Freitag, 25.05.2012



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Oyten

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Oyten
Oyten
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Oyten hervorgehoben
53.0611111111119.017777777777815Koordinaten: 53° 4′ N, 9° 1′ O
Basisdaten
Bundesland: Niedersachsen
Landkreis: Verden
Höhe: 15 m ü. NN
Fläche: 63,47 km²
Einwohner: 15.254 (30. Dez. 2007)
Bevölkerungsdichte: 240 Einwohner je km²
Postleitzahl: 28876
Vorwahl: 04207
Kfz-Kennzeichen: VER
Gemeindeschlüssel: 03 3 61 009
Adresse der Gemeindeverwaltung: Hauptstraße 55
28876 Oyten
Webpräsenz:
Bürgermeister: Manfred Cordes (SPD)

Das ehemalige Dorf Oyten ist der heutige Kernortsteil und Namensgeber für die kreisangehörige Einheitsgemeinde Oyten im Landkreis Verden, Niedersachsen.

Inhaltsverzeichnis

Geographie

Die Gemeinde Oyten befindet sich auf dem Achimer-Oyter-Geestrücken, rechtsseitig der Weser.

Ortsteile der heutigen Einheitsgemeinde Oyten

  • Bassen (3301 Einwohner)
  • Bockhorst (884 Einwohner)
  • Meyerdamm (537 Einwohner)
  • Oyten-Nord (2213 Einwohner)
  • Oyten-Süd (5699 Einwohner)
  • Oyterdamm (251 Einwohner)
  • Sagehorn (1798 Einwohner)
  • Schaphusen (525 Einwohner)

Ca. 49 Prozent sind Männer, ca. 51 Prozent Frauen. Der Ausländeranteil ist mit 3,7 Prozent sehr gering. Insgesamt kommen die 3,7 Prozent zugereister Oytener aus 62 verschiedenen Staaten.

Quelle: Standesamt Oyten (Stand: 1. November 2007)

Nachbargemeinden

Die Stadtgemeinde Bremen begrenzt Oyten im Westen, der Flecken Ottersberg im Norden und Osten, die Stadt Achim im Süden.

Entfernung nach

Geschichte

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19. Jahrhundert

Bevölkerung (Seelen) und Siedlungsstruktur im Bereich der heutigen Gemeinde Oyten während der französischen Besatzungszeit im Canton Achim, Departement Weser-Mündung, Arrondissement Bremen: Tüchten, 50; Hoffstall, 25; Heinsberg, 12; Großen-Hollen, 32; Kleinen-Hollen, 6; Schaphusen, 67; Zum Vieh, 46; Bickbeerenheide, 6; Carlshop, 30; Brammer, 8; Mühlendor, 13; Nadahe, 4; Baßen, 352; Oyten, 358; Oyterwümme, 6; Oytermoor, 3; Wischbruch, 24; Oytermühle, 16; Breitenmoor, 104; Oyterzäunen, 6; Oyterdamm, 81; Sagehorn und Veermoorhusen, 130; Meyerdamm, 91; Clüverdamm, 17; Bockhorst, 130.[1]

20. Jahrhundert

Während der NS-Zeit wurden auch in Oyten Zwangsarbeiter, vorwiegend in der Landwirtschaft, eingesetzt.[2] Für den Luftschutz im Großraum Bremen wurde zu Kriegsbeginn auch in Oyten, auf der Anhöhe am westlichen Ortseingang, eine Flak-Batterie eingerichtet. Die Unterkunftsbaracken befanden sich entlang der heutigen Danziger Straße und wurden nach Kriegsende zunächst von Zivilpersonen weiter genutzt. Anfang der 1980er Jahre, nach den tödlichen Verletzungen zweier Schüler wurde das Gelände endgültig von Kampfmittelresten gesäubert und die Munitionsbunker entlang der Verdener- und Königsbergerstraße ausgehoben.[3]

Um die Motorenfertigung der Firma Borgward nicht durch die Bombenangriffe auf Bremen und das Werk Sebaldsbrück zu gefährden, wurde im Winter 1943/44 von der Organisation Todt im Wald von Nadah das Borgward-Außenwerk Ottersberg gebaut. Die Errichtung des Außenwerkes mit sechs Werkshallen wurde größtenteils mit Fremd- und Zwangsarbeitern durchgeführt. Für die Produktion wurde das Personal arbeitstäglich vom Werk Sebaldsbrück herangefahren. Den russischen Zwangsarbeitern wurde eine Baracke errichtet.[4]

Zum Kriegsende, Ende April 1945 gab es in verschiedenen Bereichen von Oyten hartnäckige Gefechte.[5] In Sagehorn, auf der Kreisstraße in Höhe Gaststätte Kackebart wurden Panzersperren gegen die über die Autobahn kommenden und in Richtung Wümme anrückenden englischen Einheiten errichtet. Die gefallenen deutschen Soldaten, teilweise am Wegesrand verscharrt, wurden Anfang der 1980er Jahre zu einer neu errichteten Gedenkstätte am Oyter Friedhof umgebettet.

Mit Wirkung vom 1. Januar 1963 schlossen sich die vorher selbstständigen Gemeinden Meyerdamm, Oyten, Oyterdamm und Sagehorn zu einer neuen Gemeinde Oyten zusammen.[6] Mit der kommunalen Gebietsreform wurde 1972 die vormals selbstständige Gemeinde Bassen der Einheitsgemeinde Oyten zugeordnet.

Im Rahmen des NATO-Verteidigungsgürtels Niedersachsen wurde 1966, während des Kalten Krieges eine Hawk-Flugabwehrraketen-Stellung in Betrieb genommen. Das Gelände der Stellung liegt im Süden der Gemeinde Oyten und teilweise auf dem Gebiet der Stadt Achim. Nach der deutschen Wiedervereinigung und Umstrukturierung der Bundeswehr wurde die Raketenstellung 1995 geschlossen und teilweise abgebaut.[7][8]

Politik

Gemeinderat

Der Rat besteht aus 30 Ratsmitgliedern und dem Bürgermeister.[9]

(Stand: Kommunalwahl am 10. September 2006)

Partnergemeinde

Dunapataj (Ungarn) seit 2004. Die ungarische Gemeinde Dunapataj hat etwa 3.800 Einwohner und liegt rund 100 km südlich von Budapest.

Wappen

Die Gemeinde Oyten führt seit 1953 ein genehmigtes Wappen.

Blasonierung: „In Rot ein silberner Schräglinkswellenbach, rechts ein goldener steinzeitlicher Pflug mit silberner Spitze, links ein silberner Eichenzweig mit zwei goldenen Eicheln.“

Verkehr

Schiene

Oyten besitzt einen Bahnhof im Gemeindeteil Sagehorn, drei km nördlich des Gemeindezentrums an der DB-Strecke Bremen-Hamburg. Im Bahnhof Sagehorn zweigt eine Güterumgehungsbahn zur Umfahrung Bremens nach Dreye ab. Fünf Kilometer in südlicher Richtung in Achim befindet sich ein weiterer für Oyten wichtiger Bahnhof an der DB-Strecke Bremen-Hannover.

Straße

Oyten liegt verkehrsgünstig direkt am Autobahnkreuz Bremer Kreuz (A 1/A 27) sowie an der B 75 (bzw. L 168, siehe hier) in unmittelbarer Nähe zu Bremen. Oyten liegt drei Kilometer nordöstlich vom "Bremer Kreuz" und hat von der/zur A 1 eine eigene Autobahnabfahrt/-auffahrt "Oyten".

Wirtschaft und Infrastruktur

Direkt an der Autobahnabfahrt Oyten an der A 1 liegt der Gewerbepark Oyten. In den letzten Jahren konnte sich dieser Gewerbepark durch die verkehrsgünstige Lage sehr gut entwickeln. Zur Zeit steht im Gewerbepark nur noch rund 1 ha Fläche zur Bebauung zur Verfügung. Eine Erweiterung in östlicher Richtung wird derzeit vorbereitet.

Es arbeiten Firmen aus den verschiedensten Bereichen im Gewerbepark. Maschinenbau, Dienstleistungen und Logistik sind die Schwerpunkte. Für Oyten und die weitere Region hat der Gewerbepark mit über 2.000 Arbeitsplätzen eine große Bedeutung. Es befinden sich viele Betriebe, die im gesamten Bundesgebiet, in Europa und teilweise weltweit tätig sind, im Gewerbepark.

Schulzentrum Pestalozzistraße

Bildung

Haupt- und Realschule

  • Schulzentrum Pestalozzistraße

Grundschulen

  • Grundschule Oyten
  • Grundschule Sagehorn
  • Grundschule Bassen

Post

Die Post in Oyten wurde 2007 geschlossen. Ein Postschalterdienst wird seither durch eine Privatfirma in einem Geschäftshaus in der Hauptstraße angeboten.

Öffentliche Einrichtungen

Nächstgelegene Krankenhäuser sind die Aller-Weser-Klinik in Achim und die Krankenhäuser in Bremen. Der kassenärztliche Notdienst wird von der Bereitschaftspraxis im Krankenhaus Achim unterhalten.

Religionen

Der Großteil der konfessionell gebundenen Einwohner gehört der evangelisch-lutherischen Kirche an. Daneben gibt es viele Angehörige der römisch-katholischen Kirche, die ein Gemeindezentrum (St. Paulus) besitzen. Daneben gibt es wachsende Gruppen Konfessionsloser und Angehöriger des Islam.

Für 2007 gelten folgende (gerundete) Zahlen: evangelisch-lutherisch 53,7 %, römisch-katholisch 7,2 %, sonstige / ohne Religionszugehörigkeit 38,1 %.

Sehenswürdigkeiten

Friedhofskapelle Oyten
Oyter See
Heimathaus Oyten
  • Die evangelische St.-Petri-Kirche in Oyten ist ein Backsteinbau von 1861. Die kreuzförmige Saalkirche hat eine polygonale Apsis und einen Westturm. Durch die Stützen der Emporen ist das Langhaus innen in drei Schiffe geteilt; darüber befindet sich eine Holzdecke. Die alte Farbfassung des Raumes wurde 1986/87 wieder hergestellt; durch gemalte Säulen und Rippen wurde die Apsis gegliedert. Erwähnenswert ist noch das von C. Vinnen (Düsseldorf) gestaltete Altargemälde aus dem Jahr 1880.
  • Seit dem Ausbau der A 1 in den 1960er Jahren gibt es in Oyten einen Baggersee, den "Oyter See", der heute ein Naherholungsgebiet ist.
  • Im „Alten Dorf“, direkt hinter dem neuen Rathaus, steht das 1989 eingeweihte Heimathaus, eine schmucke Hofstelle mit Fachwerkhaus, Scheune und Backhaus.
  • Im Norden von Oyten liegt das so genannte Oyter Moor. Hier wurde bis in die 50er Jahre des 20. Jahrhunderts noch Torf abgebaut. Inzwischen sind weite Flächen davon renaturiert worden. Es gibt eine Vielzahl von Biotopen. Verschiedene seltene Tier- und Pflanzenarten sind im Oyter Moor heimisch.

Kultur

Zur Bereicherung des kulturellen Lebens in der Gemeinde tragen der Heimatverein Oyten, das Akkordeon-Orchester Oyten, die Blaskapelle Oyten und der Chor „Untitled“ wesentlich bei.

Die Ortschaft Bassen hat seit 2005 ein Dorfgemeinschaftshaus - "Blocks Huus". Der Verein "Blocks Huus e. V." bewirtschaftet das gesamte Gelände, das mit vielen kulturellen Veranstaltungen in kurzer Zeit zum Ortsmittelpunkt in Bassen geworden ist. Regelmäßig treffen sich hier örtliche Vereine, und auch aktive Jugendarbeit findet hier statt.

Humoristisches

Für seine wöchentlich erscheinende Cartoon-Kolumne in der Zeitschrift Stern erfand der Autor/Zeichner Tetsche die Cartoonfiguren Kuhno van Oyten und Heike van Oyten und machte so den Ortsnamen Oyten weit über die Landesgrenzen hinaus bekannt.

Literatur

  • Karl Buse (Schriftleitung): Oyten. Ein Heimatbuch. (Hrsg.: Heimatverein Oyten e. V.), Oyten 1979, 400 S.
  • Bildband Oyten - eine moderne Gemeinde (Hrsg.: Druckerei Rosebrock GmbH, Sottrum, in Zusammenarbeit mit der Gemeinde Oyten), Oyten 1985, 108 S.
  • Oyten. In: Georg Dehio: Handbuch der deutschen Kunstdenkmäler. Bremen – Niedersachsen. Deutscher Kunstverlag, München / Berlin 1992, S. 1084
  • Oyten. In: Unterwegs ... im Landkreis Verden. Geschichte – Kultur – Natur. Hrsg.: Fischerhuder Kunstkreis, Fischerhude 1999, S. 68-95

Quellen

  1. Albrecht Friedrich Ludolph Lasius: Der französische Kayser-staat unter der Regierung des Kaysers Napoleon des Großen, im Jahre 1812, J.G. Kißling, Osnabrück, 1813, S. 95
  2. Joachim Woock: Zwangsarbeit ausländischer Arbeitskräfte im Regionalbereich Verden /Aller (1939-1945), BoD, 2004; ISBN 3-8334-0775-1
  3. Unterlagen des Kampfmittelräumdienstes Hannover zur Kampfmittelbergung „Oyten-Rammelsberg“
  4. Relikte in Niedersachsen und Bremen: Fa. Carl Borgward - Außenwerk Ottersberg
  5. Herbert Schwarzwälder: Bremen und Nordwestdeutschland am Kriegsende 1945, C. Schünemann, 1975, ISBN 3796116205
  6. Statistisches Bundesamt: Amtliches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland, Verlag Kohlhammer, 1961, S. 271
  7. HAWK - Stellungen und Verbände in Deutschland: Stellung Oyten
  8. Relikte in Niedersachsen und Bremen: Hawk-FlaRak-Stellung Oyten
  9. Bürgerinformationssystem : http://www.oyten24.de/checklogin.asp.

Weblinks

en:Oyten

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