Freitag, 25.05.2012



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Neukyhna

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Neukyhna
Neukyhna
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Neukyhna hervorgehoben
51.51666666666712.2599Koordinaten: 51° 31′ N, 12° 15′ O
Basisdaten
Bundesland: Sachsen
Direktionsbezirk: Leipzig
Landkreis: Nordsachsen
Verwaltungsverband: Wiedemar
Höhe: 99 m ü. NN
Fläche: 40,27 km²
Einwohner: 2507 (30. Dez. 2007)[1]
Bevölkerungsdichte: 62 Einwohner je km²
Postleitzahl: 04509
Vorwahlen: 034202, 034602, 034954
Kfz-Kennzeichen: TDO (alt: DZ)
Gemeindeschlüssel: 14 7 30 220
Gemeindegliederung: 8 Ortschaften
Adresse der Verbandsverwaltung: Hauptstr. 29
04509 Neukyhna, OT Kyhna
Webpräsenz:
Bürgermeisterin: Christine Lösch (CDU)
Lage der Gemeinde Neukyhna im Landkreis Nordsachsen
Datei:Neukyhna in TDO.png

Neukyhna ist eine 1994 durch Zusammenschluss von acht Orten entstandene Gemeinde im Landkreis Nordsachsen, Direktionsbezirk Leipzig, Freistaat Sachsen und gehört dem Verwaltungsverband Wiedemar an.

Inhaltsverzeichnis

Geografische Lage

Die Gemeinde Neukyhna befindet sich in einer weiten, fruchtbaren Ebene der Leipziger Tieflandsbucht im Direktionsbezirk Leipzig im nordwestlichsten Teil des Freistaates Sachsen.

Ausdehnung des Gemeindegebiets / Nachbargemeinden

Im Westen und Norden grenzt die Gemeinde an Sachsen-Anhalt. Die nächsten Gemeinden sind dort Brehna und Landsberg. Im Osten liegt die Kreisstadt Delitzsch. Die Nachbargemeinden Wiedemar und Zwochau liegen südlich und die Gemeinde Rackwitz im Südosten.

Ortsgliederung

Neukyhna gliedert sich in die Orte Doberstau, Kyhna, Lissa, Pohritzsch, Quering, Serbitz, Zaasch und Zschernitz.

Geschichte

Einzelne Funde weisen auf Menschen vor etwa 250.000 Jahren in diesem Gebiet hin. Germanische Siedlungen und Gräberfelder entstanden im 7. Jahrhundert v. Chr. Mit der Völkerwanderung verließen die germanischen Stämme im 6. Jahrhundert v. Chr. die Gegend. Sorbische Siedler rückten von Osten nach. Slawische Bauern und Viehhalter siedelten sich ab dem 5. Jahrhundert v. Chr. an und wurden sesshaft. Sie gründeten die meisten Dörfer. Bis heute ist die Rundlingsstruktur in den Dorfkernen erkennbar. Eine Erneute germanische Besiedlung und erste urkundlichen Erwähnung der Dörfer erfolgte Anfang des 10. Jahrhunderts. Es lebten im 13. Jahrhundert über 5.000 Menschen im heutigen Gemeindegebiet, etwa doppelt so viel wie jetzt. Pestepidemien kosteten im 14./15. Jahrhundert viele Menschenleben. Durch Missernten und hohe Feudalabgaben wanderten viele Einwohner ab. Das Ort Lissa entstand um 1630 durch evangelische Einwohner des Städtchens Lissa in Böhmen, die im Zuge der Rekatholisierung auswanderten.

Anfang des 19. Jahrhundert erfolgte ein Organisierter Anbau von Zuckerrüben, Weizen, Gerste, Kartoffeln und Futterpflanzen. Der fruchtbare Boden der Gegend und Fortschritt in den Anbaumethoden brachte hohe Erträge. Große Bauernwirtschaften und Rittergüter veränderten das Dorfbild. Die chemischen Großbetriebe in den benachbarten Städten schufen im 20. Jahrhundert viele Arbeitsplätze. Die Dörfer wurden immer mehr zu Wohnorten der Industriearbeiter. Ab 1970 griff die Landwirtschaftspolitik der DDR. Die bäuerlichen Betriebe gingen in Produktionsgenossenschaften auf (LPG). Es entstanden große Viehzuchtbetriebe. Ab 1980 begann der großflächige Braunkohleabbau im Tagebau Delitzsch-Südwest. Durch die Grundwasserspiegelsenkung entstanden massive ökologische Schäden im südlichen Gemeindegebiet. Dazu kam noch die Geräuschbelästigung der nahen Orte Lissa, Kyhna und Quering. Nach der Wiedervereinigung wwurde 1990 der Braunkohletagebau eingestellt. Die Umweltbedingungen wurden angenehmer. Am 1. Januar 1994 erfolgte der Zusammenschluss der Orte Kyhna, Lissa, Pohritzsch, Zschernitz, Zaasch, Serbitz, Quering, Doberstau zur Gemeinde Neukyhna.

Am Ortsrand von Zschernitz wurde bei Ausgrabungsarbeiten am 19. August 2003 in einer Siedlungsgrube der jüngeren Linienbandkeramik der Adonis von Zschernitz gefunden. Eindeutig männlich ist der Torso der ca. 7.000 Jahre alten Tonfigur. Das etwa 8 cm hohe Fragment ist etwa vom Nabel abwärts bis unterhalb des Gesäßes erhalten. In Anlehnung an die vielen Venusfunde aus dem Altertum geht er als Adonis in die Geschichte der Archäologie ein. Die männlichen Geschlechtsmerkmale sind deutlich ausgebildet, Penis und Hodensack sind vollständig erhalten. Männliche Figuren dieser Epoche waren in Europa bislang unbekannt.

Wappen

Seit 1990 hat die Gemeinde ein Wappen. Die diagonalen Wellenlinien stellen den Gienickenbach dar, der die Ortsteile Lissa, Kyhna, Zschernitz und Pohritzsch verbindet. Das Schmiedewekzeug symbolisiert die traditionellen Handwerksbetriebe in der Gemeinde. Der Mühlstein soll ein Hinweis auf die Erzeugung und Verarbeitung landwirtschaftlicher Produkte sein.

Verkehr

Die Autobahn A 9 führt im Westen durch Gemeindegebiet. Die Gemeinde kann über den Anschluss (13) Halle/Bitterfeld/Delitzsch/B 100 und den Anschluss (14) Wiedemar/Delitzsch erreicht werden. Der Flughafen Leipzig/Halle ist ca. 15 km entfernt. Über gute Straßenverbindungen sind Leipzig und Halle schnell erreichbar (je ca. 20 km). Der Ortsteil Kyhna hat zudem einen Bahnhof an der Strecke Halle (Saale)–Eilenburg.

Einzelnachweise

  1. Statistisches Landesamt des Freistaates Sachsen: Bevölkerungsentwicklung

Weblinks

en:Neukyhna

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