Meinestadt.de - Ostfildern - 25.05.2012
Lexikon - meinestadt.de
| Wappen | Deutschlandkarte | |
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| Basisdaten | ||
| Bundesland: | Baden-Württemberg | |
| Regierungsbezirk: | Stuttgart | |
| Landkreis: | Esslingen | |
| Höhe: | 348 m ü. NN | |
| Fläche: | 22,81 km² | |
| Einwohner: | 35.300 (30. Dez. 2007)[1] | |
| Bevölkerungsdichte: | 1548 Einwohner je km² | |
| Postleitzahlen: | 73744–73760 | |
| Vorwahlen: | 0711, 07158 | |
| Kfz-Kennzeichen: | ES | |
| Gemeindeschlüssel: | 08 1 16 080 | |
| Stadtgliederung: | 6 Stadtteile | |
| Adresse der Stadtverwaltung: | Klosterhof 10 73760 Ostfildern |
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| Webpräsenz: | ||
| Oberbürgermeister: | Christof Bolay (SPD) | |
Ostfildern ist eine Stadt in Baden-Württemberg, direkt südöstlich der Landeshauptstadt Stuttgart. Die erst 1975 im Rahmen der Gemeindereform entstandene Stadt hatte bereits bei ihrer Gründung mehr als 20.000 Einwohner. Daher wurde sie bereits mit Wirkung vom 1. Juli 1976 zur Großen Kreisstadt erklärt. Heute ist sie nach Esslingen am Neckar, Filderstadt, Nürtingen, Kirchheim unter Teck und Leinfelden-Echterdingen die sechstgrößte Stadt des Landkreises Esslingen und gehört zum Mittelbereich Esslingen innerhalb des Oberzentrums Stuttgart.
Inhaltsverzeichnis |
Ostfildern liegt im Osten der Landschaft Filder, einer fruchtbaren Hochebene südlich von Stuttgart. Die geografische Lage gab der Stadt ihren Namen. Im Süden der Gemarkung fließt die Körsch mit ihren nördlichen Nebenbächen dem Neckar entgegen.
Folgende Gemeinden grenzen an die Stadt Ostfildern. Sie werden im Uhrzeigersinn beginnend im Nordosten genannt: Esslingen am Neckar, Denkendorf, Neuhausen auf den Fildern (alle Landkreis Esslingen) sowie die kreisfreie Stadt Stuttgart.
Das Stadtgebiet Ostfildern besteht aus den vier Gemarkungen Kemnat, Nellingen, Ruit sowie Scharnhausen. Im Stadtgebiet gibt es die sechs Stadtteile Kemnat, Nellingen, Parksiedlung, Ruit, Scharnhausen und Scharnhauser Park. (alphabetisch geordnet)
Der Stadtteil Scharnhauser Park entstand erst in den 1990er Jahren. Bis März 2006 gab es nur vier Stadtteile, die Parksiedlung und der Scharnhauser Park gehörten zu Nellingen. Darüber hinaus gibt es weitere räumlich getrennte Wohnplätze mit eigenem Namen, die aber nur sehr wenige Einwohner haben. Hierzu gehören Stockhausen, die Neumühle und der Kemnater Hof in Kemnat sowie die Wörnitzhäuser Mühle in Nellingen.
| Wappen | |
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| Stadtteil | Kemnat | Nellingen | Parksiedlung | Ruit | Scharnhausen | Scharnhauser Park |
Die Stadt Ostfildern entstand am 1. Januar 1975 durch Zusammenschluss der ehemals selbständigen Gemeinden des Landkreises Esslingen Nellingen auf den Fildern, Ruit auf den Fildern, Kemnat und Scharnhausen zunächst unter dem Namen Gemeinde Ostfildern.
Mit Wirkung vom 1. Januar 1976 erhielt die neue Gemeinde das Stadtrecht und ein halbes Jahr später, zum 1. Juli 1976 wurde sie von der baden-württembergischen Landesregierung zur Großen Kreisstadt erklärt. Inzwischen wurde die ehemals von der US-Armee genutzte Kaserne Nellingen Barracks als Scharnhauser Park im Zentrum der Stadt neu besiedelt. Dadurch entstand ein neuer Stadtteil. Die vier ehemaligen Gemeinden haben jedoch eine sehr lange Geschichte.
2002 war Ostfildern Gastgeber der Landesgartenschau Baden-Württemberg, die im neuen Stadtteil Scharnhauser Park stattfand.
Die Bevölkerung der vier ehemaligen Gemeinden der heutigen Stadt Ostfildern gehörten ursprünglich zum Bistum Konstanz. Da die Orte politisch schon früh zu Württemberg gehörten, wurde auch hier ab 1535 durch Herzog Ulrich die Reformation eingeführt, daher waren sie über Jahrhunderte überwiegend protestantisch. In den vier Orten gibt es daher auch jeweils eine evangelische Kirchengemeinde mit einer Kirche. In Nellingen wurde infolge der Besiedelung in den 1950er Jahren im Stadtteil Parksiedlung eine eigene Pfarrei errichtet. 1968 wurde dort die Dietrich-Bonhoeffer-Kirche erbaut. Heute gehört zur Dietrich-Bonhoeffer-Kirche eine eigene Gemeinde, zu der auch die Protestanten des neuen Stadtteils Scharnhauser Park gehören. Die Kirchengemeinden in Nellingen und Scharnhausen gehörten früher zum Kirchenbezirk Esslingen, die beiden anderen (Ruit und Kemnat) zum Kirchenbezirk Degerloch. 1981 wurden alle fünf Kirchengemeinden im Stadtgebiet Ostfilderns dem neu gegründeten Kirchenbezirk Bernhausen der Evangelischen Landeskirche in Württemberg zugeordnet.
Katholiken gibt es in Ostfildern erst wieder seit dem 20. Jahrhundert. In allen Stadtteilen wurden katholische Kirchen erbaut. In Kemnat entstand 1956 die Kirche St. Maria Königin. In Ruit wurde 1959/60 die katholische Kirche zur Hl. Monika gebaut, die 1972 zur Pfarrei erhoben wurde. Beide Gemeinden gehören zum Dekanat Stuttgart-Filder des Bistums Rottenburg-Stuttgart.
In Nellingen wurde 1959 die Kirche zur Heiligsten Dreifaltigkeit erbaut, die 1961 zur Pfarrei erhoben wurde. Zur Gemeinde gehören auch die Stadtteile Scharnhausen und Scharnhauser Park, doch gibt es in Scharnhausen seit 1965/65 eine eigene Kirche, die zunächst zur Pfarrei der Nachbargemeinde Neuhausen auf den Fildern gehörte. Die Kirchengemeinde Nellingen gehört zum Dekanat Esslingen-Nürtingen des Bistums Rottenburg-Stuttgart.
Die vatikanische Zeitung L’Osservatore Romano erscheint in ihrer deutschen Ausgabe im Schwabenverlag in Ostfildern.
Neben den beiden großen Kirchen gibt es in Ostfildern auch Freikirchen und Gemeinden, darunter die Evangelisch-methodistische Kirche (Versöhnungskirche) und die Gemeinschaft der Siebenten-Tags-Adventisten, deren Süddeutscher Verband hier seinen Sitz hat. Auch die Neuapostolische Kirche ist in Ostfildern mit einer sehr modernen Kirche vertreten.
Die Zahlen sind Volkszählungsergebnisse (¹) oder amtliche Fortschreibungen der jeweiligen Statistischen Ämter (nur Hauptwohnsitze).
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¹ Volkszählungsergebnis
An der Spitze der Stadt steht der von der Bevölkerung auf acht Jahre gewählte Oberbürgermeister. Er ist auch Vorsitzender des ebenfalls von der Bevölkerung auf fünf Jahre gewählten Gemeinderats. Er hat als allgemeinen Stellvertreter einen 1. Beigeordneten mit der Amtsbezeichnung Erster Bürgermeister und einen weiteren Beigeordneten mit der Amtsbezeichnung Bürgermeister.
Stadtoberhäupter seit Bildung der Stadt 1975:
Die Kommunalwahl am 13. Juni 2004 ergab folgende Sitzverteilung:
| FW | 31,0 % | +1,2 | 8 Sitze | ±0 |
| CDU | 30,7 % | −2,6 | 8 Sitze | −1 |
| SPD | 19,9 % | −4,3 | 5 Sitze | −1 |
| Die Grünen | 14,8 % | +2,2 | 4 Sitze | +1 |
| REP | 3,6 % | +3,6 | 1 Sitz | +1 |
Das Wappen der Stadt Ostfildern zeigt in von Silber und Rot geviertem Schild ein vierspeichiges, achtschaufliges, in den silbernen Feldern grün und in den roten Feldern golden tingiertes Mühlrad. Die Stadtflagge ist grün-weiß. Wappen und Flagge wurden durch das Regierungspräsidium Stuttgart am 23. November 1976 verliehen.
Der gevierte Schild war das Wappen der Herren von Nellingen, das später auch die gleichnamige Gemeinde führte. Zur Vogtei Nellingen gehörten auch die Orte Ruit und Scharnhausen. Das Mühlrad entstammt dem Kemnater Wappen, und die Farbgebung wurde dem Ruiter Wappen entlehnt. Im Körschtal gab es früher viele Mühlen; das Mühlrad soll die landwirtschaftliche Vergangenheit der heutigen Stadt symbolisieren.
Ostfildern unterhält mit folgenden Städten eine Städtepartnerschaft:
Freundschaften bestehen mit
Ostfildern hat wenig historische Bauten. Im Stadtteil Nellingen sind noch einige Bauten des Klosterhofs erhalten und zwar die im 16. Jahrhundert erbaute Propstei (eines der Wahrzeichen der Stadt), das Alte Pfarrhaus von 1565 oder der Fruchtkasten mit Staffelgiebel. Die benachbarte evangelische St.-Blasius-Kirche ist die ehemalige Propsteikirche. Erhalten blieb der spätromanische achteckige Turm mit Zeltdach. Das Schiff wurde 1777 neu erbaut. In den anderen Stadtteilen wurden die alten Kirchen in den 1950er und 1960er Jahren abgebrochen und durch Neubauten ersetzt: in Kemnat 1963 (der Vorgängerbau stammte aus dem 13. Jahrhundert), in Ruit ebenfalls 1963 und in Scharnhausen bereits 1952/53. Hier gibt es aber noch ein Schloss, das 1784 im Auftrag von Herzog Carl Eugen von Württemberg als Lustschloss errichtet wurde.
An neueren Bauwerken ist insbesondere das 1995 eingeweihte Körschtalviadukt zu nennen, das im Zuge der Ortsumgehung von Nellingen das Tal der Körsch überquert.
Ee gibt in Ostfildern mehrere Sportvereine mit überregionaler Bedeutung, unter anderem den TV Nellingen und den TB Ruit.
Im Süden des Stadtgebiets führt die Bundesautobahn 8 Stuttgart–Ulm vorbei. Über die Anschlussstelle Esslingen ist die Stadt direkt angebunden.
Südwestlich von Ostfildern befindet sich der Flughafen Stuttgart, dessen Start- und Landebahn im Osten zu einem kleinen Teil auf Scharnhauser Gemarkung liegt.
Seit 2000 hat Ostfildern einen Stadtbahnanschluss nach Stuttgart. Die Linie U7 der Stuttgarter Straßenbahnen (SSB) führt von der Station Killesberg über Hauptbahnhof und Fernsehturm durch die Stadtteile Ruit und Scharnhauser Park nach Nellingen. Montags bis Freitags verkehrt dreimal in der Stunde von 6 bis 20 Uhr auch die Linie U8 über Stuttgart-Möhringen bis Vaihingen Bahnhof. Ferner gibt es innerhalb des Stadtgebiets vier Buslinien der END (119, 120, 122, 131) und zwei der SSB (35, 73), die den öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) bedienen. Alle Linien sind zu einheitlichen Preisen innerhalb des Verkehrs- und Tarifverbund Stuttgart (VVS) zu benutzen.
Von 1926 bis 1978 war Nellingen durch die Straßenbahn Esslingen–Nellingen–Denkendorf mit der Kreisstadt per Schiene verbunden.
Über das Tagesgeschehen Ostfilderns berichten als Tageszeitungen die Eßlinger Zeitung, die Stuttgarter Zeitung und die Stuttgarter Nachrichten.
Wirtschaftliche Bedeutung hat Ostfildern vor allem als Druck- und Verlagsstadt. Seit den 1960er Jahren hat sich der Wirtschaftsstandort Ostfildern zu einem Schwerpunkt des Druck- und Verlagswesens in der Region entwickelt. Namhafte Unternehmen wie etwa Baedeker-Verlag, Jan-Thorbecke-Verlag, MairDumont-Verlag (mit Falk-Verlag), Schwabenverlag, Verlag Deutscher Drucker, J.Fink Mediengruppe (mit Dr. Cantz'sche Druckerei und Hatje Cantz Verlag), Merkur-Druck Mayer haben ihren Sitz in Ostfildern.
Um die Großunternehmen der Druckindustrie hat sich ein „Cluster“ von innovativen Betrieben der Medienbranche angesiedelt. Viele davon haben sich in der Mediafaktur Filder zusammengeschlossen, dem hier gegründeten Innovations- und Kompetenzzentrum Medien der Region Stuttgart. Der Verband Druck und Medien Baden-Württemberg und das Bildungswerk der Druckindustrie haben ihren Sitz in Ostfildern.
Darüber hinaus ist der Maschinenbau auch in Ostfildern, wie in der gesamten Region, stark vertreten. Als Beispiel ist die Gehring GmbH & Co. KG zu nennen. Aus der Automatisierungstechnik ist die Pilz GmbH & Co. KG ansässig. In Ostfildern ist mit Klein und Hummel eines der führenden Unternehmen für gehobenes Studio-Equipment ansässig.
Ebenso ist die Messtechnik-Branche in der Region führend. Novotechnik, mit Firmensitz in Ostfildern, ist wegweisend in der Weiterentwicklung der Messtechnik.
In Ostfildern gibt es zwei Gymnasien (Heinrich-Heine- und Otto-Hahn-Gymnasium), eine Realschule (Riegelhofschule Realschule Nellingen), zwei Grund- und Hauptschulen mit Werkrealschule (Erich-Kästner-Schule Nellingen und Schule im Park Scharnhauser Park), eine Förderschule (Lindenschule Parksiedlung) sowie Grundschulen in den Stadtteilen Ruit (Schillerschule und Justinus-Kerner-Schule), Nellingen (Klosterhofschule), Parksiedlung (Lindenschule), Kemnat (Pfingstweideschule) und Scharnhausen (Wasenäckerschule).
Mit der GARP hat ein großes überbetriebliches Ausbildungszentrum seinen Stammsitz in Ruit, der Sitz der Technischen Akademie Esslingen ist in Nellingen.
Ostfildern bezieht sein Trinkwasser von den Stadtwerken Esslingen, der Filderwasserversorgung und der EnBW, die ihrerseits von der Bodensee-Wasserversorgung beliefert werden. Zur Reinigung des Abwassers betreibt die Stadt eine Kläranlage im Körschtal bei Nellingen; das Kemnater Abwasser wird der Kläranlage Plieningen zugeführt, die sich auf Kemnater Gemarkung befindet.
Die Stadt Ostfildern hat bislang noch kein Ehrenbürgerrecht verliehen. Vor 1975 wurde von zwei Stadtteilen – die damals ja noch selbständige Gemeinden waren – insgesamt drei Mal das Ehrenbürgerrecht verliehen:
| Geburts- Jahr, Tag | Ort, Stadtteil | Name | Beruf |
|---|---|---|---|
| 1739, 25. November | Scharnhausen | Philipp Matthäus Hahn | Pfarrer und Mechaniker |
| 1787, 4. Februar | Scharnhausen | Karl Christian Wagenmann | Chemiker und Fabrikant |
| 1970, 26. Mai | Ruit | Ralph Bergmann | deutscher Volleyball-Nationalspieler |
| 1970, 20. Oktober | Ruit | Anna Katharina Hahn | Schriftstellerin |
| 1976 | Ivo Hentschel | Dirigent und Pianist | |
| 1977, 5. September | Ruit | Danny Fresh | deutscher Rapper |
| 1980, 9. Februar | Ruit | Cassandra Steen | deutsche Soulsängerin |
| 1981, 21. Juli | Ruit | Stefan Schumacher | Radrennfahrer |
| 1985, 16. Oktober | Ruit | Manuel Späth | deutscher Handball-Nationalspieler |
Aichtal | Aichwald | Altbach | Altdorf | Altenriet | Baltmannsweiler | Bempflingen | Beuren | Bissingen an der Teck | Deizisau | Denkendorf | Dettingen unter Teck | Erkenbrechtsweiler | Esslingen am Neckar | Filderstadt | Frickenhausen | Großbettlingen | Hochdorf | Holzmaden | Kirchheim unter Teck | Kohlberg | Köngen | Leinfelden-Echterdingen | Lenningen | Lichtenwald | Neckartailfingen | Neckartenzlingen | Neidlingen | Neuffen | Neuhausen auf den Fildern | Notzingen | Nürtingen | Oberboihingen | Ohmden | Ostfildern | Owen | Plochingen | Reichenbach an der Fils | Schlaitdorf | Unterensingen | Weilheim an der Teck | Wendlingen am Neckar | Wernau (Neckar) | Wolfschlugen
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