das Landvolk und die Kaufleute von Plauen für 600 Mark Silber verkauft. 1328 verzichtet Graf Hermann von Everstein auf alle Lehen im Gebiet Dobene. Damit endet die Geschichte der Eversteiner im Vogtland.
Am 9. August 1329 urkunden erstmals ein Bürgermeister und geschworene Bürger in Plauen. Aus demselben Jahr stammt auch das älteste „Siegel der Bürger“ (sigillum civium in Plawe). Kaiser Karl IV. erklärt die Herrschaft Plauen im Jahr 1356 zu einem erblichen Lehen der böhmischen Krone. 1430 belagerten die Hussiten unter Führung von Andreas Prokop die Stadt. Sie nahmen das Schloss ein, zerstören es und töten dort 170 Menschen. Anschließend brannten sie die Stadt nieder und weitere 500 bis 900 Menschen starben. Beim Wiederaufbau der Stadt vereinigte man die alte Stadt und die Neustadt. 1438 besetzte Kurfürst Friedrich der Sanftmütige die Stadt. Diese wurde auf kaiserlichen Befehl jedoch an Burggraf Heinrich I. zurück gegeben, der 1439 wieder einzog. Der Nachfolger Burggraf Heinrich II. ging als Tyrann in die Geschichte ein. Er wurde 1466 von König Georg Podiebrad mit der Reichsacht belegt. Am 10. Februar desselben Jahres nahm Herzog Albrecht, der Schwiegersohn des Königs, der mit der Vollstreckung der Acht beauftragt wurde, die Stadt und die Herrschaft Plauen ein, womit Plauen erstmals unter sächsische Herrschaft fiel. 1482 verzichtete Burggraf Heinrich III. durch die Verträge von Brüx endgültig auf seine Ansprüche auf Plauen zu Gunsten der Wettiner Ernst und Albrecht. Bei der Teilung der Wettinischen Lande fiel Plauen der ernestinischen Seite zu. Dadurch fasste die Reformation schon verhältnismäßig früh Fuß im Vogtland. Seit 1521 wirkte der letzte Komtur des Deutschen Hauses, Georg Eulner, im reformatorischen Sinne. Zusammen mit dem Dominikanermönch Georg Raute predigte er in der Johanniskirche nach der Lehre Martin Luthers. Zwei Kirchenvisitationen in den Jahren 1529 und 1533 regelten die endgültige Einführung der Reformation. Georg Eulner wurde der erste Superintendent in Plauen. Im Sommer 1546, nach dem Ausbruch des Schmalkaldischen Krieges befestigte man die Stadt und besetzte sie mit kurfürstlichen Getreuen. Der Rat der Stadt wendete sich an Herzog Moritz von Sachsen mit der Bitte um Schutz. Dieser wurde unter der Bedingung der Huldigung gewährt.
1547 belehnte König Ferdinand von Böhmen den Enkel des einst vertriebenen Tyrannen Heinrich II., erneut mit der Stadt und der Herrschaft Plauen. Er darf sich seit dem Burggraf Heinrich IV nennen. 1548 wurde er dann auf dem Augsburger Reichstag zum Reichsfürsten ernannt. Am 15. Mai desselben Jahres brannte die Stadt fast vollständig nieder. Auslöser war ein Schuss, den ein betrunkener Bürger mitten in der Stadt abgefeuert hatte. Sowohl das Rathaus und die Kirche als auch das burggräfliche Schloss und die Pfarr- und Schulgebäude brannten nieder. 1550 ist das Rathaus wieder aufgebaut und 1556 wird der Wiederaufbau der Johanniskirche vollendet. Nach dem Tode Heinrichs IV. verpfändeten seine Söhne Heinrich V. und Heinrich VI. den Besitz an Kurfürst August von Sachsen, der das Gebiet 1563 endgültig erwarb.
Im Jahr 1600 erließ der Rat der Stadt die erste „Schleierordnung“. Die „Schleierherren“ wurden als Innung anerkannt. Dadurch sollte der neue Industriezweig der Baumwollwirkerei gestärkt werden. „Schleier“ oder „Schöre“ sind dabei feine Baumwollgewebe, die als Kopf und Halstücher, Halskrausen und Turbane Verwendung finden. 1602 steigt Plauen zur Kreisstadt des „Voigtlaendischen Creisses“ auf. Sie war damit die 13. Kreisstadt des Kurfürstentums. Der neue Kreis umfasste Adorf, Elsterberg, Gefell, Mühltroff, Neukirchen, Oelsnitz, Pausa und Schöneck. Im Dreißigjährigen Krieg, am 13. August 1632, nahm Feldmarschall Holk Plauen ein. Obwohl sich die Stadt ergeben hatte, wurde sie trotzdem geplündert. Am 12. September folgte dann General Gallas und am 12. Oktober desselben Jahres traf Wallenstein mit der Hauptarmee in Plauen ein, nach dessen Abzug die Stadt in Brand gesteckt wurde. 1634 starb etwa die Hälfte der Bevölkerung in Plauen an der Pest.[5] Bei einem Stadtbrand im Jahre 1635 verbrannte der größte Teil der oberen Stadt mit der Kirche und den Pfarr- und Schulgebäuden. 1656, nach dem Tod von Kurfürst Johann Georg I, kamen Plauen und das Vogtland an dessen vierten Sohn Herzog Moritz von Sachsen-Zeitz. Dieser übergab 1667 das Deutsche Haus an die Stadt und ließ von 1670 bis 1675 das Schloss wieder aufbauen, das 1548 zerstört worden war. 1681 veröffentlichte Georg Samuel Dörffel sein Werk über die Kometenbahnen und Jahr 1697 nahm die erste Fahrpost von Dresden und Zwickau, nach Nürnberg ihren Dienst auf.
Im Jahr 1702 errichtete Johann Friedrich Schildt als Begründer der „Plauenschen-Weißwaren Industrie“ ein Fabrikhaus, in dem die Baumwollweberei in größerem Umfang betrieben werden konnte. Dem folgte 1753 eine Kattunfabrik. Von 1706 bis 1707 war Plauen schwedisch besetzt. 1718 starb Herzog Moritz Wilhelm und Plauen fiel wieder an Kursachsen, also an August den Starken. Während des Siebenjährigen Krieges besetzten die verschiedenen Kriegsparteien Plauen abwechselnd. 1758 wurde der Rat der Stadt mit vorgehaltenen Waffen gezwungen den Treueeid auf den preußischen König Friedrich II. zu leisten. 1786 trug man die Stadtmauer zwischen Straßberger Tor und Nonnenturm ab, um Platz für Häuser für die wachsende Stadt zu schaffen.
Zwischen 1806 und 1815 zogen abwechselnd bayrische, württembergische, preußische, französische, sächsische und russische Armeen durch Plauen und ließen sich von den Bürgern der Stadt verpflegen oder plünderten die Stadt. 1812 lagerte Napoleon auf dem Russlandfeldzug in Plauen. 1813 kamen Flüchtlinge der „großen Armee“ an und nach der Völkerschlacht bei Leipzig wurden viele Verwundete in der Gottesackerkirche, die als Lazarett umfunktioniert worden war, versorgt. Durch Ausbruch von Typhus starb ein großer Teil dieser Soldaten sowie etliche Stadtbewohner.
Nach den 1702 und 1753 errichteten Fabriken folgten immer mehr. Im Jahr 1829 stellte Webermeister Schönherr einen Webstuhl für Bobinet (eine Art Tüll) auf, 1834 folgte ein Jacquardwebstuhl und eine Schweizer Appretur. Am 2. Februar 1832 trat eine neue Städteverordnung in Kraft, woraufhin am 4. November die neu gewählten Mitglieder des Stadtrates und des Stadtgerichtes eingeführt wurden. Zur gleichen Zeit traten auch der Bürgermeister Gottschald, das Stadtverordneten-Kollegium und der größere Bürgerausschuss ihre Ämter an. 1833, also in der Zeit, in der die Turnerei verboten war, gründete Otto Leonhard Heubner am Schlossberg in Plauen den ersten Turngarten und 1840 die allgemeine städtische Turnanstalt. Die Turnbewegung breitete sich von Plauen rasch über ganz Sachsen aus. 1834 eröffnete in Plauen ein Hauptsteueramt. 1835 wurden der „Vogtländische Kreis“ und der „Erzgebirgische Kreis“ zur Kreisdirektion Zwickau vereinigt. Damit verlor Plauen seinen Status als Kreisstadt und war nur noch Sitz der „Amtshauptmannschaft Vogtland“. Auf Grund des Wachstums der Stadt wurden das Straßberger und das Neundorfer Tor im Jahr 1837 abgetragen. In der Nacht vom 9. zum 10. September 1844 zerstörte ein Stadtbrand einen großen Teil der Innenstadt (107 Wohn- und 199 Seiten und Hintergebäude). Im Zuge des Neuaufbaus der Stadt riss man die Reste des Dominikanerklosters ab. Nur der Name „Klostermarkt“ erinnert heute noch an den Standort. Im November 1848 eröffnete die Sächsisch-Bayrischen Eisenbahn die Bahnstrecke Plauen–Hof. Am 16. April 1851 folgte, nach Fertigstellung von Göltzsch- und Elstertalbrücke, die Strecke bis Reichenbach und weiter bis Dresden. 1857 wurden die ersten Stickmaschinen in Plauen aufgestellt. Am 23. Oktober desselben Jahres gründete sich der Aktien-Brauverein. Am 31. August 1860 fand die Einweihung des Stadtkrankenhauses statt. 1863 nahm die erste mechanische Baumwollenwaren-Weberei ihren Betrieb auf. Die Maschinisierung geht sehr schnell voran, wie man der folgenden Tabelle entnehmen kann:
| Jahr | Anzahl Betriebe | Anzahl Maschinen |
|---|---|---|
| 1863 | 8 | 65 |
| 1865 | 9 | 84 |
| 1867 | 18 | 159 |
| 1869 | 70 | 327 |
| 1871 | 167 | 625 |
| 1872 | 239 | 907 |
Zwischen 1871 und 1874 begann die Herstellung von englischen (Tüll-)Gardinen. Am 30. November 1874 wurde die Bahnstrecke Plauen–Eger eröffnet und der obere Bahnhof umgebaut und erweitert. Am 8. September 1875 folgte dann die Eröffnung der Elstertalbahn Im Jahr 1880 gelang es einer Arbeitsgemeinschaft um den Kaufmann Theodor Bickel erstmals stickmaschinengestickte Tüllspitze ohne Unterlage herzustellen. Das zunächst als „sächsische Spitze“ bezeichnete Produkt wurde zuerst in Paris auf den Markt gebracht. Schon bald erlangte die inzwischen als Plauener Spitze (Plauen-laces oder dentelles de Plauen) bezeichnete Spitze Weltruf. In den folgenden drei Jahren wurden so viele Stickmaschinen (2258) neu aufgestellt, wie in den 24 Jahren (seit Erstaufstellung 1857) zuvor. Damit erlebte auch die Maschinenindustrie einen Aufschwung, Die Maschinenfabrik von Gottlieb Hornbogen lieferte 1881 ihre 100. Stickmaschine aus, 1882 folgte schon die 200. Auch die Fabrik von Hermann Dietrich (später VOMAG) stellte 1882 die 100. Maschine her. 1883 ging die erste Schiffchenstickmaschine oder Dampfstickmaschine in Betrieb, die eine Produktionssteigerung um das sechs- bis siebenfache der bisherigen Maschinen darstellte. Der Export konnte deutlich gesteigert werden, so dass am 17. August 1887 die USA ein eigenes Konsulat in Plauen eröffnete. Am 5. Dezember 1889 wurde das neue Krankenhaus, am heutigen Standort in der Reichenbacher Straße seiner Bestimmung übergeben. Im Jahre 1894 erfolgte die Inbetriebnahme der Plauener Straßenbahn. 1899 begann der Rotationsmaschinenbau in der damaligen Vogtländischen Maschinenfabrik AG. Die 1883 eingeführte Ätzspitze fand erst ab zirka 1888 vermehrten Absatz. Im Jahr 1900 erhielten die Plauener Spitzenfabrikanten dafür den „Grand Prix“ auf der Pariser Weltausstellung. Dies kurbelte den Export weiter an und die Stadt Plauen wuchs weiter sehr schnell (siehe Bevölkerungsentwicklung). 1904 zählte Plauen mehr als 100.000 Einwohner und war damit, nach Verdoppelung der Einwohnerzahl innerhalb von zehn Jahren zur Großstadt geworden. 1907 erhielt Plauen den Status einer Kreisfreien Stadt.
Nachdem die Bevölkerungszahl im Jahr 1912 mit 128.014 Einwohnern ihren Höchststand erreicht hatte, ging sie auf Grund der Krise in der Textilindustrie zurück, durch die viele Einwohner der Stadt arbeitslos wurden und abwanderten. Mit Ausbruch des Ersten Weltkrieges nahm die Spitzenproduktion noch weiter ab. Die Industrie konnte auch nur bedingt auf Kriegsproduktion umgestellt werden, so dass auch dadurch keine Besserung erfolgte. Im Ersten Weltkrieg fielen rund 3000 Plauener, ungefähr 1700 gerieten in Kriegsgefangenschaft.
In der Nähe der König-Georg-Kaserne (heute Behördenzentrum) ereignete sich am 19. Juli 1918 in einer Kartuschieranstalt, in der Kartuschsäckchen für die Armee hergestellt wurden, eine Explosion, bei der 292 Menschen starben. In der Fabrik, die vor dem Ausbruch des Krieges ein Glühlampenwerk der AEG war, brach kurz vor 16:30 Uhr ein Feuer im unteren Saal aus, in dem das Pulver gewogen und in Säckchen eingenäht wurde. Das Feuer verbreitete sich derart schnell, dass die Explosion nicht verhindert werden konnte. Eine Ursache wurde nie ermittelt. In der Fabrik arbeiteten fast nur Frauen, von denen 163 sofort verbrannten. 177 Verletzte konnten geborgen werden; davon starben 129 wenig später. Die meisten Opfer wurden am 24. Juli 1918 in einem Massengrab auf dem Hauptfriedhof bestattet. Das Massengrab und eine Gedenkstätte existieren dort auch heute noch.[6]
Nach dem Krieg stieg die Einwohnerzahl zwar und trotz der Inflation blieb die Bevölkerungszahl im Allgemeinen stabil, doch konnte der Vorkriegsstand nicht wieder erreicht werden.
Im Oktober 1921 entstand in Plauen eine der ersten Ortsgruppen der Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei außerhalb Bayerns. Auch die Hitlerjugend (HJ) hatte sich in Plauen rasch organisiert. Der Plauener Kurt Gruber war ihr erster Reichsführer. Plauen wurde laut Eintrag im Landratsamt zum 1. Januar 1929 Sitzgemeinschaft der Hitler-Jugend-Bewegung e. V.; damit ging die Leitung der Hitlerjugend auf Plauen über. Mit der Unterstellung der HJ unter die SA wurde der Hauptsitz 1931 von Plauen nach München verlegt. Plauens Bedeutung wurde damit auf einen Großgau zurückgestuft.
Die Weltwirtschaftskrise 1929 traf die exportorientierte Plauener Wirtschaft besonders hart. Dies machte sich besonders durch die Arbeitslosenquote, zeitweise die höchste in Deutschland, bemerkbar. Dadurch erreichte die NSDAP, die den Menschen radikale Veränderungen versprach, große Beliebtheit in Plauen. Zwischen 1924 und 1933 befand sich der Sitz der Gauleitung der NSDAP in Plauen. Plauen war auch eine der ersten deutschen Städte, die Adolf Hitler und Paul von Hindenburg die Ehrenbürgerwürde verlieh. Alfons Hitzler war 20 Jahre NSDAP-Kreisleiter in Plauen.[7]
Die 1930 eingeweihte, im Bauhausstil errichtete Synagoge der Stadt fiel einem Brandanschlag in der Reichspogromnacht im November 1938 zum Opfer. Die meisten jüdischen Bürger verließen die Stadt; die übrigen wurden später deportiert und ermordet.
Gegen Ende des Jahres 1943 mietete die Firma Osram Fabrikräume der Plauener Baumwollspinnerei AG in der Hans-Sachs-Straße und der Industriewerke AG in der Roonstraße (heute Luis-Ferdinand-Schönherr-Straße), für die Molybdän- und Wolframvorproduktion und die Produktion verschiedener Glühlampentypen. Im Frühjahr 1944 verhandelte Osram mit dem SS-WVHA über 500 Strafgefangene, die in der Produktion eingesetzt werden sollten. Nach der Einigung suchte ein Mitarbeiter zunächst 250 „junge, gesunde Frauen mit trockenen Händen“ aus, die Mitte September nach Plauen kamen. So entstanden zwei Außenlager des KZ Flossenbürg. Am 18. September setzte man die Frauen erstmals zur Zwangsarbeit ein. In Zwölfstundenschichten mussten sie an Halbautomaten verschiedene Lampentypen fertigen. Durch die Luftangriffe auf Plauen wurden die Energieversorgung und Teile der Baumwollspinnerei zerstört. So erfolgte die Räumung der Lager am 14. April 1945 und die Häftlinge marschierten in Richtung Karlsbad. In der Nähe von Tachau befreite sie die Rote Armee. Ein weiteres Außenlager des KZ Flossenbürg befand sich bei der Firma „Dr. Th. Horn“ in der Pausaer Straße 284, die in der Luftfahrttechnik tätig war. Am 9. November 1944 wurden 50 Häftlinge in das Werk überstellt. Es handelte sich dabei um männliche Facharbeiter, von denen einige starben. Nach der Auflösung des Lagers am 27. März 1945 kamen 42 Männer in das Arbeitslager Lengenfeld. Von dort traten sie den Todesmarsch über Johanngeorgenstadt, nach Nordböhmen an. In Pístov endete der Marsch. Eine hohe, jedoch nicht genau bekannte Zahl von Menschen war dabei ums Leben gekommen.
Während des Weltkrieges blieb Plauen lange Zeit von Angriffen verschont, wurde aber gegen Ende des Krieges umso mehr zerstört. Am 12. September 1944 erfolgte der erste große Luftangriff der US-Airforce (USAAF) auf Plauen. Im März und April 1945 fanden dann mehrere Bombenangriffe der USAAF und der RAF statt. Den folgenreichsten und letzten der insgesamt 14 Luftangriffe erlebte die Stadt am 10. April 1945. Allein in dieser Nacht fielen den Angriffen der britischen Bomber etwa 900 Menschen zum Opfer. Die 1965 Tonnen Sprengstoff zerstörten 164 Hektar des Stadtgebietes. Insgesamt forderten die Luftangriffe in Plauen mindestens 2340 Menschenleben. Ziele der Luftangriffe waren der Obere Bahnhof, wobei die gesamte Bahnhofsvorstadt zerstört wurde, sowie die Infrastruktur und die Industrieanlagen der VOMAG. Doch zwischen den geplanten Abwurfzielen und den tatsächlich getroffenen Flächen gab es mitunter große Abweichungen. Diese Feststellung begründet sich vorwiegend darauf, dass der Zerstörungsgrad von Kulturstätten 80 %, von Wohnraum 78 %, von Betriebsgebäuden 70 % , von Verwaltungseinrichtungen 55 % und im Verkehrsnetz 48 % betrug .91 % (150 km Rohrleitungen) des Gasnetzes und circa 200 Kilometer des Wassernetzes wurden außer Betrieb gesetzt. Die städtischen Versorgungsnetze kamen durch die Angriffe vollständig zum Erliegen. Es entstanden Reparaturkosten von 4,5 Millionen Reichsmark. Auch das städtische Verkehrsnetz kam vollständig zum Erliegen. Durch die Zerstörung wichtiger Infrastrukturanlagen wie des Bahnhofsgebäudes und des Syratalviadukts brach der Schienenverkehr zusammen. Auch der Automobilverkehr war bis zur Räumung der teils verschütteten Straßen stark behindert. Die Plauener Straßenbahn konnte den Betrieb nach achtmonatiger Pause und Wiederherstellung der Gleisanlagen wieder aufnehmen, während der Eisenbahnverkehr über die nächsten Jahre nur eingleisig möglich war. Durch die Angriffe wurden ca. 75 % der Stadt zerstört. Im Stadtzentrum zählte man 12.600 Bombentrichter. Damit und mit einer Bombenlast von 185,4 t/km² war Plauen eine der am stärksten zerstörten Städte Deutschlands (mehr als z. B. Dresden mit ca. 60 %).
| Datum | Bomber (Anzahl und Typ) | Angriffsverband | Tonnen Sprengstoff | Todesopfer |
|---|---|---|---|---|
| 12. September 1944 | 30 B-17 | 8. USAAF | ~82,5 | 130 |
| 16. Januar 1945 | 36 B-17 | 8. USAAF | ~97,2 | 132 |
| 23. Februar 1945 | 110 B-17 | 8. USAAF | ~325 | 387 |
| 03. März 1945 | 11 B-17 | 8. USAAF | ~27,5 | 21 |
| 05. März 1945 | 24 B-17 | 8. USAAF | ~59 | 74 |
| 17. März 1945 | 125 B-17 | 8. USAAF | 52 | |
| 19. März 1945 | 436 B-17 | 8. USAAF | ~1103,4 | 394 |
| 21. März 1945 | 107 B-17 | 8. USAAF | ~312,3 | 43 |
| 26. März 1945 | 269 B-17 | 8. USAAF | ~734,2 | 45 |
| 04. April 1945 | 8 Mosquitoes | RAF | ~7,3 | 5 |
| 05. April 1945 | 151 B-24 | 8. USAAF | ~348,4 | 85 |
| 08. April 1945 | 86 B-17 | 8. USAAF | ~258,3 | 60 |
| 09. April 1945 | 37 Mosquitoes | RAF | ~68,5 | 40 |
| 10. April 1945 | 307 Lancasters; 8 Mosquitoes | RAF | ~1965 | >890 |
| Gesamt | ~5739,5 | >2358 |
Am 16. April 1945 wurde Plauen zunächst vom aus Westen vorrückenden 347. US-Infanterieregiment besetzt. Während der amerikanischen Besatzung erfolgten Demontagen hauptsächlich von Spitzentechnologie (z.B. Feinstbohrwerke der VOMAG), Konstruktionsunterlagen wurden mitgenommen. Die fähigsten Facharbeiter und Ingenieure brachte man in die amerikanische Zone. Die Amerikaner versuchten, möglichst schnell wieder eine funktionierende Zivilverwaltung aufzubauen und griffen dabei auf nach 1933 entlassene Fachleute zurück. Entsprechend der Vereinbarungen der Konferenz von Jalta zogen sich die Amerikaner am 30. Juni 1945 aus Westsachsen zurück und ab 1. Juli nahmen die Sowjets den Rest der ihr zugesprochenen Besatzungszone in Besitz.
Während der sowjetischen Besatzung wurden viele Industrieanlagen als Reparationsleistungen demontiert und in die Sowjetunion verbracht. Ab 1946 begann die Enteignung und Verstaatlichung der Großbetriebe. Es wurden Volkseigene Betriebe gegründet und die Bodenreform durchgeführt.
1950 wurde damit begonnen, dem durch die starke Zerstörung hervorgerufenen Wohnungsmangel entgegenzuwirken. Um kostensparend und schnell neuen Wohnraum zu schaffen, führte man die neuen Wohngebäude in der als unansehnlich geltenden, aber aufgrund der Zentralheizung beliebten Plattenbauweise aus. Besonders der Stadtteil Chrieschwitz, das Mammengebiet und die Umgebung des Oberen Bahnhofs sind bis heute von dieser Bauweise geprägt.
Nach dem Krieg fand 1955 das erste Plauener Spitzenfest statt, das jährlich einer der kulturellen Höhepunkte der Stadt ist. 1974 wurde „750 Jahre Stadt Plauen“ gefeiert. Es existiert zwar keine Urkunde mehr über die Ernennung der Stadt bzw. über die Verleihung der Stadtrechte, allerdings dokumentiert eine andere Urkunde, dass Plauen schon 1224 als Stadt bezeichnet wurde. Dementsprechend muss die Ernennung zur Stadt bereits vor 1224 erfolgt sein. Auf diese Weise ließ sich das Stadtrechte-Jubiläum mit dem Jubiläum „25 Jahre DDR“ kombinieren, worauf die damalige Regierung Wert gelegt hatte.
Die Lage unmittelbar an der innerdeutschen Grenze war einer der Gründe dafür, dass die Entwicklung Plauens nach 1945 weiter stagnierte. So nahm die Zahl der Einwohner kontinuierlich ab. Plauen beherbergte an der Frontlinie des Kalten Krieges eine starke Garnison der Sowjetarmee, daneben Einrichtungen der DDR-Grenztruppen wie eine Offiziershochschule. In Plauen gab es zwar einige Großbetriebe wie die Plamag, die auch im Ausland erfolgreich waren. Doch konnte die Stadt ihre alte Bedeutung nicht mehr wiedererlangen.
Bei der Kommunalwahl am 7. Mai 1989 nahmen verstärkt Wahlbeobachter teil, die hauptsächlich aus dem Umfeld der Kirche stammten. Man dokumentierte offensichtliche Wahlfälschungen und verfasste Eingaben. Dies änderte jedoch nichts am Verhalten der Führung. Als in der Nacht vom 4. zum 5. Oktober 1989 zum zweiten Mal Züge mit Botschaftsflüchtlingen aus Prag durch Plauen Richtung Hof fuhren, versuchten mehrere Personen aufzuspringen. Der Bahnhof und die anliegenden Gleise wurden jedoch großräumig abgesperrt. Am 5. Oktober sollte in der Markuskirche eigentlich das Plauener Neue Forum gegründet werden, das zu dieser Zeit noch verboten war. Da sich dies jedoch herumgesprochen hatte und eine große Menschenmenge erschien, in der man auch Stasi-Mitarbeiter vermutete, setzte man spontan eine Friedensandacht an, die wegen des Andrangs noch einmal wiederholt werden musste. Zum „40. Jahrestag der Republik“ am 7. Oktober 1989 wurde mittels maschinengeschriebener Zettel und Mundpropaganda zu einer Demonstration in der Innenstadt aufgerufen. Die Stasi wusste zwar davon, unterschätzte die Lage jedoch völlig. Gegen 15 Uhr sammelten sich Tausende Menschen auf dem Theaterplatz und dem Otto-Grotewohl-Platz (Tunnel), ohne konkret zu wissen, was passieren würde. Der Polizei gelang es nicht, den Platz zu räumen, und sie versuchte, durch den Einsatz von Wasserwerfern und eines Hubschraubers die Menge aufzulösen. Etwa um 16:15 Uhr formierte sich ein Demonstrationszug, der vorerst in Richtung Bahnhofstraße zog und um ca. 17:30 Uhr wieder vor dem Rathaus eintraf. Dabei wurden Transparente mit Losungen wie „Wir brauchen Reformen“, „Für Reformen und Reisefreiheit gegen Massenflucht – vor allem Frieden“ oder „Reisefreiheit – Meinungsfreiheit – Pressefreiheit“ mitgeführt. Vor dem Rathaus wurden Rufe laut, die verlangten, dass der Oberbürgermeister Dr. Norbert Martin herauskommen solle, um mit ihm Gespräche zu führen. Durch den besonnenen Einsatz von Superintendent Thomas Küttler, der zwischen Rathaus/Polizei und Demonstranten vermittelte, blieb die Demonstration friedlich und löste sich mit dem Ruf „Wir kommen wieder“ gegen 18 Uhr langsam auf, nachdem entschieden worden war, am nächsten Sonnabend erneut zu demonstrieren. Von diesem Zeitpunkt an fanden an jedem Sonnabend bis zu den ersten freien Wahlen am 18. März 1990 Demonstrationen in Plauen statt. Bei den Sonnabends-Demonstrationen, die meist auf der gleichen Route vorbei an Stasi-Zentrale und SED-Kreisamt führten, nahmen auch Menschen aus dem Umland, sowie teilweise Abordnungen aus der Partnetstadt Hof teil. Es war das erste Mal, dass sich in der DDR die Bürger ohne „Anweisungen von oben“ zusammenfanden und ihren geeinten Willen gegen das System in der DDR zum Ausdruck brachten.[1] „Plauen war die erste ostdeutsche Stadt, die einen geeinten Willen zur Wende ausdrückte; sie war die einzige, in der der ostdeutsche Umbruch von Anfang an eine Sache der Massen war.“ (John Connelly). Angesichts der Vorreiterrolle, die Plauen in der Wendezeit einnahm, wurde der 7. Oktober als kommunaler Gedenktag zum „Tag der Demokratie“ erklärt [2]. Außerdem soll ein Denkmal zur Erinnerung an die Ereignisse im Wendeherbst errichtet werden. [3]
1993 wurde die e.o.-Plauen-Gesellschaft e. V. gegründet und 1997 fand der Tag der Sachsen in Plauen statt. Nach einem Volksentscheid wurde 2001 im Stadtzentrum ein Einkaufszentrum, die „Stadtgalerie“ errichtet. Die bisherige Lohmühlenanlage als Grünfläche wurde bebaut. Im Zuge dieser Baumaßnahmen wurde auch die Zentralhaltestelle „Tunnel“ der Straßenbahn komplett erneuert und teilweise verlegt. Die ursprünglichen Planungen sahen ein noch größeres Gebäude vor, dies wurde jedoch abgelehnt. Kritiker bemängeln, dass durch den Bau der Stadtgalerie die bisherige Einkaufsstraße, die Bahnhofstraße, abgewertet wurde und seitdem viele Geschäfte aus der Bahnhofstraße entweder in die Stadtgalerie gezogen sind oder schließen mussten. 2002 erhielt die Stadt einen ersten Preis für das „integrierte Stadtentwicklungsprogramm“ (InSEK) vom Bundesministerium für Verkehr, Bau- und Wohnungswesen. 2003 und 2008 wurde die Stadt als Kommune des Jahres ausgezeichnet [4].
Plauen wehrte sich intensiv gegen Pläne des sächsischen Innenministeriums, der Stadt im Zuge der Kreisgebietsreform den Status einer kreisfreien Stadt zu nehmen, den sie seit 1907 besaß. Am 22. April 2008 lehnte der Sächsische Verfassungsgerichtshof die von der Stadt Plauen beantragte einstweilige Verfügung zur Aussetzung der Kreisgebietsreform ab.[5] Damit wurde Plauen zum 1. August 2008 als dessen Kreisstadt wieder in den Vogtlandkreis eingegliedert.
Folgende Gemeinden und Gemarkungen wurden nach Plauen eingemeindet:
Siehe auch Einwohnerentwicklung von Plauen
Die Einwohnerzahl der Stadt Plauen überschritt 1904 die Grenze von 100.000, wodurch sie zur Großstadt wurde. 1912 erreichte die Bevölkerungszahl mit 129.000 ihren historischen Höchststand. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde Deutschland geteilt und Plauen lag nun am Rand des Grenzgebiets. Unter anderem dadurch nahm die Einwohnerzahl stark ab, so dass sie heute weit von der Großstadtgrenze entfernt ist. Laut einer Prognose der Bertelsmann AG wird die Einwohnerzahl der Stadt in den nächsten Jahren weiterhin deutlich abnehmen.
Am 31. Dezember 2007 betrug die amtliche Einwohnerzahl für Plauen nach Fortschreibung des Statistischen Landesamtes des Freistaates Sachsen 67.600 (nur Hauptwohnsitze und nach Abgleich mit den anderen Landesämtern).
Die derzeitige Arbeitslosenquote liegt bei etwa 10 % und ist im Landesvergleich am niedrigsten.[6][7]
Seit der Wiedervereinigung steigt das Durchschnittsalter der Stadt kontinuierlich an, etwa 31 % der Bevölkerung hat das Alter von 60 Jahren überschritten. Während die Zahl der Gesamtbevölkerung rückläufig ist, wird eine ansteigende Zahl von Bürgern über 60 Jahren verzeichnet. Dadurch ist die Errichtung weiterer altersgerechter Unterkünfte erforderlich.[8]
Die Stadt Plauen gehörte anfangs zum Bistum Zeitz/Bistum Naumburg und war Sitz eines Archidiakonats. Seit 1524 wurde durch Raute und Eulner in Plauen und bis 1529 im gesamten sächsischen Vogtland die Reformation eingeführt. Danach war Plauen über viele Jahrhunderte eine überwiegend protestantische Stadt und wurde Sitz einer Superintendentur, die auch nach dem Übergang an das Kurfürstentum Sachsen beibehalten wurde. 1893 wurde die bis dahin bestehende einzige protestantische Gemeinde der Stadt, die St. Johannis-Gemeinde, in fünf eigenständige Kirchengemeinden geteilt. Sie alle gehören heute zum mittlerweile als Kirchenbezirk Plauen bezeichneten Verwaltungsbezirk innerhalb der Region Zwickau der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Sachsens.
Im 19. Jahrhundert zogen auch wieder Katholiken in die Stadt. Dies führte zur Gründung der Pfarrgemeinde Herz-Jesu, die im Jahre 1901 ihre Kirche erbauen konnte. Anfangs gehörten die Katholiken der Stadt wie alle Katholiken im damaligen Königreich Sachsen zum Apostolischen Vikariat mit Sitz in Dresden, das seit 1743 zuständiger Verwaltungsbezirk in der Nachfolge des in der Reformationszeit aufgelösten Bistums Meißen war. Aus diesem Verwaltungsbezirk entstand 1921 (wieder) das Bistum Meißen, seit 1980 Bistum Dresden-Meißen, das heute zur Kirchenprovinz Berlin (Erzbistum Berlin) gehört. Plauen wurde innerhalb des Bistums Meißen Sitz eines Dekanats, zu dem auch Pfarrgemeinden außerhalb Plauens gehörten.
Plauen besaß bis zur Reichspogromnacht am 9./10. November 1938 auch eine Synagoge, die nach ihrer Zerstörung nicht wieder aufgebaut wurde. Heute gibt es somit kein jüdisches Gotteshaus mehr.
Neben den beiden großen Kirchen gibt es hier auch noch Gemeinden, die zu Freikirchen gehören, darunter die Apostolische Gemeinde, Neuapostolische Kirche, Evangelisch-Freikirchliche Gemeinden (Baptisten), eine Gemeinde der Evangelisch-methodistischen Kirche und eine Gemeinde der Siebenten-Tags-Adventisten (Adventisten).
Die meisten Plauener sind seit der DDR-Zeit konfessionslos.
An der Spitze der Stadt stand im 13. Jahrhundert wohl ein Kollegium unter einem „officiatus“. Ab 1329 sind Bürgermeister und Ratsherren nachweisbar. Es gab einen „sitzenden“ und einen „ruhenden“ Rat. In den folgenden Jahrhunderten wechselten sich die Ratsherren und die Bürgermeister mehrmals ab. Auch die Zahl der Bürgermeister und Ratsherren variierte mehrmals. Seit 1882 tragen die Stadtoberhäupter den Titel „Oberbürgermeister“ und der erste besoldete Stadtrat den Titel „Bürgermeister“.
Während der Zeit des Nationalsozialismus wurde der Oberbürgermeister von der NSDAP eingesetzt und unmittelbar nach dem Zweiten Weltkrieg bildete die sowjetische Besatzungsmacht den Rat der Stadt bzw. die Stadtverordnetenversammlung, die vom Volk gewählt wurde. Der erste sowjetische Stadtkommandant in Plauen war Oberstleutnant Komarow.
Nach dem Beitritt der DDR zur BRD wurde das nunmehr als Stadtrat bezeichnete Gremium wieder frei gewählt. Vorsitzender dieses Gremiums war zunächst ein besonderer Vorsitzender des Stadtrats. Heute ist der Oberbürgermeister Vorsitzender des Stadtrats. Der Stadtrat wählte anfangs auch den Oberbürgermeister. Seit 1994 wird der Oberbürgermeister direkt vom Volk gewählt.
Bei der letzten Wahl zum Stadtrat am 13. Juni 2004 (Wahlbeteiligung 36,05 %) wurde die CDU mit 33,34 % der abgegebenen Stimmen stärkste Fraktion, gefolgt von PDS (inzwischen „Die Linke“) mit 28,42 %, SPD mit 15,28 %, FDP mit 13,05 % und Bündnis 90/Die Grünen mit 4,45 %. Mit 3,88 % der Stimmen wurde außerdem die DSU in den Stadtrat gewählt. Daraus ergab sich folgende Sitzverteilung: CDU 17 Sitze, PDS 14 Sitze, SPD 7 Sitze, FDP 5 Sitze. Grüne und DSU erhielten jeweils 2 Sitze. Mittlerweile ist ein Mitglied der PDS-Fraktion aus der Partei ausgetreten und sitzt als parteiloses Mitglied im Stadtrat.
Der derzeitige Oberbürgermeister Ralf Oberdorfer wurde bei den Wahlen zum Oberbürgermeister am 24. Juni 2007 mit einer deutlichen Mehrheit von 87,1 % (bei drei Gegenkandidaten) in seinem Amt bestätigt.
Siehe auch: Liste der Bürgermeister von Plauen
Am 13. Oktober 2005 wurde das erste Jugendparlament Plauen (JUPP) durch Plauener Schüler und Schülerinnen gewählt und umfasste 30 Abgeordnete aus den weiterführenden Schulen Plauens. Rund 4800 Plauener Schüler wählten am 4. April 2007 das zweite Jugendparlament, welches zurzeit aus 17 Abgeordneten besteht. Das Jugendparlament ist derzeit am Bundesprogramm „Vielfalt tut gut“ im Förderbereich Plauen/Vogtland maßgeblich beteiligt, indem es unter anderem die Mitglieder des in Plauen zuständigen Begleitausschusses gewählt hat und dort auch einen Vertreter hin entsendet.
Das Wappen der Stadt Plauen geht zurück auf das Siegel, welches erstmals 1329 erwähnt wurde. Es zeigt in Rot zwei stilisierte dreizinnige silberne Türme mit Spitzdächern und je zwei übereinander angeordnete, mit gotischem Maßwerk verzierte schwarze Fensteröffnungen, verbunden durch eine silberne Mauer mit gotischem Torbogen, belegt mit einem dreieckigen schwarzen Herzschild, darin ein aufgerichteter goldener Löwe, dem Herzschild aufgesetzt ein goldener Stechhelm mit grünen Pfauenfedern, vorn glatte, hinten gespiegelte.[9] Die heutige Form des Stadtwappens führt Plauen seit dem 12. Januar 1939.
Seit 1899 musste Plauen die „Hausfarben“ der Wettiner führen, die Stadtfarben waren daher oben gold (gelb) und unten blau. Der Plauener Stadtarchivar Dr. Ernst Pietsch beschäftigte sich 1926 bis 1939 intensiv mit dem Plauener Stadtwappen und mit den Stadtfarben. Am 12. Januar 1939 wurden die Farben schließlich (wieder) an die Wappenfarben angepasst, da ein altes Gesetz der Wappenkunst die Farben des Wappens so liest, dass sie in die entsprechende Fahne, oben die Farbe des Wappenbildes, unten die des Feldes setzt. Deshalb erscheint die Stadtflagge jetzt oben gold (gelb) und unten schwarz (belegt mit dem Wappen).
| Die Plauener Städtepartnerschaften | ||||
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Aš | Tschechische Republik | 1962 | |
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Steyr | Österreich | 1970 | |
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Hof | Deutschland (Bayern) | 1987 | |
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Siegen | Deutschland (Nordrhein-Westfalen) | 1990 | |
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Cegléd | Ungarn | 2005 | |
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Pabianice | Polen | 2006 | |
| Städtepartnerschaft von Jößnitz (Ortsteil) | ||||
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Heilsbronn | Deutschland (Bayern) | |
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| aufgelöste Städtepartnerschaften Plauens | ||||
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Lens | Frankreich | 1962–2005 | |
Plauen pflegt beginnend im Jahr 1962 Partnerschaften zu verschiedenen Städten im In- und Ausland. Bemerkenswert ist, dass bereits zur Zeit des Ost-West-Konflikt Partnerschaften mit den Städten Lens und Hof geschlossen wurden, die im damaligen „Westblock“ lagen, zu dem ein politisch unterkühltes Verhältnis bestand. Durch Zuschüsse an Vereine, Verbände oder Schulklassen unterstützt die Stadt Plauen Begegnungen im Rahmen der Städtepartnerschaften.
Im Jahr 1962 wurde das erste Städtepartnerschaftsabkommen mit der tschechischen Stadt Aš unterzeichnet. Seit dem arbeiten die beiden Städte auf kultureller sportlicher, wirtschaftlicher und politischer Ebene zusammen. Besonders eng ist die Zusammenarbeit im Rahmen der Euregio Egrensis und des „Festivals Mitte Europa“
Mit Steyr in Österreich besteht seit 1970 eine Städtepartnerschaft, die die beiden Städte insbesondere auf kulturellem, sportlichem und touristischem Gebiet verbindet. Die Partnerschaft hat den Status einer „informellen dauerhaften Zusammenarbeit“[10]
1987 wurde nach längeren Bemühungen der Stadt Hof eine Städtepartnerschaft der besonderen Art vereinbart. In unmittelbarer Nähe zur innerdeutschen Grenze fand ein Austausch zwischen zwei Städten in zwei politischen Systemen statt. Bis zur Wende konnte der Austausch nur in Rahmen von Jahresvereinbarungen stattfinden. Seit dem finden vielfältige gemeinsame Veranstaltungen statt und Projekte wie der gemeinsame Flugplatz entstanden.
Die ersten Kontakte zur Stadt Siegen wurden wenige Wochen nach dem Mauerfall geknüpft. Der Schwerpunkt des am 3. August 1990 unterzeichneten Abkommens lag in der Unterstützung beim Aufbau der Verwaltung und der Strukturentwicklung der Stadt Plauen unter bundesdeutschen Aspekten. Inzwischen wurde die Partnerschaft auf nahezu alle Bereiche des gesellschaftlichen Lebens ausgeweitet.
Am 25. September 2005 wurde ein Vertrag über die partnerschaftlichen Beziehungen zwischen der Stadt Plauen und der ungarischen Stadt Cegléd unterzeichnet. Dem folgte als bisher letzte Städtepartnerschaft der Vertrag zwischen Plauen und dem polnischen Pabianice am 19. November 2005. Es werden Partnerschaften auf kulturellem aber auch auf wirtschaftlichem Gebiet angestrebt.
Eine Städtepartnerschaft mit der französischen Stadt Lens wurde 2005 aufgelöst.
Der Ortsteil Jößnitz pflegt eine separate Partnerschaft mit der Stadt Heilsbronn im Landkreis Ansbach.
Durch Plauen führen wichtige Bahnlinien:
Plauen verfügt über folgende Bahnhöfe:
An den letzten vier genannten Haltepunkten hält lediglich die Vogtlandbahn. Der Haltepunkt Chrieschwitz wurde im Jahr 2006 wegen Sicherheitsmängeln an einer Gleisbrücke bis auf unbestimmte Zeit geschlossen. Seit Juni 2001 war Plauen eine Station im ICE-Streckennetz der Deutschen Bahn. Da die ICE-Strecke Nürnberg-Dresden nicht durchgängig elektrifiziert war, kam hier der dieselbetriebene ICE TD zum Einsatz, welcher auch auf der kurvenreichen Strecke durch die Neigetechnik seine Vorteile unter Beweis stellen sollte. Nach häufigeren Pannen wurde der ICE TD bereits im Dezember 2002 wieder aus dem Fahrplanbetrieb gestrichen. Trotzdem wurde eine Zuggarnitur des elektrisch betriebenen Bruders des ICE TD, dem ICE T im Nachgang auf den Namen Plauen/Vogtland getauft. Die Taufe fand allerdings wegen der fehlenden Oberleitungen in Reichenbach (Vogtland) statt. Übergangsweise verkehrten dann lokbespannte IC-Züge bzw. in IC-Farben umlackierte Triebwagen der Baureihe 612 als InterCitys. Seit Dezember 2006 verkehrt auf dieser Strecke der Franken-Sachsen-Express welcher im Auftrag der DB von der DB Regio betrieben wird.
Den Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) bedienen fünf Straßenbahnlinien und vier Stadtbuslinien der Plauener Straßenbahn GmbH sowie die Regionalbuslinien des Plauener Omnibusbetriebes und anderer Verkehrsbetriebe.
Auf den Linien der Plauener Straßenbahn GmbH verkehren 30 Tatra-Straßenbahnzüge des Typs KT4D-M und 5 Niederflurbusse[11]. Dabei befindet sich im Stadtzentrum die Zentralhaltestelle Tunnel, welche von allen Linien angefahren wird. Sie verfügt über sechs Gleise, welche in Dreiecksform angeordnet sind.
2007 kam es zur Einführung von drei neuen Stadtbuslinien und zur Umstrukturierung der bereits bestehenden Linie A. Ab 20:30 Uhr verkehren fünf Nachtbuslinien, welche die tagsüber verkehrenden Straßenbahn- und Buslinien ersetzen. Des Weiteren verkehrt die sogenannte Linie 11, das Anruf-Sammel-Taxi im Raum Neundorf. Sonn- und Feiertags ersetzt das Anruf-Linien-Taxi zwischen 5 und 8 Uhr den Straßenbahnverkehr.
Durch das südöstliche Stadtgebiet Plauens führt die A 72 Hof–Chemnitz, an welche die Stadt durch die Anschlussstellen Pirk, Plauen-Süd und Plauen-Ost angebunden ist. Von der A 72 führt am Dreieck Hochfranken die A 93 in Richtung Süden nach Regensburg. Die A 9 München–Berlin erreicht man von Plauen nach ca. 35 km über die A 72 in südwestlicher Richtung am Dreieck Bayerisches Vogtland oder in nordwestlicher Richtung nach ca. 32 km über die B 282 an der Anschlussstelle Schleiz. Die A 4 Dresden–Eisenach erreicht man nach ca. 80 km auf der A 72 in östlicher Richtung.
Durch die Stadt führen die Bundesstraßen B 92 und B 173. Die B 173 verbindet Plauen direkt mit den Nachbarstädten Zwickau und Hof, während die B 92 direkt mit Gera und der tschechischen Grenze verbunden ist.
Plauen ist auch durch den Regionalflughafen Hof-Plauen angebunden, der sich etwa 40 km entfernt in dem südöstlich an Hof angrenzenden Stadtteil Pirk befindet. Der nächste Flughafen mit internationalen Linienverbindungen ist der rund 80 km entfernt liegende Leipzig-Altenburg Airport.
Zu den größeren Plauener Unternehmen gehören der Omnibushersteller „NEOPLAN Omnibus GmbH Plauen“ sowie die „manroland Druckmaschinen AG“, die früher als „Plamag“ bekannt war. Internationales Ansehen erlangte Plauen durch seine Plauener Spitze (vertrieben durch „Modespitze Plauen GmbH“), aber auch Druckerzeugnisse der „sachsendruck GmbH“ sind weltweit zu finden. Seit 1948 ist die Wema (heute „Werkzeugmaschinenfabrik VOGTLAND GmbH“) in Plauen ansässig, die Produktion umfasst ein breites Spektrum des Maschinenbaus. Zur „Brau Holding International AG“ gehört die „Sternquell-Brauerei GmbH Plauen“, sie betreibt eine moderne Abfüllanlage sowie eine Brauerei in der Stadt. Vorwiegend für den amerikanischen Markt produziert die „Narva Speziallampen GmbH Plauen“. Allerdings ist die wohl bekannteste Firma Plauens die „Plauener Gardine GmbH & Co.“
Die Stadt bietet das komplette Angebot an allgemeinbildenden Schulen, darunter zwölf Grundschulen, fünf Mittelschulen und zwei Gymnasien. Ferner gibt es drei Berufsschulen. Mit der Grundschule Karl Marx befindet sich hier zudem die größte Grundschule Sachsens.
davon berufliche Gymnasien in Plauen
Die DIPLOMA Fachhochschule Plauen und die Berufsakademie Plauen bieten Studiengänge in den Bereichen Wirtschaft, Handel und Gesundheitswesen an.
Die Fachschule für Wirtschaft der Gothaer Bildungsgesellschaft Gobi bildet den Staatlich geprüften Betriebswirt mit Zusatzausbildung zum Erwerb der Fachhochschulreife aus (Vollzeit/Teilzeit).
Im September 2008 wurde in Plauen eine Außenstelle der Universität Pilsen eingerichtet. Vorerst soll der Studiengang Grafikdesign angeboten werden.
Das Vereinsleben in Plauen ist ausgeprägt, es existiert eine Vielzahl von Sportvereinen in verschiedenen Sportarten. Im Stadtsportbund sind 82 Vereine mit 9.395 Mitgliedern organisiert (Stand 2007)
So z. B. der AC Atlas Plauen der in der Bundesliga der Gewichtheber aktiv ist., die Basketballer von Homesquad Plauen, die in der Basketball-Oberliga Sachsen spielen, der Leichtathletik und Triathlon Verein (LATV) Plauen, der VFC Plauen aus der Fußball-Regionalliga-Nord und der Vogtländische Radsport Verein (VRV) Plauen, der auf mehrere Landesmeistertitel verweisen kann.
Durch Plauen verläuft der Bergwanderweg Eisenach–Budapest, der jährlich zahlreiche Touristen anlockt. Zudem werden Stadtführungen für Reisegruppen angeboten. Für Fragen von Besuchern steht die „Plauener Tourist-Information“ am Rathaus zur Verfügung.
Plauen feiert jährlich drei große Stadtfeste. Im Frühling beginnend mit dem Plauener Frühling. Im Juni das Plauener Spitzenfest, welches in einem großen Feuerwerk gipfelt. Im Frühherbst findet schließlich der Plauener Herbst statt.
Neben dem Rathausturm und dem 507 m hohen Kemmler als landschaftlichem Wahrzeichen bildet auch die über der Stadt erhobene Kirche St. Johannis eines der Wahrzeichen der Stadt Plauen.
Hier einige namhafte Kirchen im Stadtgebiet:
Im Stadtgebiet von Plauen befinden sich noch die evangelisch-methodistische Erlöserkirche und die evangelisch-lutherische Kirche Oberlosa. In den Ortschaften findet man die Dorfkirche Jößnitz, die Dorfkirche Steinsdorf und die Kapelle Kauschwitz.
Plauen St. Johanniskirche - Kirche St. Johannis - Foto 2009 Wolfgang Pehlemann Wiesbaden IMG 0766.jpg
Die Kirche St. Johannis in Gesamt-Ansicht |
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Plauen Erlöserkirche vom Albertplatz.jpg
Die methodistische Erlöserkirche |
Plauen Herz-Jesu Kirche.jpg
Die katholische Herz-Jesu Kirche |
Plauen Kirche Oberlosa.jpg
Die Kirche im Stadtteil Oberlosa |
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Plauen Kauschwitzer Kapelle.jpg
Die Kauschwitzer Rund-Kapelle |
Plauen hat, was Brücken betrifft, einige Superlative zu bieten. Zum einen befindet sich hier die größte Steinbogenbrücke der Welt, zum anderen steht in Plauen die älteste Brücke Sachsens und an der Grenze zu Jocketa befindet sich die zweitgrößte Ziegelbrücke der Welt.
Weitere teils historische Brücken über die Weiße Elster sind die Dürerbrücke, auf der bis 2008 die Straßenbahn eingleisig verkehrte, die Gösselbrücke, der nur für Fußgänger geöffnete Schwarze Steg, die Stresemannbrücke, über die die vierspürige Bundesstraße 173 verläuft, sowie die Friesenbrücke in Altchrieschwitz.
Berühmte Persönlichkeiten und Ehrenbürger Plauens sowie Träger der Stadtplakette sind in der Liste der Persönlichkeiten der Stadt Plauen zu finden.
Ergänzung des Artikel-Bildmaterials:
Plauen PGH Spitze Plauen Karlstraße Foto 2009 Wolfgang Pehlemann Wiesbaden IMG 0772.jpg
aus DDR-Zeiten: Reklame auf Hauswand PGH Spitze Plauen (Foto Plauen 2009) |
Geschichtsteil:
Sehenswürdigkeiten:
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Stadtgebiete
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Nord |
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Ortschaften
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