Meinestadt.de - Nordrach - 25.05.2012
Lexikon - meinestadt.de
| Wappen | Deutschlandkarte | |
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| Basisdaten | ||
| Bundesland: | Baden-Württemberg | |
| Regierungsbezirk: | Freiburg | |
| Landkreis: | Ortenaukreis | |
| Höhe: | 297 m ü. NN | |
| Fläche: | 37,75 km² | |
| Einwohner: | 2031 (30. Dez. 2007)[1] | |
| Bevölkerungsdichte: | 54 Einwohner je km² | |
| Postleitzahl: | 77787 | |
| Vorwahl: | 07838 | |
| Kfz-Kennzeichen: | OG | |
| Gemeindeschlüssel: | 08 3 17 085 | |
| Adresse der Gemeindeverwaltung: | Im Dorf 26 77787 Nordrach |
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| Webpräsenz: | ||
| Bürgermeister: | Carsten Erhardt (FDP) | |
Nordrach ist eine Gemeinde im westlichen Schwarzwald in Baden-Württemberg und gehört zum Ortenaukreis.
Inhaltsverzeichnis |
Die Gemeinde Nordrach zieht sich über nahezu 10 km Länge im engen Tal des gleichnamigen Flüsschens entlang. In diesem Tal verläuft auch die Straße von Zell am Harmersbach (6 km) nach Bad Peterstal-Griesbach (12 km), allerdings ist die Strecke durch das Harmersbachtal über den Löcherberg kürzer. Die Entfernung zur Kreisstadt Offenburg beträgt 25 km. Das Gemeindegebiet erstreckt sich über eine Höhenlage von 255 bis 878 Meter.
Die Gemeinde grenzt im Norden an die Städte Oberkirch und Oppenau, im Osten an Oberharmersbach, im Süden an die Stadt Zell am Harmersbach und im Westen an die Stadt Gengenbach.
Zur Gemeinde Nordrach gehören das Dorf Nordrach, die Zinken Allmend, Bärhag, Bäumlisberg, Buchbühl, Ernsbach, Flacken, Grafenberg, Hasenberg, Helgenbühl, Hutmacherdobel(-loch), Kohlberg, Kühlmorgen, Lindach, Merkenbach, Michelbach, Moosbach, Mühlstein, Rautschhof, Schönwald, Schottenhöfen, Schrofen (Hinter und Vorder), Stollenberg, Untertal und Vor Ernsbach, die Höfe Denninger, Heugraben, Hirzenberg, Lichtersgrund, Reutegut, Rühlsbach, Sodlach, Stollengrund(hof) und Unterflacken und die Wohnplätze Kuttelrain, Moosmatte und Nordrach-Fabrik. Im Gemeindegebiet lagen die aufgegangene Ortschaft Schottenhöfe sowie eine abgegangene Burg in der Nähe von Mühlstein.[2]
79 Prozent der Gemarkungsfläche sind bewaldet und 17 % werden landwirtschaftlich genutzt, der Rest ist Siedlungs- und Verkehrsfläche.
Nordrach gehörte früher zum Landkreis Wolfach, mit dessen Auflösung kam der Ort 1973 zum Ortenaukreis. Nordrach hatte bis 1975 vier Tuberkulose-Kliniken. Besonders bemerkenswert waren die Volksheilstätte in Nordarch-Kolonie, die von dem Sozialisten und Arzt Dr. Otto Walther und seiner Frau Dr. Hope Adams gegründet wurden. Diese war die erste Frau, die im Kaiserreich eine Approbation als Ärztin erlangte. Bis zu ihrer Scheidung leiteten die beiden gemeinsam die Volksheilstätte, in der neben armen Bevölkerungsschichte u.a. auch Klara Zetkin und August Bebel als PatientInnen hinkamen. Außerdem gab es die orthodoxe jüdische Rothschild-Klinik im Dorf mit koscherer Küche und einer Synagoge, ein kleiner jüdischer Friedhof existiert heute noch. Diese Klinik wurde 1942 von den Nazis in das Lebensbornheim Schwarzwald umgewandelt, die meisten der jüdischen Ärzte, Schwestern und Patientinnen wurden nach Theresienstadt und Auschwitz abtransportiert und ermordet.
Da an Nordrach die Reformation vorbei ging, ist die Gemeinde auch heute noch römisch-katholisch geprägt. Die wenigen evangelischen Gläubigen werden von Zell am Harmersbach aus betreut.
Die Gemeinde gehört der Vereinbarten Verwaltungsgemeinschaft der Stadt Zell am Harmersbach an.
Die Gemeinderatswahl vom 13. Juni 2004 brachte folgendes Ergebnis:
Nordrach pflegt partnerschaftliche Beziehungen zu
Traditionell lebten die Nordracher von der Land- und Forstwirtschaft. Infolge der steilen Hanglagen und der damit verbundenen Erosionsgefahr war die Bewirtschaftung der Felder jedoch schwierig und kaum mechanisierbar. Das führte nach dem Zweiten Weltkrieg schnell zu einem drastischen Rückgang der Landwirtschaft. 2003 gab es noch 15 Haupterwerbsbetriebe und etwa 60 Nebenerwerbslandwirte.
Im Jahr 2004 gab es in Nordrach etwa 800 Arbeitsplätze, 57 % davon im produzierenden Gewerbe. Die Pendlerbilanz ist positiv, 390 Nordracher verdienen ihren Lebensunterhalt außerhalb der Gemeinde und 480 Arbeitskräfte kommen aus anderen Gemeinden nach Nordrach.
Die Gemeinde ist mit einer Buslinie mit Biberach verbunden und gehört dem Tarifverbund Ortenau an.
Die Eignung des Nordrachtals für Kurzwecke wurde schon gegen Ende des 19. Jahrhunderts erkannt. Die windgeschützte und nebelfreie Lage begünstigte die Errichtung von mehreren Lungenheilstätten, die jedoch alle nicht mehr bestehen. Aus diesem Grund ist ein bekannter Name für Nordrach auch das „Badisches Davos“. Heute gibt es in Nordrach noch zwei Rehabilitationskliniken.
Die Holzverarbeitung hat ebenfalls eine lange Tradition im Nordrachtal. Es finden sich in Nordrach fünf Sägewerke sowie eine Reihe von weiterverarbeitenden Betrieben.
Aus eher handwerklichen Betrieben entwickelten sich im Laufe der Zeit:
Seit 1991 gibt es im Ort ein Puppenmuseum.
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