Freitag, 25.05.2012



Lexikon Suche


Pfaffroda

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie

Wechseln zu: Navigation, Suche
Wappen Deutschlandkarte
Wappen fehlt
Hilfe zu Wappen
Pfaffroda
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Pfaffroda hervorgehoben
50.713.35540Koordinaten: 50° 42′ N, 13° 21′ O
Basisdaten
Bundesland: Sachsen
Direktionsbezirk: Chemnitz
Landkreis: Erzgebirgskreis
Höhe: 540 m ü. NN
Fläche: 55,13 km²
Einwohner: 2960 (30. Dez. 2007)[1]
Bevölkerungsdichte: 54 Einwohner je km²
Postleitzahl: 09526
Vorwahl: 037360
Kfz-Kennzeichen: ERZ
Gemeindeschlüssel: 14 5 21 470
Adresse der Gemeindeverwaltung: Freiberger Str. 6
09526 Pfaffroda
Webpräsenz:
Bürgermeister: Reiner Lippmann
Lage der Gemeinde Pfaffroda im Erzgebirgskreis
Datei:Pfaffroda in ERZ.png

Pfaffroda ist eine Gemeinde im Erzgebirgskreis in Sachsen (Deutschland).

Inhaltsverzeichnis

Geografie

Gliederung

  • Dittmannsdorf
  • Dörnthal
  • Hallbach
  • Haselbach
  • Hutha
  • Schönfeld

Geschichte

Pfaffroda mit Schönfeld

Anfang des 13. Jahrhunderts legen Pfaffen des Klosters Ossegg das Dorf Pfaffroda an. 1445 werden Pfaffroda und Schönfeld erstmals urkundlich erwähnt, als Besitz der Herrschaft von Schönberg auf Purschenstein. Für den Bau der Kirche wird von Papst Sixtus IV. ein Ablassbrief ausgestellt. Mit der Reformation 1539 wird Pfaffroda selbständige Parochie. Von 1575 bis 1578 wird das Schloss von Caspar von Schönberg neu erbaut. Ab 1651 wird böhmischen Exulanten Siedlungsland zugewiesen. Es entstehen die Orte Ober-, Nieder- und Kleinneuschönberg, Eisenzeche und Hutha. 1715 wird in der Kirche eine Silbermannorgel eingebaut. Beim Durchzug der napoleonischen Truppen im August 1813 übernachtet Joachim Murat auf dem Schloß Pfaffroda. Eine neue Schule wird 1854 eingeweiht. 1877 wird die Freiwillige Feuerwehr in Schönfeld und 1883 in Pfaffroda gegründet. 1912 wird Pfaffroda an die zentrale Elektrizitätsversorgung angeschlossen. Der Friedhof mit Kapelle wird 1919 eingeweiht. 1935 wird in Schönfeld und 1938 in Pfaffroda die Straßenbeleuchtung in Betrieb genommen.

Dittmannsdorf

Der Ort wird 1438 erstmals urkundlich als „Dytmanstorf“ erwähnt. Durch die Reformation 1539 wird der Ort Filialkirche der Parochie Sayda. Von 1826 bis 1828 wird der Dittmannsdorfer Kunstteich zur Wasserversorgung des Freiberger Bergbausystems angelegt. In den folgenden Jahren werden noch diverse Kunstgräben hergestellt. 1852 wird das Schulgebäude errichtet. 1900 wird ein Münzschatz aus dem 2. Jahrhundert gefunden. Der kommunale Friedhof wird 1920 angelegt. 1927 muss das Schulgebäude umgebaut und vergrößert werden.

Dörnthal

Der in der zweiten Hälfte des 12. Jahrhunderts als Waldhufendorf gegründete Ort wird 1449 erstmals als "Dorrental" erwähnt. Zu dieser Zeit gehört das Dorf der Freiberger Familie Wigkart. Um 1465 (dendro) erhält die aus dem 13. Jahrhundert stammende Dorfkirche ein hölzernes Wehrgeschoß und wird dadurch zur Wehrkirche. Kurz vor 1500 (dendro) wird an das rechteckige Kirchenschiff ein polygonaler Chor - ebenfalls mit Wehrgeschoß - angebaut.

1501 kommt Dörnthal zur Herrschaft von Schönberg auf Purschenstein. Mit der Reformation 1539 bleibt Dörnthal eigenständige Parochie. 1572 wird der erste Lehrer erwähnt. Zur Unterstützung des Bergbaus in Freiberg wird 1787 zur Förderung des Teich- und Kunstgrabenbaues die Herrenmühle an die Kurfürstliche Röschen- und Wasseranstalt verkauft. Außerdem wird der Schützenteich angelegt. Die Teiche werden in den Jahren 1842/1844 vergrößert. 1877 wird die Dorfstraße neu trassiert. Im Pfarrhaus wird 1893 eine Volksbibliothek eingerichtet. Die Freiwillige Feuerwehr wird 1910 gegründet. 1914 wird Dörnthal ans Elektrizitätsnetz angeschlossen. Eine Straßenbeleuchtung wird in den Jahren 1926 bis 1928 errichtet. Im selben Jahr wird eine erste Gemeinschaftswasserleitung erbaut. 1939 wird ein Kindergarten errichtet.

Hallbach und Hutha

Hallbach wird 1445 erstmals urkundlich als Halpach erwähnt. Nach der Reformation 1539 bleibt Hallbach Filialkirche von Pfaffroda. 1582 wird der erste Lehrer erwähnt. Bei einer Pestepidemie 1633 sterben von 151 Einwohnern 140. Caspar von Schönberg erlaubt 1672 die Gründung von Hutha. Auf dem Gelände des ehemaligen Vorwerkes siedeln sich 8 Familien an. Ab 1830 siedeln sich verschiedene Industriezweige und Handwerksbetriebe an – zuerst Handweberei und Holzdrechsler, später Schachtelmacher und Spielzeugfabrikanten. Durch den Bau der Straße von Olbernhau nach Pfaffroda 1870/1871 (die spätere Bundesstraße 171) verlieren die bisherigen Straßen ihre Bedeutung. 1872 wird Hutha nach Hallbach eingemeindet. 1882 wird das Schulgebäude eingeweiht. 1912 wird der Ort ans Elektrizitätsnetz angeschlossen. 1940 wird die Freiwillige Feuerwehr gegründet.

Haselbach

Die erste urkundliche Erwähnung des Ortes erfolgt 1434. Mit der Reformation 1539 kommt Oberhaselbach (südlich des Haselbaches) zur Parochie Forchheim und Niederhaselbach (nördlich des Haselbaches) zur Parochie Mittelsaida. Bis 1654 gehören die Ortsteile zu verschiedenen Rittergütern bzw. Ämter, erst dann kommt es wieder zur Vereinigung. Ein Schulgebäude wird 1782 errichtet, welches 1855 durch einen Neubau ersetzt wird. Die Freiwillige Feuerwehr wird 1898 gegründet. 1914 wird der Ort ans Elektrizitätsnetz angeschlossen. Im Jahre 1999 erfolgt im Zuge der Gemeindegebietsreform eine Abspaltung von Dörnthal, in folgedessen die Gemeinde eigenständig zur Großgemeinde Pfaffroda invulviert wurde.

Einwohnerentwicklung

Folgende Einwohnerzahlen beziehen sich auf den 31. Dezember des voranstehenden Jahres mit Gebietsstand Januar 2007:

1982 bis 1988

  • 1982 − 3699
  • 1983 − 3630
  • 1984 − 3633
  • 1985 − 3600
  • 1986 − 3588
  • 1987 − 3543
  • 1988 − 3513

1989 bis 1995

  • 1989 − 3437
  • 1990 − 3397
  • 1991 − 3326
  • 1992 − 3263
  • 1993 − 3285
  • 1994 − 3286
  • 1995 − 3306

1996 bis 2002

  • 1996 − 3330
  • 1997 − 3301
  • 1998 − 3312
  • 1999 − 3326
  • 2000 − 3308
  • 2001 − 3325
  • 2002 − 3293

2003 bis 2007

  • 2003 − 3240
  • 2004 − 3169
  • 2005 − 3056
  • 2006 − 3018
  • 2007 − 2960
Quelle: Statistisches Landesamt des Freistaates Sachsen

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Naturdenkmäler

Im Bärenbachtal befindet sich die 1929 angelegte Ornamentpflanzung „ADvS 1929“.

Persönlichkeiten

  • Hans Löscher (1881–1946, Reformpädagoge und Schriftsteller) wuchs in Pfaffroda auf.

Söhne und Töchter der Gemeinde

  • Oskar Trinks (1873-1952), geboren in Dörnthal, Politiker (SPD), badischer Landtagsabgeordneter, Mitglied der Weimarer Nationalversammlung
  • Karl-Ewald Fritzsch (1894–1974), Volkskundler und Pädagoge

Einzelnachweise

  1. Statistisches Landesamt des Freistaates Sachsen: Bevölkerungsentwicklung

Weblinks

en:Pfaffroda

eo:Pfaffroda et:Pfaffroda fr:Pfaffroda nl:Pfaffroda ro:Pfaffroda ru:Пфафрода vo:Pfaffroda