Meinestadt.de - Plaue - 25.05.2012
Lexikon - meinestadt.de
| Wappen | Deutschlandkarte | |
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| Basisdaten | ||
| Bundesland: | Thüringen | |
| Landkreis: | Ilm-Kreis | |
| Verwaltungs- gemeinschaft: |
Oberes Geratal | |
| Höhe: | 330 m ü. NN | |
| Fläche: | 18,19 km² | |
| Einwohner: | 1938 (30. Dez. 2007)[1] | |
| Bevölkerungsdichte: | 107 Einwohner je km² | |
| Postleitzahl: | 99338 | |
| Vorwahl: | 036207 | |
| Kfz-Kennzeichen: | IK | |
| Gemeindeschlüssel: | 16 0 70 043 | |
| Stadtgliederung: | Stadt und 2 Ortsteile | |
| Adresse der Stadtverwaltung: | An der Glashütte 3 99330 Gräfenroda |
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| Webpräsenz: | ||
| Bürgermeister: | Jörg Thamm (CDU) | |
Plaue ist eine Stadt im Ilm-Kreis in Thüringen, zwischen der Kreisstadt Arnstadt und Ilmenau gelegen.
Inhaltsverzeichnis |
Plaue liegt etwa 10 km südlich von Arnstadt. In Plaue entsteht die Gera aus dem Zusammenfluss von Zahmer Gera und Wilder Gera. Die Talhänge rund um Plaue bestehen aus Muschelkalk. So bildeten sich zahlreiche bizarre Gesteinsformen. Es gibt auch eine Karstquelle, den Spring von Plaue. Östlich der Stadt liegen die Reinsberge. Das Geratal zeichnet sich in der Umgebung von Plaue durch ein verhältnismäßig mildes Klima aus.
Im Uhrzeigersinn, beginnend im Norden: Arnstadt – Wipfratal – Ilmenau – Neusiß – Angelroda – Liebenstein – Gossel
Plaue besitzt 2 Ortsteile:
Die erste Besiedlung fand vermutlich im 10. oder 11. Jahrhundert von weit nach Westen vorgedrungenen Wenden statt. Darauf deutet auch der ursprünglich slawische Name Plawy hin. Sie siedelten zunächst nur am rechten Ufer der Gera. Das Gelände wurde vermutlich wegen der wasserreichen Gegend, der Wiesen und Wälder und wohl auch wegen der nördlich von Plaue gelegenen Salzquellen gewählt.
Die erste urkundliche Erwähnung datiert auf das Jahr 1273. Zu dieser Zeit kam die Siedlung an die Grafen von Käfernburg-Schwarzburg. Auf Grund der häufigen Überschwemmungen begannen die Bewohner schließlich, sich oberhalb des linken Ufers am Fuße des Hausberges niederzulassen und auf dem Berg die Ehrenburg zu bauen. 1335 erhielt der Ort einen Wochenmarkt und wird ab 1345 als Stadt bezeichnet. Nach verschiedenen Wechseln innerhalb des Hauses Schwarzburg blieb Plaue ab 1599 bis zur Bildung des Landes Thüringen im Jahr 1920 bei Schwarzburg-Sondershausen.
Im Mittelalter, besonders im 14. Jahrhundert zog die Stadt aus zwei Salzquellen nördlich der Stadt Gewinn. Diese Quellen versiegten jedoch im 16. Jahrhundert und die Wirtschaft war, auch wegen des Dreißigjährigen Krieges rückläufig. Haupterwerbszweige waren Ackerbau, Viehzucht sowie das Handwerk. Zeitweilig wurde auch Weinbau betrieben.
Eine wirtschaftlichen Aufschwung erlebte die Stadt mit der 1816 gegründeten „von Schierholz'schen Porzellanmanufactur Plaue“, von der heute noch das Porzellanstudio „Walburga von Schierholz“ zeugt. 1852 wurde eine Brauerei und danach einige kleinere Industriebetriebe gegründet. 1879 entstand die Bahnverbindung nach Arnstadt und Ilmenau, 1884 nach Suhl. 1884 wurden die noch existierenden Mineralquellen gefasst und seitdem deren Wasser als Heil- und Mineralwasser bis in die 1990er-Jahre unter der Bezeichnung Karl-Marien-Quelle vertrieben.
Ab 1959 war Plaue in den Feriendienst des FDGB einbezogen, was die Grundlage des bis heute sich entwickelnden Tourismus bildete.
Am 13. Februar 2008 votierte der Stadtrat wegen der aussichtslosen finanziellen Lage für die Aufgabe der Eigenständigkeit Plaues und für die Eingemeindung in die benachbarte Kreisstadt Arnstadt. Ob und wann die Fusion vollzogen wird, steht noch nicht fest.
1831 hatte die Stadt 603 Einwohner. Die Einwohnerzahl stieg durch die fortschreitende Industrialisierung bis zum Jahr 1885 auf 1487. In den nachfolgenden Jahrzehnten stieg die Zahl der Einwohnerauf über 2.100 an, fällt aber wieder leicht seit 1990, 2004 gab es erstmals wieder weniger als 2.000 Einwohner.
Blasonierung: „In Blau ein goldener Löwe mit roter Zunge und Bewehrung.“
Das Wappen von Plaue zeigt den schwarzburgischen Löwen. Siegel vom Anfang des 15.Jh. haben das gleiche Bild bei wechselndem Typus. Der ursprünglich gekrönte Löwe wird heute ungekrönt geführt. [2]
Kulturhistorisch bemerkenswerte Bauwerke sind die westlich oberhalb der Stadt befindliche gotische Burgruine Ehrenburg aus dem Jahr 1324, die Liebfrauenkirche aus dem 12. Jahrhundert mit ihrem romanischen Kern sowie die Sigismundkapelle aus dem Jahr 1730.
Am Ende des Zweiten Weltkrieges wurden KZ-Häftlinge von SS-Männern in Richtung Stadtilm getrieben. Auf dem Friedhof wurden sechs dabei umgekommene Häftlinge bestattet. An sie erinnert seit 1984 eine in der Bahnhofstraße errichtete Stele.[3]
In Plaue gab es früher eine Porzellanfabrik. Plaue liegt an der ehemaligen B4, die von Ilmenau nach Arnstadt führte. Des Weiteren führen von Plaue Straßen nach Gräfenroda, Rippersroda und Kleinbreitenbach. Die Eisenbahn erreichte Plaue im Jahr 1879, als die Bahnstrecke Erfurt–Ilmenau erbaut wurde. 1883 kam dann noch die Strecke Plaue–Gräfenroda–Suhl–Meiningen/Schweinfurt hinzu.
Siehe auch: Bahnhof Plaue
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