Meinestadt.de - Olching - 25.05.2012
Lexikon - meinestadt.de
| Wappen | Deutschlandkarte | |
|---|---|---|
| Datei:Olching.svg |
|
|
| Basisdaten | ||
| Bundesland: | Bayern | |
| Regierungsbezirk: | Oberbayern | |
| Landkreis: | Fürstenfeldbruck | |
| Höhe: | 503 m ü. NN | |
| Fläche: | 29,91 km² | |
| Einwohner: | 24.501 (30. Dez. 2007) | |
| Bevölkerungsdichte: | 819 Einwohner je km² | |
| Postleitzahl: | 82140 | |
| Vorwahl: | 08142 | |
| Kfz-Kennzeichen: | FFB | |
| Gemeindeschlüssel: | 09 1 79 142 | |
| Adresse der Gemeindeverwaltung: | Rebhuhnstraße 18 82140 Olching |
|
| Webpräsenz: | ||
| Bürgermeister: | Andreas Magg (SPD) | |
| Lage der Gemeinde Olching im Landkreis Fürstenfeldbruck | ||
| <imagemap>-Fehler: Bild ist ungültig oder nicht vorhanden | ||
Olching ist eine Gemeinde im oberbayerischen Landkreis Fürstenfeldbruck und liegt etwa 20 Kilometer westlich von München. Die Gemeinde Olching entstand 1978 als Verwaltungseinheit, in der die bis dahin selbständigen Gemeinden Olching, Esting, Neu-Esting, Grasslfing und Geiselbullach zusammengefasst wurden. Mit einer Einwohnerzahl von knapp 25.000 gilt Olching als bevölkerungsreichste Gemeinde Bayerns, die weder Stadt- noch Marktrecht besitzt.
Inhaltsverzeichnis |
Das Gebiet der Gemeinde Olching liegt ungefähr auf halber Strecke zwischen Dachau und Fürstenfeldbruck und erstreckt sich auf beiden Seiten der Amper.
Olching grenzt im Westen an das Gemeindegebiet von Maisach, im Norden an Bergkirchen (Landkreis Dachau), im Osten an das Stadtgebiet von München, im Südosten an die Gemeinde Gröbenzell, im Süden an Puchheim und Eichenau und im Südwesten an Emmering und Fürstenfeldbruck.
1978 wurden die bis dahin selbständigen Gemeinden Olching, Esting und Geiselbullach zu einer Verwaltungseinheit zusammengefasst. Heute besteht Olching aus den Ortsteilen Olching, Geiselbullach, Graßlfing und Esting. Der Ortsteil Esting untergliedert sich wiederum in (Alt-)Esting und Neu-Esting.
Die Gesamtfläche der Gemeinde Olching beträgt 2.990,5 ha. Hiervon entfallen 1960 ha auf landwirtschaftliche Nutzflächen, 303 ha auf Gebäude und zugehörige Freiflächen, 224 ha auf Verkehrsflächen, 193 ha auf Waldflächen, 103 ha auf Wasserflächen, 35 ha auf Erholungsflächen, 23 ha auf Betriebsflächen und 151 ha auf Flächen anderer Nutzung.
In der Gemeinde Olching gibt es das Landschaftsschutzgebiet "Untere Amper" (ca. 553 ha davon 316 ha auf dem Gebiet der Gemeinde Olching) sowie das Landschaftsschutzgebiet "Graßlfinger Moos und Olchinger See" (ca. 590 ha).
Olching liegt im Übergangsbereich zwischen dem feuchten atlantischen und dem trockenen kontinentalen Klima. Weitere wesentliche wetterbestimmende Faktoren sind die Alpen als mitteleuropäische und die Donau als regionale Wetterscheide. Aufgrund dieser Konstellation ist das Wetter relativ wechselhaft. Der Föhn bringt das ganze Jahr hindurch aus südlicher Richtung immer wieder warme und trockene Luftströmungen nach Olching. Damit verbunden ist eine sehr gute Fernsicht – und insbesondere auch der berühmte bayerisch-blaue Himmel – so dass auch die Bayerischen Alpen sehr deutlich zu sehen sind. Bei einigen Menschen löst der Föhn Kopfschmerzen und/oder Kreislaufprobleme aus.
Das Wappen der Gemeinde Olching stammt aus dem Jahr 1951. Der blaue Wellenbalken im unteren Teil symbolisiert heraldisch die Lage am Fluss Amper, welcher große wirtschaftliche Bedeutung für den Ort hat. Der schwarze Moorkolben in der Mitte erinnert daran, dass Olching früher eine Sumpfgegend war und Teile des Dachauer Moos umfasste. Der Weizen steht für die Landwirtschaft auf dem kultivierten Land. Der obere Teil des Wappens zeigt das bayerische Rautenwappen, was auf eine enge Verbindung zum bayerischen Herrscherhaus hinweist, welche begründet wurde durch die ehemalige kurfürstliche Schwaige Graßlfing auf dem Gemeindegebiet. Obwohl seit 1928 keine Bestandteile des bayerischen Staatswappens mehr in kommunale Wappen übernommen werden dürfen, wurde hier eine Ausnahme genehmigt, um eine Verwechslung mit dem Gemeindewappen von Kolbermoor zu vermeiden.[1]
Gräberfunde und Knochenreste auf dem Gemeindegebiet weisen alte bajuwarische Ansiedlungen für Zeit um 600 v. Chr. nach.[2] Die früheste urkundliche Erwähnung eines Olchinger Ortsteils nennt Esting, das im Jahre 806 in einer Schenkungs-Urkunde genannt wurde. Die erste urkundliche Erwähnung Olchings stammt aus dem frühen Mittelalter. In einer Schenkungsurkunde von 740 übergibt der Agilolfingerherzog Tassilo II. den Ort mit Kirche und Getreidemühle dem Kloster Benediktbeuern (die Echtheit der Beurkundung ist umstritten). Die 1903 abgerissene frühgotische Kirche wurde durch die neuromanische Basilika "St. Peter und Paul" ersetzt.
1258 muss Herzog Ludwig der Strenge als Sühne für den Mord an seiner Frau Maria von Brabant ein Kloster gründen. Dieses wurde 1262 vom Aiblinger Gebiet nach Olching verlegt. Die Zisterziensermönche trafen daraufhin am 14. August 1262 in Olching ein und "erstellten gar bald einen hölzernen Bau". Nicht endgültig geklärt ist ob ein Starzelhochwasser oder ungeklärte Eigentumsverhältnisse dafür sorgten, dass die Mönche schon 1263 auf "des Fürsten Feld" – in der Nähe des heutigen Fürstenfeldbruck übersiedelten.
Das Kloster Fürstenfeld hatte in den folgenden Jahrhunderten bis zur Säkularisierung (1802/03) in Olching viele Besitztümer, aber auch andere kirchliche und weltliche Grund- und Lehensherrschaften sind in vielen Dokumenten erwähnt.
Der Dreißigjährige Krieg hinterließ auch in Olching seine Spuren. Am 17. Mai 1632 zog König Gustav Adolf von Schweden in München ein. Während die Stadt gegen eine Kontributionszahlung verschont blieb, spürte vor allem das Umland die Last des Krieges. Von 67 Anwesen in Olching im Jahr 1631 waren 1648 nur noch ganze neun erhalten.
Im 18. Jahrhundert konnte sich der Ort allerdings von den Kriegsschäden wieder etwas erholen, und als 1802/03 große Gebiete aus dem Besitz des Kloster Fürstenfeld der Gemeinde zufielen erwarben 55 Anwesensbesitzer ihre Nutzungsrechte an den Flächen.
1821 wurde Olching (das bis dahin über Jahrhunderte von Dachau aus verwaltet worden war) an das neu gegründete Rentamt Fürstenfeldbruck angegliedert und 1823 auch dem Landgericht Fürstenfeldbruck.
1834 wird die erste Schule gegründet.
1839 war Olching ein kleines Dorf mit etwa 50 Höfen und etwa 300 Einwohnern. Dies änderte sich mit dem Beginn des Eisenbahnzeitalters. Es begann am 27. Oktober 1839 mit der Fertigstellung des 19 km langen Streckenabschnittes München-Olching durch die zunächst private München-Augsburger Eisenbahn-Gesellschaft. Erst ab dem 4. Oktober 1840 konnten die Olchinger Bürger auch das knapp 43 km entfernte Augsburg via Dampfzug erreichen. Nach Nürnberg-Fürth im Jahre 1835 war dies die zweite Eisenbahnlinie im damaligen Deutschen Reich.
Durch die hohe Anzahl von Arbeitern in Olching hatten sie auch im 20. Jahrhundert einen großen Einfluss auf die soziale und politische Kultur in Olching. Die linken Parteien hatten in der Weimarer Republik stets die Mehrheit im Gemeinderat.
Einige dieser Politiker, wie beispielsweise für den SPD-Bürgermeister Josef Tauscheck, brachte ihre Überzeugung ab 1933 KZ-Haft und endlose Schikanen. Denn auch die Nationalsozialisten im "Dritten Reich" hatten in Olching eine breite Anhängerschaft.
In den 20er und 30er Jahren des 20. Jahrhunderts errang Olching Bekanntheit als Badeort für Erholungssuchende aus der Großstadt. Es wird berichtet, dass an heißen Sommertagen täglich bis zu 15.000 Badegäste mit der Eisenbahn an die Seen und Flüsse kamen. Schließlich durfte sich die Gemeinde ab den 10. Dezember 1936 als „Fremdenverkehrsgemeinde“ und „Erholungsort“ nennen.[3]
Während der Zeit des Nationalsozialismus begann 1937 der Bau der Autobahn von München nach Stuttgart, der späteren Bundesautobahn 8. Am 2. Dezember 1938 fand die Eröffnung des ersten Teilabschnittes von München bis Olching statt.
Bei einem alliierten Bombenangriff am 22. Februar 1944 mittags wurden 22 Menschen, darunter auch zwei von den ca. 1000 in und um Olching beschäftigten Zwangsarbeitern, getötet.[4]
Nach dem Kriegsende 1945 mussten rund 2.000 Heimatvertriebene, meist aus Schlesien und der Tschechoslowakei aufgenommen werden. Der Anteil dieser Neubürger machte 1950 mehr als 25 % der Gesamtbevölkerung aus und ihr Engagement trug nicht unerheblich zur dynamischen Entwicklung Olchings in der Nachkriegszeit bei.
Prägten nach dem Krieg vor allem Bauernhöfe das Ortsbild von Olching, sind an deren Stelle nun längst moderne Geschäftsbauten in der Hauptstraße getreten. Viele Bürger arbeiten in München und profitierten von der Einrichtung des S-Bahnverkehrs 1972 anlässlich der Olympischen Spiele in München. Seit der Bildung der Großgemeinde 1978 steigen die Einwohnerzahlen weiter an, vor allem durch den Bau einer neuen Wohnsiedlung im Schwaigfeld.
Der Gemeinderat der Gemeinde Olching umfasst 30 Sitze und setzt sich seit der letzten Kommunalwahl am 2. März 2008 wie folgt zusammen:
In Klammern die Veränderungen gegenüber der Gemeinderatswahl vom März 2002.
Olching ist über die Anschlussstellen Dachau/Fürstenfeldbruck oder Lochhausen/Langwied mit der Autobahn A 8, sowie über Anschlussstelle Lochhausen mit der A 99 verbunden. Außerdem gibt es zwei Auffahrten auf die B 471. Im öffentlichen Nahverkehr sind Olching und Neu-Esting mit eigenen Haltestellen an der Linie S4 (Mammendorf – Esting – Olching – München Hauptbahnhof – Ebersberg) an das S-Bahnnetz des Münchner Verkehrs- und Tarifverbundes angeschlossen. Die Münchner Innenstadt ist damit in gut 20 Minuten zu erreichen. Darüber hinaus bestehen Busverbindungen in die umliegenden Ortschaften. Olching befindet sich an der Schnellfahrstrecke Augsburg-München, bei der die Züge bis zu 230 km/h schnell werden können.
Neben dem großen Gewerbegebiet, südlich der S-Bahnlinie mit den üblichen Discountern, Super-, Bau- und Medienmarkt sowie verschiedenen Handwerksbetrieben entstand Ende 2007 im nördlich Teil Olchings in der Feurstraße, neben dem Gymnasium ein kleineres Gewerbengebiet unter der Bezeichnung „Schwaigfeld Center“. Neben einem Supermarkt, einem Drogerie- und Billigdiscounter findet sich dort unter anderem eine Fahrschule, ein Fitness-Center sowie ein Zahnarzt.
Der Faschingsumzug, der jedes Jahr am Faschingsdienstag um 14 Uhr stattfindet, hat in Olching eine lange Tradition. Schon ca. 1923 fand, organisiert vom damaligen Burschenverein, ein Faschingszug statt. Zwischen 1938 und 1952 fanden keine belustigende Umzüge statt. Erst 1953, als sechs Maskierte (darunter drei Musikanten) durch Olching zogen, war das Eis gebrochen. Bis zum Jahr 1980 prägte vor allem Sepp Miller als Organisationsleiter das Bild des Olchinger Faschingstreibens.
Der Zug wurde durch die Mitwirkung von Vereinen aus Olching und den umliegenden Gemeinden immer größer. Mittlerweile ist der Olchinger Faschingsumzug der größte in ganz Oberbayern. Nur 1962 wegen der Flutkatastrophe in Hamburg, 1990 wegen des Orkans Wiebke und 1991 während des Golfkrieges fand die Veranstaltung nicht statt. In den folgenden Jahren verfolgten jeweils ungefähr 30.000–40.000 Zuschauer das Spektakel in der Olchinger Hauptstraße.
Das Olchinger Volksfest findet jährlich in der zweiten Pfingstferienwoche statt. An Fronleichnam wird im Rahmen des Festprogramms das traditionelle Speedwayrennen ausgetragen. Darüber hinaus veranstaltet die Gemeinde Olching ein breites Rahmenprogramm rund um das Volksfest. Meistens am Montag findet, nach Einbruch der Dunkelheit, ein großes Brillantfeuerwerk statt.
Die Jugendinitiative TROJA Olching e.V., ein Verein von Jugendlichen für Jugendliche, veranstaltet jährlich eine Rollerblade-Veranstaltung namens BladeFever. Diese Veranstaltung ist die größte Sportveranstaltung in Olching mit aktiven Sportlern. In enger Zusammenarbeit mit Feuerwehr und Polizei wird ein sicheres Fahren ermöglicht. Künftig wird das BladeFever in weitere Runden gehen.
Besonders durch die Neubauten im Schwaigfeld (Ortsteil Graßfling) sind die Einwohnerzahlen in den letzten Jahren in Olching gestiegen.
Der Bevölkerungsstand am:
(jeweils ohne Nebenwohnsitz)
Quelle: Statistisches Landesamt Bayern
Nachfolgende Werte basieren auf Schätzungen über die künftige Einwohnerentwicklung.
Juli 2003 – 30. Juni 2004
| Anmeldungen | 1.723 |
| Abmeldungen | 1.563 |
| Ummeldungen innerhalb der Gemeinde | 728 |
| Geburten | 186 |
| Sterbefälle | 154 |
(1995–2004, Quelle ist die Gemeinde selber)
| Stand am | 31. Dezember 1995 | 31. Dezember 1996 | 31. Dezember 1997 | 31. Dezember 1998 | 31. Dezember 1999 | 31. Dezember 2000 | 31. Dezember 2001 | 31. Dezember 2002 | 31. Dezember 2003 | 31. August 2004 | 31. Dezember 2007 |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Olching | 13.001 | 13.135 | 13.195 | 13.371 | 13.498 | 13.496 | 13.854 | 13.739 | 13.820 | 13.901 | 13.885 |
| Esting | 1.685 | 1.676 | 1.684 | 1.643 | 1.655 | 1.655 | 1.665 | 1.623 | 1.605 | 1.629 | 1.655 |
| Neu-Esting | 4.173 | 4.140 | 4.091 | 4.111 | 4.069 | 4.162 | 4.260 | 4.283 | 4.361 | 4.401 | 4.358 |
| Geiselbullach | 1.357 | 1.388 | 1.443 | 1.547 | 1.592 | 1.620 | 1.614 | 1.698 | 1.727 | 1.872 | 1.819 |
| Graßlfing | 1.504 | 1.513 | 1.507 | 1.513 | 1.718 | 1.876 | 1.945 | 2.264 | 2.339 | 2.400 | 2.757 |
| Gesamt | 21.720 | 21.852 | 21.934 | 22.185 | 22.532 | 22.809 | 23.068 | 23.607 | 23.852 | 24.203 | 24.474 |
(Stand: 31. August 2004)
2.202 (9,09 % der Gesamtbevölkerung)
(inkl. Nebenwohnsitz)
| römisch-katholisch | 12.772 |
| evangelisch | 3.975 |
| sonstige bzw. ohne Religion | 7.456 |
Adelshofen | Alling | Althegnenberg | Egenhofen | Eichenau | Emmering | Fürstenfeldbruck | Germering | Grafrath | Gröbenzell | Hattenhofen | Jesenwang | Kottgeisering | Landsberied | Maisach | Mammendorf | Mittelstetten | Moorenweis | Oberschweinbach | Olching | Puchheim | Schöngeising | Türkenfeld
da:Olching en:Olching eo:Olching it:Olching nl:Olching pl:Olching pt:Olching ro:Olching ru:Ольхинг vo:Olching