Freitag, 25.05.2012



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Neuhausen/Erzgeb.

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Neuhausen/Erzgeb.
Neuhausen/Erzgeb.
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Neuhausen/Erzgeb. hervorgehoben
50.66944444444413.466666666667661Koordinaten: 50° 40′ N, 13° 28′ O
Basisdaten
Bundesland: Sachsen
Direktionsbezirk: Chemnitz
Landkreis: Mittelsachsen
Höhe: 661 m ü. NN
Fläche: 48,03 km²
Einwohner: 3130 (30. Dez. 2007)[1]
Bevölkerungsdichte: 65 Einwohner je km²
Postleitzahl: 09544
Vorwahlen: 037361, 037327
Kfz-Kennzeichen: FG
Gemeindeschlüssel: 14 5 22 400
Adresse der Gemeindeverwaltung: Bahnhofstr. 12
09544 Neuhausen/Erzgeb.
Webpräsenz:
Bürgermeister: Peter Haustein (parteilos)
Lage der Gemeinde Neuhausen/Erzgeb. im Landkreis Mittelsachsen
Datei:Neuhausen-Erzgeb. in FG.png
Blick vom Schwartenberg auf Neuhausen
Neuhausen im Jahre 1901
Schloss Purschenstein, vom Flöhatal aus gesehen
inzwischen stillgelegter Bahnhof am Endpunkt der Flöhatalbahn

Der staatlich anerkannte Erholungsort Neuhausen/Erzgeb. ist eine Gemeinde im Erzgebirge. Die rund 3100 Einwohner zählende Gemeinde liegt im Süden des Landkreises Mittelsachsen und ist für das Schloss Purschenstein und als Wintersportort bekannt.

Inhaltsverzeichnis

Geografie

Die Gemeinde Neuhausen/Erzgeb. befindet sich im Übergangsgebiet vom Osterzgebirge zum Mittleren Erzgebirge, eingebettet im oberen Flöhatal. Das Gebiet erstreckt sich zwischen der Talsperre Rauschenbach, dem 837 m hohen Kohlberg, dem 834 m hohen Klugehübel sowie dem 789 m hohen Schwartenberg und befindet sich im Naturpark Erzgebirge/Vogtland.

Geologie

Die Gemeinde befindet sich auf kristallinen Schiefern und Gneis. Sind im Ost-Erzgebirge meist Graugneise vorherrschend, so finden sich hier verstärkt grobkörnige Rotgneise. Im Bereich des Flöhatals liegt eine sehr alte, tektonisch mobile Zone, die Ost- und Mittelerzgebirge trennt. Erdgeschichtliche spielt die „Flöha-Zone“ wahrscheinlich bei der Erzgebirgshebung eine Rolle. [2]

Ortsgliederung

zur Gemeinde Neuhausen gehören folgende Ortsteile:

Geschichte

Das als wehrhafte Burganlage errichtete Schloss Purschenstein nahm im oberen Erzgebirge eine bedeutende Stellung ein. Der erste urkundliche Nachweis des Schlosses stammt aus dem Jahre 1289. Zwischen 1389 und 1945 verblieb das Schloss in der Hand des früheren Rittergeschlechts von Schönberg.

Ab der Mitte des 19. Jahrhunderts nahm Neuhausen die Entwicklung zu einem Zentrum der Möbelindustrie mit dem Schwerpunkt Stuhlbau. Aus dieser Entwicklung heraus entstanden Fabriken, Wohnungen, Geschäfte, das Rathaus und das Postamt. Seit dem 1. Oktober 1895 erhielt die Gemeinde auch den Anschluss an das sächsische Eisenbahnnetz, als man die Bahnstrecke zwischen Olbernhau und Neuhausen eröffnete. Damit hatte Neuhausen eine Verbindung zu den Industriegebieten von Chemnitz und Umgebung.

Zwischen 1945 und 1990 nahm das Schloss Purschenstein die neue Funktion als Kinderheim und kommunales Kulturzentrum wahr. Im Jahr 1989 wurde das Schloss jedoch stark zerstört, da das Dachgeschoss brannte. Der Außenbau konnte wiederhergestellt werden, die Innenräume jedoch sind nur teilweise komplett ausgebaut.

Im Jahr 2006 wurde das Schloss an einen niederländischen Investor verkauft, der dieses im Moment zu einem Fünf-Sterne-Hotel umbauen will.

Politik

Einwohnerentwicklung

Einwohnerzahlen beziehen sich ab 1982 auf den 31. Dezember des voranstehenden Jahres mit Gebietsstand Januar 2007:

bis 1899 1900 bis 1945 1946 bis 1989 1990 bis 1999 Seit 2000
1551/52 – ca. 170
(25 besessene Mann, 66 Inwohner)
1910 – 2875 1946 – 3243 1990 − 3676 2000 − 3447
1925 – 2863 1971 – 3184 1991 − 3635 2001 − 3392
1764 – ca. 220
(24 besessene Mann, 18 Häusler)
1939 – 3039 1982 − 4100 1992 − 3598 2002 − 3366
1983 − 4055 1993 − 3712 2003 − 3346
1834 – 1072 1984 − 3983 1994 − 3674 2004 − 3310
1871 – 1492 1985 − 3919 1995 − 3615 2005 − 3266
1890 – 1701 1986 − 3874 1996 − 3581 2006 − 3204
1987 − 3836 1997 − 3565 2007 − 3130
1988 − 3846 1998 − 3545
1989 − 3773 1999 − 3487

(Quellen: Akademie der Wissenschaften der DDR 1985, Statistisches Landesamt des Freistaates Sachsen)

Partnerschaft

Sport

Als Erholungsort bietet die Gemeinde den Gästen neben dem Freibad und dem Schwartenbergstadion zahlreiche Anlagen des Wintersports. So sind im Winter über 30 km gespurte Langlaufloipen vorhanden. Traditioneller Wintersportort ist die Gemeinde spätestens mit den seit 1923 jährlich stattfindenden Langlaufwettkämpfen des Schwartenberglaufs. Im Sommer ist die Region auch ein für den Flugsport genutztes Gebiet.

FV Neuhausen-Cämmerswalde

2004 wurden die Fußballer des SV Eintracht Cämmerswalde Meister der 1. Kreisklasse und stiegen in die 2. Kreisliga Freiberg (10. Liga) auf. Am 26. März 2007 fusionierte die Fußball-Abteilung mit der des SSV Blau-Weiß Neuhausen zum FV Neuhausen-Cämmerswalde. Dem Fußballverein gehören 100 Mitglieder aus beiden Orten an. Die Männer spielen in der 2. Kreisliga und der 2. Kreisklasse jeweils im Neuhäuser Schwartenbergstadion.

Eintracht Cämmerswalde: 1920 wurde erstmals in Cämmerswalde eine Fußballmannschaft erwähnt, die an der „Linde“ und auf dem Ringel spielte. Nach dem Zweiten Weltkrieg entstand zwischen 1947 und 1949 der Sportplatz. Die Fußballer holten 1951 als SG Einheit Cämmerswalde-Clausnitz den Kreismeistertitel Brand-Erbisdorf, verpassten den Aufstieg in die Bezirksklasse (4. Liga der DDR) und lösten sich nach "internen Streitigkeiten" 1953 auf. Als SG Eintracht Cämmerswalde sorgte eine Jugendmannschaft im Kreis Brand-Erbisdorf für Furore. Am 28. August 1958 wurde die BSG Traktor Cämmerswalde gegründet. Die Fußballer starteten damals mit fünf Mannschaften.

SSV Blau-Weiß Neuhausen

Die Sächsische Sportvereinigung Blau-Weiß Neuhausen wurde am 15. August 1990 gegründet, ist Nachfolger der am 6. April 1970 gebildeten Industriesportgemeinschaft ISG Neuhausen. Bis 2003 spielte Blau-Weiß Neuhausen in der 1. Kreisliga Freiberg, stürzte dann auch in der 2. Kreisliga ans Tabellenende (2003/04 - 11., 2004/05 - 14.) und ging 2007 mit dem sich im Vorderfeld (2005/06 - 3.) etablierenden Ortsnachbarn Eintracht Cämmerswalde zusammen.

Persönlichkeiten

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Die Gemeinde Neuhausen hat fünf Museen. Mit steigender Bedeutung hat sich der Wintersport in der Gemeinde etabliert.

Museen

  • Europas 1. Nussknackermuseum: Weltbekannt ist das erste und größte Nussknackermuseum Europas mit rund 5000 Exemplaren (Stand April 2009) aus 30 Ländern. Besondere Attraktion ist der größte funktionsfähige Nussknacker der Welt mit 10,10 m, der am 9. August 2008 den bisherigen 5,87 Metern großen im Eingangsbereich stehenden Rekordhalter (Guinness-Buch der Rekorde) ablöste. Außerdem steht vor dem Museum die weltgrößte Spieldose.
  • Glashüttenmuseum des Erzgebirges: Das Erzgebirgische Glashüttenmuseum befindet sich in der ehemaligen Fronfeste von Schloss Purschenstein und zeigt u.a. eine Glashütte aus der Zeit von Georgius Agricola, eine Werkstattstube und weitere Schrift- und Sachzeugen der erzgebirgischen Glasmacherei sowie der Geschichte Neuhausens bzw. Purschensteins.
  • Technisches Museum „Alte Stuhlfabrik“: Das Technische Museum „Alte Stuhlfabrik“ gibt die Geschichte des Stuhlbaus in Neuhausen wieder.
  • Schauflugzeuge Cämmerswalde: In Cämmerswalde stehen zwei originalgetreue Flugzeuge, eine Interflug IL-14 und das Jagdflugzeug MiG-21 zur Besichtigung. Das erstgenannte Flugzeug wurde auf Antrag der damaligen Gemeinde Cämmerswalde 1973 dort platziert, das zweite aus Beständen der Nationalen Volksarmee der DDR folgte 2001 und im August 2006 ein Hubschrauber Mil MI-2 der UdSSR-Flugesellschaft Aeroflot.
  • Motorradausstellung: In der ehemaligen Berufsschule befindet sich eine Motorradausstellung mit der kompletten Sammlung aller in der DDR produzierten und importierten Motorradmodelle der Jahre 1945 bis 1989.

Gedenkstätten

  • Grabstätte und Gedenkstein für 23 KZ-Häftlinge aus Frankreich, Ungarn, Polen und der Sowjetunion, die in einer Kolonne aus dem Außenlager Neu-Stassfurt des KZ Buchenwald kommend, durch den Ort getrieben und von SS-Männern ermordet wurden.
  • Gedenkkreuz für die Opfer beider Kriege auf dem Friedhof an der Kirche in Cämmerswalde. 1957 geweiht. Am 22. Juli 2007 zum 800-jährigen Ortsjubiläum wurden zwei Tafeln mit den Gefallenen vom Heimatverein Cämmerswalde an der Kirche eingeweiht.
  • Denkmal für die Gefallenen des Ersten Weltkrieges, errichtet 1923 vor der Schule in Cämmerswalde. 1945 wurde der Adler als vermeintliches Nazi-Symbol entfernt, ging verloren. 1973 wurde das Denkmal vor der Schule entfernt, weil dort ein Brunnen errichtet wurde, steht heute auf dem Friedhof
  • Grabstätte auf dem Friedhof des Ortsteiles Cämmerswalde für einen namentlich bekannten sowjetischen Bürger, der während des 2. Weltkrieges nach Deutschland verschleppt und ein Opfer von Zwangsarbeit wurde.

Literatur

  • Akademie der Wissenschaften der DDR [Hrsg.]: Um Olbernhau und Seiffen. Werte unserer Heimat Bd. 43. Akademie-Verlag. Berlin 1985.

Einzelnachweise

  1. Statistisches Landesamt des Freistaates Sachsen: Bevölkerungsentwicklung
  2. Naturführer Grüne Liga Osterzgebirge – Band 3 - Naturkundliche Wanderziele im Osterzgebirge, Seite 47 und 56

Weblinks

en:Neuhausen, Saxony

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