Freitag, 25.05.2012



Lexikon Suche


Olbersdorf

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie

Wechseln zu: Navigation, Suche
Hilfe:Begriffsklärung
Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Olbersdorf (Begriffsklärung) aufgeführt.
Wappen Deutschlandkarte
Die Gemeinde Olbersdorf führt kein Wappen
Olbersdorf
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Olbersdorf hervorgehoben
50.86666666666714.766666666667273Koordinaten: 50° 52′ N, 14° 46′ O
Basisdaten
Bundesland: Sachsen
Direktionsbezirk: Dresden
Landkreis: Görlitz
Verwaltungs-
gemeinschaft:
Olbersdorf
Höhe: 273 m ü. NN
Fläche: 15,16 km²
Einwohner: 5734 (30. Dez. 2007)[1]
Bevölkerungsdichte: 378 Einwohner je km²
Postleitzahl: 02785
Vorwahl: 03583
Kfz-Kennzeichen: GR
Gemeindeschlüssel: 14 6 26 400
Gemeindegliederung: 5 Ortsteile
Adresse der Gemeindeverwaltung: Oberer Viebig 2a
02785 Olbersdorf
Webpräsenz:
Bürgermeister: Andreas Förster
Lage der Gemeinde Olbersdorf im Landkreis Görlitz
Datei:Olbersdorf in GR.png

Olbersdorf ist eine sächsische Gemeinde im Landkreis Görlitz. Sie ist Verwaltungssitz der Verwaltungsgemeinschaft Olbersdorf.

Inhaltsverzeichnis

Geographie

Olbersdorf von Berg Töpfer (Zittauer Gebirge) aus gesehen)

Das Dorf grenzt im Norden unmittelbar an die Stadt Zittau und im Süden an Oybin im Zittauer Gebirge. Es erstreckt sich im Tal des Goldbaches, der auch in Dürrezeiten immer Wasser führte und deshalb für die Besitzer der zahlreichen Mühlen „Gold wert“ war. Im Niederdorf befindet sich der Olbersdorfer See, das geflutete Tagebaurestloch der Braunkohlengrube Glückauf, die 1912 aufgeschlossen wurde. Der See dient seit der Landesgartenschau 1999 zu Erholungszwecken.

Ortsgliederung

Der Ort Olbersdorf gliedert sich in das Niederdorf, das Oberdorf, den Kaltenstein, das Städtel, die Randsiedlung, das Neubaugebiet und den Kohlenviebig.

Geschichte

Auf den Kaiserfeldern wurde beim Aufwerfen einer Schanze ein Hort mit 49 Randleistenbeilen gefunden, der die Besiedlung der Gegend am Mittelweg in der Bronzezeit belegt (jetzt im Görlitzer Museum). 1319 wird Olbersdorf das erste mal als „Albertsdorf“ (‚Dorf eines Albert‘) urkundlich erwähnt. Angelegt ist es als Waldhufendorf. Die Schreibweise „Olbersdorf“ tritt erstmalig 1429 auf. 1343 haben Mannschaften des Bischofs von Meißen die Gegend unsicher gemacht. 1362 brannten die Prager und 1420 und 1424 die Hussiten Olbersdorf nieder. 1533 brachte der Türkenkrieg dem Dorf neue Lasten und Leiden. Die Schrecken des Dreißigjährigen Krieges waren für Olbersdorf so anhaltend, dass man erst 1650 das Friedensfest feiern konnte. Im Türkenkrieg (1664), im Nordischen Kriege, in den Schlesischen und Napoleonischen Kriegen hat der Ort Drangsale durchmachen müssen, die anderen, entlegeneren Ortschaften, erspart geblieben sind.

Seit der Mitte des 18. Jahrhunderts wurde in Olbersdorf Braunkohle abgebaut. Die Anfänge des Kohlebergbaus lagen auf dem Kaltenstein. Wegen der in den 80er Jahren des vorigen Jahrhunderts vorgesehenen Erweiterung des Tagebaus verfiel das Niederdorf. Für die Umsiedlung der betroffenen Olbersdorfer und Zittauer Einwohner wurde im Oberdorf ein neues Wohngebiet, im Volksmund Golan-Höhen genannt, errichtet.

1925 erbaute die Gemeinde ein großzügiges Freibad, das Volksbad.

Die 1883 im neugotischen Stil errichtete evangelische Kirche in Olbersdorf wurde 1986, nach Umbettung des Friedhofes gesprengt, ein Ersatzbau neben dem neuen Friedhof am Butterhübel im selben Jahr geweiht. Im Jahre 2005 wurde die neu errichtete katholische Kapelle geweiht.

Durch das Dorf führt die Zittau-Oybin-Jonsdorfer (Schmalspur-)Eisenbahn, die noch heute ausschließlich mit Dampflokomotiven betrieben wird. Die Linienführung zwischen Bahnhof Zittau-Vorstadt und Bahnhof Bertsdorf war von 1925 bis 1945 zweigleisig.

Sehenswürdigkeiten

Sonnenuntergang am Olbersdorfer See

Wirtschaft

Olbersdorf war eine bedeutende Industriegemeinde mit dem Schwerpunkt Textilindustrie (Webereien (Wagner), Spinnereien (Rinnelt) für Baumwolle, Jute (Gustav Wäntig AG, war früher zweitgrößte deutsche Jutespinnerei und Weberei, Familien AG, hatte vor 1945 bis zu 1.000 Mitarbeiter, durch die Sowjets enteignet, Gustav Wäntig wurde von der Bevölkerung der "Daimler" von Sachsen aber auch wegen seiner sozialen Einstellung seinen Arbeitern gegenüber der "Abbe" von Sachsen genannt), Kokosfasern); davon existieren und produzieren heute nur noch KSO und die Kokosweberei. Von den einstigen Betrieben (Eisengießerei Biebrack (Tiegel), Holz- und Imprägnierwerk „Katz & Klumpp“, Textilmaschinenfabrik Gruschwitz, Funkwerk (ZIPHONA-Plattenspieler), Papierfabrik, zwei Getreidemühlen (Mauermann), Möbel- später Klavierfabrik, Ziegelei und Braunkohlengrube „Glück auf“) produziert heute nur noch die Stahlgießerei unter dem Namen Olbersdorfer Guß GmbH.

Einzelnachweise

  1. Statistisches Landesamt des Freistaates Sachsen: Bevölkerungsentwicklung

Weblinks

cs:Olbersdorf

en:Olbersdorf eo:Olbersdorf et:Olbersdorfi vald fr:Olbersdorf hsb:Olbersdorf nl:Olbersdorf ro:Olbersdorf ru:Ольберсдорф vo:Olbersdorf