Meinestadt.de - Pirmasens - 25.05.2012
Lexikon - meinestadt.de
| Wappen | Deutschlandkarte | |
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| Basisdaten | ||
| Bundesland: | Rheinland-Pfalz | |
| Landkreis: | Kreisfreie Stadt | |
| Höhe: | 360–400 m ü. NN | |
| Fläche: | 61,37 km² | |
| Einwohner: | 41.875 (30. Dez. 2007) | |
| Bevölkerungsdichte: | 682 Einwohner je km² | |
| Postleitzahlen: | 66953–66955 | |
| Vorwahl: | 06331 | |
| Kfz-Kennzeichen: | PS | |
| Gemeindeschlüssel: | 07 3 17 000 | |
| Stadtgliederung: | 8 Stadtbezirke | |
| Adresse der Stadtverwaltung: | Exerzierplatzstraße 17 66953 Pirmasens |
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| Webpräsenz: | ||
| Oberbürgermeister: | Dr. Bernhard Matheis (CDU) | |
| Lage von Pirmasens in Rheinland-Pfalz | ||
| Datei:PS (St) in Rheinland-Pfalz.svg | ||
Pirmasens ist eine kreisfreie Stadt in Rheinland-Pfalz, Deutschland. Sie ist Verwaltungssitz des Landkreises Südwestpfalz, von dem sie auch umschlossen ist, und liegt am Westrand des Pfälzerwaldes. Ihr Name geht auf den heiligen Pirminius zurück, der das Kloster in Hornbach gründete. Pirmasens galt lange als die deutsche Schuhmetropole.
Inhaltsverzeichnis |
Pirmasens liegt am südwestlichen Rand des Pfälzerwaldes. Im Westen liegen die Stadt Zweibrücken und der Saar-Pfalz-Kreis, im Norden die Kreise Kusel und Kaiserslautern, im Nordosten der Kreis Bad Dürkheim, im Osten der Kreis Südliche Weinstraße und im Süden die Staatsgrenze zu Frankreich mit den Départements Moselle und Bas-Rhin.
Die Kernstadt gliedert sich in acht Teile. Historischer Kern ist der Horeb, an ihn schließen sich der Kirchberg, das Winzler Viertel, der Schachen und die Husterhöhe an. An der Peripherie der Kernstadt liegen im Norden der Sommerwald (ehemals Maler-Bürkel-Siedlung), im Südosten die Ruhbank und im Westen der Erlenteich.
Bei den sieben Ortsbezirken (Erlenbrunn, Fehrbach, Gersbach, Hengsberg, Niedersimten, Windsberg, Winzeln) handelt es sich um ehemals selbstständige, dann eingemeindete Dörfer. Seither ist der Bürgermeister durch einen Ortsvorsteher ersetzt, die Befugnisse des früheren Gemeinderats sind hauptsächlich auf den Stadtrat, in geringerem Maße auch auf den neuen Ortsbeirat übergegangen.
Die Niederschläge sind hoch. Sie liegen im oberen Viertel der in Deutschland erfassten Werte. An 77% der Messstationen des Deutschen Wetterdienstes werden niedrigere Werte registriert. Der trockenste Monat ist der April, die meisten Niederschläge fallen im Dezember. Im Dezember fallen 1,4 mal mehr Niederschläge als im April. Die Niederschläge variieren kaum und sind sehr gleichmäßig übers Jahr verteilt. An nur 8% der Messstationen werden niedrigere jahreszeitliche Schwankungen registriert.
Hauptartikel: Geschichte der Stadt Pirmasens
Seine erste urkundliche Erwähnung fand Pirmasens um 860 als „pirminiseusna“, eine dem Kloster Hornbach unterstehende Siedlung. Der Name geht auf den Hl. Pirminius zurück, den Gründer des Klosters Hornbach.
Der Landgraf Ludwig IX. von Hessen-Darmstadt fühlte sich im Jagdschloss seines Vaters in Pirmasens so wohl, dass er der Siedlung 1763 die Stadtrechte verlieh und seine Residenz hierher verlegte. Er baute in Pirmasens eine Garnison auf, da er im elsässischen Buchsweiler keine bewaffneten Soldaten stationieren durfte. Die Stadt bekam eine Stadtmauer, ein Schloss, einen Exerzierplatz und die größte Exerzierhalle Europas nach jener im russischen Sankt Petersburg.[2] Mit dem Tod des Landgrafen im Jahr 1790 wurde die Garnison aufgelöst und die kurze Blüte der Stadt war vorbei. 1793 schlugen Preußen und Braunschweig die französische Moselarmee in der Schlacht bei Pirmasens. Trotzdem konnte nicht verhindert werden, dass Pirmasens von 1793 bis 1815 zu Frankreich fiel. Danach kam die Stadt mit der übrigen Pfalz zu Bayern.
Die Encyclopædia Britannica aus dem Jahr 1911 vermerkt unter dem Stichwort Pirmasens:
„Stadt in Deutschland, in der bayerischen Pfalz; 40 Meilen westlich von Speyer, 34.002 Einwohner (1905), an der Eisenbahnlinie von Biebermühle. Die einzig bemerkenswerten Gebäude sind das Rathaus und die evangelische Hauptkirche die ein schönes Denkmal von Ludwig IX (gest. 1790), Dem Landgrafen von Hessen Darmstadt enthält. Hauptindustrie ist die Produktion von Stiefeln und Schuhen, aber es werden auch Musikinstrumente, Leder und Maschinen hergestellt.“
– Encyclopædia Britannica
1923/24 versuchten pfälzische Separatisten, in Pirmasens dauerhaft Fuß zu fassen, scheiterten aber am 12. Februar 1924: Das Bezirksamt, der Sitz der Stadtregierung, wurde von Bürgern gestürmt. Es gab mehrere Tote auf beiden Seiten.
Am 9. November 1938 wurde die Synagoge während der so genannten „Novemberpogrome“ zerstört; heute erinnert eine Gedenktafel in der Synagogengasse an den Standort des Gebäudes. Nach einem ersten alliierten Bombenangriff am 9. August 1944 gab es zahlreiche Todesopfer unter der Bevölkerung. Am 15. März 1945 folgte eine weitere Bombardierung: Die Innenstadt wurde vollständig zerstört. Am 22. März 1945 marschierten amerikanische Truppen in das Stadtgebiet ein, was für die Bevölkerung das Ende des Zweiten Weltkriegs bedeutete.
1946 kam Pirmasens zum neu gegründeten Bundesland Rheinland-Pfalz. Im Zuge der rheinland-pfälzischen Verwaltungsreform wurden 1969 Erlenbrunn, Fehrbach, Hengsberg, Niedersimten und Winzeln nach Pirmasens eingemeindet sowie 1972 Gersbach und Windsberg. Der Standort Pirmasens der FH Kaiserslautern wurde 1989 gegründet. 1997 schließlich räumten die US-Truppen fast vollständig ihren Standort Husterhöhe.
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Mit ein Grund für den Rückgang der Einwohnerzahl seit 1970 war der Abzug der amerikanischen Streitkräfte. Die ungünstige Altersstruktur und der Mangel an Arbeitsplätzen tragen ebenfalls dazu bei.
Ergebnisse der Stadtratswahl vom 13. Juni 2004:
| CDU | 46,0 % | -1,8 | 21 Sitze | (-1) |
| SPD | 23,8 % | -11,4 | 11 Sitze | (-5) |
| FWG | 10,8 % | +3,7 | 5 Sitze | (+3) |
| REP | 10,2 % | +7,3 | 5 Sitze | (+5) |
| Grüne | 4,3 % | +0,3 | 2 Sitze | (=) |
| Sonstige | 5,1 % | +2,0 | - | (-1) |
Mit dem französischen Poissy wird seit 1965 eine Städtepartnerschaft gepflegt.
Zu den größeren Parks in Pirmasens gehören der Alte Friedhof, der nach Anlage des Waldfriedhofes zum Park umgewidmet wurde. Die ehemalige Einsegnungshalle wird mittlerweile als Carolinensaal für kulturelle Veranstaltungen genutzt. Der Neuffer-Park wurde von Emil Neuffer neben der gleichnamigen Schuhfabrik angelegt und besitzt einen großen Anteil sehr alter Bäume. Der Strecktalpark ist eine im Zuge der gescheiterten Bewerbung um die Landesgartenschau 2000 renaturierte Industriebrache. Auf dem Gelände einer ehemaligen Gerberei wurde ein großzügiger Park mit zahlreichen Erholungsmöglichkeiten geschaffen. Das Naherholungsgebiet Eisweiher wurde um einen künstlich angelegten See errichtet, der früher zur Kühleisgewinnung für die Brauereien der Stadt genutzt wurde. Zum Naherholungsgebiet gehört ebenfalls die Sportanlage Spesbach.
Aushängeschild des Lokalsports ist der FK Pirmasens, der in der Nachkriegszeit lange eine führende Rolle in der Oberliga Südwest und der Zweiten Bundesliga spielte. Nach einem zwischenzeitlichen Abstieg bis in die Landesliga hat sich der Verein mittlerweile in der Oberliga Südwest etabliert.
Pirmasens besitzt als Mittelzentrum des Landkreises Südwestpfalz die drei Gymnasien Hugo-Ball-Gymnasium (ehemals Neusprachliches Gymnasium), Immanuel-Kant-Gymnasium (ehemals Altsprachliches Gymnasium, gegründet 1836 als Lateinschule Pirmasens) und Leibniz-Gymnasium (ehemals Naturwissenschaftliches Gymnasium). Als Bestandteile der Berufsbildenden Schule Pirmasens gibt es die Deutsche Schuhfachschule, sowie ein Technisches und ein Wirtschaftsgymnasium, die beide jedoch nur die Oberstufe anbieten. Weiterhin existieren acht Grundschulen (davon drei in den eingemeindeten Vororten), drei Hauptschulen (Hauptschule Horeb, Husterhöh-Schule und Kirchberg-Hauptschule), eine DOS (Duale Oberschule), eine Realschule und eine Sonderschule (Sonderschule Matzenberg). 1989 eröffnete die Fachhochschule Kaiserslautern eine Zweigstelle.
Pirmasens war seit dem 19. Jahrhundert das Zentrum der deutschen Schuhindustrie. Die fehlende Konkurrenzfähigkeit speziell gegenüber Ware aus dem Ausland erschwerte den Unternehmen jedoch ab etwa 1970 in zunehmendem Maße die Massenproduktion. Ein Großteil der ansässigen Schuhfabriken wurde aufgegeben, andere konnten durch Auslagerung der Produktion ins Ausland sowie Spezialisierung auf Nischensegmente überleben. Da sich die Lage auch im Lederhandel, dem Maschinenbau und in der Chemiebranche verschlechterte, gingen so etwa 15.000 Arbeitsplätze verloren. Mit dem Abzug des amerikanischen Militärs verließen rund 10.000 Menschen - Soldaten und deren Angehörige - die Stadt. So gingen weitere 4.000 Arbeitsplätze mittelbar verloren. 2002 lag die Arbeitslosenquote bei 14,9 %.
Durch die Konversion des ehemaligen Kasernengeländes und leer stehender Fabrikgebäude für Unternehmensgründungen soll ein Ausgleich geschaffen werden. Auf diese Art und Weise sind zum Teil bereits neue Gewerbeflächen entstanden. Ein Beispiel hierfür ist der Neuffer-Komplex (Neuffer am Park), der Ärzte, Unternehmen und einen Radiosender beherbergt, sowie der erfolgreiche Gewerbepark Husterhöhe (ehemalige US-Kaserne), der etwa 1.200 Arbeitsplätze geschaffen hat. Auch die ehemals größte Schuhfabrik Europas Rheinberger wird seit 2007 zu einem Gewerbepark ähnlich dem Neuffer-Komplex umgebaut. [4][5] Eine Verbesserung der Infrastruktur, z.B. der vierspurige Ausbau der B 10 zwischen der A 8 und der A 65 in Landau, soll den Standort attraktiver machen. Weiterhin wird das Messegelände Pirmasens in den Jahren bis 2008 modernisiert werden, so dass das Gelände nach Abschluss der Arbeiten aus einer überdachten Fläche von 36.000 m² in 10 Hallen besteht, inkl. Kongressbereich mit fünf Konferenzräumen und Sitzungssaal (Messe Vision 2007).[6] Die Messe- und Veranstaltungsgesellschaft Pirmasens mbH veranstaltet dort Messen wie die hageha, plw (Pfälzer Lederwoche) und Kulinaria.
Über die A 8 besteht Anschluss an das Saarland, mit dem einspurigen Streckenabschnitt der A 62 ist der Anschluss nach Kaiserslautern und Trier gewährleistet. Die B 10 ist die Anbindung an die Rheinschiene.
Über die 6,97 km lange Stichstrecke Pirmasens Nord – Pirmasens Hauptbahnhof wird die Stadt Pirmasens an das regionale Schienennetz angebunden. Vom Verteilerbahnhof Pirmasens-Nord führt in östliche Richtung die Queichtalbahn (Kursbuchstrecke 675) nach Landau, in westlicher Richtung die Schwarzbachtalbahn (Kursbuchstrecke 674) nach Saarbrücken und in nördlicher Richtung die Biebermühlbahn (Kursbuchstrecke 672) nach Kaiserslautern. Alle Verbindungen gehören zum Nahverkehr der DB, Fernverkehrszüge fahren auf den Strecken von und nach Pirmasens heute nicht mehr. Der ehemalige Güterbahnhof in Pirmasens wurde Ende der 1990er-Jahre aufgelassen und wird heute als Diskothek genutzt.
Den Nahverkehr in Pirmasens bedienten von 1905 bis 1943 eine elektrische Straßenbahn und von 1941 bis 1967 Oberleitungsomnibusse.
Mit Peter Kaiser (gegründet 1838) ist in Pirmasens die älteste Schuhfabrik Deutschlands zu finden. Die Firma 'Framas' produziert Leisten und Sohlen unter anderem für Adidas und Nike. In direkter Nachbarschaft findet sich die Firma 'profine GmbH' (ehemals 'Kömmerling'), und die Firma 'Keck', die auch Industriefarben für die Herstellung von Fußbällen liefert. Die Park & Bellheimer AG (hervorgegangen aus der 'Parkbrauerei Pirmasens & Zweibrücken AG') ist seit ihrer Übernahme durch die Mannheimer Eichbaum-Brauereien derzeit in ihrem Bestand nicht mehr gefährdet. Ein noch relativ junges Unternehmen ist 'Convar', ein Spezialist für Datenrettung, der schon Datenträger aus den Trümmern des World Trade Centers wiederherstellte.
Pirmasens hat als einzige pfälzische Stadt neben Zweibrücken, Ludwigshafen und Schifferstadt zwei Tageszeitungen. Die Pirmasenser Zeitung, unter dem Namen 'Pirmasenser Wochenblatt' schon 1832 erschienen und Die Rheinpfalz mit ihrem Lokalteil 'Pirmasenser Rundschau'. Beide Zeitungen gehören zur Medien-Union. Außerdem erscheint in Pirmasens das Pirmasenser Stadtmagazin 'PSechs'. In der Schlossgalerie hat Radio Pirmasens seinen Sitz, das Programm wird auch vor Ort produziert. Als Fernsehsender zeigt der 'Südwestpfalz-OK' nur regionale Beiträge. Die Region um Pirmasens versorgt der Sender Kettrichhof mit Hörfunk und DVB-T.
Der Pirmasenser Luft- und Badepark (Plub) ist das städtische Schwimmbad von Pirmasens, welches nach einer Sanierung und Erweiterung 1988 neu eröffnet wurde. Neben einer Reihe von Sportanlagen lokaler Vereine befindet sich auf der Husterhöhe das städtische Stadion des Fußballvereins FK Pirmasens. Um den gleichnamigen Weiher herum angelegt ist die Sport- und Freizeitanlage Eisweiher im Osten der Stadt mit Spielplatz, Liegewiese, Bolzplätzen, Minigolfplatz und Spielfeldern für Badminton und Volleyball. Der Strecktalpark im Zentrum der Stadt bietet einen Wasserspielplatz, einen Parcours für Skateboardfahrer, Liegewiese, Barfußpfad, Kneippanlage, sowie Spielfelder für Streetball und Beachvolleyball.
siehe Liste Pirmasenser Persönlichkeiten
Pirmasens ist …
Kernstadt
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