Meinestadt.de - Pettendorf - 25.05.2012
Lexikon - meinestadt.de
| Wappen | Deutschlandkarte | |
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| Basisdaten | ||
| Bundesland: | Bayern | |
| Regierungsbezirk: | Oberpfalz | |
| Landkreis: | Regensburg | |
| Höhe: | 455 m ü. NN | |
| Fläche: | 24,59 km² | |
| Einwohner: | 3263 (30. Dez. 2007) | |
| Bevölkerungsdichte: | 133 Einwohner je km² | |
| Postleitzahl: | 93186 | |
| Vorwahl: | 09409 | |
| Kfz-Kennzeichen: | R | |
| Gemeindeschlüssel: | 09 3 75 181 | |
| Gemeindegliederung: | 19 Ortsteile | |
| Adresse der Gemeindeverwaltung: | Margarethenstraße 4 93186 Pettendorf |
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| Webpräsenz: | ||
| Bürgermeister: | Eduard Obermeier (FW) | |
Pettendorf ist eine Gemeinde im Oberpfälzer Landkreis Regensburg mit einer Wohnbevölkerung von rund 3.500 Einwohnern (gegenwärtig rund 3.300 Erstwohnsitze).
Inhaltsverzeichnis |
Die Gemeinde Pettendorf befindet sich am südlichen Ausläufer des Natur-Großraums Fränkischer Jura und hat hauptsächlich als Wohn- und Vorortgemeinde von Regensburg Bedeutung, von deren Stadtzentrum sich der Hauptort Pettendorf rund 8 km Luftlinie entfernt befindet. Die Fläche der Gemeinde dehnt sich in nördlicher Richtung ca. 7 km aus und die größte ostwestliche Ausdehnung beträgt ca. 6 km. Das Gemeindegebiet wird im Süden durch die Donau und im Westen durch die Naab begrenzt. Im Gemeindegebiet von Pettendorf mündet die Naab bei Mariaort in die Donau.
In der Gemeinde befinden sich mehrere Abtragungen, die urzeitliches Kompaktgestein freigelegt haben in welchen über Jahrhunderte hinweg Stein abgebaut wurde. Dabei wurde der Überlieferung nach in den vielen Steinbrüchen im Gemeindegebiet nicht nur für die Siedler vor Ort Stein abgebaut, sondern auch für den Bau des Regensburger Domes und der Steinernen Brücke. Erwähnenswert ist hier insbesondere der Abbau von Grünsandstein, der im Mittelalter nachweislich in vielen Gebäuden in Regensburg verwendet wurde. Im westlichen Gemeindebereich – nahe Etterzhausen – wurde ein Steinbruch, in dem Dolomit abgebaut wurde, bis in die jüngste Vergangenheit betrieben. Von besonderer Bedeutung war nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs für einige Zeit auch der Abbau von Braunkohle im Gemeindegebiet. Bohrungen nach 1900 hatten einige Braunkohlevorkommen nahe Schwetzendorf und Reifenthal lokalisiert.
Nachbargemeinden von Pettendorf sind die Stadt Regensburg sowie die Gemeinden Lappersdorf, Pielenhofen, Wolfsegg, Sinzing und Nittendorf.
Die Gemeinde hat 19 Ortsteile, die sich recht gleichmäßig über das ganze Gemeindegebiet verteilen:
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Die meisten Siedlungen der Gemeinde Pettendorf sind bereits im 13. Jahrhundert urkundlich belegt. Steinerne Zeugen einer bedeutenden Vergangenheit sind das ehemalige Schloss und die romanische Anlage der Pfarrkirche in Pettendorf, das frühere Kloster Adlersberg, die beiden Kirchen in Kneiting und die heute noch von vielen Pilgern aufgesuchte Wallfahrtskirche in Mariaort.
Der Hauptort Pettendorf wurde erstmals im Jahr 1028 urkundlich erwähnt. Als Ortsgründer wird ein Bauer namens Patto oder Petto erwähnt, der die Siedlung um die Jahrtausendwende gegründet haben soll. Die Orte Kneiting und Deckelstein sind - aufgrund ihrer Lage an Donau und Naab - jedoch schon deutlich früher gegründet worden.
Im 11. Jahrhundert benannte sich ein Edelfreiengeschlecht, wohl eine Seitenlinie der Edelfreien von Kastl (im Lauterachtal), nach dem Hauptort in „Herren von Pettendorf-Lengenfeld-Hopfenohe“, was auf eine bedeutende Stellung des Ortes zur damaligen Zeit schließen lässt. Im 12. Jahrhundert wurde der bisherige Herrschaftssitz in Pettendorf in ein Kloster umgewandelt, das aber bald darauf wohl wieder geschlossen wurde. Im Jahr 1180 platzierten die Wittelsbacher, an die das Gemeindegebiet durch die Heirat Heilikas, einer der beiden Töchter des letzten Herren von Pettendorf-Lengenfeld-Hopfenhohe, mit Pfalzgraf Otto V. gefallen war, in Pettendorf einen Ministerialen und bauten im Ort eine Burg. In den folgenden Jahrzehnten konnte Pettendorf seine Funktion als wichtiger Verwaltungsort der Wittelsbacher nördlich der Donau erhalten und wird in vielen Urkunden aus dieser Zeit als „Amt zu Pettendorf“ zitiert. Um 1280 verlor Pettendorf seine Funktion als Verwaltungssitz, und die wittelsbachische Festung wurde in ein Kloster umgewandelt.
Nach einem Brand wurde das Kloster auf den Adlersberg verlegt und der Bereich des ehemaligen Klosters in einen Edelsitz - im Volksmund „Schloss“ genannt - umgewidmet. Über die Jahrhunderte befand sich der Besitz um Pettendorf dann in der Hand verschiedener Adels-, Diplomaten- und Kaufmannsfamilien, von denen insbesondere die Herren von Thon-Dittmer erwähnenswert sind. Die Grundrisse des ehemaligen Edelsitzes sind noch heute erkennbar.
Nach der bewegenden Vergangenheit bis ins 13. Jahrhundert war die Gemeinde bis Mitte des 20. Jahrhunderts vor allem landwirtschaftlich geprägt und trat geschichtlich nicht mehr in Erscheinung.
Aufgrund der nach dem Zweiten Weltkrieg herrschenden Brennstoffknappheit wurde nach 1945 mit der Erschließung und dem Abbau der Braunkohlevorkommen bei Schwetzendorf und Reifenthal begonnen. Die Obertagebauanlagen waren 1947 fertiggestellt. Die Belegschaft der Grube bei Reifenthal erreichte 1949 mit 129 Mann ihren Höchststand und brachte es zu dieser Zeit auf eine Förderleistung von 3.358 Tonnen Braunkohle im Januar 1949, die im Tage- und Tiefbau abgebaut wurde. Die Grube bei Schwetzendorf baute ausschließlich im Tagebau Kohle ab und beschäftigte im Durchschnitt rund 50 Mitarbeiter. Die Effektivität der Schwetzendorfer Grube war deutlich höher; dort wurden pro Tag rund 150 Tonnen Kohle abgebaut. Während der kurzen Betriebszeit wurden rund 180.000 Tonnen Kohle bei Schwetzendorf abgebaut und überwiegend an die Regensburger Bürger geliefert, die zu dieser Zeit massiv unter dem kalten Winter und der Brennstoffknappheit litten. Nachdem 1949/50 die Verkehrsverbindungen ins Ruhrgebiet wieder erschlossen waren, sank die Nachfrage nach der mit nur geringem Heizwert versehenen heimischen Kohle rasant, was schließlich zur Einstellung des Grubenbetriebs führte. Zwischen Haselhof und Schwetzendorf hinterließ der Kohleabbau eine Grube, die sich langsam mit Wasser füllte und sich in der Folgezeit zu einem beliebten Naherholungsgebiet im Regensburger Umland entwickelte. Offiziell wurde der See in „Schwetzendorfer Weiher“ benannt, wobei ihn viele Einheimische bis heute jedoch noch „Bergwerksee“ (oder auch „Kohlenschacht“) nennen.
Im Nordwesten Regensburgs gelegen, gelangte der Raum um Pettendorf herum dann in den letzten Jahrzehnten unter den Einfluss der angrenzenden Großstadt Regensburg. Dabei wandelte sich das einst völlig landwirtschaftlich orientierte Gebiet durch rege Bautätigkeit, die heute noch nicht abgeschlossen ist, in eine beliebte Wohngegend.
Das Gemeindegebiet Pettendorf gehört zur römisch-katholischen Pfarrei Pettendorf, die daneben noch weitere Ortsteile der Gemeinde Pielenhofen erfasst. Die Kirchen in Pettendorf, Kneiting, Adlersberg und Mariaort werden jeweils von der römisch-katholischen Pfarrei betreut. Die nächste evangelisch-lutherische Pfarrei ist in Lappersdorf beheimatet.
Zwischen 1542 und 1613 war die Alt-Gemeinde Pettendorf infolge des Konfessionsübertritts der Fürsten von Pfalz-Neuburg, zu deren Herrschaft die Gemeinde damals gehörte, protestantisch und Sitz eines evangelischen Pastors. Das protestantische Zwischenspiel endete nach der Rückkehr des regierenden Pfalzgrafen Wolfgang Wilhelm zum katholischen Glauben.
In der Gemeinde Pettendorf befanden sich im Verlauf der Jahrhunderte Klöster verschiedener Orden in Pettendorf und auf dem Adlersberg. Die ehemalige Klosterkirche auf dem Adlersberg konnte ihre Bedeutung als Marienwallfahrtsort noch längere Zeit erhalten (eine größere Wallfahrt war zuletzt die der Regensburger Bürger zum Dank für die Verschonung vor einem alliierten Luftangriff im 2. Weltkrieg). Nach wie vor ein wichtiger Marienwallfahrtsort ist die Kirche in Mariaort.
1978 wurden die Gemeinden Kneiting und Pettendorf zur heutigen Gemeinde Pettendorf zusammengeschlossen.
Von 1978 bis 2002 bildete die Gemeinde Pettendorf mit den Nachbargemeinden Pielenhofen und Wolfsegg eine Verwaltungsgemeinschaft. 2002 trat die Gemeinde Pettendorf aus dieser Verwaltungsgemeinschaft aus und führt seither eine eigenständige Gemeindeverwaltung. Die Gemeinden Wolfsegg und Pielenhofen bilden seither die Verwaltungsgemeinschaft Pielenhofen-Wolfsegg, deren Sitz im Jahr 2002 von Pettendorf nach Wolfsegg verlegt wurde.
Durch die rege Bautätigkeit der letzten Jahre ist die Einwohnerzahl in der Gemeinde Pettendorf stark angestiegen. Lebten 1830 auf dem Gebiet der heutigen Gemeinde Pettendorf (= inklusive Altgemeinde Kneiting) 948 Einwohner, so waren es 1860 bereits 1.341 und 1925 schließlich 1.351 Einwohner. Infolge der Flüchtlingsströme nach dem 2. Weltkrieg lebten 1950 1.767 Personen im Gemeindegebiet. Die Bevölkerungszahl blieb in den 1950er und 1960er Jahren relativ konstant bei 1.700, ehe infolge der Bautätigkeit in den 1970er Jahren die Einwohnerzahl bis zum Jahr 1978 auf 2.155 anstieg. Im Jahr 1989 lebten dann bereits 2.686 Menschen in der Gemeinde Pettendorf und gegenwärtig (Dezember 2006) sind es rund 3.500 (davon rund 3.300 Erstwohnsitze). Infolge der regen Bautätigkeit und der geplanten Ausweisung weiterer Baugebiete ist in den nächsten Jahren mit einem weiteren Anstieg der Einwohnerzahl zu rechnen.
Der Gemeinderat hat 16 Mitglieder.
(Stand: Kommunalwahl am 2. März 2008)
Die Gemeindesteuereinnahmen beliefen sich im Jahr 2005 auf 2,74 Millionen Euro.
Vor einigen Jahren hat die Gemeinde Pettendorf eine lokale Agenda21 ins Leben gerufen, die seither aktiv an der Planung der Gemeindeentwicklung mitarbeitet.
Das offizielle Wappen der Gemeinde Pettendorf wurde erst durch Gemeinderatsbeschluss aus dem Jahr 1983 eingeführt. Es zeigt in den Farben Blau und Silber eine Lilie und einen Stern sowie den Kopf der Pfalzgräfin Heilika. Das Wappen erinnert damit an die Stammmutter der Wittelsbacher Herzöge, die als Erbtochter der Herren von Pettendorf-Lengenfeld-Hopfenhohe die Erbschaft Pettendorf durch Heirat mit Pfalzgraf Otto IV. an die Wittelsbacher brachte. Die Farben Blau und Silber sollen zudem die Verbindung zu den Wittelsbachern weiter verdeutlichen. Die Mariensymbole Lilie und Stern erinnern an die Marienwallfahrtsorte auf dem Adlersberg und in Mariaort.
In den vergangenen Jahren hat sich mit dem 1979 unter der Leitung des damaligen Pfarrers Dr. Dieter Groden gegründeten PettenDorftheater eine rege Theaterkultur in der Gemeinde entwickelt. Das Laientheater führt seither regelmäßig im November Stücke unter anderem von Ludwig Thoma oder Karl Valentin auf. In den vergangenen Jahren wagte sich das Ensemble mehr und mehr auch an anspruchsvollere Stücke wie beispielsweise Pygmalion von George Bernhard Shaw heran. 2007 wurde eine in die Oberpfälzer Mundart übersetzte Version von Schweig, Bub! des fränkischen Mundartdichters Fitzgerald Kusz aufgeführt.
In der Gemeinde gibt es ein großes Jugendblasorchester, das 1988 auf Initiative des späteren Bürgermeisters Karl Meyer gegründet wurde. Im Jahr 2007 nahm das Orchester mit mehr als 50 Musikern an der traditionellen Steubenparade in New York City teil.
Am Palmsonntag findet jedes Jahr der traditionelle Palmator-Starkbieranstich der Brauerei Prößl auf dem Adlersberg statt, zu dem sich regelmäßig zahlreiche, überwiegend jüngere Besucher einfinden.
ÖPNV:
Bundesstraßen:
Kreisstraßen:
Fernradwege:
In der Gemeinde sind zahlreiche kleinere und mittlere Handwerks-, Produktions- und Dienstleistungsunternehmen beheimatet, die ihre Kunden überwiegend in der Stadt Regensburg finden.
Im Ortsteil Pettendorf befinden sich die Grundschule Pettendorf-Pielenhofen sowie der Katholische Kindergarten St. Margaretha.
Der sudetendeutsche Schriftsteller Hans Watzlik verbrachte seine letzten Lebensjahre auf Gut Tremmelhausen in der Gemeinde Pettendorf. In der Nähe von Tremmelhausen erinnert noch heute ein Totenbrett an einer Kapelle, auf halbem Weg von Tremmelhausen auf die Winzerer Höhen, an ihn.
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