Meinestadt.de - Neusalza-Spremberg - 25.05.2012
Lexikon - meinestadt.de
| Wappen | Deutschlandkarte | |
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| Basisdaten | ||
| Bundesland: | Sachsen | |
| Direktionsbezirk: | Dresden | |
| Landkreis: | Görlitz | |
| Verwaltungs- gemeinschaft: |
Neusalza-Spremberg | |
| Höhe: | 325 m ü. NN | |
| Fläche: | 22,89 km² | |
| Einwohner: | 3804 (30. Dez. 2007)[1] | |
| Bevölkerungsdichte: | 166 Einwohner je km² | |
| Postleitzahl: | 02742 | |
| Vorwahl: | 035872 | |
| Kfz-Kennzeichen: | GR | |
| Gemeindeschlüssel: | 14 6 26 350 | |
| Stadtgliederung: | 4 Ortsteile | |
| Adresse der Verbandsverwaltung: | Kirchstraße 17 | |
| Webpräsenz: | ||
| Bürgermeister: | Matthias Lehmann (CDU) | |
| Lage der Stadt Neusalza-Spremberg im Landkreis Görlitz | ||
| Datei:Neusalza-Spremberg in GR.png | ||
Neusalza-Spremberg ist eine sächsische Landstadt im Landkreis Görlitz, 20 km südlich von Bautzen und 26 km nordwestlich von Zittau, direkt an der Grenze zu Böhmen (Tschechien).
Inhaltsverzeichnis |
Die Stadt liegt im südöstlichen Teil des Oberlausitzer Berglandes. Das Stadtgebiet erstreckt sich über eine Fläche von rund 23km² auf einer mittleren Höhe von 325 m ü.NN. Auf der Ostseite wird die Stadt vom Spreepark begrenzt, wo die Spree über Millionen von Jahren um den 340m hohen Sternberg ein Kerbsohlental gebildet hat. Südlich und westlich der Stadt erstrecken sich ausgedehnte Waldgebiete bis zur tschechischen Grenze, die hier den so genannten Fugauer Zipfel bildet.
Neusalza-Spremberg ist von zahlreichen Granithügeln umgeben, so z.B. dem 393m hohen Hänscheberg, den 373m hohen Schmiedesteinen, dem 410m hohen Hahneberg oder dem 422m hohen Fuchsberg.
Zur Stadt gehören die Stadtteile Neusalza, Spremberg, Friedersdorf und Sonneberg.
Die Ortsgeschichte gliedert sich in drei Bereiche, die Geschichte des Dorfes Spremberg, die Geschichte der Stadt Neusalza und schließlich ab 1920 die Geschichte der Stadt Neusalza-Spremberg.
In einer Besitzurkunde aus dem Jahr 1242 über den Wallfahrtsort Jauernick, unterzeichnet vom böhmischen König Wenzel I. und dem Kloster St. Marienthal, wurden als Zeugen zwei Brüder benannt. Einer von ihnen, Hartwicus de Sprewemberch, soll der Besitzer der Ländereien gewesen sein. Der Ortsname Sprewemberch (Spremberg) wurde erstmals am 21. Januar 1272 urkundlich erwähnt. Schon zu dieser Zeit bestanden Kompetenzstreitigkeiten zwischen den Markgrafen von Brandenburg und dem Bischof von Meißen, in deren Folge dem Ort kurzzeitig das Recht aberkannt wurde, Gottesdienste abzuhalten. 1392 belehnte Wenzel IV. die Brüder Hans und Heinrich von Raußendorf mit dem Gebiet, zu dem auch Spremberg (Friedersdorf, Taubenheim und Sohland) gehörte. Der Ort blieb bis 1564 im alleinigen Besitz derer von Raußendorff.
1347 unternahm der spätere Kaiser Karl IV. zur Huldigung durch die Lausitzer Stände eine Reise nach Bautzen, wobei er auf dem Weg dorthin die sogenannte „Kaiserstraße“ benutzte und dabei auch durch Spremberg kam. 1430 brandschatzten die Hussiten Spremberg, wobei die Kirche 1432 beschädigt bzw. zerstört wurde.
Im Jahr 1555 wurde Spremberg auf Grund seiner Zugehörigkeit zum katholischen Bistum Meißen als einer der letzten Orte der Umgebung reformiert. Der erste evangelische Pfarrer des Ortes war bis 1559 David Styrius. Ab diesem Jahr ging das Amt Stolpen, zu dem Spremberg gehörte, auf Kursachsen über und Spremberg kam unter die Herrschaft von August I..
Als ungewöhnlich galt im Jahre 1663 die Verleihung des Rechts, drei Jahrmärkte im Jahr abzuhalten. Durch die Gründung der Stadt Neusalza trat die Entwicklung des Dorfes Spremberg in den Hintergrund. 1696 wurde im Zuge der Gegenreformation die Gemeinde Fugau aus Spremberg ausgepfarrt und wieder katholisch. Im Jahr 1735 gründete der damalige Besitzer des Rittergutes in Oberspremberg den Ortsteil Neuspremberg.
Das Dorf Spremberg wurde um 1668 vom Landesältesten des „Görlitzischen Creyses“ Christoph Friedrich von Salza, ein Nachkomme des Hochmeisters des Deutschen Ordens Hermann von Salza, gekauft. Am 12. Januar 1670 unterschrieb der Kurfürst Johann Georg II. die Urkunde für die Gründung einer Stadt auf dem Gebiet von Niederspremberg mit dem Namen Neusalza. Den Großteil der Stadtbevölkerung stellten zu dieser Zeit böhmische und ungarische Exulanten. Erster Pfarrer der Stadt wurde der ungarische Philosoph Stephan Pilarick (* 1615; † 1693).
Ein Rezess zwischen dem Kurfürsten und der Stadt im Jahre 1673 legte die Rechte der Bürger von Neusalza fest. Wichtigste Rechte waren die Befreiung von der Erbuntertänigkeit, freier Handel sowie freier Wein- und Branntweinschank. 1674 wurde die Tuchmacherzunft gegründet, 1686 die Schuhmacherzunft. Der Kirchenrezess von 1674 verlieh der Stadt das Recht auf ein eigenes Kirchspiel, 1679 wurde Neusalza nach Einweihung der Exulantenkirche eigenständige Kirchgemeinde.
Begünstigt durch den seit dem 17. Jahrhundert florierenden Flachsanbau und die Leinweberei bildete sich in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts das Verlagswesen heraus. 1777 zählte Neusalza 470 Einwohner. 1833 wurde Friedrich Wilhelm Wex zum ersten Bürgermeister der Stadt frei gewählt, 1841 nahm das Königliche Gericht in Neusalza seinen Dienst auf.
Am 15. Februar 1920 erfolgte der politische Zusammenschluss der Stadt Neusalza (sorbisch: Nowosólc) und der Landgemeinde Spremberg zur Stadt „Neusalza-Spremberg“. Neusalza hatte rund 1.100 Einwohner, Spremberg rund 2.200. Allerdings gab es bereits in der Vergangenheit Versuche, beide Orte miteinander zu vereinen. Um 1700 bereits strebte ein einheimischer Rittergutsbesitzer die kirchliche Vereinigung an, 1875 wurde zumindest die schulische Zusammenlegung gefordert. Als größtes Hemmnis der Vereinigungsverhandlungen erwies sich das unterschiedliche Vermögen beider Ortschaften. Spremberg war mit einem Reinvermögen von ca. 550.000 Mark und einem Steuersoll von rund 108.000 Mark um einiges reicher als die Stadt Neusalza[2]. Die schulische Vereinigung beider Orte folgte am 1. April 1920, die kirchliche erst 1937 nach dem Ausscheiden von Niederfriedersdorf aus dem Spremberger Kirchspiel.
Nachdem auch an Neusalza-Spremberg der Zweite Weltkrieg nicht spurlos vorüberging, fanden im September 1946 die ersten Kommunalwahlen seit 1933 statt, welche die SED knapp für sich entschied. Die Geschicke der Stadt wurden fortan bis zur Wende von der sozialistischen Planwirtschaft geprägt, es folgten die Verstaatlichung der Betriebe und die Bodenreform. Neusalza-Spremberg wurde neben Ebersbach u. a. Städten zu einem wesentlichen Teil der Oberlausitzer Textilindustrie.
Als bedeutender Teil der Geschichte der Stadt ist der Besuch des damaligen Bundeskanzlers Helmut Kohl am 3. Juli 1991 zu vermerken.
Zum 1. Januar 2008 wurde die Gemeinde Friedersdorf eingemeindet.
| Jahr | Einwohner | |||
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Spremberg[4] | Neuspremberg (Häuslerzeile, OT von Spremberg)[5] |
Sonneberg (Häuslerzeile, OT von Spremberg)[6] |
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| 1562 | 12 Gärtner, 9 Häusler |
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| 1587 | |
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| 1764 | 36 Gärtner, 54 Häusler, 3 Wüstungen, 32½ Hufen |
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| 1808 | |
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| 1834 | |
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| 1852 | |
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| 1871 | |
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| 1890 | |
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| 1910 | |
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| 1920 | |
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| 1925 | |
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| 1939 | |
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| 1946 | |
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| 1950 | |
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| 1964 | |
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| 1990 | |
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| 2000 | |
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| 2005 (31.12.) | |
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| 2006 (31.12.) | |
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| 2007 (31.12.) | |
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Neusalza-Spremberg ist das Verwaltungszentrum der Verwaltungsgemeinschaft Neusalza-Spremberg, sowie die Gemeinden Schönbach und Dürrhennersdorf.
Das Stadtwappen trägt die silberne Lilie derer von Salza auf rotem Grund.
Ein Gedenkstein aus dem Jahre 1946 vor dem alten Rathaus in der Bahnhofstraße 2 erinnert an zwei polnische KZ-Häftlinge, die gegen Ende des Zweiten Weltkrieges bei einem Evakuierungstransport von SS-Männern erschossen wurden.
Die Bahnstrecke Dresden - Zittau (siehe: Bahnstrecke Bischofswerda–Zittau) und die B 96 führen durch die Gemeinde.
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